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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1933-09-21 · 38 (21.9.1933) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
9 (1933)
Issue
38 (21.9.1933)
Date
1933-09-21
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 21. September 10 53 $Utw{i>c£yn<H>p'H> r; 34 m Gutschein: 50 in-igillcn wir beim Kauf von 2 S0tV. 77,0 °/„ /»'«/i- (Xm,1<»4*£ sylvanhclu-m;i r.#o Wirfüh,en feiner-. Qiltwl-&Mt'Vf-(Nw% u.a. Ohenschmieiöl billig*!. i sei*. Ia &™fr<mU>M 15 1%. /Ii;/ anrfp/e -J0 °|0 ftlH&H'ü Qflof.W* «W <Kjw&fyMtty»«tf 4t». f. KlisennsiiHßf SS Telephon 387 72 A^A. .♦-ifc»-t>t^t«A Allen unseren Inserenten, Freunden und Bekannten ein FROHES FEST 4 Anzeigenverwaltung d. Gemeindeblattes Ernst Goldfreund Leipzig, Cichorlnsstraße 2 a ------ fritj Jfdo/pfi Strauss X Jtfarguerile Sttauss geb. öppenheimer o Vermählte Frankfurt a. Ji/fain. September 1033 Julius fjeymanstr. 7 onoooooooooooooooooooooooooooooooooooc Jüdische Zeitschau. Ein ungarischer Theologe über den Kulturwcrt der jüdischen Rasse. Aus der Feder des römisch-katholischen Weltpriesters Dr. Ladislaus Ajthav, emer. Theologieprofessor, ist unter dem Titel „JudenSpiegel" eine Schrift erschienen, die im Hinblick auf die Aktualität des Rassenproblems starkes Aufsehen erregt. Der Verfasser schöpft seine Daten aus Ergebnissen von Forschungen in den Bibliotheken /u Rom, Jerusalem und Budapest und weist in Untrüglicher Weise jene Blutmischungeti nach, die sich im Laufe der Jahrhunderte in der Bevölkerung aller Kontinente vollzogen haben. In drei Gruppen sind alle jene urkundlich nachgewiesenen in- und ausländischen Familien aufgezählt, die im Laufe der Zeit zu einem oder beiden Elternteilen jüdische Ahnen aufzuweisen haben. In der Reihe dieser Familien und Namensträger finden sich außerordentlich zahlreich solche, die es zu den höchsten Ehren gebracht haben. Bis zu den höchsten Spitzen weltlicher (ieltung steigt diese „jüdische" Blutsverwandtschaft, da der Verfasser auch von den italienischen, griechischen, preussischen Königsfamilicn, vom Hause llabsburg, Bonaparte, Romanow nachweisen will, dalt sie in ihrer Ahnenreihe jüdisches Blut rollen haben. Als Priester weist Dr. Ajthav schließlich darauf hin, dalt die Apostel und Evangelisten mit dem heiligen Petrus an der Spitze, dessen Hirtenstab das jeweilige Oberhaupt der katholischen Kirche für ewige Zeiten führt, aus den Reihen der Juden hervorgegangen sind. Eröffnung eines Hciligen-Land-Muscums in Wien. — Stellungnahme des Katholikentages zur Judenfrage? Anläßlich des in Wien stattfindenden Deutschen Katholikentages wurde im Hause der Franziskaner Patres das „Hciligc-I and-Muscum" eröffnet, das, wie in der I rötfnungiansprache betont wurde, bestimmt sein soll, die Liebe nun Heiligen Lande zu wecken und zu Vergrößern. Das Museum enthält U. a. auch eine grolle Zahl jüdisch-palästinensischer Altertümer, darunter antike jüdische GebctbOcher. Es wird allgemein angenommen, dall auf dem Katholikentag auch die Judenfrage behandelt werden wird. Iis heißt, daß der von Papst Pius XI. zum Katholikentag entsandte Kardiuallegat, der Patriarch und Lr/bischof von Venedig Kardinal La Fontaine, beantragen wird, daß der Katholikentag den Rassenantisemitismus als der katholischen Grundlehre zuwiderlaufend und die Möglichkeit katholischer Missionstätigkeit ausschaltend ablehne. Ein Teil der Presse appelliert an den Katholikentag, insbesondere an den Wiener Fürsterzbischof Kardinal Innitzer, ' isterreich vor der Wiedereinführung des Gelben Flecks, die Österreich ebenso schwer treffen würde wie die Juden, zu bewahren. Max Reinhardt 60 Jahre. Am 9. September wurde Max Reinhardt ö'l Jahre alt. Anlaßlich seines (ieburtstages fanden eine Reihe von Festveranstaltungen statt, deren bedeutendste die JubiläumsaufführUng von „Faust I" im Josephstädter Theater war. Max Reinhardt hatte die Proben fur diese Aufführung persönlich geleitet. Prof. Max Reinhardt wurde anläßlich seines 60. (ieburtstages vom österreichischen Bundespräsidenten Miklas mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Republik ausgezeichnet. Das Goldene Ehrenzeichen ist die höchste Auszeichnung, die die österreichische Bundesrepublik zu vergeben hat. Handwerksorganisationen und ihre jüdischen Mitglieder. Auf eine Anfrage des (iewerbevereins Nassau heim Reichsverband des deutschen Handwerks über die Zugehörigkeit jüdischer Mitglieder zu Handwerkerorganisationen, hat der Reichsverband geantwortet, daß an der Zugehörigkeit nichts zu ändern sei, soweit zwingende gesetzliche Vorschriften bestehen. Es solle aber vermieden werden, daß jüdische