Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 19 (7.1932)
- Date
- 1932-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSOM El N DE ZU LEIPZIO Juli 1932 Unsere Gemeinde Dr. Pascal Deuel zum Gedenken Am 9. Juni 1932 verschied Dr. med. Pascal Deuel, der Chefarzt der „Inneren Abteilung" des Israelitischen Krankenhauses (Eitingonstiftung) zu Leipzig. Pascal Deuel ist am 13. Mai 1885 in Leipzig geboren und war Schüler des König-Albert-Gymnasiums zu Leipzig. Er studierte Me dizin an den Universitäten Freiburg, Bonn und Leipzig. Nach mehrjähriger Assistententätigkeit an Krankenhäusern in Dortmund, Harburg und Zürich ließ er sich in Leipzig als Facharzt für innere Krankheiten nieder. Seine Forschungen auf dem Gebiete der Tuberkulose und seine hervorragende ärtzliche Befähigung, insbesondere seine fast überirdische Begabung, die richtigeDiagnosezu finden, und die rührende Sorgfalt, mit der erseine Kranken m * \ \t betreute, sicherten ihm bald einen Ruf, der weit über Leipzig hinaus reichte und der seinen Höhepunkt in seiner segensreichen Betätigung als Chefarzt der „Inneren Abteilung" des Israelitischen Krankenhauses fand. AuchalsMensch war Pascal Deuel von Uberragender Bedeutung. Mit rührender Hingebung hing er an seinen alten Lehrern vom Gymnasium, die ihm das Bildungsideal der Antike vermittelt hatten. Seine ideale Auffassung des Lebens, seine innere Vornehmheit und sein Sinn für alles Schöne und Gute gaben seiner Persönlichkeit ein hervorragendes Gepräge. In zahlreichen Vorträgen in Vereinen und Körperschaften und in Gesprächen im engeren Kreise konnte man oft seine reichen Kenntnisse und seine idealen Anschauungen bewundern. Halbtagsferienkolonie des Jüdischen Frauenbundes, Ortsgruppe Leipzig. Anmeldungen von Kindern im Alter von 6—12 Jahren für die Halbtagsferienkolonie des Jüdischen Frauenbundes während der Sommerferien im Lunapark werden Sonntag, den 10. Juli, vormittags 10 Uhr, in der Nordstr. 15 entgegengenommen. Spätere Meldungen können nicht berücksichtigt werden. Unsere Gemeinde und das „Hamburger israelitische Familienblatt". Wir haben erst jetzt die Möglichkeit, auf einen in Nr. 21 der vorgenannten Zeitschrift von 26. Mai 1932 enthaltenen Aufsatz zu erwidern, der die Ueberschrift trägt: ..Muß das sein? Ein offenes Wort in eigener Sache." Das „Hamburger israelitische Familienblatt" hatte in seiner Nummer vom 24. März 1932 einen Bericht über unsere Gemeindesitzung vom 10. März 1932 gebracht, der eine Reihe von sinnentstellenden Sätzen enthielt und deshalb geeignet war. außerhalb Leipzigs ganz falsche Vorstellungen von unserer Verwaltung und unserer Wohlfahrtspflege zu erwecken. Es erschien uns am einfachsten, der Schriftleitung den in unserem Gcmcindcblatt abgedruckten Sitzungsbericht einzusenden, damit sie ihre Darstellung berichtige. Da uns die Schriftleitung erwiderte, daß sie trotz genauester Durchsicht keine Entstellungen habe finden können, verzichteten wir auf weitere Aufklärungen, die ja auch nichts anderes hätten besagen können, als was sich durch das Vergleichen der beiden Berichte ergab. Wir waren selbstverständlich der Meinung, daß es der Schriftleitung der angesehenen Zeitschrift nicht an der Fähigkeit ermangele, die