Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 2 (13.1.1933)
- Date
- 1933-01-13
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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13. Januar 1933 OEME1NDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 Zionistische Vereinigung Leipzig Heute« Sonnabend« den 14. Januaar 1933« abends &3outu. im großen Pettsaai des UflllTEBCECV 1 ieJcr-Arien-Abend JOSEPH SCHMIDT WW ■ ■ EKrI9 ■_____________zum I.Mal in Leipzig Zoo- Karlen zu 5, 3, 2 v, Abendkasse —,50 ji Zuschlag pro Karte. — Vorverkauf: Meßami, Warenhaus Allhoff, Kaufhaus Brühl, Musikalienhandlung C. A. Klemm, Zigarrengeschäft Loeser St Wolff, Brühl; Zigarrengfschäft Prelßmann, Nikolaistraße, und Im Sekretariat Keilstraße 4. Kapellen: Piccadilly-Band und Walter Kamerling. -- Im Terrassensaal: Sektzelt — Mekkadiel« Tanzdiele. Tombola. Die Saaltiireit werden 8.45 Uhr geschlossen. Kollektivismus, des Kapitalismus und Kommunismus und nicht zuletzt als „Totengräber des Mittelstandes" brandmarken wollen, ohne Resignation auch ob all der nachhaltigen Beeinträchtigung, die es durch die umwälzenden Ereignisse des 19. und 20. Jahrhunderts erfahren mußte. Herr Dr. Goldmann schloß sein tiefschürfendes Referat, das auch die in großer Zahl erschienenen Nichtjudcn In steter Spannung hielt, mit der Forderung, der Mensch müsse seine sittliche Stellung innerhalb des Weltganzen zurückerobern und sich der Tatsache bewußt bleiben, daß die individualistische Anschauung zwar nicht vor unserer Zeit, doch vor der Ewigkeit bestehen werde. Die Lösung des zeltlichen Konfliktes bleibe das letzte religöse, dem Menschen unserer Tage uncrforschliche Geheimnis. Dr. L. Siegfried SchuBhelms zweites Abonnentenheim. Der Inhaber des in Leipzig weitverbreiteten Familienlesezirkels, unser Qemeindemitglled Herr Siegfried S c h u ß h c i m , hat bekanntlich In Verbindung mit diesem Lesezirkel eine Reihe gemeinnütziger Einrichtungen geschaffen. Unter anderem wurde vor zwei Jahren in Wahren ein Atersheim eröffnet, dessen Plätze sehr schnell belegt worden sind. In Fortentwicklung der in so kurzer Zeit beliebten Unternehmung wurde die Errichtung eines zweiten Heims in Angriff genommen: am 8. Januar hatte Herr SchuBheim die Freude, dieses Heim vor einem zahlreich erschienenen geladenen Publikum in festlichem Akte einzuweihen. Der stattliche Bau, von dem Architekten Fritz Riematm errichtet, wird mehr als 40 Insassen einen freundlichen und friedvollen Lebensabend gewähren. Die durchweg lichten, luftigen und modern eingerichteten Räume sind so gestaltet, daß jeder Insasse sein eigenes Zimmer bewohnt und darin die ihm liebgewordenen Möbel unterbringen kann. Ein großer Speiseraum, besonders hell und freundlich, ist gleichzeitig bestimmt, den Insassen literarische und musikalische Abende zu bieten. Dabei wird besonders auf diejenigen Bedacht genommen, die unmittelbar aus einer Tätigkeit in die Muße des Heims übertreten, und die erfahrungsgemäß für eine gewisse Zeit des Uebergangs Ablenkung besonders begrüßen. Dem gleichen Zwecke gilt auch ein Aufenthaltsrauin mit Radioeinrichtung: ferner steht den Insassen ein Lesetlmmr zur Verfügung. Selbstverständlich, daß auch für die erforderliche Hygiene usw. gesorgt ist. Als eine große Annehmlichkeit wird der schöne Park empfunden, der sich bis an das Ufer der Elster erstreckt und den Blick in die weite Landschaft bis zum Lunapark