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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1932-10-07 · 23 (7.10.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
8 (1932)
Issue
23 (7.10.1932)
Date
1932-10-07
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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7. Oktober 1932 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite;t Unsere Gemeinde Vortragsabend Edith Herrnstadt-Oettingen. Wie an anderer Stelle mitgeteilt wird, spricht am 12. Oktober Edith-Hermstadt-Oettingen ans zeitgenössischen Dichtungen unter dem Qesamtgedanken: „Vom Rinken des Menschen". Es sei nochmals auf die bedeutsame Veranstaltung hingewiesen: Die ungewöhnliche Kruft des Vortrags, über die die Künstlerin verfügt, hat einem engeren Kreise innerhalb unserer Stadl schon bei früherer Gelegenheit EU einem Erlebnis verholten. Es sollten weiteste Kreise die Gelegenheit zu dem gleichen Genuß nicht versäumen. Jahr, und Adreßbuch der Jüdischen Gemeinde zu Leipzig. Seit mehreren Jahren schon wird in Herlin ein Adressenverzeichnis der Mitglieder der Jüdischen Gemeinde herausgegeben, das sich einer icts zunehmenden Beliebtheit erfreut. Ein solches Adreßbuch für den Bereich unserer Gemeinde entspricht einem oft und lebhaft empfundenen Bedürfnis: Von jüdischen Organisationen, die für ihre Ziele werben wollen, von jüdischen Gewerbetreibenden, die für ihre geschäftliche Propaganda Unterlagen benötigen, und für verschiedene andere Zwecke wurde immer wieder bei der Gemeindeverwaltung ein Verzeichnis der Qcmeindemitglieder angefordert. So dürfte es in weitesten Kreisen unserer Gemeinde mit Genugtuung begrüßt werden, dali demnächst auch Leipzig sein Adreßbuch haben wird. Der Verlag beabsichtigt, sich nicht auf die Anschriften der üemeindcglieder zu beschränken, sondern eben den unitlichen Stellen unserer Gemeinde auch die Vereine und Organisationen mit ihren Geschäftsstellen, ihrem Aufgabenkreis anzuführen und darüber hinaus in einem literarischen Teile Heiträge über die Entwicklung der Gemeinde zu veröffentlichen. Es steht zu hoffen, daß dieses Huch sich als ein Mittel zur Festigung und zur Bereicherung unseres Gemeindelebens auswirken wird. Erklärung. Zwischen dein Landesverband Mitteldeutschland des Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und dem Leipziger Meßamt haben Verhandlungen geschwebt, welche die Unterlassung der Forderung nach Konfessionsangabe bei der Arbeitsvermittlung des Leipziger Meßamts im Auge hatten. Die Verhandlungen sind gescheitert. Zwar haben wir uns in der Unterhaltung davon überzeugt, daß das Meßamt insofern gutgläubig ist, als der Ursprung dieser auffälligen Maßnahme nicht in antisemitischen Gesinnungen zu suchen st. Man hat, so seltsam es klingt, tatsächlich geglaubt, daß die Konicssionsaugahe eine Erleichterung in der Arbeitsvermittlung bedeute, und hat nicht daran gedacht, daß die Konfessionsangube heutzutage In wirtschaftlichen Angelegenheiten lediglich eine Ausschaltung von Juden bewirkt. Es Lst festgestellt worden, daß das Meßamt dem Arbeitgeber dann eine Angahe über die Konfession des Bewerbers macht, wenn dieser sie verlangt. Der Nachweis, daß jüdische Firmen die Einstellung von jüdischen iScwerberu verlangt hätten und daß dadurch das Vorgehen des Mcß- .iints gerechtfertigt war, ist nicht geführt worden. Es sollen einmal Anfragen aus Palästina und Polen gekommen sein, in denen als Angestellte Juden verlangt wurden. Darüber, wann es geschehen ist und <>b es sich nicht vielleicht um Firmen handelte, die mit jüdischen Ritualien handelten, konnte nichts festgestellt