Fehler in ihrer Berichterstattung zu erkennen, und schrieben ihr deshalb, daß sie dieselben offenbar nicht einsehen wolle. Auf den sachlichen Inhalt der Meinungsverschiedenheit brauchen wir an dieser Stelle nicht einzugehen, denn unsere Gemeindemitglieder haben in Nr. 12 unseres Gemeindeblattes vom 18. März 1932 einen klaren und sachgemäßen Bericht über die Gcmcindesitzung vom 10. März 1932 erhalten. An den amtlichen Schriftwechsel zwischen unserer Gemeinde und der Hamburger Zeitschrift schloß sich dann noch ein privater an, der von einem unserer Gemeinde sehr nahestehenden Redaktionsmilglied der Hamburger Zeitschrift mit unserem Gemeindevorsteher geführt wurde. Der Schriftwechsel endete mit einer befriedigenden Erklärung der Redaktion und dem Vorschlag, mit Rücksicht auf die abgelaufene Zeit auf eine Berichtigung zu verzichten. Damit hielten wir die Angelegenheit für endgültig erledigt. Daher hat es uns aufs äußerste befremdet, daß die Schriftleitung des „Hamburger israelitischen Familienblattes" die Angelegenheit in dem eingangs erwähnten Artikel nochmals aufgegrifien und vor der Oeffcntlichkeit. für welche die Sache gänzlich bedeutungslos ist, in einem für die Leitung der Gemeinde verletzenden Ton behandelt hat, der in auffallendem Gegensatz zu dem vorausgegangenen, von Vi-rständigungswillen zeugenden Schriftwechsel steht. Die Zeitschrift betont immer die Wichtigkeit des innerjüdischen Friedens: im Leipziger Gemeindeleben hat sie nicht nach diesem Grundsatz gehandelt. Schon mehrfach hat sie in unserer Gemeinde höchst unliebsames Aufsehen erregt. Das erstemal gab sie in einem großen Aufsatz ein Bild von unserer Gemeinde, das in allen Kreisen als völlig verzerrt und zudem aus Gründen, die in der Person dos Verlassers liegen, auch als geschmacklos und unpassend empfunden wurde. Das zweitemal wurde eine private Auseinandersetzung zwischen einer führenden Persönlichkeit unserer Gemeinde und der Zeitschrift ebenso grundlos wie jetzt dem großen Leserkreis des Blattes unterbreitet. Nach alledem können wir für Leipzig nicht anerkennen, daß „sich die Mitarbeiter und Korrespondenten des Hamburger israelitischen Familienblattes" die größte Mühe geben, ihre Berichterstattung so objektiv wie möglich zu gestalten". Noch weniger glauben wir, daß die Schriftieitung in den vorliegenden Fällen durch ihr Verhalten der jüdischen Gemeinschaft gedient hat. wie es ihr Wunsch ist. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Jüdische Hauspflegerinnen. Für alle Fälle, in denen eine Vertretung der Hausfrau benötigt wird, in Krankheitsfällen, bei Reisen usw.. empfiehlt die Ortsgruppe Leipzig des Jüdischen Frauenbundes seine bewährten Hauspflegerinnen, die jede häusliche Arbeit übernehmen. Zuverlässig in ritueller Küche. Aufragen sind zu richten an: Frau Leu Emmerich, Tel. 12 298; Israelitisches Gemeindeamt, Tel. 21 382. Amtliche Bekanntmachungen Barmizwa-Vorbereitung. Zur Barmizwa-Vorbereitung werden seitens der Gemeinde unent geltlich besondere Lehrgänge abgehalten. Für die in der Zeit vom 1. Januar 1920 bis 31. März 1920 geborenen Knaben beginnt der Lchrgan. am 20. August 1932. Nur wer daran teilgenommen hat, wird alsBarmizw. in der Gemeindesynagoge zugelassen. Anmeldungen bis 15. Juli 1932 im Gemeindeamt, Löhrstr. 