Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 6 (10.2.1933)
- Date
- 1933-02-10
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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10. Februar 1933 OEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 Morgen Sonnabend, den 11. Februar 1933, In allen 4 Sälen des KUnstlerhauses KOSTÜMFEST der Schachabteilung des Bar Kochba 20 Uhr 11 Minuten Mit der „Bremen" zur Weltausstellung nach Chicago Gratis-Verlosung einer Reise L Klasse mit dem Luxus Schnelldampfer „Bremen" nach Southampton und zurück im Werte von M. 260.— 3 Kapellen Zelte :: Überraschungen Damenspenden: Herrenspendcn: Riquet - Schokolade. Elida - Creme, und Vobach - Hefte Lande-Zigaretten Punkt \»9 Uhr „Gardez la dame" Kriminalburleske mit Gesang und Tanz von Salo Kunin Das stimmungsvollste Fest der Saison! Vorverkauf: Loeser * Wolf, Brühl 59, M. Preiamann, Nicolai« tr., Bernhard Schiermann, Beichsstr 48 u. bei denXomiteemitgliedorn des jüdischen Mittelstandes, tat dosson Schultern sonst zuviel sozial« Lasten angehäuft werden. Sio liogt schließlich im Interesse der breiten Schichten des jltdi- Bohen Kaufnmnns-Standes selbst, gleichgültig, ob er heute noch seinen Kredit-Bedarf bei einer Großbank noch decken darf oder nicht; denn ils Käufer und Verkäufer, Produzenten und Konsumenten sind ihre Interessen vielfach ineinander vorflochton und es ist klar, daß das Aufoinander-Angewiesensein in der nächsten Zeit sich eher verstärken als vermindern wird. Auch Deutschland benötigt also eine jüdische Wirtschafts-Politik und als Grundlage derselben jüdisclio Kreditgenossenschaf ts-Baukcn. In Bertis, Köln, Chemnitz bestehen solche Gründungen bereits und '«•Mutigen die guten Erfahrungen, die man mit diesem Institute gemacht hat. Nun wird auch in Leipzig der Versuch gemacht, eine solche Bank ins Leben zu rufen. Die Initiatoren sind sich aber darüber klar, daß im Interesso des Renommee® des jüdischen Genossenschafts-Gedankens ilio Schalter oiner solchen Bank nur dann geöffnet werden dürfen, wenn Zahl, Bonität und Qualität der Genossen einen Erfolg nach menschlichem Ermessen versprechen. Daß daneben größto Sparsamkeit im Spesen-Etat der Genossenschaftsbank von Anfang an herrschen imil». versteht sich von selbst. Dio ersten Schritte sind gemacht. Es zeigt sich, daß Interesse und Bereitschaft in den verschiedensten Schichten der jüdischen Bevölkerung Leipzigs vorhanden ist, zumal der Genossenschafts-Anteil nur M. 200.— beträgt und auch in Raten gezahlt werden kann. Vorli'Machend ist aber immer noch, durch vorangegangene Enttäuschungen bewirkt, eine abwartende Zurückhaltung. Eine solcho Gründung kann aber nur mit Hingabe und Begeisterung, die mitreißend w irken, vor sich gehen. In oiner solchen Situation können 20 einsichtsvolle und ent- M Idossene Menschen, die der Genossenschaftsbank Umsatz und Be- /•iehungen zuführen, von entscheidender Bedeutung dafür sein, oh die «U gründende Genossenschaftsbank großes Formal annimmt und sich »u einem maßgebenden Instrument jüdischer Wirtschaftshilfe entwickelt. Deshalb wenden wir uns durch diese Zeitung an Alle. Wir Ii rauchen Menschen, die genossenschaftlich denken und fühlen, um die kleinliche und egoistische Haltung derer zu Uberwinden, die nicht erkennen, daß um ihrer selbst willen heute Entschlußkraft und nicht untätiges Zuschauen notwendig ist. Vorläufige Anschrift: Herr W. Dubinor i. Fa. Kremener Sc Co.. Nikolaistr. 27/29. Unsere Gemeinde. Jüdischer (iesehichtskursus. Der vom Jüdischen Frauenbund. 