Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 11 (17.3.1933)
- Date
- 1933-03-17
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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17. März 19»:i GEME1NDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 CT KEMPINSKI Gaststätten Bewirtschaftung: >^ ■ ' ■ kT ■ ■ .*# I BERLIN RESTAURANT:d,e heTrÄe Kempinshi-Küche Im neueröffneten ■IN VERSUCH — und Sie sind unier Stammgast. Kemplnskl - Weine In vorsugllcher Olli« 1/1 Flasche ab 1.7S CASINO: Nachmittag und Abend: Sensation«-Programm! KAFFEE: Kapelle Senz-Wiemer ■■mbbbhmmhi RUDI BACH konferiert ■bbhhmbss Ein interessanter Fund. Bei oinem Erdrutsch an der Grenze der (lemcinden Candesti und Gemcnea (Departement Dambovitza, mittlere Walachei) wurde in einer Tiefe von 20 Metern eine ßronzemünze freigelegt, die auf der Vorderseite einen Moseskopf mit der hebrä- I sehen Inschrift „Mosche", auf der Rückseite den hebräischen Wortlaut dos Gebotes „Du sollst keine fremden Götter haben neben mir" trägt. Die MUnze mißt 35 mm im Durchmesser und erreicht an den höchsten Stollen des Reliefs eine Stärke von 8 mm. Wie ein Bukaroster Gelehrter festgestellt hat, handelt es sich um einen Fund von hohem Seltenheitswert. Es ist außer der eben gefundenen MUnze nur noch ein zweites völlig gleiches Exemplar bekannt, das vom verstorbenen Gründer dor Jerusalemer Kunstgewerbeschule „Bezalel", Professor Boris Schatz soinerzeit in Bulgarien entdeckt und dem Bezalel-Museum einverleibt wurde. Die MUnze gehört zu jener Kategorio von BildmUnzen, die im Mittelalter und in der Zeit des Humanismus zu magisch-kabbalistischen Zwecken hergestellt wurden. 100. Todestag des Dichters Michael Beer. Am 22. März 1833 schied Michael Beer, der Bruder des Komponisten Giacomo Meyerbecr und dm Astronomen Wilhelm Beer, freiwillig aus dem Leben, da er die Zurücksetzung, die er seitens der Münchener Hofgesellschaft erfuhr, nicht ortragen konnte. Er war 18(10 in Berlin, als Sohn des Bankiers .lacob Herz Bcor geboren. Schon als Knabo begeisterte er sich fürs Theater und schrieb, noch nicht 18 jährig, das Schauspiel „Klytemnästra", das 1819 am Berliner Hoftheater aufgeführt wurde. Er betrieb in Borlin und Bonn philologische und historische Studien und wurde durch Verkehr mit Gelehrten und Künstlern zur Entfaltung dichterischer Tätigkeit angeregt. Einem weniger wertvollen Trauerspiel ..Die Bräute von Aragonien", das er in Italien dichtete, folgte 1823 dor Einakter „Paria", der von Heine begeistert gelobt wurde, und dem auch Goethe Interesse zuwandte: das Werk wurde auf seine Veranlassung von Eckermann in „Kunst und Altertum" besprochen. Es li.it die Tragik der Unterdrückten und Ausgestoßenen zum Gegenstande und sollte wohl auch das Leiden des Juden gestalten. Die Darstellung wird durch die Verlegung in weite Ferne gleichsam verklärt. Heers äußere Verhältnisse ermöglichten es ihm, ganz seinen Neigungen zu leben; er besuchte außer Italien auch Frankreich und nahm dann abwechselnd seinen Aufenthalt in München. Bonn, Düsseldorf und Paria: nur zuweilen und auf kurze Zeit kehrte er in seine Vaterstadt zurück. 