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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1933-03-30 · 13 (30.3.1933) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
9 (1933)
Issue
13 (30.3.1933)
Date
1933-03-30
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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30. März 1933 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite S ■ I ■ ■Büchern1 bei Buchhandlung W. Kaufmann ■ Brühl 8. m ■ ■■ Josef Carlebach. Die drei großen Propheten Jettajas, Jirmija und Jecheskel. Eine Studie. Frankfurt a. M. 1932 (Hermon-Verlag). Von hohem Schwung getragen bringt der bekannte Altonaer Oberrabbiner mit der Behandlung der drei großen prophetischen Runder den Gedanken nahe, der diese Gotteeboten erfüllt: Diese „Deuter des Lobens, ErgrUnder des Schicksals, Wegweiser in eine lichto Zukunft" — denn das sind die Propheten, und nicht Wahrsager und Seher — verweisen auf das Zusammenwirken von Gott und Menschheit bei der Gestaltung der Menschheitsentwicklung. Frei von jeder Verzweiflung am Menschen betonen sie vielmehr den Glauben an dio welterlösende Kraft der sittlichen Tat des Menschen. Unter diesem Leitgedanken sieht Carlebach in dem — von ihm als durchaus einheitlich aufgefaßten — Buche Jesaias den Propheten der Tröstungen; ea spricht von dem messianischen König und dem meesianischen Volk ata Erlösungskünder und Erlösungsbringer: das Buch in seiner Einheit Gegenstück der Einheit unserer jüdischen Geschichte. Jirmija, der Prophet der Tränen, der Kämpfer für echte Religion und wahre Gottesverehrung, dieser Mann ungeheurer Aktivität, weist den Weg, das Wunder der inneren Erlösung zu vollbringen: mit dem Namen Gottes wird durch Tränen der Selbstbetrug zerstört, er führt zur Selbsterkenntnis, zur Rechtfertigung und Gerechtigkeit Und Jecheskel, der Prophet des Exils, wird der Erzieher der Galuthgemeinde. Mit seiner Predigt von der Souveränität des sittlichen Individuums erreicht er einen Höhepunkt: die Lehre von der Innnerlichkeit, von dem neuen Herzen. Und von dem Gott des reinsten Menschentums. — Auch wer dem Bibeltext kritischer gegenübersteht als der Verfasser, wird aus diesen, von tiefer Erftllltheit getränkten Abhandlungen unendlicho Bereicherung gewinnen, wird mitgerissen durch die sittliche Höhe des Standpunktes, von dem aus die Lehre und das Wirken der Propheten hier betrachtet sind. gc. Dr. Werner Heise. Die Juden in der Mark Brandenburg bis zum Jahre 1571 (Historisohe Studien, herausgegeben von E. Ebering, Heft 220.) Berlin 1932 (Verlag Dr. Emil Ebering). Aufgrund einer tiefschürfenden Untersuchung aller erreichbaren Quellen und Heranziehung einer umfangreichen Literatur gibt der Verfasser eine äußerst wertvolle Behandlung der geschichtlichen Stellung der Juden in der Mark Brandenburg. Im Vordergrunde des Bildes stehen jeweils für die einzelnen Zeitabschnitte die rechtliche und wirtschaftliche Lage der Juden und, als deren besonderes Kennzeichen, die von ihnen zu leistenden Abgaben . Im Rahmen der Arbeit ist es gelegen, daß sie auf die innere Geschichte der Juden nicht eingeht, sich vielmehr auf die äußere beschränkt, da aber alles zusammenträgt, was von Bedeutung ist Wahrscheinlich schon unter Karolingern und sachsischen Kaisern Bind Juden, wenn auch wohl nur als Händler, in der Mark gewesen. Ihre erste Niederlassung geschah mutmaßlich seit dem 11. Jht. Der erste positive Hinweis auf das Bestehen einer jüdischen Gemeinde findet sich (für Beelitz) 1247. Am Ende