Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 31 (16.12.1932)
- Date
- 1932-12-16
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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10. Dezember 1932 OEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIQNSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 ■ HBrll ■ Mini JODISCH-AKADEMISCHE GEMEINSCHAFT (JAG.) Sonnabend, den i 7. Dezember 1 9 3 2, to Uhr. in den Räumen des Leipziger »Kr y stall palaste s<t WINTERFEST MIT BALLIDCKTC nc KWDnT unter gütiger Mitwirkung der weltbekannten, meisterhaften Diseuse 1 1Y t IN t \-) LZ IN kJ 1 lv t 1 P,R- SACHS). Ferner wirken mit, SIDDY BIENERT (Rezitationen). NANY INTRATOR und BILLY GOLWYN (Jazz auf zwei FtügeUi. eigene Kompositionen). OTTAR WITOW (Tanz). Für die entsprechende Stimmung sorgen die Kapellen PICCADILLY-BAND (GEBRÜDER WEISER) und Kapelle WALTER KAMERLING BARBETRIEB+MOKKADIELE+TOMBOLA + DIV.ZELTE + EINTRITT 1,—RM.. AN DER ABENDKASSE 2.50 RM. Der Reinertrag des Festes fließt ausschließlich der Wirtschaftsselbsthilfe der Jüdisch-Akademischen Gemeinschaft zu zum Ausdruck. Er bezeichnete die Veranstaltung der Israelitischen Religinnsgcmeinde als eino wahre Weihestunde für alle Beteiligten und betonte ferner, daß im Kampfe gegen die Unreligiösität, als dem gemeinsamen Feind, alle Konfessionen zusammenstehen müßten. — Der erfreuliche materielle Ucbcrschuß der Veranstaltung ist der Wintcrnotnilfe Pinnen zugeführt worden. Unsere Gemeinde Das jOdische Juxendhaus in Gefahr. Per Leipziger jüdische Jugcndring veranstaltete am Sonntag, dem 11. Dezember, eine Morgenfeier im Lichtspieltheater Königspavillon. Wie der Leiter des Jugendrings, Hans Oestcrrcicher, in seiner Begrüßungsansprache hervorhob, sollte die Veranstaltung in erster Linie Verständnis für die Arbeit der Jugendbewegung und die dafür notwendige Erhaltung des mit so viel Hoffnungen eröffneten Jugendhnuses erwecken. F.twa 1500 Jugendliche sind in Bünden der verschiedensten Richtungen zusammngeschlossen und benötigen für ihren Bestand des Heimes, in dem sie ihre Hcimnachniittage und Arbeitsgemeinschaften abhalten können. Es wäre ein folgenschwerer Schlag für die indische Jugendbewegung Leipzigs und damit für die künftige Entwicklung des jüdischen Leipzigs überhaupt, wenn das Hans nicht erhalten werden könnte. Mit Bedauern muß festgestellt werden, daß die Anstrengungen der Leiter des Jugendrings einem kaum noch zu übertreffenden Mangel an Interesse begegneten: es war nur eine ganz, geringe Zahl Erwachsener, auf die gerade es ankam, erschienen: unter ihnen vom Ocmetndevorstand Herr Vorsteher Qoldschmldt. Herr Wilhelm Breslau er und einige andere führende Persönlichkeiten der Gemeinde. Aber die große Zahl derer, denen die Vorführungen besonders Gilten, war nicht gekommen. Und doch hätten sie wichtige Einblicke in das Treiben der Jugendhünde gewinnen können. Nach dem Film des Kinderdorfes Ben Schemen, der ein Bild lagendlicher Arbeit in Palästinn entrollte, zeigte eine Bildreportage das Jugcndhaus im Betrieb: Anschnitte aus einzelnen Bünden und ans der Arbeit der Lcituntr des Juftendhauses. Der dann vorgeführte Film vom Bundestag 1928 der „Kameraden" bot ein buntes Bild vom Lehen in einem Jugendlagcr: der Kameradenbund selbst hat sich inzwischen aufgelöst, aber der Film ist charakteristisch geblieben: er bringt den Acltercn die Freuden solcher rage nahe und zeigt ihnen zugleich, welch vorsorgliche Organisation ■i»f alle Erfordernisse der Lagertage ernstesten Bedacht nimmt. — Wir möchten wünschen, daß es der Leitung gelingt, das Jugcndhaus über die Krise hinweg zu erhalten. Jüdisch-Akademische Gemeinschaft zu Lelnzl* (JAG.). Die Jfidisch- \kndeniische Gemeinschaft ist die im vorigen Jahre gegründete zusammenfassende Organisation sämtlicher Leipziger indischer Studenten aul politisch neutraler Basis. Sic umfaßt nicht nur sämtliche jüdischen Verbindungen, sondern auch den größten Teil der Freistudenten. Ihre Mitgaben sind gerade in Zeiten starker Bedrängnis jüdischer Studenten den Universitäten sehr mannigfaltig, da es gilt, einerseits das Selbstbewußtsein des indischen Studenten innerhalb einer ihm feindlichen Umgebung zu stärken, andererseits aber dem durch wirtschaftliche Krise mittellosen jüdischen Studenten die materielle Basis für sein Studium schaffen. Diese beiden großen Aufgaben sind das Ziel, das sich die liidiseh-Akndemische Gemeinschaft gesteckt hat. Sic vermag es nur dadurch zu verwirklichen, daß eine Anzahl Studenten sich mit allen ihren Kräften für sie einsetzen. Aber das allein genügt nicht: die JAG. vermag finanziell ihren Aufgaben nicht von sich heraus allein gerecht 'n werden, sie