Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 5 (3.2.1933)
- Date
- 1933-02-03
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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3. Februar 1933 Seite 5 Bialikf eier in Leipzig! Musikalische Darbietungen Anläßlich des 60. Geburtstages des großen hebräischen Dichters Ch. N. Bialik, wird Sonnabend, den 4. feDruar 1933, abends 8',2Uhr, In der Alten Handelsbörse, Naschmarkt, eine Feier veranstaltet bs sprechen: Herr Dr. Woskin-Nahartabi und Herr Dr. Oskar Wolfsberg, Berlin. Sprech-Chor Rezitationen Lieder_ Zionistische Vereinigung Leipzig Preis von 10 M. einen Band von über 600 Seiten zu bieten, abgesehen von den Ermäßigungen, die sie beim Bezug ihrer Schriften Bewährt. Für das Jahr 1933 stehen wertvolle Abhandlungen auch aus dem Gebiet jüdischer Weltanschauung in Aussicht. Die Gesellschaft hofft daher mit Bestimmtheit auf die Unterstützung weitester jüdischer Kreise. Wer Mitglied zu werden wünscht, braucht nur den Beitrag von 10 M. auf das Postscheckkonto der Gesellschaft (Berlin 7030) einzusenden oder an einen der Vertrauensmänner, welche in jedem Heft der Monatsschrift aufgeführt sind. Eingesandt Für diese Rubrik übernimmt die Schriftlcitung nur die preßgesetzliche Verantwortung. Herr Rechtsanwalt Dr. Goldwasser schreibt uns in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Ortsgruppe Leipzig der Union der Zionislen — Revisionisten. Der sozialdemokratische Fressedienst hat vor kurzem eine Nachricht verbreitet, die von den meisten SPD-Zeitungen Deutschlands veröffentlicht worden ist. Danach habe der jüdisch-zionistische Verband „Brit Trumpeldor" eine Anzahl ehemaliger deutscher Offiziere als Instrukteure eingestellt, unter denen sich auch solche befänden, die bisher der SA. als Unterführer angehört hatten. Der „Brit Trumpeldor" wird in dieser Nachricht als „ein in Palästina bestehender jüdisch-nationalistischer Wehrverband, der die jüdische Jugend Palästinas gegen die Araber .ertüchtigt'", hingestellt. Daraufhin hat der Landesverband der Zionistcn — Revisionisten an den sozialdemokratischen Pressedienst folgendo Richtigstellung gesandt: „Der Brit Trumpeldor ist die zionistisch bewußte Jugendorganisation, die ihre Mitglieder geistig, fachlich und wehrsportlich für ihre Mitwirkung an der Schaffung des Judeustaates zu beiden Seiten des Jordans erzieht. Diese Jugendorganisation zählt über 40 000 Mitglieder in 27 Ländern der Erde. In keiner einzigen Landcsorganisatlon sind .ehemalige deutsche Offiziere als Instrukteure" angestellt, noch befinden sich .unter ihnen Offiziere, die bisher der SA. als Unterführer angehört haben'. Die Erzieher und Lehrer des Brit Trumpeldor sind durchweg Juden. Jede andere Feststellung ist unwahr. Auch ist es nicht die Aufgabe des Brit Trumpeldor, „die jüdische Jugend Palästinas gegen die Araber zu ertüchtigen": seine Jugend bereitet sich vielmehr (ähnlich den vielen sozialistischen Verbänden in den diversen Ländern) wehrsportlich vor, um Vorfälle, wie sie sich z. 13. in Palästina im Jahre 1929 in Form antijüdischcr Pogrome ereignet haben, zu verhüten, also jüdisches Leben und Eigentum im Notfälle zu schützen. Jede andere Feststellung ist unwahr." Vereinsnachrichten Jüdischer Jugendband „Franz Rosenzweig". Leipzig. Freitag, den 3. Februar, 20,45 Uhr: Freitagabendfeier. Leitung: Herr Kantor Jaffe. — Sonntag, den 5. Februar, 16 Uhr: Gemütliches Beisammensein mit Tanz und verschiedenen Darbietungen. — Mittwoch, den 8. Februar, 20.30 Uhr: Vortrag von Herrn stud. med. Salomon, Dürrenberg, über: „Spinoza". Gäste sind zu allen Veranstaltungen herzlich willkommen. Poale Zion, Ortsgruppe Leipzig. Freitag, den 3. Februar 1933, findet um 20 Uhr im Borochow-Heim ein Aussprache- und Informationsabend über die kommende Gemeindewahl statt. Zutritt haben nur Mitglieder der „Poale Zion", „J. S. A. J." und