des 11 Jht's. sind die Juden ein fester Bestandteil der märkischen Bevölkerung. Ihre Schicksale sind bis dahin wie auch später schwankend; besonders in den Jahren des „Schwarzen Todes" (1348 bis 1351) sind sie mannigfachen Unruhen ausgesetzt, an denen es auch bis zur Vertreibung 1571 nicht gefehlt hat Die Unentbehrlichkeit der Juden wurde jadoch rbtdnrch dokumentiert, daß man ihnen schon nach wenigen Monaten die Betreibung des Handels im Lande wieder gestattete. Wie Uberall ist auoh in Brandenburg die Geschichte der Juden reich an dramatischen Momenten. Der Verfasser, dem lediglich die streng wissenschaftliche Feststellung am Herzen liegt weiß dennoch auch diese Teile fesselnd zu gestalten und so im Ganzen ein urgemein anschauliches Bild dieses Stuckes unserer jüdischen Geschichte zu zeichnen. In einem zweiten Teile fügt er eine Übersicht Uber die Wohnstätten der Juden in den mittelalterlichen Städten hinzu und ergänzt so die geschichtliche Arbeit nach der kulturellen Seite hin. Es werden die Nachrichten Uber Judenstraßen, Judenhöfe, Synagogen, Judenkiever (Judenfriedhöfe) nach den Ortschaften untersucht und die daraus zu ziehenden allgemeinen Ergebnisse verzeichnet. Die Tiefe und der Umfang der Arbeit haben den Verfasser in vielen Einzelheiten zu neuen Resultaten gefuhrt. Zudem hat eine eo weit ausholende Behandlung bisher gefehlt Um so dankbarer ist sie zu begrüßen. C. Korregpondenablatt über Auswanderung»- und Siedlungswesen. Herausgegeben vom Hilfsverein der Deutschen Juden. Redigiert von Dr. Hark Wisohnitzer und Arthur Goldsohmidt Februar 1933. Neben seinem Bericht Uber das Jahr 1932, den wir auszugsweise schon veröffentlicht haben, läßt der Hilfsverein der Deutschen Juden soeben auch sein „Korrespondenzblatt" Uber Auswanderung»- und Siedlungswesen erscheinen, das Uber das Emigrantenhilnvwerk des Hilfsvereins in Deutschland und die Zusammenarbeit mit Emigrationsgesellschaften der ganzen Welt insbesondere mit der Vereinigung Hicem (Hias-Ioa-Emigdirect) und den ihr angeschlossenen Gesell- »ehaften berichtet, ferner Uber Konferenzen mit jüdischen und interpnfessionellen Organisationen, die der Fürsorge der Wanderer 'ftnen. Es werden Angaben bezüglich einer großen Anzahl kontinen- 'er und Überseeischer Länder gemacht und zwar Uber den Stand der völkerung, wirtschaftliche Verhältnisse, Erwerbsmöglichkeiten, dio t*chrankungen der Arbeitsaufnahme und die wichtigsten Einwände -ugsbestimmungen, die von den Regierungen dieser Länder erlassen orden sind. Es wird reichhaltiges statistisches Material über die »swanderungs- und Einwanderungsbewegung geboten. Das Korre Pondenzblatt bringt außerdem Mitteilungen Uber das Siedlungsweson Reichsbund jüdischer Frontsoldaten Ortsgruppe Leipzig Monatsversammlung am Montag, den 3. April 1033, um 20 Uhr Im Jüdischen Jugendheim, Elsterstraße 7 für Mitglieder und sonstige jüdische Frontsoldaten Tagesordnung: Bericht und Aussprache über die gegenwärtige Lage der deutschen Juden. Jüdische Frontsoldaten hinein in den R. j. F. Anmeldungen von Mitgliedern und Förderern erbeten an: Harry Hirsch, Leipzig N 22, Wilhelmshavener Straße 8a. in verschiedenen Ländern. Es wird u. a. ein Überblick Uber die Kolonisationsarbeit der Jewish Colonization Association in Europa und überseeischen Staaten gegeben. Vereinsnachrichten. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Leipzig. Monatsversammlung am Montag, den 3. April, 20 Uhr, im jüdischen Jugendheim, Elsterstr. 