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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1933-03-17 · 11 (17.3.1933) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
9 (1933)
Issue
11 (17.3.1933)
Date
1933-03-17
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seile 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 17. Mär» 1983 Kunstdenkmäler verdank! Kudolf Hallo schon eine ganze Reihe bedeutsamer Krkcnntnisso: ihm stand neben dem unermüdlichen Eifer und der Tiefe und Weite des Wissens eine bewundernswerte Befähigung zur Verbindung der Einzelheiten zur Seite, eine Kraft zur Aufrindung von Zusammenhängen, wie dies besonders bei einer noch in Anfängen stehenden Wissenschaft so unbedingt notwendig ist. So schmerzt uns der schwere Verlust ganz besonders tief, da wir diese wertvolle Arbeit als seine letzte ansehen müssen. In ihm sind alle die Vorzüge seiner Arbeitsweise vereinigt. In einer rühmlichen Präzisität gibt das Buch Übersichten und Beschreibungen der in Synagoge und Haus, für Sabbat h und Festtage bestimmten Geräte, wie sie in Hossen und Nassau gefunden werden, und reiht sie in die in anderen Gebieten begegnenden Beispiele zum Vergleiche ein. Eine große Zahl von ausgezeichneten Bildern ermöglicht ein eingehendes Studium der reichhaltigen Formen, in denen diese religiöse Kunst der Juden gestaltet wurde. Mit besonderem Interesse verzeichnen wir ein Mohel-Messer mit einer abschließenden Krone, in die en miniaturc die Figur eines Mannes eingesetzt ist; einen Gewürzturm, der auf einem Umgang vier Arkebusierfigurcn zeigt; ein Thoraschild mit einer getriebenen Darstellung des Isaakopfers, Beispiele unter sehr vielen anderen für die Tatsache, daß die Ablehnung der Darstellung menschlicher Figuren auf jüdischem Kultgorät keineswegs so unbedingt geherrscht hat, wie dies fast allgemein heute noch angenommen wird. Solehe und viele weitere Untersuchungen werden in dem vorliegenden, hervorragend ausgestatteten, mit einer unübertrefflichen Sorgfalt gearbeiteten Buche eino unschätzbare Stütze haben. Dem in die Ewigkeit gegangenen Forscher setzt das Werk, in Gemeinschaft mit all den anderen, die er uns geschenkt hat, ein dauerndos Denkmal. G. C. S. Sihachnowitz. Zwischen Ruinen und Aufbau in Erez Israel. Eindrücke einer Erez-Israel-Reise mit der Palästina-Zentrale der Agudas Jisrocl. 1932. (Herausgegeben von der Palästina-Zentrale der Agudas-Jisroel Frankfurt a. M.). Durch eine stattliche Reihe vielgelesener Bücher, in denen das jüdische Leben der Vergangenheit und Gegenwart plastische Darstellung findet, hat sich der Verfasser, vor allem in gesetzestreuen Kreisen, eine treue Lesergemeinde geschaffen, die ihn erst jüngst anläßlich seies Schriftstellerjubiläums herzlich gefeiert hat. Seine Kraft zu sehen und zu zeichnen bewährt er aufs beste in diesem Reisebericht Uber das alte und doch so neue Land Israel. Seine Darstellung beweist, daß man immer wiedor mit anderem Auge das uralte l>and zu sehen vermag. Das uralte Land ebenso wie das in neuem Werden begriffene. Sch. reist mit der Bibel in der Hand bezw. im Geiste. Er sieht Überall die Spuren alter Begebenheiten und Persönlichkeiten und weiß sie in Beziehung zu dem heutigen Leben zu setzen. Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen ihm zu Voraussetzungen für die Zukunft. Es sollte eigentlich keiner nach Palästina reisen, der den mit tausend heiligen Erinnerungen getränkten Boden mit anderen Empfindungen durchschreitet. Das schlichte und doch so lebendige und anregende Büchlein gibt schätzenswerte Einblicke für eine -olche Betrachtungsweise. C..n. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums 1933. Heft 1/2. Gibt es im Judentum eine Theologie, d. h., wie im Christentum, eine als bestimmt umgrenzte, auf eigenartiger Grundlage ruhende Weltanschauung? Viele I>eser erinnern sich bei dieser Frage der überaus anregenden Diskussion über das Problem, ob das Judentum Dogmen hat, — die vor mehreren Jahren in der „Monatsschrift" stattfand. An diese Diskussion knüpft nunmehr ein Artikel des Berliner Rabbiners Dr. Max Wiener im Februarheft der gleichen Zeitschrift an, der die Frage von neuen Gesichtspunkten aus behandelt und insbesondere erwägt, wie weit das Judentum der „dialektischen Theologie" zustimmen kann, die neuerdings im Protestantismus mehr und mehr an Boden gewinnt. Er zeigt, daß auch das Judentum der Paradoxle des religiösen Grunderlebnisses gerecht werden und zu »silier Grundlage das Vertrauen zur Bibel haben muß, das freilich nur Gläubigkeit, nicht unbedingt „Hcehlgläubigkcit" bedeutet. Im gleichen Heft setzt sich Michael Guttmann, der bekannte Verfasser des Bnehoa Uber du Judentum und seine Umwelt, mit Klausners .Jesusbuch auseinander und sucht zu zeigen, daß K. stärker, als man von Ihm als bewußten Juden erwarten dürfte, von den Voraus letsangen seiner protestantischen Vorgänger abhängig ist. Wie jedes Heft der MGWJ, so enthält auch dieses zahlreiche Besprechungen, die den Gelehrten und den Laien über Neuerscheinungen sachkundig und kritisch orientieren. (Man abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des JudentUIBI in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von RM. 10,— an die Gesellschaft (Postscheckkonto Berlin 703O| oder an einen der Vertrauensmänner sendet, welche in jedem Heft der Monatsschrift auffiilirt sind.) Eine neue jüdische Bibelübersetzung. Seit vielen Jahren arbeitet eine Kommission jüdiseher Gelehrter an einer neuen volkstumlichen Bibelübersetzung. Das Übersetzungswerk wird von zahlreichen Kulturorganisationen, vor allem von der Jüdischen Gemeinde Berlin, gefördert. Binnen kurzen werden die ersten Proben gedruckt vorliegen. In der Reihe der „Montag-Vorlesungen" der Hochschule für die Wissenschaft des Judcutums erläuterte der Vorsitzende des Dozentenkollegiums der Hochschule und Redakteur des Ubersetzungswerkes, l'r. Harry Torczyner, vor einem großen Auditorium, in dem sich zahlreiche jüdische Wissenschaftler befanden, die wissenschaftliche i Grundlage der Übersetzungsarbeit: Einleitend rechtfertigte er das Bedürfnis weiter jüdischer Kreise nach einer dem neuesten Stande der Wissenschaft und der deutschen Sprache entsprechenden neuen Über- -etzungswerke. Die früheren Übersetzungen, von denen Dr. Torczyner die Zunz'sche als die lebendigste bezeichnet, dienten nur der wortgetreuen Textübertragung, wurden aber vielfach den dichterischen Schönheiten der Bibel und den Stilerfordernissen der deutschen Sprache nicht \ollauf gerocht. Die christlichen Ubersetzungen waren wegen ihrer Tendenz für Juden unbrauchbar, zumal auch sie stilistisch nicht hervorragten. Nach