Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 22 (2.6.1933)
- Date
- 1933-06-02
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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2. Juni 1033 OEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHLN RELIQIONSOEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 Gebiete lebenden ethnischen, sprachlichen und religiösen Minderheiten zumindest nach dein gleichen Mali von Gerechtigkeit und Toleranz behandeln, wie es in den der Überwachung des Völkerbundsrates unterstellten.Verträgen vorgesehen sei. Im Zusammenhang mit der Qenfer Diskussion über die Auswirkungen der Arier-Paragraphen im oberschleshtchen Abstimmungsgebiet hat der preußische lustizminister die Anordnung getroffen, «lall die l ntscheidung über die Vertretungsverbote gegen Rechtsanwälte dieses I i bietes vorläufig ausleset/t bleibt. Ms handelt sieh, wie ausdrücklich betonen ist, um eine vorläufige Maßnahme; Iiis zur endgültigen itscheidung werden die in Betracht kommenden Anwälte weiter I ititf sein. Wie „U.Z. am Mittag" vermutet, dürfte diese Maßnahme der Justizverwaltung im engen Minve: nehmen mit dem Auswärtigen Amt getroffen sein. Das Blatt meint, es müsse geprüft werden, inwieweit die Arier-Paragraphen in den Gesetzen zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums über die Rechtsanwälte und über die Patentanwälte mit dem deutsch-polnischen Abkommen zu vereinbaren seien. In diesem Abkommen wurde seinerzeit den Minderheiten sprachlicher, religiöser oder völkischer Natur Gleichberechtigung zuerkannt. Heim Abschluß des Abkommens handelte es sieh um polnische Minderheiten in den deutschen und deutsche Minderheiten in den jetzt zu Polen gehörigen Teilen Oberschlesiens, während jetzt die Frage eine Rolle spiele, inwieweit der Begriff der völkischen Minderheit auch auf die Nichtarier Oberschlesiens, die unter die genannten Gesetze fallen eine An- « endung find« n könne. Aus aller Welt. C. V.-Landesverband Mitteldeutschland. Vorstandssitzung in Magdeburg. Dir Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Olaubens hatte gelegentlich einer Vorstandssitzung seines Landesverbandes Mitteldeutschland in Magdeburg die Mitglieder der Magdeburger Ortsgruppe zu einem Vortrag am Sonntag, den 28. Mai 1933, vormittags Kl1 | Uhr in die Mendelssohn-Loge eingeladen, wo über das Thema: „Der C.V. und die rechtliche, sowie die wirtschaftliche Lage der deutschen Juden" referiert wurde. Direktor Borchardt-Berlin gab einen Oberblick über die gegenwärtige Situation und legte dar, daß der C.V. eine außerordentlich wichtige Reihe von Kollektivmaßnahmeii ergriffen habe, um der seelischen und der wirtschaftlichen Not der deutschen Judcnhcit zu steuern. Als zweiter Redner sprach der neue Syndikus des Landesverbandes Mitteldeutschland, Kurt Sabat/kv, der eingehend Über die Lage der Juden in Mitteldeutschland, insbesondere im Lande Sachsen und in der Provinz Sachsen berichtete. Der Redner gab sodann ein Bild über die Tätigkeit des Landesverbandes auf den verschiedensten Gebieten und berichtete zum Schluß eingehend über den Aufbau des Sozialamtes. Der Landes Verbandsvorsitzende Rabbiner Dr. Qokunann sprach über die Aufgaben der deutschen Judcnhcit. Ms müsse eine großzügige Aufklärungsarbeit einsetzen, die dem Nichtjuden eingehend klarmache, wie die deutsche Judcnhcit, sowie das deutsche Judentum in Wirklichkeit aussehe. Die deutschen Juden dürften sich weder ihr Recht auf das deutsche Vaterland noch ihr Recht auf Leben verkümmern lassen. Die Judenfrage sei zu einer I rage des jüdischen Lebensraumes geworden. Die heutige Zeit sei eine Zeit der jüdischen Gemeinschaftsarbeit, sie müsse aber auch zu einer Zeit jüdischer Qcmehischaftshoffnung