hin offenhält. —- Bei der offiziellen Einweihungsfeier waren als offizielle Vertretungen erschienen: Stadtrat Freytag vom Rat der Stadt Leipzig (Dezernent für das Wohnungswesen); ObcrrcßierutiKsrat Dr. Heiland vom Polizeipräsidium: Frau Stadtrat Dr. Ackermann für das Johannishospital; Frau Senatspräsident Dr. Bänger; für den Vorstand der israelitischen Religionsgcmeindc Herr S. 1 Indes, vom Rabbinat Gemcinderabbiner Cohn; für den Reichsbund jüdischer Frontsoldaten Rechtsanwalt Dr. Alfred Jacoby; für den Hilfsvereln israelitischer Gewerbetreibender Herr M. Schischa; ferner Vertretungen der Sebastian-Bach-Loge und der Lipsia-Loge. — Im Auftrage des Bauherrn hielt Herr Architekt Riemann die Festansprache, in der er die Erschienenen herzlichst begrüßte, den Vertretern der Behörden, der Geistlichkeit, der Wirtschaftsverbände. der Gewerkschaften und der Presse für die in dem Erscheinen zum Ausdruck gebrachte Anerkennung für den Bauherrn herzlichst dankte. Er legte die für das gemeinnützige Werk maßgebenden Grundsätze dar und wies auf die außerordentlich niedrige Ansctzung des Pensionspreises hin. Namens des Wohnungsamtes überbrachte Stadtrat Freytag Glückwünsche; für die Insassen des alten Altersheims sprach Frau Uhlke. Umrahmt wurde die Feier von gut gebotenen musikalischen Vorträgen. — Wir möchten auch an dieser Stelle Herrn Schußheim unsere herzlichen Wünsche zu dem erfolgreichen Vorgehen in diesem Werke zum Ausdruck bringen. Attentat auf Ksriei Carlebach. Voller Entsetzen nimmt die jüdische Presse Anteil an dem Anschlag, der, allem Anschein nach von kommunistischer Seite gegen den Mitredakteur des „Israel. Familienblattes". Hamburg, Herrn Esriel Carlebach, verübt worden ist. Es stellt sich wohl heraus, daß die anfänglich sehr ernsten Befürchtungen nicht gerechtfertigt waren, daß die Folgen der Schüsse, die auf ihn abgegeben wurden, leichterer Natur sind und keine Gefahr für das Leben Carlebachs besteht. Die behördlichen Nachforschungen nach den Tätern und ihren Beweggründen sind noch nicht abgeschlossen. Es wird angenommen, daß der Anschlag durch die von Esriel Carlcbach veröffentlichten Berichte über seine Reise durch Sowjetrußland veranlaßt worden sind. Das Attentat wäre um so verwerflicher, wenn sich die Annahme bewahrheiten sollte, daß es von jüdischen Kommunisten ausgegangen ist. Wir geben auch an dieser Stelle der Hoffnung Ausdruck, daß Herr Carlebach recht bald wieder hergestellt sein wird. Sijum-Feier des Vereins Mischnajoth. Am Dienstag, dem 3. Januar, 1933, fand in der Humboldtstraße 24 eine Sijum-Feier auf Seder Nesikin statt. Es erschienen die zahlreichen Teilnehmer der beiden von Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Feldmann geleiteten Schiurim. Herr Rabbiner Feldmann verband in einem gehaltvollen Hadron das Ende des Seder Nesikin mit dem Anfang des Seder Kodoschim und gab dem Wunsche Ausdruck, daß sich auch bei der Jugend mehr Interesse für das Thoralernen zeigen möge. Der Verein hofft, s. U. w. in kurzer Zeit ein Sijum auf Traktat Schabbos mit Tossatoth zu veranstalten. Pcrsonalnaclirichtcn. Silberne Hochzeit. Am 12. Januar begehen Herr Georg Markendorl und Frau das Fest der silbernen Hochzeit. Herr Markendorf entfaltet seit Jahren eine äußerst verdienstvolle gemeinnützige Tätigkeit, insbesondere als Vorsitzender der „Chewra Kadischa", wie auch als üemeindeverordneter in unserer Religionsgemeinde und hat sich dadurch die Achtung und Verehrung weiter Kreise innerhalb der Gemeinde erworben. Auch an dieser Stelle seien dem Jubelpaare herzlichste Glück wünsche ausgesprochen. Amtliche Bekanntmachungen Gemeindesitzung am Mittwoch, dem 18. Januar 1933, abends fi Uhr, im israelitischen Gemeindeamt, Löhrstraße. Tagesordnung: I. Ergänzungswahl des Uemeindevorstandes. -'. Ergänzungswahl für verschiedene Ausschüsse. 