1 'rtsgruppe Leipzig, vom Schwesternbund der I^eipzig-Loge und vom Verband jüdischer Frauen für Palästinaarbeit eingerichtete jüdische I ^eschiohtskursue hat eine große Zahl von interessierten Teilnehmerinnen gefunden. Auf vielfache Anfragen wegen weiterer Beteiligung -ei mitgeteilt, daß die nächste Vortragsfolge am Montag, den 13. Februar, vorm. 11 Uhr im Gemeindeamt Löhrstraße 10 II stattfindet, und zwar folgende Kursreferate: Frau Recha Carlebach; Da* Lehrhaus in •fabneh; Frl. Lilly Halberstam: Die nationalökonomische Lage der Juden bei Beginn der jetzigen Zeitrechnung; Frau Grete Cerf: Freiheitskämpfe in Palastina. Bernsoiis „Ahasver". Am 19. Februar 33 wird in Leipzig das Chorwerk Bernson's „Ahasver" aufgeführt. Dieses Chorwerk, das mit großem Erfolg in vielen deutschen Großstädten aufgeführt wurde, hat das jüdische Schicksal in der Galuth und die Wogweisung einer Lösung des Problems, zum Inhalt. Das Chorwerk wird von Mitgliedern des Leipziger Brith Haolim, unter Leitung des Regisseurs Isi Reis*. "esRaii, im großen Saal des Centrai-Theaters aufgeführt. Tcenarhmittag beim Fraucnvercin „Ruth". Strahlende Kindoraugen begleiteten zum Teenachniitlag des Fraucnvercin ..Ruth" am 24. Januar die Aufführungen der Kinder und Kindergruppen, die mit viel Anmut und Grazie von den kleinen Künstlern und Künstlerinnen gezeigt wurden. Starker Beifall wurde Frau Murianne Rott er und Krau Jutta Baumholz gezollt, dio ihre wohlgeschulten Stimmen In verschiedenen Spruchen erklingen ließen. Abgerundet wurde das Fest durch die Lichtbildvorl'iihrungen und flotten Weisen der Stimimnigskapelle. Neben diesen Darbietungen boten dank der aufopfernden Mühe der beteiligten Damen eine reich gefüllte Tombola und lukullische Genüsse einem Jeden dio Möglichkeit, sich in den Dienst der guten Sache zu stellen. Es hat sich erneut erwiesen, daß der große Kreis der Freunde des Frauenverein „Ruth" ihm, wie stets, auch nn diesem Nachmittag trotz der Schwere der Zeit die Treue gehalten hat. Dafür wird allen Beteiligten, die durch ihre liebevolle Arbeit und Spenden zum Gelingen des Festes und zum Besten seiner Schutzbefohlenen beigetragen haben, aufrichtiger Dank ausgesprochen. L. E. Amtliche Bekanntmachungen. Änderung des (iemeiudestatuts. lu der Gemeindesitzung vom 6. Februar 1933 ist beschlossen worden, den § 38 des Gemeindestatuts für die israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig in der Fassung des Nachtrages vom 26. September 1932 wie folgt zu ändern: „Die Urwahl, die nach dem durch Beschluß der Gemeiudesitzuug vom 26. September 1932 abgeänderten Statut vorzunehmen ist, findet spätestens bis 30. November 1933 statt. Dio Wahlzeit der jetzt im Amt befindlichen Gemeindekörperschafteu endet mit dem Zusammentritt der Wahlversammlung (§ 11). § 12 Abs. 2 wird § 12 Abs. 1, $ 12 Abs. 3 wird 12 Abs. 2." Das abgeänderte Gemeindestatut liegt in der Zeit vom 13. bis mit 24. Februar 1938, werktäglich von 8—4 Uhr, zur Einsichtnahme in unserem Gemeindeamt, Löhrstraßo 10 I, aus. Leipzig, den 7. Februar 1933. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde su Leipzig. Änderung der Friedhofsordnung. In der Gomeindesilzung vom 6. Februar 1933 ist folgender Nachtrag zur Bestattungs- und Friedhofsordnung der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig vom 23. Februar 1931 beschlossen worden: Ziffer 46 erhält folgenden 2. Absatz: „Die Nutzungsberechtigten einer Grabstelle sind zum Ersatz aller Schäden verpflichtet, die der Gemeinde odor Dritten aus einer mangelhaften Instandhaltung odor uicht ordnungsgemäßen Fundnmentierung der Grabsteine entstehen." Der vorstehende Nachtrag liegt in der Zeit vom 13. bis mit 24. Februar 1933, werktäglich von 8—4 Uhr, zur Einsichtnahme in unserem Gemeindeamt, Löhrstraße 101, aus. Leipzig, den 7. Februar 1933. Der Vorstand der israelitischen Religiousgemeinde zu Leipzig. Betriebe unter Aufsicht des orthodoxen Gemeinderabbinats. I. Ganzjährige Aufsicht: a) Fleischereien: Moses Bild, Gerberstr. 56 (Fernsprecher 114 94).. — Moses Frischer, Nordstr. 11 (Fernspr. 125 28). — Osias Kohn, Hofmeisterstr. 6 (Fernspr. 163 97). — Sally Löb, Ranstädter Steinweg 7 (Fernspr. 21195). — Jacob Schußheim, Plauenscho Straße 3/5 (Fernspr. 138 04). — Wilhelm Zellner, Nordstr. 13 (Fernsprecher 224 87). — Das Fleisch soll an demselben Tage, an dem e» CT DAS TANZ-KABARETT TÄGLICH •8* HALLO! WIR SCHALTEN UM . . Mittwoch, Sonnsbend, Sonntag 5 UHR-TEE DAS HAUS DER OUTEN MUSIK * X M ~ Nachmittags und abends STIMMUNGS¬ KONZERTE <</ & <<T noch einige Tage frei!