werden, da das Meßamt sich lediglich auf die Mitteilung der Tatsachen beschränkt hat, ohne nähere Unterlagen zu geben. Obwohl das Meßamt aber aus den Verhandlungen entnehmen mußte, daß maßgebende Kreise des Judentums au dieser Konfessionsangahe n einer rein wirtschaftlichen Angelegenheit ernsten Anstoß nehmen und laß sie darin, wenn auch keine antisemitische Absicht, so doch aber tltise ml tische Auswirkungen erblicken, hat der Vorsitzende des •l e ß a in t s, Herr Dr. Raimund Köhler, sich mit aller Entschiedenheit geweigert, in Zukunft die Frage nach der Konfession zu unterlassen. Es muß demnach i ochmals festgestellt werden, d a ß d a s Lc i PS Ige r M c ß a m t. eine I örpersehaft des öffentlichen Rechts, bei der Arhcitsvermittl iiik nach wie vor die Konfessionsangabe verlangt ind dadurch jenen Bestrebungen Vorschub leistet, die die Juden aus dem Wirtschaftsleben ausschalten v ollen. Wir können nichts anderes tun, als daß wir diese bedauerli he Tatsache noch einmal feststellen. Landesverband Mitteldeutschland des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Warnung. Uns wird von zuständiger Stelle mitgeteilt: Herr B. Pollak l igoslawischer Staatsbürger) steht in keinerlei Verbindung mit der I dischen Telegraphen-Agentur (J. T. A.) und ist in keiner Weise zu irgendeiner Aktion im Namen der J. T. A. legitimiert. Amtliche Bekanntmachungen Geflügeischächten. Die Hausfrauen werden darauf aufmerksam gemacht, daß unsere *K'flügelschlachtstcllen Naundörfchen 2t) und Gerberstraße 48/50 vor dem \ rsöhnungstag am Sonnabend, dem 8. Oktober d. J.. nach Sabbatausgang, und am Sonntag, dem 9. Oktober d. J., von 8—10 Uhr geöffnet werden. Leipzig, den 19. September 1932. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Wohnungsveränderungen. Da uns vom Polizeipräsidium An-, Ab- und Ummcldungcu erst spät. °ll gar nicht zugehen, werden die Gemeindcmitglieder gebeten. Wohlungsverlndemngen unmittelbar uns anzuzeigen. Es werden dadurch jler Gemeinde nicht nur Kosten erspart, sondern die Gcmcindemitglicder liaben auch die Gewähr, daß in der Zustellung des üemeindeblattes keine Unterbrechung eintritt und daß ihre Anschriften in der Wählerliste 'ichtig verzeichnet werden. Leipzig, den 29. August 1932. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Acndcrung des Gemeindestatuts. Iii der Qemeindesitzung vom 2(>. September d. J, ist ein Nachtrag zum Qemelndestatut beschlossen worden. Der Nachtrag liegt In der Zeit vom II. bis mit 24. Oktober, werktäglich von 9 bis 13 Uhr, im Gemeindeamt, Löhrstraße 10, I, zur Einsicht aus. Leipzig, den 29. September 1932. Der Vorstand der israelitischen Rcligionsgemeini'e zu Leipzig. Vermeidet Ansammlungen vor den Gotteshäusern! Am vorjährigen Neujahrsfest sind In Berlin Gewalttätigkeiten gegen Juden vorgekommen. Wir fordern deshalb die jüdische Bevölkerung Leipzigs auf, den W eisungen der bei den Gottesdiensten tätigen Ordner des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten strengstens Folge zu leisten, vor allem keine Verabredungen vor "der nach dem Gottesdienst auf den Straßen und Plätzen, die vor den Gotteshäusern liegen, zu treffen, damit Ansammlungen vermieden werden. Leipzig, den 14. September 1932. Der Vorstand der israelitischen Rcligionsgemcinde zu Leipzig. Wahrung der Würde des Gottesdienstes. Es ist seit Jahren häufig die Klage laut geworden, daß die Würde der Gottesdienste vielfach durch Unterhaltungen gestört wird. Wir nehmen deshalb Veranlassung, anläßlich der bevorstehenden Festtage darauf hinzuweisen, daß solche Störungen unter allen Umständen vermieden werden müssen. Es sei besonders