1826 zeichnete ihn der König Ludwig I. von Bayern aus. Er verlebte dann das folgende Jahr 1827 großenteils in München und schrieb dort seine Tragödie „Struensee", zu der sein Bruder Jakob eine vorzügliche Musik schrieb. Das StUck steht in der Mitte zwischen den .lambcntrauerspielen der 20er Jahre und den späteren charakteristischrealistischen dramatischen Anläufen; es weist einzelne große Momente und Züge auf, die ihm, trotz dramatischer Mängel einen hohen Rang einräumen. Das Werk kam 1828 in München zur Aufführung. In der Folgezeit lebte Beer meist auf Reisen. Wiederholt traf er mit Heinrich Meine zusammen, der gerne seinen Spott an ihm ausließ, obwohl er sein „Paria" sehr gelobt hatte. Scino Werko und sein Briefwechsel mit Immermann wurden durch den Minister Ludwigs von Bayern Eduard v. Schenk herausgegeben. Sein Grab wird durch ein kostbares Kenotaphium geziert, auf dem Plaketten die Hauptwerke des jung Verschiedenen nennen, und zur Charakteristik des Dichtors folgender Vers verzeichnet ist: Heilige Liebe zum Schönen verklärte das Leben des Dichters, Welcher das Gute vollzog, das er im Liedc besang. Unsere Gemeinde. Moaus Chitin. Auch in diesem Jahre wendet sich der Moaus Chitin-Ausschuß an unsere Gemcindemitgliedor mit der herzlichen Bitte, durch Gewährung von Spenden dazu beizutragen, die Bedürftigen unserer Gemeinde in die Lage zu vorsetzen, die Pessachtage in Übereinstimmung mit den alten U b o r 1 i e f e r t o n Vorschriften zu begehen. Ganz besonders groß ist die Zahl der UnterstUtzungs-BedUrftigcn in diesem Jahre. Da die Israelitische Religionsgemeindo infolge ihrer eigenen schwierigen Lage nur in ganz bescheidenem Umfange helfen kann, sind wir auf freiwillige Zuwendungen angewiesen. Spenden bitten wir an: Herrn I. Felsenstein (Postscheckkonto 550 77) oder Herren I. B. Sachs & Co. (Postscheckkonto 55127) zu Ubcrwoisen oder an einen der Unterzeichneten abzuführen. Gesuche sind bis zum 25. März d. J. an die Herren I. B. Sachs, Humboldstraße 23 oder M. Tager, Löhrstraßo 13 zu richten. Leipzig, im März 1933. Das Rabbinat: Der Vorstand: Rabb. Dr. Carlebach, Rabb. Cohn, I. B. Sachs, L Felscnstcin, Meer Rabb. Fcidmann, Rabb. Dr. Gold- Tagcr, E. Kestenbaum, Moses mann, Rabb. Rogosnitzky. Jassenowsky, Dr. G. Nobel, G. Nathanscn. Gemeinsame Seder-Feiern zum diesjährigen Pcssach-Feste. Von jungen Leuten, die keine Möglichkeit haben, an einer Seder-Feier teilzunehmen, insbesondere von solchen, die sich hier ohne Familienangehörige aufhalten, ist wiederholt der Wunsch geäußert worden, gemeinsame Seder-Abende in würdiger Form gegen mäßiges Entgelt zu veranstalten. Der Vorstand der israelitischen Religionsgcmcinde beabsichtigt, dem Rechnung zu tragen und in diesem Jahre gemeinsame Seder-Feiern an den Abenden des 10. und 11. April einzurichten, für die ein Unkostenbeitrag von RM. 0,75 je Person und Abend zu entrichten ist. Um den Familien-Charakter der Feiern zu wahren, sollen für die einzelne Veranstaltung nur etwa 30 Teilnehmer vereinigt werden. ^asflufiErosnJöljnKdjB ^QlliEiilhrerJlBiiiungiiE befonr] ers apartBrjJHüfter unfpn ' V ' Fresko-Streifen und ✓ o Schotten ESttSÜ OcJi ...........mr. 9» 7» \*S N«r<* Wollseiden - Schotten a In Dlajonal uixiKopetDlrrduna mltvistra. 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