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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1933-01-06 · 1 (6.1.1933) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
9 (1933)
Issue
1 (6.1.1933)
Date
1933-01-06
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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0. Januar 1033 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSOEMEINDE ZU LEIPZIG Seit« S Existenz ciii für allemal gesichert. Daneben wird die Hebung des Sittlichkeitsniveaus unserer heutigen jüdischen Jugend eine der segensreichen folgen dieser Bestrebungen sein, da ja die Rückkehr zur Landwirtschaft bekanntlich eine sichere Rückkehr zur Sittlichkeit im Gefolge hat. Isi Preudenberger. Unsere Gemeinde Doppef-Sljum-Feler und SchaBverlosung der Agudas-Jlsrool-Jugendgruppe. Die Agudas-Jisroel-Jugendgruppe veranstaltete anläßlich der Beendigung der von ihr gelernten zwei Talmudtraktate „Nedorim" und „Rausch Maschonoh" sowie auch anläßlich der Verlosung eines Schasses eines größere Feier. Her Einladung zu dieser selbst im jüdischen geistigen Leben seltenen Veranstaltung waren die Mitglieder, Freunde und Gönner der Agudas- Jisroel-Jugendgruppe in derart starkem Maße gefolgt, daß kurz vor Beginn der Feier die Räume des Aguda-Heimes überfüllt waren. Nachdem Herr Weitz den letzten Abschnitt aus dem Traktat „Nedorim" vorgetragen hatte, ergriff Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Rogosnltlky das Wort; in längeren, glänzenden Ausführungen behob Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Rogosnitzky die Schwierigkeiten einiger sich scheinbar widersprechender Stellen im Traktat „Nedorim" durch Hinzuziehung von mehreren Talmud-Kommentatoren. Die feine und scharfsinnige Erklärungsart des Redners sowie der geistvolle Inhalt seiner Kede übten auf die Menge einen nachhaltigen Eindruck aus. Alsdann sang Herr Prinz mit seiner klangvollen Stimme den „Hadran aloch" auf „Nedorim" und wiederholte dies späterhin ebenso vorzüglich auf dem Traktat „Rausch Maschonoh". Nach der Beendigung des von Herrn E. üppenheimer vorgetragenen letzten Abschnittes aus dem Traktat „Rausch Haschonoh" legte Sr. Ehrw. Herr. Rabbiner Fcldmann in einem prachtvollen Agadah-Drusch mit hervorragenden Gleichnissen, ausgehend von den „arbooh Rosche Schonini aus dem Traktat „Rausch Haschonoh", die „vier großen Jahreszeiten des Menschen", seine Kindheit, seine Jugend, sein Mannes- und sein Grclsenaltcr, dar. Die Aufgaben In allen „vier großen Jahreszeiten des Menschen" seien: stets Taurolcrnen, das Forschen in der heiligen Lehre und ihren Geboten, um stets danach zu leben und zu handeln. Während der reichhaltigen Sudas Mizwoh, die durch jüdische Gesänge verschönt wurde, hielt noch Herr Rabbiner Melamed eine kurze, temperamentvolle Ansprache an die Versammlung und wies mit Taurohworten auf die Bedeutung dieses Doppel-Siiums In der heutigen wirtschaftlich schweren und tauroharmen Zeit hin. Alsdann wurde die Verlosung des Schasses vorgenommen. Der Gewinn fiel auf den der Agudaideologie nahestehenden Jüdischen Jugendhund „Esra", was allgemeinen Jubel auslöste. Als m vorgerückter Stunde die Feier ihr Ende nahm, fühlte jeder Teilnehmer das Bewußtsein in sich, einen wahrhaft jüdischen und geistvollen Abend mit all seinen Schönheiten verlebt zu haben. - Chanukafeicr der Zionistischen Vereinigung Leipzig. Die Zionistische Vereinigung Leipzig veranstaltete diesmal eine Chanukafeier eigener Art. Sie brachte als Nummer 3 der „Gesprochenen Zeitung" eine Chanukafestausgabe heraus. Wirkte die sehr schnell angewachsene Popularität der „Gesprochenen Zeitung" schon an sich sehr anziehend, so brachte es noch mehr das Chanukafcst als solches mit sich, daß mehr als 600 Besucher den Blauen Saal des ..Krystallpalatses" und seine Galerien am Dienstag, dem 27. Dezember 1932, füllten. Am meisten aber