Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 4 (27.1.1933)
- Date
- 1933-01-27
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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27. Januar Ugg ÜEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 Besucht bitte Bepaurant un& (Cafe Danelt« Nikolaistraße 56 Femsprecher Nummer 12705 ERSTKLASSIGE WIENER KÜCHE Um gütigen Zuspruch bittet J. MANEL1S UND FRAU Gymnastik-Ruth liller ■•' Ranstädter Stoinweo 8-10 Sprechzeit: Montag und Freitag 18—20 Uhr robestunden gratis Das traditionelle Kostümfest der Schachabteilung des Bar Kochba, welches am Sonnabend, dem 11. Februar 1933, in den oberen drei Sälen des „Künstlerhauses", Nikischplatz, stattfindet, verspricht, wie auch in den Vorjahren, das lustigste und stimmungsvollste Fest der Faschingssaison zu werden. Die vom Norddeutschen Lloyd liebenswürdigerweise zur Verfügung gestellten Dekorationen, welche eigens für dieses Fest durch bekannte Künstler ergänzt werden, die drei Kapellen und die humoristische Aufführung der Kriminalburleske aus dem finstersten Chikago: „Gardez la dame", von Salo Kunin, werden iür die richtige Karnevalsstimmung sorgen. An der Schiffsreise nach Chikago nehmen teil: Matrosen, Stewards, Funker, Heizer, Gepäckträger und sonstiges Schiffspersonal, prominente Schiffsgäste, wie Filmstars usw. Die Passagiere der I. Klasse erscheinen entweder in Gesellschaftskleidung oder in Sommertoiletten. In der II. Klasse und im Zwischendeck werden sich Passagiere aller Rassen und Nationen einfinden. Auch Babys und Gouvernanten werden mitgenommen. Dagegen sind Trompeter von Säckingen, Lohengrine (mit oder ohne Schwan), Raubritter, Landsknechte usw. wegen Erregung öffentlichen Aergernisses von der Fahrt ausgeschlossen. Da im Interesse des guten Gelingens nur 500 Schiffskarten verkauft und bei genügendem Vorverkauf eine Abendkasse nicht geöffnet wird, wird dringend empfohlen, sich rechtzeitig mit Karten zu versehen. Polnische Kolonie in Leipzig. Die hiesige polnische Kolonie veranstaltet am Sonntag, dem 29. Januar, 20 Uhr, im Krystallpalast (Goldner Saal) einen Vortragsabend, bei dem Herr Zygmunt Kauchczew vom Polnischen Konsulat über das Thema „Die Juden in Polen" sprechen wird. Der Vortrag Ist bestimmt, der hiesigen jüdischen Bevölkerung einen Einblick in die Verhältnisse des Judentums in Polen zu verschaffen. Eintritt frei. Schule iUr die hebräische Sprache und Literatur. Blallk. seine EpocheundseineSchöpungen. Anläßlich des 60. Geburtstages unseres bedeutendsten hebräischen Dichters Chajjim Nachman Bjalik wird an der Schule für hebräische Sprache und Literatur „Techijja" eine Gemeinschaft gebildet, in der die bedeutendsten Schöpfungen Bjaliks gelesen und sprachlich, literarisch und historisch erklärt werden. Interessenten werden ersucht, sich am Montag, dem 30. Januar 1933, 19.15 Uhr, in der „Techijja"-Schule, Pfaffendorfer Str. 4, II. zwecks Festsetzung der Zeit sowie Besprechung alles Näheren einzufinden. Agudas-Jlsroel-Frauengruppe. Herr Rabbiner Feldmann wird am Dienstag, dem 31. Januar 1933. 20.30 Uhr (Höhere israelitische Schule) in unserer Gruppe über „Erziehung und Lehre" sprechen. Die langjährige Tätigkeit des Herrn Rabbiner auf dem Gebiete der Jugenderziehung gibt die Gewähr, daß der Herr Referent diese brennende Tagesfrage erschöpfend behandeln und von allen Seiten beleuchten wird. Die Zionistische Vereinigung Leipzig veranstaltet anläßlich des 60. Geburtstages des großen hebräischen Dichters und nationalen Rufers Chaim Nachmann Bjalik Sonnabend, den 4. Februar, 20.30 Uhr, in der „Alten Handelsbörse" am Naschmarkt eine besondere Feier. Das Programm des Abends setzt sich zusammen: Musikalische Einleitung: Frl. Debora Stisson (Violine) und Herr E. Rudiakow (Klavier). Hebräische Ansprache von Herrn Dr. Woskin-Nahartabi. Sprechchor der hebräischen Schule „Techijja". Festrede von Herrn Dr. Oskar Wolfsberg, Berlin. Rezitationen Bialikscher Gedichte von Herrn Fink, Bialiksche Lieder, gesungen von Herrn Michael Millet. Der Israelitische Kindergarten dankt den Mitgliedern herzlich, die seiner Bitte so pünktlich