7, fUr Mitglieder und sonstige jüdische Frontsoldaten. Tagesordnung: Bericht und Aussprache Uber die gegenwärtige Lago der deutschen Juden. — Judische Frontsoldaten, hinein in den R.j.F.I Geschichtskursus, veranstaltet vom Jüdischen Frauenbund, Ortsgruppe Loipzig; Schwesternbund der Leipzig-Loge; Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina. 4. Vortragsfolge: Montag, den 3. April, vorm. 11 Uhr pünktlich, im Gemeindeamt Löhrstr. 1011. Referate: Frau Liesa Poscr: „Babylon"; Frau Safran: „Karäer"; Frau Freier: „Islam". Jüdischer Arbeiter-Turn- und Sportverein. Tischtennisabteilung. Die Spielstärke unserer Abteilung hat ganz bedeutend zugenommen. So konnten wir bei einem Klubzweikampf gegen den Bezirksmeister Eiche mit 5 :1 Sieger bleiben. Aber auch die anderen 2 Männermannschaften und die Frauenmannschaft konnten gegen Eiche mit 12:12 ein für uns sehr beachtliches Ergebnis herausholen. Dieses zeigt uns aber auch ganz deutlich, daß wir auf die Hebung der Spielstärke unserer Frauenmannschaft bedacht sein müssen. Die Rückspiele gegon Eiche finden am Dienstag, dem 4. April, bei uns im Heim statt Es kämpfen 3 Männer- und eine Frauenmannschaft. Beginn 19 Uhr. Treffen aller Spieler 18.45 Uhr im Heim. — Fußballabteilung, rtie Spiel« für Sonntag, den 2. April, werden im Heim bekannt gegeben. Am vergangenen Sonntag waren unsere 3 Mannschatten siegreich. Im Serienspiel gegen Knautkleeberg gewann die 1. 7:4. Das Resultat entspricht bei weitem nicht der tatsächlichen Überlegenheit unserer Spieler und war zum Teil der hüglige Platz schuld, der ein Feldspiel nicht zuließ. — Die 2. Mannschaft fertigte Gohlis mit 4:1 ab. Zieht man in Betracht, daß der Gegner Favorit der Abteilung ist dann hat die 2. von allen Mannschaften am besten abgeschnitten. — Die 3. gewann gegen Liebertwolkwitz 6:4. Nur durch vorbildliches kameradschaftliches Zusammenspiel war dieses Ergebnis möglich. — Alle Fußballspieler kommen am Montag zur Mannschaftssitzung. Herausgegeben vom VortUnd der israelitischen Rellglonsgemeinde zu Leipzig. Schriftieitang: Oemetnderabbiner Onttav Cohn, Leipzig Ci, LöhrttraBe 10,111. Anzeigen: Verlag Elia Oolddeund, Leipzig O 5, CichoriusstraBe 2a. Druck: Oebr. Gerhardt, Leipzig S 3, Bayrische Straße 63. Anzeigen-Vertretung In Berlin: M. Badasch, Neukölln, Sand er« tr. 24, Tel. F. 2. 1925. Wichtige Mitteilung. Verschiedene Einzelhandelsgeschäfte, besonders solche, die auch noch an Schabbos & Jontow schließen, sind ihrer Art nach fast ausschließlich auf jüdische Kundschaft angewiesen. — Zu diesen gehört die Buchhandlung M. W. Kaufmann, Brühl 8, Tel. 23009, die bekanntlich neben jüdischer Literatur und Ritualien auch allgemeine Literatur (schöngeistige und wissenschaftliche) in großer und reichhaltiger Auswahl unterhält nicht Vorrätiges rasch, oft innerhalb weniger Stunden, besorgt und gern frei Haus liefert. Zur heutigen, besonders schweren Zeit ist es — abgesehen, daß es im Interesse jedes einzelnen Lesers des Gemeindeblattes selbst liegt, — Pflicht, eine judische leistungsfähige Firma wie die erwähnte zu bevorzugen und seinen gesamten Bücherbedarf daselbst zu decken. Junges, gebild. Mädchen mit _J_ . 5f"Ä-L a -L Reifepr u HandehMchulb sucht T ^^mSSL * Stellung als Kontorietin für crr*ctog*n halbe oder ganze Tage bei behc<hwenlge^xMlnerv«lrrifacheid. OehEapr Offerte:, fe-ß^R&tfi1* UUt L13 bei M.W. Kaufmann. Allein echt: ka.la-Salomon-Apotheke BajBaaajnajnaajjjjjjjjjjjnajanananananBSB OrlmaaaischeStr. 17(Nlhe Nikolalstr.)

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