Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 10 (10.3.1933)
- Date
- 1933-03-10
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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10. März 1933 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Soitc 5 I DIE DIREKTE REISEROUTE NACH PALASTINA In u r mit den 6500 To. großen Schnalldampfern „ITALIA" und „C ARN ARO" Für die Abfahrten ab Trlest am 15. Februar, 1., 15. und 29 März Ozeandampfer »MOrttlS WSShingtOFl" (8400 To.) an Stelle des Dampfers „ C a r n a r o " In den Dienst gestellt. — Die Passage - Preise sind dieselben wie auf dem Dampfer ., Carnaro" Martha Washington" verfügt über viele 2 bettige Kabinen In der III. Klasse. Alle Kabinen erster Klasse sind mit Bad. via Trlest-Brindisi durch dan Kanal von Korlnth ohne Schiffswechsel Fahrpraisa ab Trieat nach Jaffa o. Haifa I. Klaaaa RM. 408.- II. Klaaaa RM. 306. III. Klaaaa RM. 122.40 Inkl. Bett und VarpfUgung, auf Wunsch rltuollfBtMatlgung Abfahrten von Triest wöchentlich Mittwoch, 13 Uhr Ankunft In Jaffa: Am folgenden Montag 6 Uhr vorm. Ralaadauar Barlir. - Jerusalem: 6 Tage Nähere Einzelheiten, Platzbelegungen usw. durch die General-Agentur das LLOYD TRIESTINO JBerlin NW 7, Unter den Linden 47 Talafon: Sammelnummer A 1 Jäger 0415 Talagramm Adraaaa: Triaatino Barlin sowie alle bedeutenden Reisebüros Dio jüdische Rcligionsphilosophio dos Mittelalters und der Neugeil hat in der allgemeinen Geschichte der Philosophio die ihrer Bedeutung entsprechende Würdigung nocli nicht gefunden. Das vorllegeaoa Buch will ihr diese Würdigung verschaffen, indem et die Leistung der jüdischen Donker in den Zusammenhang der philosophischen Gesamtentwicklung hineinstellt. Die jüdische Rcligionsphiiosophie ruht im Mittelalter nuf den großon Systemen dor griechischen Philosophio und ihrer Wcitorbil düng im islamischen Denken, in der Neuzeit vor allem auf der Arbeit dor deutschen Philosophie. Aber indem sie mit Hilfo des übernommenen Gedankengutes den Gehalt jüdischer Religion zu verstehen unil zu begründen sucht, kommt es zu tiefgründigen Auseinandersetzungen zwischen diesen beiden geistigen Mächton, aus denen eine Fülle eigenartiger und bedeutender Gotlankenbildungcn erwächst Diesen Prozeß mit seinen mannigfachen Erscheinungsformen zu verfolgen, ist dio wesentliche Aufgabe des Buches. Es gibt ein anschauliches Bild einer reichen und lebendigen Entwicklung, doren Ergebnisse Philosophie- und religionsgeschichtlich von hohem Interesse sind. Die Darstellung Guttmanns ist mustergültig: sie stellt die gro kn Linien klar heraus, gibt eingehende Analysen der wichtigsten philosophischen Systemo und ist dabei immer leichtverständlich und anregend. Unsere Jugend. Hanhalath Habonim, noar chaluzi. In Berlin fanden die Bundesratssitzungen der beiden zionistisch-sozialistischen Jugendorganisationen Brith Ilaolim und Kadimah statt. Auf dieser Tagung wurde die Vereinigung beider Bünde beschlossen, die den Namen „Habonim, noar rhaluzi" führen sollen. Das jüdische Leben der Gegenwart ist in politischer, gesellschaftlicher, organisatorischer Hinsicht von Differenzicrunge- und Spalttings-Tendenzen beherrscht. Umso erfreulicher ist es, daß diese Fusion einen Akt der Vereinheitlichung, dos Zusammenschlusses in der jüdischen Jugend darstellt. — Der