Folge geleistet und den Beitrag per Postscheck eingezahlt haben. Wir bitten, den Postscheckabschnitt als Quittung aufzubewahren, weil wir aus Gründen der Ersparnis bei Einzahlungen keine Quittungskarten mehr senden. Diejenigen, die noch nicht gezahlt haben, bitten wir höflichst, es bald zu tun. Wir sind zur Zahlungserleichterung eern bereit, die Beiträge in viertel- oder halbjährlichen Raten entgegenzunehmen. (Postscheckkonto Nr. 669 93). Zionistische Vereinigung Leipzig. Die Zionistische Vereinigung Leipzig dankt den Damen, die durch ihre wertvolle Mitarbeit zum Gelingen des Winterfestes beigetragen haben, recht herzlich und spendet dem KKL. je 1 Baum auf den Namen Ihrer Mitarbeiterinnen. 21 Bäume 126 M. Theater und Konzerte Neues Theater: Tosca. Daß die Wiederaufnahme dieses unverwüst- Üchen Musikdramas das Publikum zu lautem Beifall hinriß, ist lediglich dem Konto der Künstler gutzuschreiben, welche die drei Hauptrollen durchaus gleichwertig und in ganz großem Stil herausstellten. Denn von einer tieferen künstlerischen Durchdringung in Orchester und Bühnenbild, wie wir sie nach bisherigen Erlebnissen In unserer Oper auch bei dieser „Neueinstudierung" glaubten erwarten zu können, Ist bei dieser „Tosca" nicht viel zu spüren. So konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der Hörer auf den Cavaradossi des Heinz Daum, eines Belcanto-Sängers mit berückend schönem Material und einer sehr starken Spielbegabung, und die gesanglich wie darstellerisch gleich vorzügliche Tosca von Ella Flesch. Neben ihnen der schon bekannte Scarpia Walter Zimmers, eine in jeder Hinsicht große und vorbildliche Gestaltung. Dr. R. Zirkus Almee (Neues Operettentheater). Operette? Nicht ganz. Oder doch wenigstens nicht in dem üblichen Genre. Curt Goctz und Ralph Bcnatzky stellen in diesen Rahmen eine lustige Satire auf die vertrotteto Haltung eines alten Grafenhauses, die der junge aufrührerische Graf als Zirkusspiel empfindet: da ihm der erlauchte Großherr, unterstützt von allen Gliedern des Hauses, die Ehe mit dem Zirkusmädel nicht gestatten will, zieht er den Zirkuswagen mit seinem Mädel vor und weiß dann doch eine glückliche Wendung herbeizuführen. Diese Zirkusstimmung zu schaffen, gelingt Dr. Eckert ausgezeichnet. Von dem Moment an, da der Zirkus in Pokroschin seinen Einzug hält, die Parterreakrobaten auf dem Marktplatz ihre Proben vorführen, bis zu der mit originellsten Einfällen durchgeführten Zirkusvorstellung auf der Bühne herrscht echte Lustigkeit, bisweilen feine Satire, die nicht ganz erfaßt wird, weil sie an dieser Stätte nicht traditionell ist, aber dann bis zum Brausen gesteigert ist, als das Wunderzebra „Monthy" (Storlcy-Brothcrs) in der „Manege" seine glänzenden Kunststücke zum besten gibt. Ganz reizend ist Edith d'Amara, das Zirkusmädel: lieblich in ihrer Zuneigung zu dem jungen gräflichen Leutnant und entzückend stolz im Ahncnsaal derer von Bogumirski. Daß der junge Graf (Hermann W o 1 - d e r), von so viel Liebreiz bezwungen, sogar die Apanage fahren läßt und selbst Zirkusmann wird, ist nur begreiflich. Beide in ihrem Zusammenspiel, besonders in dem Schaukellied auf dem Zirkuskarren, ausgezeichnet. Köche! und Miller geben vortreffliche Charaktertypen der geistig und körperlich verkalkten gräflichen Herren; Ilse Thörn a n n gelingt die rechthaberische Prinzessin nicht minder, die wohl in diese alten Hausgesetze hineinpaßt, aber doch noch jung genug ist, um durch Verständnis für den Sprung des Vetters in die Vorurteilslosigkeit aufzubringen. Spechts Bühnenbilder, gleicherweise der Ahnensaal wie der Zeltzirkus, sind vortrefflich. Die in jeder Hinsicht gut durchgearbeitete Aufführung wurde mit wachsendem Beifall quittiert: er war durchaus verdient. G. C. Literarisches Kabarett „Litfaßsäule". Unter der Devise „Tempo in Schwarz-Weiß" rollt das Januarprogramm des unterirdischen Musentempels in der Braustraße ab. Der Auftrittssong der 6 Litfaßsäulen(un)heiligen verspricht alle drei Minuten ein anderes Bild, und dieses Versprechen wird im Laufe des ersten Programmteiles mit verblüffender Konsequenz gehalten. Und dabei stützt sich dieser