betont, daß der Jugend nur durch ein der Weihe des Gotteshauses angemessenes Verhalten ein Beispiel würdigen, zur Andacht stimmenden Gottesdienstes gegeben werden kann. Die Aufseher sind streng angewiesen, gegen jegliche Störung einzuschreiten. Leipzig, den 13. September 1932. Der Vorstand der israelitischen Rcligionsgemcinde zu Leipzig. Kleiderablage in der Gemeindesynagoge an den hohen Feiertagen. Die in der Kleiderablage der Genieindcsynagoge abgegebenen Kleidungsstücke werden sorgfältig bewahrt und an den Berechtigten gegen Rückgabe der ihm ausgehändigten Marke ausgefolgt. Es wird daher strengstens untersagt, Kleidungsstücke eigenmächtig selbst zu entnehmen. Die den Dienst versehenden Personen sind streng angewiesen, gemäß dieser Bestimmung zu verfahren. Indessen müssen wir ablehnen, für das Abhandenkommen von Kleidungsstücken irgendwelche Haftung zu Obernehmen, Dem Bedienungspersonal der Kleiderablagen ist strengstens verboten. Zylinderhute zur Aufbewahrung anzunehmen. Leipzig, den 13. September 1932. Der Vorstand der israelitischen Rcligionsgcmeinde zu Leipzig. Aus dem Gemeindeamt Gottesdienste Eaubhüllenfesl Gemeindesynagoge Gottschedstraße 28. Freitag, den 14. Oktober. Abendgebet \TA Uhr. Sonnabend, den 15. Oktober, Morgengebet 9 Uhr, Thoravorlesung 9M Uhr: Abendgebet lT^sUhr. Sonntag, den 16. Oktober, Morgengebet 9 Uhr. Thoravorlesung 9% Uhr, Predigt (Rabbiner Dr. Goldniann) WA Uhr; Nachmittagsgebet 17.25 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Dr. Goldmann): Abendgebet 17.4 Uhr. — Morgengottesdiensl werktags 7 Uhr. Abendgottesdienst 17.59 Uhr. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Predigt pünktlich beginnt und daß während der Predigt die Zugänge zu den Plätzen gesperrt sind. Gemeindesynagoge, Gottschedstraße 28. Hoschana rabba: Freitag, den 21. Oktober, Morgengebet 7 Uhr. Schlußfest: Freitag, den 21. Okt.. Abendgebet 174 Uhr: Sonnabend, den 22. Oktober, Morgengebet 9 Uhr. Thoravorlesung 9% Uhr, Predigt (Rabbiner Cohn) KW Uhr. anschließend Seelenfeier. — Gesetzesfreude: Sonnabend, den 22. Oktober, Abendgebet 17.4 Uhr: Sonntag, den 23. Oktober, Morgengebet 9 Uhr. Thoravorlesung 9% Uhr. Nachmittagsgebet 174 Uhr. anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Cohn): Abendgebet 174 Uhr. — Morgengottesdienst werktags 7 Uhr, Abendgottesdienst I7H Uhr. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Predigt pünktlich beginnt u n d d a ß während der Predigt die Zugänge zu den Plätzen gesperrt sind. Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Straße. Schabbos-Schuwo: Freitag, den 7. Oktober, Abendgebet 17.3(1 Uhr: Sabbat, den 8. Oktober, Morgengebet 8.30 Uhr. Mincha 16 Uhr, Ausgang 18.16 Uhr. — Jauni-Kippur: Sonntag, den 9. Oktober, Mincha 14 Uhr, Kol Nidre 17.50 Uhr. Predigt 18 Uhr: Montag, den 10. Oktober, Morgengebet 7 Uhr, Seeleufeier 10 Uhr, Predigt vor Neila 10.30 Uhr. Ausgang 18.12 Uhr. — Sukkos, 1. Tag: Freitag, den 14. Oktober, Abendgebet 17.15 Uhr: Sabbat, den 15. Oktober, Morgengebet 8.3t> Uhr. Mincha 16 Uhr. 2. Tag: Sabbat, den 15. Oktober. Abendgebet IS Uhr: Sonntag, den 16. Oktober. Morgengebet 8.30 Uhr. Mincha 16 Uhr, Ausgang 17.59 Uhr. Chol Hain.ied: Morgengebet 7 Uhr, Abendgebet 17.30 Uhr. Personenstandsnachrichten. Geburten: 11. September 1932: Oskar Kaifuß und Golde geb. Rudaizky, Bliicherstraße 14, ein Mädchen. 18. September 1932: Josef Kern und Sara Elka geb. Hausmann, König- Johami-Straßc 2, I, einen Sohn „Max"'. 2(1.September 1932: Georg Zeidler und Irma geb. Bolder, Hohenzollernstraße 6b, einen Sohn „Werner Martin".

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