Brith Hnolim ist selber Ergebnis di r Vereinigung zweier Gruppen gewesen, von denen die eine als sozialistische Opposition aus dem Blau-Weiß kam (dem großen zionistischen Bund der Nachkriegszeit), die andere als neutraler jüdischer Jugendverein begonnon hatte und sich nun zu einer zionistisch-sozialistischen Organisation entwickelte. Auch der Kadimah ist aus dem Illau-Woiß hervorgegangen. Auch er hatte in den ersten Jahren seiner Exiftonz lediglich „positiv jüdisch" sein wollen, bekannte sich später zu einer eindeutig zionistischen Erziehung und erklärte sich auf seinem letzten Bundestag zum zionistisch-sozialistischen Bund. — Damit stand dem Zusammenschluß von Kadimah und Brith Haolim nichts mehr im Wege. „Habonim", der vereinigte Bund, verfügt heute schon über 3000 Menschen in 40 Ortsbünden des Reiches und ist damit die größte jüdische Jugendorganisati o n in Deutschland über haupt. Darüber hinaus hat er zweifellos, große Möglichkeiten der Gewinnung weiterer Kreise. — Dos ideologische Gesicht des neuen Bundes ist eindeutig bestimmt. Für die Jugend ist, wie es in der Plattform des» neuen Bundes heißt, „Chaluziuth" der konsequente Weg zur Verwirklichung des sozialistischen Zionismus". „Des sozialistischen Zionismus" . . . —, denn der Hund hat erkannt, daß er innerhalb der zionistischen Bewegung zur Arbeiterschaft gehört, die — wie Uberall in der Welt so auch im jüdischen Leben, so auch in Palästina — für soziale Befreiung kämpft. Er bekennt sich zum Kampf gegen jede Form der Ausbeutung, zum Kampf für dio freie sozialistische Gesellschaft. Er ist sich zugleich aber dessen bewußt, daß seine sozialistische Aufgabe in der jüdischen Gesellschaft liegt, wenn er sich mit der kämpfenden Arbeiterbewegung überall in der Welt aucli solidarisch verbunden fühlt. Mit dieser Parole der nationalen und sozialen Befreiung der jüdischen Volksmasscn durch dio Chaluziuth, durch opferbereite Aufbauarbeit in Ercz Israel, durch Selbstvcrwirklichung tritt „Habonim" vor dio judische Jugend in Deutschland. Nocli stehen ihm weite Kreise der indischen Jugend in Deutschland fremd gegenüber. Sie alle für ein ideal des sozialistischen Zionismus, der Chaluziuth zu gewinnen, hat er sich als Ziel gesetzt. Vereinsnachrichten. Purim Veranstaltung der Agudas-Jisroel-Jugendgruppe. Mclizer in Leipzig. Auf vielfachen Wunsch sind uueh in diesem Jahre die Sühne dos „Alter Mclizer" zur Purim-Veranstaltung unserer Jugendgruppe in Leipzig. Bei ihrem vorjährigen Auftreten war der große Saal Überfüllt; es ist daher anzunehmen, daß auch diesmal der Andrang groß sein wird, zumal Mclizcrs mit einem vollständig neuen Programm auftreten. Die Veranstaltung findet in der großen Aula der Höheren Israelitischen Schule, Gustav-Adolf-Straßc 7, am Samstagsabend, gerade am Purim statt, und sollte es niemand sich nehmen lassen, daran teilzunehmen. Da die Feier um 24 Uhr beendet sein muß, Boll ganz pünktlich um 20.30 Uhr begonnen werden. Um Eintrittskarten und gute Saal platze zu erhalten, ist dem Leipziger Publikum zu raten, ganz frühzeitig zu erscheinen. FUr ein gutes Beiprogramm, Musik, Zelte und Tombola ist gesorgt. Der Reinertrag fließt dem Schulwcrk in Erez Jisroel und dem Kcren Hatorah zu. Agudas Jisroel Jugendgruppe. Wir machen dio Teilnehmer an unserem Purimabond