fesselten der Inhalt der Sonderausgabe bzw. die Ausgestaltung des Programms. Ob nun die musikalische Einleitung, ein mit großem Können gespielter Violinvortrag von Fräulein Debora Stisson, die treffsicher von dem palästinensischen Pianisten Herrn Elijahu Rudiakow begleitet wurde, oder die mit echtem Humor durchtränkten und auch vom Verfasser selbst vorgetragenen jiddischen Essays des Herrn Lewy oder das Anzünden der Chanukalicher durch Herrn Oberkantor Wilkom i r s k i, der mit seiner schönen Stimme die religöse Weihestimmung schuf, oder endlich die reizvollen jiddischen Lieder, die von Frau Jutta Baumholz wirkungsvoll zu Gehör gebracht wurden, all das versetzte die Zuhörerschaft in eine wahre Feierstimmung. Herr I, W e r c z - b e r g e r sprach in Form eines Leitartikels über den tieferen Sinn des Chanukafcierns, und Frau Hadassah C h a m i z e r plauderte amüsant und geistvoll über die Mode der Damen von Welt aus der Makkabäerzeit. Der Sprechebor des JPD.. geführt von Herrn Dr. Manfred Hoffn e r, konnte durch seine eindringlich vorgetragene Aufforderung zum Gelingen des Festes ein erheblichenes Teil beisteuern. Um die Zusammenstellung und die redaktionelle Leitung machte sich Herr Dr. Fleiß besonders verdient. Vor Beginn des Abends gedachte Herr Dr. Loehenstein mit ehrenden Worten der Toten der letzten Woche: Chaim Eltingon, des Freundes und Förderers des Palästinawerkes, und Hillel ZlatopolkskJ, Paruis, des bekannten und führenden Zionisten. Amtliche Bekanntmachungen OeHentllcho Vortrage, Am Sonntag, dem 8., 15. und 22. Januar 1933, 5 Uhr nachmittags, hält Herr Gemeinderabbiner Dr. Q o 1 d m a n n in der Gemeindesynagoge, Gottschedstraße 28, drei Vorträge über das Thema: „Zeltströmungen Im Licht« der jüdischen Religion". Die Themen der einzelnen Vorträge lauten: 1. Individualismus und Kollektivismus. 2. Der soziale Gedanke. 3. Eigentum und Kapitalismus. Die Vorträge beginnen pünktlich zur angesetzten Zeit. Jedermann ist herzlichst willkommen. Leipzig, den 28. Dezember 1932. Der Vorstand der Israelitische« Religio«gemehrt« zu Leipzig. liUllHIIIIIBB Zionistische Vereinigung Leipzig Winterfest Sonnabend, den 14. Januar, abends 8.30 Uhr, im großen Festsaal des .Zoo" LIEDER-ARIEN-ABEND | Joseph Schmidt ZUM /. MAL IN LEIPZIG Pressestimmen Ober den sensationellen Erfolg in Wien: Neu« Irelc Preis«, Wien: ... Die Stimme Joseph Schmidts ist von seltener Ausgeglichenheit, sie besticht durch das schwebende, durch den auf baritonalem Fundament ruhenden echten Tenorklang und Tenorglanz in der hohen Lage ... Nene« Wieaar Journal: ... Die Stimme ist ungemein süß und modulationsfähig, ist von musikalisch wohlgezligelten Atemzügen beherrscht und läßt das in sich versparen, was man beim Singen Seele nennt ... Relckepost, Wien: ... Seine Stimme ist tragend, den Raum füllend. Dem Zauber seines von höchster Kultur und feinster Vortragskunst erfüllten Qesanges kau« man sich kaum entziehen. Das bewiese» die Beifallskundgebungen, die sich namentlich am Schluß des Konzertes in dem bis auf den letzten Platz besetzten großen Konzert hause in einer Form abspielten, die auch bei unserem begeistc rungsflhigen Publikum als außergewöhnlich bezeichnet werden muß ... Der MorgM, Wie«: ... Joseph Schmidt riB die enthusiasmierten Zuhörer, die ihm Zugabe um Zugabe abtrotzten, t« wahren BegeisterungsausbrOchea hin. Es war ein auch für Wien in diesen Dimensionen ganz ungewöhnlicher Erfolg ... Karte» zu 5, -, 3,-, 2,- RH, Abendkasse 90 Rpf. Zuschlag pro Karte. Vorverkauf: Meßamt, Warenhaus Althoff, Kaufhaus Brühl, Muslkalienhandl. CA. Klemm, ZlKarrengeschlft Loeser 4 Wolf, Brühl, Zigarrengeschaft Preißmann, NIkoUistraB« und im Sekretariat, KellstmBe 4. Kapellen t Plccadllly Band und Walter Kamerlina; Im Terr&steasa«!! Sefctmt - Mokkadiele — Tanzdiel« — Tombola t»w.

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