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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1932-09-01 · 21 (9.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
8 (1932)
Issue
21 (9.1932)
Date
1932-09-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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M-ptember 1932 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seile 5 Theater und Konzert Der Wasserträger. Oper von Cherubim. Mit diesem 130 Jahre alten Werk setzte die Oper ihre Schatzgräber- . rlieit mit bestem Erfolge fort. Das nute Textbuch, mit einem handfesten Ethos untermauert und zielsicher auf Spannung Bearbeitet, sowie die an Haydn und Mozart geschalte Musik, die schon auf die kommende Romantik vorweist — Faktoren, welche die Bewunderung der Zeitgenossen erregten, sie sind noch heute unmittelbar wirksam. Der behindere Erfolg an unserer Oper ruht auf den Namen des Spielleiters Bloch und des Vertreters der Titelpartie, Walter Zimmer. Erstercr hat das Werk In Text und Handlung blinkend neu aufgearbeitet — die Neuübersetzung ist vorzüglich — und führt eine lockere Regle, die mit leichter Hand das schablonenhaft Erstarrte In Fluß brlQgt (bis auf den iwas plump geratenen Soldatenchor am Beginn des 2. Aktes) und die ramatischen Höhepunkte vor hübschen Bühnenbildern «ut herausarbeitet. Walter Zimmer als Mikkeli «ab wieder eine seiner prachtvollen, stimmlich und szenisch alles Überragenden Leistungen. Auch das übrige Ensemble Welt sich wacker, und Kapellmeister Schleuning brachte den orchestralen Part fein und sauber. Das Publikum ging willig mit und geizte nicht mit Beifall. Dr. R. Tango um Mitternacht (Uraufführung im Neuen Operettentheater). Die ungarische Operette ist schon seit einiger Zeit in Leipzig heimisch geworden. Deshalb konnte auch die Direktion Dr. Eckert dieses neueste Erzeugnis der ungarischen Muse hier uraufführen. Es muß ja nicht gerade ein neuer Ahraham sein. Karl Komjati heißt der neue Mann, der mit diesem „Tango um Mitternacht" sich sehr lebhaft nach vorwärts drängt, von dem man sicher auch noch manches zu erwarten hat. Diese;:ngen ungarischen Musiker haben eines den älteren Operettenkomponisten voraus: Sie werden nicht gern sentimental! Da wo es gerade vi.'in muß, scheint für sie der Tango geboren zu sein. Die Musik Kornaus hat unbedingt Niveau und ist ganz hervorragend instrumentiert. >citie große Stärke scheint aber nicht gerade im Tango, um den es mcIi hier handelt, zu liegen, sondern vielmehr in der leichten, schmissigen Tanzmusik, von der er wirklich sehr nette Nummern bietet. Das Textbuch, das von Stefan Bekeffi und Ladislaus Vadnai stammt und von Wilhelm Stcrk verdeutscht wurde, kommt dem Komponisten nicht allzusehr entgegen, es ist reichlich nach sehr altem Schema gemacht. Die Aufführung ist allen Lobes wert. Der Liebling der Leipzigerinnen, Hermann Wolder, führt die tragende Rolle meisterhaft durch alle Fährnisse, und neben ihm steht als Gast Ivonne Kondor, eine sehr sympathische Sängerin, die auch schauspielerisch der Rolle nichts schuldig bleibt. Das lustige Paar wird durch Hanns Pol sc her und I Jith d'Amara verkörpert. Hervorragend Leopold Kramer als (iast als der alles verstehende und verzeihende Vater. Den Vogel schießt aber Franz Kochel als Sabo ab, der den köstlichsten Trottel auf die I iihnc stellt, den ich je gesehen habe. Schon um seinetwillen ist das f;ück anzusehen. Alles in allem also ein großer Erfolg, der sogar in i sset heißen Zeit die Leute ins Theater zieht. F. G. Schülerkonzert. Ella R a f c 1 s o n , die ausgezeichnete Klavicrpädaft igin, veranstaltete im überfüllten Blüthnersaal ein Schülerkonzert. Das I ogramm war nicht das übliche eines Schülcrabends, sondern durch s ine Vielseitigkeit eine wirkliche Leistung auf künstlerischem Gebiete. ls Talente sind Heinz Bamberger und Edith Stern schuß zu i nnen. die sich durch ihr sicheres und präzises Spiel besonders von ii Kleinen auszeichneten. Unter den fortgeschritteneren Schülern ragten Heinz Jacoby, der die zündenden Jazz-Variationen von Baresel jschinackvoll und technisch einwandfrei spielte, sowie Ursula S k o -! i o r o w s k y durch ihr graziöses und feindurchdachtes Spiel hervor, uch Susanne Schlegel und Sara Bell zeigten hohe technische elstungen. Den meisten und mit Recht verdienten Erfolg errangen auch esmal die hochbegabten Geschwister Hönigsberg, der 16 Jahre alte idi Hönigsberg, der die Suite von d'Albert und einen deutschen inz von Beethoven sowie außerhalb des Programms ein von ihm selbst I »nbiniertes Stück für zwei Klaviere (mit Begleitung seiner Schwester) I achte, und ein für sein Alter ganz unerhörtes Können zeigte, und seine 5 hwester Edith Hönigsberg, die Stücke vom MacDowell und Bortk ewiez mit virtuosem Elan und absoluter Sicherheit meisterte. — Kurz: i -r Abend war ein Erfolg. Dr. H. J. Eden-Arkadia. das vornehmste