darauf aufmerksam, daß wir am Purim, Sonntag früh 9 Uhr, Minjan mit Megillah-Vorlesung in unserem Heim, Färberstraße 6, abhalten. JUd. Arbeitergemeinschaft Ranstädter Steinweg 8/10 (Goldene Laute). Sonnabend, den 11. März findet ein öffentlicher Abend über den Schriftsteller [. L. Perez statt. Montag, den 13. März, Portsetzung des deutschon Unterrichts für Anfänger und Fortgeschrittene. Mittwoch, den 15. März, Schachabend. Freitag, den H. März, gemütliches Beisammensein. Unsor Lokal ist täglich ab 20 Uhr geöffnet Ping-Pong-Club „Schwarz-Weiß". Da das Jugendheim diese Woche ab 8 Uhr geschlossen war, mußte das Training ausfallen. Wir spielen dafür am Sonntag, den 12. März 1933, vormittags lilit Uhr bis Yt\ Uhr und hoffen auf rege Beteiligung. Jüdischer Arbeiter-Turn- und Sportverein. Fußballspiele am Sonntag, den 12. März 1933: Jüdat I gegen Zöbigker I, 15 Uhr. Treffpunkt wird im Heim bekanntgegeben. Jüdat II gegen Schkeuditz, 16 Uhr. Treffen 15.30 Uhr auf den Bauernwiesen. Die dritte Mannschaft spielt am 19. März 1933 zum ersten Mal. Genossen, die in der vierten Mannschaft spielen wollen, sollen sich im Heim melden. — Trainingszeiten: Montag, Frauenturnen in der Schule Lessingstraße. Beginn 19.30 Uhr. Mittwoch. Männerturnen in der Frauenschule, Lessingstraße. Donnerstag, Schwimmen im Stadtbad. Kassonsehhtß 21 Uhr. Jüdischer Jugendbund ..Franz Hosenzweig". Da unser Heimabend am vergangenen Mittwocli ausgefallen ist. treffen wir uns kommenden Sonntag, den 12. März 1933. nachmittags 4 Uhr im Heim. Ul'lflOru iMitgiieuüi und FiuuuüY weiden uliiigeiivi CiSüciit, \ illiquid ij; /.u erseheinen. (ieschichtskursus veranstaltet vom Jüdischen Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig, Schwestembund der Leipzig-Loge, Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina. Zweite Vortragsreihe (Abendkursus): Dienstag, den 14. Mürz 1933, 20.3ti Uhr. im Gemeindeamt, Löhrstraße 10 II, Fräulein Lilly Halbcrstaiii „Die wirtschaftliche Situation der Juden hei Beginn unserer Zeitrechnung", Frau Recha Carlebach „Da,« Lehrhaus in Jabneh", Frau (irete Cerf „Die letzten Freiheitskämpfe in Palästina". Da alle Referate in sieh abgeschlossen sind, können auch Frauen, die bisher verhindert waren, in den Kursus eintreten. Gäste herzlich willkommen. Esra. Mittwoch, den 15. März 1933, 20 Uhr. s. G. w. im Saale des Jüdischen Jugendhauses, Kl.-terstrulSo 7: Lichtbilder- Vortrag. Alex Cohn, Hamburg, berichtet über den jüdischen Menschen in Eroz-Jisroel. — Gäste sind herzlich willkommen. Isr. Kindergarten, Tagesheim, e. V. Generalversammlung mit geselligem Beisammensein Mittwoch, den 15. März 1933, 16 Uhr, im C.-T. (Goldener Saal). Tagesordnung: Tätigkeitsbericht, Kassenbericht, Entlastung der Sehatzmeisterin, Vorstandswahl. Kleine Darbietungen der Kindergarten-Kinder. Ansprache von Frau Bettina Brenner. Frauenverein „Ruth". Wir machen darauf aufmerksam, daß nur Personen, die einen Ausweis vom Verein haben, berechtigt sind für diesen zu kassieren. Jüdischer Sportverein ..Bar Kochba". Tisch -Tennis- Abteilung. Am 19. Marz finden im Leipziger Kr> stall-Palast (Theatersaal) die „Mitteldeutschen M an tisch a fts- ■ e i s t a r so h a f t on " statt. Nachdem wir in diesem Jahr zum dritten Male die Leipziger Mannschaftsmeisterschaft Uberlegen ge-