ist auf die Mithilfe aller Gcmcindcmitglicdcr angewiesen. Zu diesem Zwecke veranstaltet sie am Sonnabend, dem 17. Dezember. l'hr. im Krvstallpalast ihr traditionelles Winterfest. Der Reinertrag dieses Festes, zu dem weltberühmte Kräfte ihre ehrenamtliche Zusage gegeben haben, fließt ausschließlich dem Sfipcndicnfonds der "muuimauin JAG. zu, der in enger Zusammenarbeit mit Herrn Gemeindcrabbiner Dr. Goldmann sehr zum Wohle studentischer Jugend bis jetzt gearbeitet hat. Kinderbeschenkung 1932. Der Hilfsverein israelitischer Gewerbetreibender e. V. ruft die Leipziger jüdische Ocffentlichkeit zur Förderung der diesjährigen Dcschenkung auf. Seit mehr als zehn Jahren veranstaltet der Hilfsvcrcin seine Kinderhcschcnkungen, die eine sehr wesentliche Aufgabe im jüdischen Leben Leipzigs erfüllen. Aus kleinen Anfängen emporsteigend, hat die Kindcrbcschcnkung sich immer weiterentwickelt, und im letzten Jahre konnten 700 Kinder bedacht werden Wenn man diese ungeheure Zahl hört, denkt man vielleicht, daß die einzelnen Kinder höchstens vereinzelte Kleidungsstücke erhalten haben. In Wirklichkeit aber ist iedes einzelne Kind von Kopf bis Fuß neu eingekleidet worden, hat Wäsche. Stiefel, Anzug oder Kleid und. soweit es notwendig war. einen Mantel erhalten. Dieses ungeheure Werk war nur durchzuführen durch die hliwebunw* volle Tätigkeit einer Menge von Vorstandsmitgliedern des Hilfsvere'ns und ihrer Frauen, die in jahrelanger Hebung sich die notwendigen Erfahrungen angeeignet haben. Unbedingt notwendig ist es aher auch irewesen. daß die Leipziger Ifld'sche Bevölkerim" sich materiell an Hein Werke beteiligt. Die Sachspenden, welche verteilt worden sind, mögen im vorigen Jahre einen Gesamtwert von 30 000 M. austremaeht haben, wobei noeh zu bedenken ist. daß der HlWsveralu Wlllg einkaufen konnte. Für das laufende labr liegen ungefähr 1000 Gesuche vor. Wie groß die Not gerade im Mittelstand eeworden ist. |RBt sich erst daran ermessen, wenn man die vielen Gesuche durchblättert und feststellt, daß Leute bedacht werden wollen, welche noch vor wenigen Jahren in großzügigster Weise selber das Werk unterstützt haben. Es ist eine Ehrenpflicht für die indische Bevölkerung Leipzigs, dafür zu sorgen, daß kern indisches Kipd im stremre" Winter friert, und so möchten wir hiermit an unsere Freunde und Gönner den drincenHen Aufruf (rerichtet haben, uns sofort durch eine möglichst große Spende die Durchführung der Kindorbpschcnkung zu ermöglichen, nie Vorbereitungen sind in vollem Gange. Es fehlt nur noch das Geld. Wer ein Herz hat für das hinge Geschlecht, wird unseren Aufnf nicht lesen, ohne im tiefsten Herzen mit der Not unserer Jugend mitzuempfinden, und aus diesem Mitempfinden muß der Wille zur Hilfe erstehen. Spenden hitten wir entweder im Büro des H'lfsvercins. Packhofstraße 7.1. direkt einzuzahlen oder sie durch das Postscheckkonto des Hilfsvcrelns (520fi5) zu übermitteln. Israelitischer Wohltatlakeltsvereln. Das Chanuka-Komitce des Vereins dankt allen denen, die zur Chanuka-Beschenkung im Kinderhort und in der Altersversorgung Geschenke und Spenden in bar gestiftet haben, für ihre große Güte aufs herzlichste. Am Mittwoch, dem '1. Dezember, ah 10 Uhr. liegen die Oesehenke für die Hortkinder im Kinderhort. Nordstr. 15,1, zur gefälligen Besichtigung aus. 90. Geburtstag. Am ersten Tage Chanukkah tM. Dezember) begeht der in weiten Kreisen unserer Gemeinde geachtete Herr Meier Chmlel« nicki seinen 90. Geburtstag. Seitdem er sein Geschäft abgegeben hat. wohnt er bei seiner Tochter. Frau Pottasch. Nordstr. 58. Herr Chmlelnicki erfreut sich einer besonderen körperlichen und geistigen Frische. Ihm sei auch an dieser Stelle herzlichst noch eine schöne Reihe glücklicher Jahre in guter Gesundheit im Kreise der Seinen gewünscht. Schullest der Hftberen Israelitischen Schule. Schulvorstand und Lehrerkollegium der Höheren Israelitischen Schule legen Wert darauf, daß auch an dieser Stelle allen denen, die der Schule gelegentlich des Festes ihre Freundschaft bewiesen haben, herzlichst gedankt wird. Viele Damen und Herren haben zum Gelingen des Festes durch Soenden und persönliche Mithilfe wesentlich beigetragen. Platzmangel verbietet, sie alle namhaft zu machen. Ihnen allen aber gilt der Dank der Schule. rrrnr H l'lfl 17 H w w » ll »w vi rmnniiiin irmrurrn n » w w PD Weih nachts-ZModell-Verkauf in Kleidern, "Mänteln,Koslümen.Hülen. Verkaufzu außergewöhnlich aünsligen'Pr.eisenl Zugleich Weihnachts-Pelz-M us st eilung Geipzig Gl Thomaskirchhoi 20 Telefon 10612. 15955 in sämtlichen 'Räumen des Hauses Schüler Vorteilhafteste Sonderangebote in allen modernen Pe/savlen - Umarbeitungen zu günstigsten Preisen. ei I