und führende Kabarett am Platze, 1 t unter der bewährten Leitung seines Besitzers und Direktors, Herrn x illy Miclke, am 24. August d. J. seine neue Saison mit großem Erfolge s öffnet. Die eleganten Räume erstrahlen in neuer Aufmachung, die I ihnc ist bedeutend vergrößert, und die phantastischen Licht- und äut s. 71 links untl Buchhandlung — M. W. Kaufmann | Brühl 8 Telephon 23009 1 mmm ga ■ g«g«ga mm mmm mmm mm mmm m um mmm Wasserspiele, die auf der Bühne eingebaut sind, sind als eine Sensation allerersten Ranges zu bezeichnen. Ab 1. September ist bereits wieder ein neues Programm verpflichtet, an dessen Spitze „Die Revue der Drei" stellt. Direktor Mielke, der stets bedacht ist, unseren Kreisen den Aufenthalt in seinem Kabarett so angenehm Wie nur irgend möglich zu machen, verdient es, daß sein Unternehmen die nötige Unterstützung seitens unserer Kreise erhält. Geschäftliche Mitteilungen (Ohne Verantwortlichkeit für die Scliriftleitung uder die Gemeindeverwaltung.) Frauenbundkalcnder. Zum 7. Male gibt der Jüdische Frauenbund einen Kalender heraus, der in der gewohnten guten künstlerischen Ausstattung als Umlege- und Abreißkalender erscheint. .Bilder zur Bibelwerden diesmal gezeigt, um — wie das Vorwort sagt — .Eindrücke zu vermitteln, die aus der heutigen materiell und seelisch schwer bedrängten Zeit herausfuhren". Aus allen Epochen und den verschiedenen Ländern werden Kunstwerke ausgewählt, die sich auf .dieses unantastbare jüdische Vermächtnis, das Buch der Bücher" beziehen. Bewußt vermieden wurden Abbildungen allzu bekanntet Werke, wurde aber auch jede Darstellung, die jüdischem Empfinden widerspricht. Die Anordnung der Bilder ist chronologisch nach den Büchern der Bibel; Textstellen oder Hinweise auf die betreffenden Stellen der Schrift stellen Wort und Bild lebendig nebeneinander. Aussprüche von Moses Mendelssohn, Hermann Cohen, Martin Buher, Margarete Susmann, Goethe usw. Uber die Bedeutung der Bibel lind eingefügt. Wir sind Überzeugt, daß der Kalender mit diesem Thema Anklang findet und daß sich gerade in diesem Jahre viele, auch die Jugend, gern durch dieses „Jahr des Jüdischen Frauenbundes" führen lassen. Bestellungen sind an die Geschäftsstelle des Judischen Frauenbundes, Berlin NM, Monhijouplatz 10, zu richten. Der Preis beträgt cxkl. Porto und Verpackung für den Umlegcblock .............1,80 RM einen Abreißkalender..........2,10 RM eine Metallunterlagc (nur einmal anzuschaffen) I,— KU Bei Bestellungen von 10 StUck aufwärts franko Lieferung. Redaktionsschluß für Nr. 22. Die nächste Nummer erscheint am 20. September. Manuskripte der Vereine müssen spätestens Donnerstag, den 22. September, vormittags 10 Uhr bei der Schrlltleitung (Qrm.-Rabb. Cohn, Löhrstr. tu, III) eingegangen sein. gfl| II Synagogen - Verein Obel Jacob Synagogen-Verein Ohel Jacob, Leipzig Pfaffendorfe Straße 4 Die Preise der Platze sind bis auf 50% ermäßigt. Der allgemeinen schlechten Wirtschaftslage Rechnung tragend, hüben wir beschlossen, die Preise der Plli$e für das Jahr 1032-:« trots verstärkten Chors bis zu 50"',, des Orundprcfses zu reduzieren. Der PI«Verkauf beginnt ab4.9.32 täglich von 7V- —9 Uhr abends, Sonntags von W—12 Uhr vorm Platjinhaber, welche bis zum 23. September ihre Karten nicht erneuert haben, verlieren das Anrecht auf dieselben. Solche Pläne werden ohne weiteres weitervergeben. Der Vorstand. HillilllllllllllllllllllllllllilllllllilllllllllllllllllllHlll!.....I llllllllilililllli:;:!!!!:..,':!!.^,;,.,'.!,;, 1111 Synagogen-Verein Schare Zedek Schill M - Weg 31 Die Plakkarten für die hohen Feiertage sind Sonntag, den 18. und SB. September in der Synagoge, Schillerweg 31, von 11- 1 1 Uhr vorm.. zu entnehmen. Wir bitten unsere Mitglieder und Freunde, hiervon gel. Kenntnis zu nehmen. Für Platzkarten, die bis zum K. 9. nicht abgeholt sind, kann keine Garantie für die reserx ierten Plälje übernommen werden. Der Vorstand. I ieachten Sie bitte mein Drucksachen-Werbe-Änqebot „l.s„-n,7| =. Lebende Hühner und Hähnchen Hühner von 60 Pf «an Tel. 12234 Molkerei Hildebrand Naundörfchen 1 Ecke Ranstädter Steinweg Alle Drucksachen für Industrie, Handel, Gewerbe und Privatbedarf fertigt schnell, preiswert u. geschmackvoll von der kleinsten bis zur größten Auflage Georg Kästner nacht. Inh. M. Schmoll RMCkaratr. 23 Tel. 58474 Ver-Iangen Sie unverbindlich Offerte oder Vertreterbesuch I lim......iiiiiiiiiNiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiM Vertreter gesucht für die Hilfe Lebensversicherungs-Gesellschaft a. G. für die Mitglieder der jüdischen Gemeinden des Deutschen Reiches. Meldungen zunächst schriftlich erbeten an die Generalagentur Leipzig, Cichoriusstraije 2 a, I. Illllllllllllll!llll!lllllllllllllllll!lllllllll!llllllli;illllllllllllllilllll..........iiiimtiiiiiiiiiui.....tu.......im...............1

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