des „Brith Haolim". — Die Landeskonferenz findet am 11. und 12. Februar 1933 in Berlin statt. Tagungsort: Logenhaus. Joachimsthaler Straße 13. — Freitag, den 17. Februar 1933, 20 Uhr, im Borochow-Heim, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Bericht von der Landeskonferenz. — Die Wahlfondsbausteine sind schon zur Ausgabe gelangt. Es ist die Pflicht eines jeden Mitgliedes, für eifrigen Absatz zu sorgen. Blalikleier in Leipzig. Die Zionistische Vereinigung Leipzig veranstaltet, wie angekündigt, anläßlich des 60. Geburtstages des großen hebräischen Dichters und nationalen Rufers, Chaim Nachman Bialik, am Sonnabend, dem 4. Februar 1933, abends 8J4 Uhr, in der Alten Handclsbörse am Naschmarkt eine besondere Feier, auf die an dieser Stelle nochmals hingewiesen wird. Agudas-Jisroel-Jugendgruppe. Mauzoe Schabbos Kaudesch, Sonnabend, den 4. Februar 1933, 20.15 Uhr, im Heim, Färberstraße 6: ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Tätigkeitsbericht. 2. Kassenbericht. 3. Entlastung des Vorstandes, 4. Anträge, 5. Neuwahl des Vorstandes, des Vorsitzenden und der Kassenrevisoren. Erscheinen der Mitglieder ist Pflicht. Jüdische Arbeitergemeinschaft. Ranstädter Steinweg 8/10 (Goldene Laute). Sonnabend, den 4. Februar: Vortrag über Wirtschaftskrise. — Montag, den 6. Februar: Fortsetzung des deutschen Unterrichts für Anfänger und Fortgeschrittene. — Mittwoch, den 8. Februar: Zweiter Vortrag über Ursprung und Zweck der Religionen. — Donnerstag, den 9. Februar: Fortsetzung des marxistischen Schulungskursus. — Sonnabend, den 11. Februar: Musikalischer Abend (Mandolinenorchester und Lieder zur Laute). Die Vorträge beginnen pünktlich 20 Uhr. — Ausgabe von Bibliotheksbüchern Mittwochs von 21 bis 22 Uhr. Jüdischer Arbeiter-Turn- und -Sportverein. Sonnabend, den 4. Februar. 20 Uhr. im Heim. Ritterstraße 7: Dichterabend: B. Traven. Verschiedene Mitwirkende, mexikanische Musik. — Ab 1. Februar ist unsere Tischtennisabteilung in der Lage, auf einem neuen, vorschriftsmäßigen Tisch zu spielen. Benutzt alle fleißig diese Gelegenheit, damit wir auch an Wettkämpfen teilnehmen können! — Unser Heim ist täglich geöffnet von 19 bis 24 Uhr. Sonnabends und Sonntags bereits von 15 Uhr ab. Allen Besuchern stehen Brettspiele und Zeitungen zur Verfügung. Tischtennis kann gegen geringe Gebühr benutzt werden. Agudas-Jisroel-Frauengruppc, Leipzig. Angeregt durch ein Rundschreiben der Centrale der Agudas-Jisroel in Berlin, spricht am Dienstag, dem 7. Februar 1933, abends NK> Uhr, in der Höheren Israelitischen Schule Herr Dr. M. Lipschütz über: „Die Wichtigkeit des Schatnes-Vcrbotes und die dazu gehörenden Dlnlm." Den fachmännischen Teil wird Herr Goldbcrgcr behandeln. Vereinigung jüdischer Erwerbsloser. Dienstag, den 7. Februar, abends 8 Uhr, im Restaurant „Ullrich-Quelle", Brühl 8: Ordentliche Generalversammlung mit nachstehender Tagesordnung I. Tätigkeits- und Kassenbericht. 2. Bericht der Revisoren, 3. Stellung der Gemeinde zu unseren Forderungen, 4. Neuwahl des Ausschusses. 5. Neuwahl des Beschwerdeausschusses. 6. Verschiedenes. Zutritt haben nur Mitglieder! Kostümfest der Schachabtellung des J. S. V. Bar Kochba. Wenn am II. Februar 1933, 20.11 Uhr, das Bordfest der Schachabteilung des J.S.V. Bar Kochba seinen Anfang nehmen wird, wenn die Vertreter aller Nationen in ihren Nationaltrachten, die Zwischendeckspassagicre, die Seeoffiziere, Schiffsjungen, Matrosen, Bordfunker, Maschinisten, Heizer. Stewards, Stewardesses, die Passagiere der I. Klasse in Sommer- und Gcsellschaftskleidung, die Filmschauspieler usw. hercinströmen werden in die originell dekorierten Räume des Künstlcrlinuscs, dann wird man einsehen, daß die Schachabteilung des Bar Kochba wieder einmal den Vogel abgeschossen haben wird mit ihrem dritten Kostümfest. Um Punkt 20.30 Uhr beginnt die Aufführung der Kriminalburleske „Gardez la dame" von Saio Kunin. Wer eine Llyod-Post, welche für diesen Abend herausgegeben wird, kauft, findet darin das Programm, eine Verlosungsnummer für eine Reise Bremen-Southatnpton und zurück, I. Klasse auf der „Bremen" oder „Europa", einen Stimmzettel für die Prämiierung des schönsten Damenkostüms und originellsten Herrenkostüms und viel Lustiges und Heiteres. Käufer der Schiffszeitung erhalten außerdem gratis Landc-ZiKarctten als Herren- und Vobaeh-Hcfte und andere Ucherraschungen als Damcnspendeu. Wer nicht versäumen will, eines der originellsten Faschingsfestc mitzumachen, kaufe rechtzeitig seine Eintrittskarte, da nur 500 Schiffspassagiero auf die „Fahrt mit der Bremen" zur Weltausstellung nach Chikago mitgenommen werden. Auslosung der Palästinareise am Dienstag, dem 21. Februar 1933. An diesem Tage findet im Jugendheim, Elsterstr.7 die öffentliche Auslosung einer kompletten Palastinareise statt, so daß der Gewinner Purim im heiligen Lande schon verbringen kann. Die billigen Lose zu 1 M. sind bei allen Führern der Jugendbunde und im Büro des Keren Kajemeth, Keilstr. 4, zu haben. Verein Jüdischer Händler und Reisender in Leipzig. In der Verlosung der Kohlenlotteric sind folgende Gewinne entfallen: Los Nr. 151. 180. 198, 211, 224, 312, 337, 420. 469, 483. 553 je 5 Zentner: Los Nr. 2, 173. 305. 307 377, 412, 413, 481. 570. 600 je 10 Zentner: Los Nr. 478. 575 je 20 Zentner: Los Nr. 537 25 Zentner, Los Nr. 188 .30 Zentner. Die Gewinne werden in der Geschäftsstelle, Berliner Straße 11. bei Herrn Kauber ausgehändigt. Verband Jüdischer Frauen für Palästinaarbelt. Allgemeine Palästina- Reise: Die Abfahrt erfolgt am 5. April ab Neapel auf dem 24 000 Tonnen großen Amerikadampfer „Vulcania". Die Reise sieht einen 23tägigcn Aufenthalt im Lande vor. Rückkunft: 8. Mai in Triest. Preis der Gesamtreiso 2. Klasse: 680 M., 3. Klasse: 580 M. Die Reise wird in Gemeinschaft mit dem Kartell Jüdischer Verbindungen unternommen. Genauer Prospekt ist bei Frau Hadassah Chamizer. Jakobstraße 9. 1. oder im Berliner Büro erhältlich. Anmeldungen erbitten wir bis zum 20. Februar an das Büro des Verbandes Jüdischer Frauen für Palästinaarbeit. Berlin W 15. Meinekcstraße 10. Keren Kajemeth Lejisrael (Jüdischer Nationalfonds) e.V.. Leipzig. Keilstraßc 4 (Telephon 10211. Postscheckkonto 533 41). Die Büchsenleerung ist in vollem Gange. Wir bitten die Büchseninhaber höflichst, die Büchsen bereitzustellen, damit unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht vergeblich zu ihnen kommen. Die Ausweise gelten nur mit der Unterschrift von Heini Berliner oder Hanni Forschirm. Theater und Konzert Neues Theater: Cosi fan tuttc. Daß diese süße, göttlich beschwingte Musik Mozarts, eine Perlenkette edler Arien und köstlicher Ensemblesätze an einen Text gebunden ist. dessen läppischer Verkleidungskomüdie jede dramatische Spannung abgeht, bedingt, daß man diesem graziösen Rokokowerk ziemlich selten auf den Bühnen begegnet. Die Leipziger Neueinstudierung ist ganz vorzüglich, stilrein und geschmackvoll im Musikalischen (Schleuning) wie im Szenischen (Brügmann). Gesungen wurde durchweg vorzüglich (Gerö und Specht als die beiden Schwestern Daum und Horand als ihre Freier). Besondere Freude machten die beiden Vertreter der Intrigcnhandlung, Walter Streckfuß als Alfonso und Irma Beilke als Despina; sie nutzten jede Möglichkeit ihrer Rollen aus und brachten zwei Kabinettstücke delikat gelösten und spielfreudigen Humors, die lauten Beifall fanden. Dr. R. f«t Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Rellglonsgemeln.de iu Lelf Schrtrtlettung: Gemeinderabbiner Gustav Cohn, I^MlgCl. LonrstraBe 10, ABiSgen: Verlag Ernst Ooldtrennd. Lelptlg O 5. tichoriusstraBe Ja. Druck: Gebr. Junghanfi. Leipzig O 5. Tlubchenweg Anzeigen-Vertretung In Berlin: M. Badasch. Neukölln. Sandersir.84. Tel. F.Z. 1885