3. Festsetzung des Steuersatzes und Nachtrag zur Steuerordnung. 4. Bericht des Wahlrechtsausschusses. 5. Verschiedenes. Anschließend nichtöffentliche Sitzung. Wegen des zu erwartenden Andranges und des beschränkten Raumes ist der Eintritt für Zuhörer nur gegen Einlaßkarten gestatiet. Diese werden am Mittwoch, dem 18. Januar, in der Zeit von 9 bis 13 Uhr nach Maßgabe des verfügbaren Platzes nur an jeden Besucher persönlich ausgegeben. Da die Haustür des Gemeindehauses um 8 Uhr abends geschlossen wird, werden später kommende Besucher gebeten, stark zu klingeln, worauf ihnen geöffnet wird. Veröffentlichung von amtlichen Bekanntmachungen. Wir haben das Gcmeindeblatt der israelitischen Religonsgemeinde zu Leipzig zu demjenigen Blatte bestimmt. In dem gemäß § 18, Abs. 3 des Gcmcindcstatuis die öffentichen Bekanntmachungen zu erfolgen haben. Leipzig, den 10. Januar 1933. Der Vorstand der israelltschen Religionsgemeinde zu Leipzig. Oeffentlicher Vortrag. Am Sonntag, dem 15. Januar, 5 Uhr nachmittags, hält Herr Gemeinderabbiner Dr. Gold mann in der Gemeindesynagoge. Gottschedstraße 28, den zweiten seiner Vorträge über „Zeitströmungen im Lichte der jüdischen Religion". Das Thema des Vortrages lautet: Der soziale Gedanke. Der Vortrag beginnt pünktlich zur angesetzten Zeit. Jedermann ist herzlich willkommen. Leipzig, den 30. Dezember 1932. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Aus dem Gemeindeamt Gottesdienste Gemeindesynagoge (Gottschedstr. 28). Sabbatgottesdienst: Freitag, den 13. Januar: Abendgebet 16.45 Uhr mit Predigt (Rabbiner Dr. Goldmann. — Sonnabend, den 14. Januar: Morgengottesdienst 9 Uhr, Jugendgottesdienst 15.15 Uhr mit Predigt (Rabbiner Cohn), Nachmittagsgottesdienst 16.45 Uhr; anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Dr. Goldmann. Abendgebet 17.18 Uhr. — Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen 8 Uhr. werktags 7.30 Uhr; Abendgottesdienst 16.45 Uhr. Gemeindesynagoge (Gottschedstr. 28). Sabbatgottesdienst : Freitag, den 20. Januar: Abendgebet 16.45 Uhr mit Predigt (Rabbiner Dr. Goldmann); Sonnabend, den 21. Januar: Morgengottesdienst 9 Uhr. Nachmittagsgebet 16.55 Uhr. anschließend Lchrvortrag (Rabbiner Dr. Goldmann); Abendgebet 17.28 Uhr. — Morgengottesdienst an Sonnuud bürgerlichen Feiertagen 8 Uhr. werktags 7.30 Uhr, Abendgottesdienst 16.45 Uhr. Ez-Chaim-Synagoge (Otto-Schill-Straße) und Talmud-Thora-Synagoge (Keilstraße). Freitag, den 13. Januar: Abendgebet 16.30 Uhr; Sabbat: Morgengebt 8.30 Uhr. Mincha 16 Uhr. Ausgang 17.18 Uhr. — Wochtag: Morgengebet 7 Uhr. Abendgebet 17.15 Uhr. Personenstandsnachrichten Geburten: 26. Dezember 1932: Dr. med. Manfred Weichsel und Gertrud geb. Gans, Brommestraße 1, II. einen Sohn „Joachim". 27. Dezember 1932: Benjamin Wolf und Scheindel geb. Diamand. Reudnitzer Straße 10, I, eine Tochter. &m 11. Februar das Kostümfest der Schachabteilung des Bar Kochba mit Unterstützung des „Norddeutschen Lloyd*: ^BSBBB^B^^Bt ..rlremen" zifp Weltausstellung nach fihifcanr.