Mitglieder Vorstandssitze oder Amter bekleiden dürfen. Soweit die Zugehörigkeit zur Handwerkerorganisation nicht gesetzlich vorgeschrieben sei, bleibe es den einzelnen Organisationen überlassen, die Zugehörigkeit jüdischer Mitglieder zu regeln. Aus sächsischen Gemeinden. Chemnitz. Das „Chemnitzer Tageblatt", das in letzter Zeit wiederholt judenfeindiiehe Artikel gebracht hatte, gibt anläßlich des Eintritts des jüdischen Arztes, Sanitätsrat Dr. Wiener in den Ruhestand den nachstehenden Bericht: „In den Ruhestand. Nach einer mehr als 42 jährigen Tätigkeit als praktischer Arzt zieht sich aus Gesundheitsrücksichten Anfang September Sai,itätsrat Dr. Georg Wiener ins Privatleben zurück. Seine über 25 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit in der Internationale Möbeltransporte Brühl 61, Telefon: 24207 - Reudnlteer Str. 14-16, Telefon: 71021 Spezialität; Palästina, Frankreich, England, Polen Bini tstoeiim ModeU-Xüte von führenden Wiener und Tarlser Xämern faligäßdieil 1 1. Hage \ Zeitgemäße Treise \ seinerzeit von Oberpfarrer Graue ins Leben gerufenen „Krippe" ist noch ebenso unvergessen wie seine unermüdliche Arbeit in der är/:- liehen Standesorganisation und vor allem seine uneigennützig! Mitarbeit im Verein zur Bekämpfung der Schwindsucht, u. a. jahrelang als leitender Arzt der Heilstätte Chemnitz-Bonn und im Kriege des dort eingerichteten Tuberkulose-Lazaretts. Mögt dem vorbildlichen Arzte ein langer und gesegneter Lebensabend lieschert sein." Unsere Gemeinde. Seelenfeier des Hilfsvereins israelitischer Gewerbetreibender, litt Hilfsverein veranstaltet auch in diesem Jahre keinen üottesdic.ist und ist daher gezwungen, bei der Seclenfcier wie im vorigen Jahr« der verstorbenen Gönner, Stifter und Mitglieder in der Synagoge Keilstr. 4 am Versöhnungstag zu gedenken. Angehörige der Verstorbenen werden gebeten, zur Seelenfeier in der Synagoge zahlreich n erscheinen. Eintritt zur Seelenfeier wird jedem gern gewährt. Ungestörte Weiterarbeit des Bar Kochba durch das Polizeipräsidium gewährleistet! Am Sonntag, den 17. September 1933, ist ein leiihtathletischer Wettkampf auf dem Bar Kochba-Platze kurz vor der Beendigung auf Betreiben einer Privatperson durch die Polizei aufgelöst worden. Dieser Vorfall hat, zumal eine hiesige Tageszeitung iui diesem Anlasse maßlose Angriffe gegen die jüdische Gemeinde richtete, große Unruhe verursacht. Zu irgendwelcher Beunruhigung hegt jedoch kein Anlaß vor. Der Herr Polizeipräsident Knofe hat dem Vorsitzenden des Bar Kochba, Herrn Rechtsanwalt Dr. Lehrfreund, it einer persönlichen Unterredung erklärt, daß die Auflösung des Sportfestes nicht in seinem Sinne gewesen wäre und sie nur deshalb tut* erfolgen können, weil er am Sonntag von Leipzig abwesend war. ')c Herr Polizeipräsident gab in Gegenwart des Herrn Dr. Lehrfreund liea zuständigen Polizeirevier Anweisung, daß die sportliche Tätigkeit il« Bar Kocliba in Zukunft nicht mehr gestört würde. Nähkurse des Sozialamts. Für Nähkurse, die das Sozialamt es» zurichten beabsichtigt, werden Nähmaschinen benötigt. Es wird ua leihweise Überlassung von Nähmaschinen gebeten. Gefl. Nachnchten, ob die Maschinen unentgeltlich oder gegen eine Leihgebühr zur Verfügung gestellt werden, sind an das Gemeindeamt (Tel. 23< 021 zu richten. Jüdische Hauspflege. Der Jüdische Frauenbund Ortsgruppe I einzig weist darauf hin, daß er bewährte Hauspflegerinnen für alle dx Fälle empfehlen kann, in denen die Hausfrau erkrankt ist oder ejsj Vertretung der Hausfrau benötigt wird. Zu erfragen: Gemeinde.imt Walter-Blümel-Str. 10 (Tel 21382), Frau Leni Emmerich (Tel. 52198 Gründungsversammlung der Volksbank Iwria EGmbH. Lei >'ij Unter reger Beteiligung fand am Mittwoch, den 13. 9., im groß Saal des Jugendheimes die Gründungsversammlung der Volks, .i iwria Leipzig statt. Namens des vorbereitenden Komitees begrüß Dr. Fleiß die Erschienenen und skizzierte kurz Zweck und Autb der geplanten Genossenschaftsbank. Es komme jetzt darauf an, dur die Scliaffung einer gesunden Genossenschaftsbank produktive Wi schaftshilfe zu leisten. Diese soll den mittleren und kleinen jüdisch Gewerbetreibenden und Handwerkern gegen bankmäßige Unterlag Kredite gewähren, bei der notwendigen wirtschaftlichen Umsclur tung beratend und helfend eingreifen. Wie wertvolle wirtschafte Aufbauarbeit die bereits bestehenden jüdischen Genossenschaftsbank leisteten, kam in den Referaten der Vorstandsmitglieder der lw~ Berlin, Dr. Silbert und Iwria-Chemnitz R. Weißkopf zum Ausdru Neben dem laufenden Kontokorrentverkehr werden auch alle and Sie müssen bei unseren Inserenten kaufen!

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