dein Kriege ging eine wissenschaftliche Kommission, bestehend aus vierzehn jüdischen Gelehrten aller religiösen und wissenschaftlichen Richtungen (u. a. Dr. Elias Auerbach-Haifa, Prof. Dr. Pick, Rabbiner Dr. Jakob-Dortmund, Dr. Torczyner, Rabbiner Dr. Dienemann-Offenbach, Rabbiner Dr. Cäsar Seliginann, Rabbiner Dr. Salzberger-Franfurt, Rabbiner Dr. Emil Levy, Rabbiner Dr. Emil Bernhardt-Cohn, Rabbiner Dr. Schreiber-Potsdam, Rabbiner Dr. Gans) an die gemeinsame Arbeit. Festgelegt wurden nur zwei Grundsätze: Die Treue zum überlieferten Text und die traditionelle Übersetzung des Gottesnamens. Im übrigen sind die Übersetzer frei. Dio tiefgreifenden Unterschiede in der wissenschaftlichen Auffassung und andere Unterschiede in den einzclnon Arbeiten machten sich als störend bomorkbar: so übersetzten einige alles in dichterischer, andere alles in Prosaform, gleichartige Partien wurden nach entgegengesetzten Grundsätzen bearbeitet. Zur Wahrung der Einheitlichkeit wurde daher der Vortragende zum Redaktor berufen. Dr. Torczyner legte alsdann seine Einstellung zur hebräischen Sprache, zur Bibel und zu methodischen Fragen dar. Soll eino Ubersetzung volkstümlich werden, so muß sie bei jedem Bibelwort und bei jedem Bibelsatz ganz von neuom beginnen und sich jeden Begriff neu erarbeiten, wie dies Franz Rosenzwoig und Martin Ruber in ihrer Arbeit vorbildlich getan haben. Im Übrigen aber weist diese Übersetzung nach Meinung des Rodners zahlreiche grundsätzliche Fehler auf, vor allem die Uberbetonung des Wertes der Etymologie. Dr. Torczyner belegt dies an einzelnen Beispielen. Er hält auch die reine Wiedergabe des hebräischen Sprachrhythmus im Deutschen für unmöglich und glaubt, daß die Übersetzung der erzählenden und anderen Prosateile der Bibel sich scharf abheben müssen von der Verdeutschung der Dichtungen, die er selbst in den Psalmen und Propheten als Einlagen ansieht. Das Ubersetzungswerk ist jetzt beendet und die Schlußredaktion schon soweit gediehen, daß die* orstc Probe binnen wenigen Wochen gedruckt vorliegen wird. Unsere Jugend. Generalversammlung der Agudas Jisrocl Jugcnagruppe Leipzig. Am 4. Februar hielt dio Agudas Jisroel Jugendgruppe ihre diesjährige Generalversammlung in ihren Räumen Färbcrstr. G ab. Der Tätigkeitsbericht befnßto sich eingehend mit der vom Vorstand im vorigen Für die Feiertage empfehle Selterwasser Windsheimer Tafelwasser Sauerbrunnen sowie alle bekannten Heil- und Tafelwasser Grenzquell Pilsner in Flaschen Lieferung frei Haus ab 25 Flaschen auch sortiert Billigste Preise Hermann Opitz Nachf., Inh. Herbert Hirsch Leipzig O 5 Obere Münsterstraße 11 / Telephon 61518 Mineral wasserfabrik, Biergroßhandlung, Spirituosen.Weine Generalvertretung der Bergbrauerei H. GOnnel, Wernoegrün Sender der ganzen Welt alle sauber getrennt — in vollendeter Klangschönheit bringt der Schaub-Superriet mit Kurzwellenbereich von 16—70 m und Wellenbereich 200-2000m.7Kreise- SBandf llter- Gerluschblende (crack killer).Veratlrk. auch der Kurzwellen Ober alle Röhren. Von RM. 189,— o. Röhren an. Europa- Serie(4 Röhren - 3Kreise)von RM. 146, - o. Röhren an. Verl. Sie Werbeblatt. G. L. cm au i |\G. Schaub Apnntimm. mw Charlottenburg 51 | Vorführung u. Verkauf, Bektro-Moosdorf, Helchsttr. 39 [Ourchfl.il

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