werden. Im Anschluß an die Mitgliederversammlung fand die Landesverbandssitzung statt, an der als Vertreter der Zentrale Direktor ISorchardt und Dr.Matzdorf teilnahmen. Belgische Hochschulprofessoren appellieren an die Preußische Akademie der Wissenschaften. Die belgische Presse veröffentlicht einen von IS berühmten Professoren belgischer Universitäten unterzeichneten offenen Brief, in dem diese an die Mitglieder der Preußischen Akademie der Wissenschaften den Appell richten, kollektiv zur Beseitigung jüdischer Gelehrter von den deutschen Hochschulen Stellung zu nehmen. In dem Brief der belgischen Professoren durchwegs Nichtjuden heißt es u. a : Durch die Beseitigung jüdischer Professoren aus ihrem Amte verlieren die Universitäten Elemente, die mit zur Begründung des Ruhmes der betreffenden Hochschulen beigetragen haben. Diese Maßnahme ist für die Zukunft des Hochschulwesens kompromittierend. Gewiß ist es unzuläßig, sich in die Angelegenheiten eines fremden Landes einzumengen. Aber Fragen der Geistigkeit interessieren ebenso wie solche des Friedens alle Völker ohne Ausnahme. Wie ist es möglich, gleichgültig zu bleiben angesichts der Tatsache, daß Oelchite von Weltruf zurückgesetzt und auf unmögliche Art behandelt werden? Die ganze Kulturwelt, heißt es in dem Briefe weiter," ist darüber erstaunt, daß die geistigen Führer Deutschlands bis heute noch nicht gegen diese Verletzung des Grundsatzes der Gerechtigkeit Einspruch erhoben haben. Wir fordern euch Akademiker auf, alle Intellektuellen in Deutschland ohne Unterschied von Rasse und Glauben in euren hohen Schutz zu nehmen. Unter den Unterzeichnern des offenen Briefes befinden sich der ehemalige Präsident des belgischen Senats und Inhaber des Nobelpreises für Frieden Lafontaine, der Rektor der Universität Brüssel Professor Bonnard, der Rektor der flämischen Universität in Oent Vermeulen, der Präsident der Königlich-Belgischen Akademie der Wissenschaften und ehemalige Unterrichtsminister Professor d'Estre und andere belgische Oelehrte von Weltruf (ITA). Konstituierung des Verband« deutscher Zionisten-Revisionisten. Der Verband deutscher Zionisten-Revisionisten hat der JTA folgendes Kommunique übergeben: Die Deutschen Zionisten-Revionisten haben sich neu konstituiert. Der Vorstand des „Verbandes Deutscher Zionisten-Revionisten" besteht aus den Herren Richard Lichtheim als Vorsitzendem, Dr. Julius Schloß und Ernst Hamburger. Das Büro befindet sich nach wie vor Berlin-Charlottenburg 2, Joachimsthalerstr. 3 II. Die Neuorganisierung erfolgte, nachdem die bekannten Differenzen innerhalb der Union praktisch zu einer Trennung der beiden Richtungen geführt haben. Der „Verband Deutscher Zionisten-Revisionisten" erklärt, daß er allein berechtigt ist, namens der legal gewählten Instanzen der Revisionisten zu handeln, und insbesondere auch den anerkannten Sonderverband der Zionisten-Revisionisten, welche als Vertreter des Verbandes im Palästina-Amt und in der Schekelkommission sitzen, erhielten ihre Mandate auf Beschluß des obengenannten Vorstands und können von diesem, wenn es erforderlich sein sollte, auch wieder abberufen werden. Der „Verband Deutscher Zionisten-Revisionisten" fordert alle Zionisten, welche auf dem Boden seines Programms stehen auf, ihren Beitritt und schriftliche Mitteilungen an das Büro des Verbandes zu richten. Der Verband will nach wie vor in Deutschland für die Grundsätze des Revisionismus weiter kämpfen, und zwar im Rahmen der Zionistischen Organisation. ■!r*w# 1 Damenstrümpfe künstl.Waschs., feinmaschig, A CR Cubanferse, Zehenverstäfk. U«WU Damenstrümpfe künstl Mattwaschseide,vierfache Ferse, Sohle, Spitze, feinmaschig. 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