im Tempo gesteigerte Nummernablauf auf stets originelle und witzige Ideen, so daß man ein geistig wertvolles und vorwiegend gehaltreiches Kabarettprogramm erlebt, das außerdem den Vorzug einer einfallsreichen und präzisierten Regie (Martin Mendelsohn) erkennen läßt. Jenita S a n t o s findet mit der Interpretation der geistreich formulierten „Bilanz 1932/33" (Text von Siho. Musik von Hans F ä n d e r) und mit dem Chanson „Es ist etwas faul" von Heinz Fritzsche verdienten Erfolg. Git S t a r o w, die naiv-kesse Blondine, erfreut Auge und Ohr in Chansons von Fred Bucher, wovon der „Song von der Heimat" besonders gefällt. Nora Nikisch bringt Aggressives und Dialektisches. Paul Meyer, sprecherisch besonders bemerkenswert, interpretiert die letzten Dichtungen des Russen Jessenin. Fritz Schäffer bringt als politischer Weihnachtsmann seine aktuellen Gaben an, und Johannes Hönig hat starken Beifall mit der Rezitation „Maschinist Nr. 7 weint" Panorama-Künstlerspiele. „Rohkost und Liebe" ist das heitere Spiel betitelt, das in dem Rundling am Roßplatz in diesem Monat allabendlich abläuft. Der Direktor-Dichter-Komponist hat in Gemeinschaft mit Carl Bretschneider Dr. Ritters Reise nach den Galapagosinseln persifliert, und zwar in so köstlicher Weise, daß das Publikum den ganzen Abend nicht aus dem Lachen herauskommt. Die Aufführung ist, wie immer, ganz famos. Rudi Gfaller und Therese Wiet, daneben Arthur Klaproth. Gertrud Wilde. Annemarie de Bruyn, Arthur Schlegel und Dolf Doebbelen spielen, singen und tanzen mit aller Lust und Liebe und verhelfen dem Spiel zu einem vollen Erfolg. Eg. Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Rellgionsfremeinde zu Leipzig. SchrifUeltunfr: Gemeinderabbiner Gustav Cohn, Leipzig Cl, Löhrstraße 10, III. Anzeigen : Verlag Ernst Goldfreund, Leipzig O 5, CichoriusstraBe 2 a. Druck: Gebr. JunghanB, Leipzig OS, Täubchenweg 28. Anzeigen-Vertretung In Berlin: M. Badasch. Neukölln, Sanderztr. 24, Tel. F.2. 1828 Warum kompliziert, wenn es einfacher geht? Die augenblicklichen Zeitverhältnisse nehmen die Aufmerksamkeit Jeder Dame fast ganz in Anspruch, so daß sie leider immer erst zuletzt an sich selber denken kann. Es ist deshalb verstandlich, wenn sie Gefahren ihrer Schönheit nicht rechtzeitig erkennt. Kleine Fehler, die sich zu größeren Schaden entwickeln können, unbeachtet laßt und erst dann mit Erschrecken feststellt, wenn sie bereits für andere wahrnehmbar sind und ihren persönlichen Eindruck nachteilig beeinflussen. Erst letzt denkt sie daran, etwas zu tun und greift wahllos zu einem Präparat, das ihr geeignet erscheint. Erfolgte die Wahl ohne Rücksicht auf die eigene Hautbeschaffenheit und ohne Kenntnis der Zusammensetzung des Mittels, so bleibt vielfach der Erfolg aus, und es werden immer wieder andere Präparate versucht und probiert. Es ist so einfach und bequem für eine Frau, ob sie nun Dame der Gesellschaft, Hausfrau oder Berufstätige ist, sich vor Angriffen auf ihre Anmut und Schönheit mit den richtigen Maßnahmen und Mitteln zu schätzen, wenn sie die erfahrene Beratung der bekannten Kosmetikerin Fran Rosa Graf, Leipzig C 1, Grimmaische Str. 24, in Anspruch nimmt. Frau Graf kennt infolge ihrer langjährigen Tätigkeit als Spezialistin so viele Behandlungsmöglichkeiten, daß es ihr leicht ist. für Jede Dame das Zweckmäßige zn treffen. Sie wird gern allen vielbeschäftigten Damen die Sorge um ihre Schönheit abnehmen, die richtige Pflege kontrollieren, sie vor Fehlanwendungen schützen und jederzeit in Fragen der Körper- und Teintpflege beratend zur Vertagung stehen. Schon der erste Besuch im Institut Graf, Grimmaische Str. 24. zwischen Indanthrenhaus und Löwenapotbeke, wird Ihnen die Gewißheit bringen, daß Frau Qraf durch ihre große Erfahrung, ihre Sachlichkeit und persönliche Liebenswürdigkeit Ihr Vertrauen verdient und daß Sie die Ueberwachung Ihrer Kosmetikangelegenheiten in keine besseren Hände legen können. i tothh4*Ut» 4» «H*ft» QMmmfl\ mtyttUhmMm*mifimm■ - »,---» , — _ — *-•._•>.. m |||i|aA|a a"\ 0 WL^mgtk *V— i ii i —14 •» oti mr mtv mm* WURmmm mm* ******* *- tWW ~ ~- *~—, -» Inserieren bringt Gewinn