Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 7 (17.2.1933)
- Date
- 1933-02-17
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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If aCftÄin in I OinVinl Donnerstag, den 23. Februar 33, abends S'h Uhr, spricht im Blauen Saal des l%C19l« III bCI||AiyS Krystall-Palastes Herr DP. lOSd KaSldn, derbekaMMtoIIistorikcr „jüdische Gegenwart — jüdisches Schicksal" und Schriftsteller, in öffffentllcfier Versammlung über das Thema Eintrittspreise: Mark 1,— für Erwachsene, Mark 0,50 für Studenten Zionistische Vereinigung Leipzig. und Jugendliche. : jüdischen Bürgerschaft wendet und so neben der inneren Arbeit auch noch nach außen hin seine Tendenz in der ihm gemäßen Form repräsentieren wird. Pässe und Personalausweise besorgen! Schon im September 1932 haben wir, auf Wunsch des Reichsverbandes ostjüdischer Organisationen in Deutschland, den ausländischen Staatsangehörigen empfohlen, ihro Paßnngclegenheiten zu ordnen und darauf hingewiesen, daß die ausländischen Konsulate Anweisung haben, alle Gesuche in weitestgehendem Maße schnellstens zu erledigen. Wiederholte Fälle lassen es angebracht erscheinen, erneut auf die Dringlichkeit der Beschaffung von Pässen bzw. Personalausweisen aufmerksam zu machen. Es ist mchrfaoh vorgekommen, daß Ausweisungen ausländischer Staatsangehöriger lediglich deswegen erfolgt sind, weil ihre Ausweispapiere nicht in Ordnung waren. Die polnische Regierung interveniert gegen Ausweisung von polnischjüdischen Familien. Die offizielle Polnische Telegraphen-Agentur (PAT) bringt dio folgende Meldung aus Leipzig: „Das polnische Konsulat in Leipzig hat hei der Regierung in Dresden zugunsten von 15 Jüdischen Familien aus Polen, denen Ausweisung droht, interveniert. Infolge des polnischen Protestes wird die Angelegenheit durch deutsche Reichsstellcn zur Erledigung kommen, so daß nunmehr die Hoffnung besteht, daß dio Ausweisungsgefahr von den 15 Familien abgewendet werden wird." (JTA.) Der Reichsbnnd jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Leipzig hatte zum Montag Abend nach dem jüdischen Jugendheim eine Versammlung einberufen, die der Aufklärung Uber die kommenden Reichstagswahlcn diente. Als Redner des Abends war der bisherige Reichstagsabgeordnete Cornelius Geliert für die S. P. D. und Rechtsanwalt Dr. Freiherr v. Stolzenberg für dio Staatspartei gewonnen worden, von denen Herr Geliert leider durch Gripperkrankung ausfiel. Vor Eingang in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende Dr. J a c o b y der unglücklichen Opfer der Neukirchener Katastrophe, sowie des von Mörderhand gefallenen Studenten Steinfeld in Breslau, zu deren Ehren sich die Versammelten von den Plätzen erhoben. Dr. v. Stolzenberg betonte zunächst, daß das Trennende zwischen der Staatspartei und der Sozialdemokratie keine Rolle im gegenwärtigen Augenblick spielt und -fielen darf, denn es ginge jetzt um den deutschen Volksstaat und darum, ob Deutschland Uberhaupt sein soll. Dann verbreitete er alch des längeren über dio seinurzeitige Umwandlung der demokratischen in die Staatspartei und die Grundsätze der Staatspartei, die