Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 33 (30.12.1932)
- Date
- 1932-12-30
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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30. Dezember 1932 QEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 Das Gutachten war ursprünglich als Manuskript gedruckt. Es fand jedoch in den Kreisen, die es kennenlernten, ein so starkes Interesse, daß der Verfasser sich entschloß, es um einige Punkte zu ergänzen und dem Buchhandel zu übergeben. Der Kreis der Personen, denen die Einführung in die schwierigen, nach Möglichkeit geklärten und untersuchten Rechtsprobleme willkommen sein wird, wird sicherlich sehr groß sein. Vereinsnachrichten Zionisten — Revisionisten! S o n n a b e n d. den 31. Dezember 193?, nachmittags 4.30 Uhr, O n e g S c h a b a t h bei U. Sudowicz, Leipzig C 1, Kickerlingsberg 2 (nur für Mitglieder). — M o n t a g, den 9. Januar 1933, abends 8.30 Uhr, Zusammenkunft im Restaurant Gottlieb, Leipzig C 1, Plauensche Str. 3, zur Entgegennahme des Berichtes über den Dclcgiertcntag. Durch Mitglieder eingeführte Gäste willkommen. Ministerialrat Hans Goslar in Leipzig. In öffentlicher Versammlung spricht am Montag, dem 9. Januar 1933, im großen Saal des ..Künstlerhauses". Nikischplatz, abends Uhr. Herr Ministerialrat Hans Goslar, Berlin, über das Thema: „Der Wirtschaftskampf der deutschen Juden". Der Vortrag behandelt u. a. auch die jüdische Arbeitslosigkeit und betont unser Recht auf Arbeit. Jüdische Lesehalle und Bibliothek. Achtung! Die Bücherausgabe findet von jetzt ab nur Donnerstags von M7 bis 8 Uhr und Sonntags von »10 bis % 11 Uhr statt. In tiefem Schmerz beklagen wir das Ableben von Herrn Chaim Eitingon Mit diesem Juden von seltenen Graden verlieren wireinen eifrigen Freund, der dem jüdischenVolke, dem jüdischen Lande und unserem Werke auf das tiefste verbunden war. Sein Andenken wird uns in unserer Arbeit anregen. Zionistische Vereinigung Leipzig Keren Hajessod (Jüdisches Palästinawerk) judischer Arbeiter-Turn- und -Sportverein. Sparten Versammlung der PuBballabteltung am Montag, dem 2. Januar 1933, im Heim, Ritterstraße 7. Beginn 20 Uhr. Tagesordnung: Berichte, Neuwahlen, Verschiedenes. Mitgliedsbücher sind unbedingt mitzubringen. — Sparten Versammlung der Schwimmabt eilung am Dienstag, den 10. Januar 1933, im Heim. Beginn 20 Uhr. Tagesordnung: Berichte, Neuwahlen, Verschiedenes. Mitgliedsbücher sind unbedingt mitzubringen. Frauenturnen: Montags von 19.30 Uhr ab in der Frauenschule, Lessingstraße. — Männerturnen: Mittwochs von 19.30 Uhr ab in der Frauenschule, Lessingstraße. — Schwimmen und Wasserball von 21 Uhr ab im Stadtbad jeden Donnerstag. — Interessenten für Fußball können jeden Montag, 20 Uhr, den Spartenleiter im Heim. Ritterstraße 7, sprechen. Anmeldungen beim Heimleiter und bei den Funktionären. Theater und Konzert Kammerspiele. Björnson, Wenn der neue Wein blüht. Der 100. Geburtstag des nordischen Dichters gab Veranlassung, dieses früher so wirksame Lustspiel wieder aufzunehmen: in ihm wird ein zeitloses Problem in den Mittelpunkt gestellt, die Entfremdung zwischen Ehegatten und zwischen den Genera ionen. Doch wir sehen heute das Problem von einem andersgearteten Standpunkt aus als Björnson, der es von der Frauenemanzipation aus anfaßte; damals kämpfte die Frau um ihre Selbständigkeit, wollte ihre Töchter vor einer Ehe bewahren, die ein „Joch" bedeutet, und schuf dadurch oftmals jenes kämpferische Milieu, in dem