ja nun i<"der, der bei den letzten Wahlen glaubte, sie nicht mehr wählen zu können, wieder wählen kann, da ja durch dio technische Listenverhindung mit der S. P. D. keine Stimme mehr verloren ginge. Zu den mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen hatte Rechtsanwalt Dr. Alfred Jaooby dann das Gcgenrefcrnt für die S. P. D. übernommen. Auch er beschäftigte sich mit den Gegensätzen zwischen beiden Parteien, und betonte ausdrücklich, daß jetzt niemand mehr in Gewissenskonflikt zu kommen brauchte. Seine Ausführungen waren get ragen von der großen Mission, die die Sozialdemokratie vor und nach dem Kriege am deutschen Vaterland erfüllt habe, ohne deren Eintreten Deutschlands Geschick längst besiegelt gewesen wäre. Auch ihm wurde lebhafter Beifall zuteil. Amtliche Bekanntmachungen. Änderung des Gemeindestatuts. In der Gemeindesitzung vom 6. Februar 1933 ist beschlossen worden, den § 38 des Gemeindestatuts fUr die israelitische Religionsgemoinde zu Leipzig in der Fassung des Nachtrages vom 26. September «932 wie folgt zu ändern: „Die Urwahl, die nach dem durch Beschluß der Gemeindesitzung vom 26. September 1932 abgeänderten Statut vorzunehmen ist, findet spätestens bis 30. November 1933 statt. Die Wahlzeit der jetzt im Amt befindlichen Gemeindekörperschaften endet mit dem Zusammentritt der Wahlversammlung (§ 11). § 12 Abs. 2 wird 8 12 Abs. 1, 8 12 Abs. 3 wird 12 Abs. 2." Das abgeänderte Gemeindestatut liegt in der Zeit vom 13. bis mit 24. Februar 1933, werktäglich von 8—4 Uhr, zur Einsichtnahme in unserem Gemeindeamt, Löhrstraße 101, aus. Leipzig, den 7. Februar 1933. Der Vontand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. .-**•,**# Änderung der Friedhofsordnung In der Gemeindesitzung vom 6. Februar 1933 ist folgender Nachtrag zur Bestattungs- und Friedhofsordnung der israelitischen Reli- Kionsgemeinde zu Leipzig vom 23. Februar 1931 beschlossen worden: Ziffer 46 erhält folgenden 2. Absatz: „Die Nutzungsberechtigten einer Grabstelle sind zum Ersatz aller Schäden verpflichtet, die der Gemeinde oder Dritten aus einer mangelhaften Instandhaltung oder nicht ordnungsgemäßen Fundamenticrung der Grabsteine entstehen." Der vorstehende Nachtrag liegt in der Zeit vom 13. bis mit 24. Februar 1933, werktäglich von 8—4 Uhr, zur Einsichtnahme in unserem Gemeindeamt, Löhrstraße 101, aus. Leipzig, den 7. Februar 1933. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Betriebe unter Aufsicht des orthodoxen Gemeinderabbinats. I. Ganzjährige Aufsicht: a) Floischeroicn: Moses Bild, Gerberstr. 56 (Fem Sprecher 114 94).. — Moses Frischer, Nordstr. 11 (Fcrnspr. 125 28). — Osias Kohn, Hofmeisterstr. 6 (Fornspr. 163 97). — Sally Löb, Ran- Städter Steinweg 7 (Fernspr. 21195). — Jacob Schußheim, Plauonsche Straße 3/5 (Fernspr. 13804). — Wilhelm Zellner, Nordstr. 13 (Fernsprecher 224 87). — Das Fleisch soll an demselben Tage, an dem es gekauft wird, koscher gemacht werden. Wer das Fleisch durch nichtjüdisches Personal bringen läßt, muß fordern, daß das Paket durch den Schomer gesiegelt wird. b) Goflügelverkauf: Die vorgenannten Fleischereien. c) Milchund Butter: J. Bartfeld, Eutritzscher Str. 5 (Fern Sprecher 235 91). — S. Ringelblum, Gerberstr. 