für den Mann keine Erfüllung seines Verlangens nach Frieden und liebeerfüllter Ruhe blieb. Heute sind wir eher wieder so weit, daß die Frau die erlangte Selbständigkeit als zu teuer erkauft sieht und ihr weibliches Verlangen nach Anschmiegen stärker betont. Diese innere Ucberwindung dessen, was Björnson noch bewegte, ließ sich bei der Aufführung in den „Kammerspielen" nicht verdecken. Sic hat diese zerrissene Unklarheit, besonders der Frauen, in sicherer Darstellung verlebendigt, hat auch im Kostüm und in der Kulisse äußerlich dem Zcitwandcl Rechnung getragen. Aber auch die gut getroffene Wiedergabe der einzelnen Rollen konnte nicht darüber hinwegtäuschen, daß das Lustspiel heute vor einem anderen Geschlecht gespielt wird als zur Entstehungszeit. Echt und überzeugend war die Gestalt des von dem weiblichen Teil der Familie beiseite gestellten Gatten (Fritz F i e n - bork), dessen reine Treue zu den Seinen schließlich doch erkannt und anerkannt wird. Unter seinen drei Töchtern berührte Helene (Thea C u r t h) besonders sympathisch, das Mädchenhafte, ganz Hingebende ihres Wesens zu verkörpern gelang ihr vortrefflich; Albcrta (Ingeborg Wc r z 1 a u ) und Maria (Stefanie Mann) sind so recht vom Drang nach Selbständigkeit beherrscht, rücksichtslos, schnippisch, bis auch ihnen ihr Unrecht gegen den Vater zur Erkenntnis kommt. Auch Gertrud Z i 11 e r als Frau Arvik zeigte sich den Aufgaben meist gewachsen: mehr allerdings in der hysterischen Auflehnung gegen den Mann als dann in der Selbstbesinnung. Werner Hausmann als Probst Hall vertritt gut die in dem alternden Manne neu erwachende Liebe; die Reife des abgeklärten Geistlichen hätte wohl deutlicher gegeben werden können. Der lebhafte Beifall galt einer guten Leistung der „Kammerspiele", die ernsten Willen und anerkennenswertes Können beweist. G. C. Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Schriftleltung: Gemeinderabbiner Gustav Cohn, Leipzig C 1, LOhrstraBe 10, III. Anseigen: Verlag Emst Ooldfreund, Leipzig OS. CIchoriutstraBe 2a. Druck: Oebr. JunghanB, Leipzig ÖS, Taubchen weg 20. Anzeigen-Vertretung In Berlin: M. Badasch, Neukölln, Sanderstr. 24. Tel. F.2. 1925 Durch den Tod des Herrn Chaim Eitingon wurden wir in tiefe Trauer versetzt. Wir verlieren in ihm nicht nur den hochherzigen Stifter unseres Hauses, sondern gleichzeitig auch den besten Freund, den rührigsten Mitarbeiter, den tätigsten Berater und eifrigsten Förderer unserer Interessen. Seit Bestehen unseres Krankenhauses hat er zu allen Zeiten Wohl und Wehe der Anstalt als seine Herzensangelegenheit betrachtet, immer Freud und Leid mit uns geteilt. Deshalb bedeutet der Tod dieses Mannes nicht nur für das Haus selbst, sondern für jeden einzelnen von uns einen niemals zu ersetzenden Verlust. Leipzig, am 24.12. 32. Ärzte, Schwestern und Gesamtpersonal des israelitisch. Krankenhauses Leipzig Eitingonstiftung IfladienSie sicK«iw5i5 jähriae^almmg 3ii€tyenl 1ÜQ HADASSAH MATANA AZU MAH ttUNZÜUiAttiARINB Die« drei flusü>uH-Ckalitäten entsprechen den höchsten^orderungen.die ein streng rituell geführter «ausholt an die von ihm benötigten Speisefette stellen feann.SMuohl hinsichtlich ihrer Güte und oieteeitigenlteru>endungsmögUchheit.als aum ihrer streng koscheren -Hersteüungsiueise, UUUftV CUif >«>' 7r fijtrtt' ^»mi OwTttttnm« DR JOSEPH CARLE BAC H ALTONA- ELBE flll.tabr. UfeStdeutedu ttahnmflsmittel-U)frfcf m. ttff.Dutsburg VRK Vertretung U.Lager. Fa.l.Tempel, Leipzig,BlQcherstr.11.Tel.25240