43; Filiale Lohmühlgasse, Ecke Eberhardtstraße (Wohnung: Nordstr. 24, Erdg. r., Fernsprecher 23410). — Chaim Zipser, Nordstr. 35, Hof (Wohnung: Berliner Str. 18,1V). Die Aufsicht erstreckt sich nur auf die ausdrücklich als „koscher" gekennzeichneten Waren. Weißkäse nur bei S. Ringelblum. — Nur Butter bei E. Diamant, Nordstr. 11 (Fernsprecher 295 41). d) Backwaren: Salomon Lotrowski, Berliner Str. 13 (Fernsprecher 252 87). — Selig Scheinowitz, Nordstr. Ecke Keilstr. 9 und Gerberstr. 40 (Fernspr. 23161). — Schmeidler, Nordstr. 25 (Fern Sprecher 255 68), Filiale: Ranstädtcr Steinweg 45. — Für Schokolade besteht keine Aufsicht. e) Speisehäuser: Chmelnitzky, Reichsstr. 22. — Gottlieh, Plauenscho Str. 3/5 (Fernspr. 237 07). — Manelis, Nikolaistr. 3G (Fernsprecher 127 03). Die von den beiden letztgenannten Gastwirten ausgeführten Fest liehkeiten stehen auch außerhalb ihrer Speisehäuser unter der rituellen Aufsicht unseres orthodoxen Gemeindcrabbinata. II. Nur zu Peesach stehen unter Aufsicht: a) Kolonialwarengeschäfte: R. Berliner, Nordstr. 21. — E. Diamant, Nordstr. IL — 8. Felber, Nordstr. 41 II. — S. Jaffe, Tauchacr Straße 15. — S. Jamschon, Jakobstr. 15. — Josef Kober, Ranst. Stein weg 14. — E. Miodownik, Nordstr. 49. — S. Ringelblum, Nordstr. 24. — Ch. Schiff mann, Nordstr. 14. — A. Tomarkin, Gustav-Adolfstr. 38. — B. Wetzer, Jakobstr. 15. b) Selterswasser eigener Fabrikation und Wein in Originalabzug der Firma Hugo Bondi, Mainz bei A. Weigler, Wittenberger Str. 19, Fernspr. 58115. c) Das Großhandelslebensmittelgeschäft von J. Tempel, BlUcherstraße 11; im Einzelhandel sind dort Waren nicht erhältlich. Leipzig, den 30. Januar 1933. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Aus dem Gemeindeamt. Gottesdienste. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, den 17. Februar, Abendgebet 17.45 Uhr mit Predigt (Rabbiner Cohn); Sonnabend, den 18. Februar, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 17.40 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Cohn); Abendgebet 18.14 Uhr. Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen 8 Uhr, werktags 7.30 Uhr, Abendgottesdienst 17.45 Uhr. Gemeindesynagoge. Sabbatgotte »dienst: F roitag, 24. Februar, Abendgebet 17.45 Uhr mit Predigt (Rabbiner Dr. Goldmann); Sonnabend, 25. Februar, Morgengebet 9 Uhr, Jugendgottesdienst 15.15 Uhr mit Predigt (Rabbiner Cohn); Nachmittagsgebet 17.55 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Dr. Goldmann); Abendgebet 18.26 Uhr. — Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen 8 Uhr, werktags 7.30 Uhr, Abendgottesdienst 17.45 Uhr. BRITH H AOLIM AHA8VER |üdisdies Sdildtsal Bcenen von Zweig, Perez, Lamdam, Beer-Hoffmann, ein Chorwerk Sonntag, den lt. F.bru.r 1933, 20 Uhr 30, im von Be^son /Re^e iJsiReiss, Dessau / Am Flügel: Elijahn Rudiakow großen FesUaal des Central-Theateis. Eingang Gottschedstraße Karten cn Mk. 1,- und Mk. 0,80, Jugendliche und Erwerbslos Mk. 0,40 . n . , .... ____- VorverkaufMtellen: Bachhandlang M. W. Kaufmann, Brühl 8, Zigarrengeschaft Preiasmann, Nikolautraße und Sekretariat, Kcilstrafle 4