10,1. Von der Teilnahme können auf Antrag der Eltern solche Knaben befreit werden, welche bereits ihren Religionsunterricht privat durcl. einen von der Gemeinde angestellten Lehrer erhalten. Auch diese Kinder sind zur angegebenen Zeit zu melden. Leipzig, den 13. Juni 1932. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Aus dem Gemeindeamt Gottesdienste Gemeindesynagoge, GottschedstraBe 28. Sahbatgottesdienst : Abendgebet: Freitag, den 8. Juli, 15. Juli, 22. Juli, 29. Juli, 6. August, 19 Uhr. — Predigten: 8. Juli, 22. Juli (Rabbiner Cohn), 6. August (Dr. Ooldmann). — Morgengebet: Sonnabend, den 9. Juli, 16. Juli, 23. Juli, 30. Juli, 7. August, 9 Uhr. — Jugendgottesdienst: Sonnabend, den 9. Juli, 15,15 Uhr mit Predigt (Rabbiner Cohn). — Nachmittagsgebet: 9. Juli, 20,55 Uhr, anschließend Lchrvortrag (Rabbiner Cohn); 16. Juli, 20,45Uhr. anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Cohn): 23. Juli, 20,30 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Cohn); 30. Juli, 20,20 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Cohn); 6. August, 20,05 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Dr. Goldmann). — Abendgebet: 9. Juli, 21,25 Uhr: 16. Juli, 21,16 Uhr; 23. Juli, 21,03 Uhr; 30. Juli, 20,53 Uhr; 6. August. 20,39 Uhr. Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen: 7,30 Uhr. werktags 7 Uhr. — Abendgottesdienst 19 Uhr Ez-Chaitn-Synagoge, Otto-Schill-Str. 4. Freitag, den 15. Juli, 22. Juli und 29. Juli, 19,15 Uhr; Sonnabend, den 16. Juli, 23. Juli und 30. Juli, 8,30 und 17 Uhr: Sonnabend, den 16. Juli, Ausgang 21,16 Uhr, 23. Juli. Ausgang 21,03 Uhr: 30. Juli, Ausgang 20,53 Uhr. — Wochentags 7 Uhr, nachmittags 19,15 Uhr. Personenstandsnachrichten. Geburten: 29. Mai 1932: Feiwisch Gruberger und Ruth Helene geb. Fischleber, Kreuzstr. lc, eine Tochter „Monica". 1. Juni 1932: Gedalja Hepncr und Margot Lina geb. Silberstein, Thomasiusstr. 28, eine Tochter „Rita". 19. Juni 1932: Judko Rutkowski und Marie geb. Szaps, Yorkplatz 6, eine Tochter „Frida Wera". 20. Juni 1932: Salorao Rosenbaum und Rosa geb. Chajutin, Thomasiusstraße 8, einen Sohn „Jack". 21. Juni 1932: Moritz Berger und Sara geb. Henik. Humboldtstraßc 23, eine Tochter „Rosel". Barmiz was : Am Sonnabend, 25. Juni: Sicgmund Rubin, Sohn des Herrn David Rubii und Frau Rosa geb. London, Pfaffendorfer Str. 48, in der Synagoge Ohel Jakob, Pfaffendorfer Str. 4. Am Sonnabend, 2. Juli: Egon Motulsky. Sohn des Herrn Robert Motulsky und Frau Friederike geb. Hcilbronner, Leisnig, Chemnitzer Straße 13, in Leipzig in der Gemeindesynagoge. Am Sonnabend. 16. Juli 1932; Siegmund Schnittmann, Sohn des verstorbenen Herrn Schnittmann und Frau Sophie geb. Schwarzberg Gohliser Str. 28, in der Gemeindesynagoge. Am Sonnabend, 23. Juli 1932: Bernhard Weiser, Sohn des Herrn Benjamin Weiser und Frau Martha-Hanna geb. Hoffmann. König-Johann- Straße 19, in der Gemeindesynagoge. Am Sonnabend, 6. August 1932: Gerd Gorne, Sohn des Herrn Isidor Gorne und Frau Margarethe geb. Schmerel. Elsterstr. 28, in der Gemeindesynagoge. Trauungen: Am Sonntag, 19. Juni, 4 Uhr nachm.: Fräulein Peppi Weitz, Rosentaiga sse 2, mit Herrn Willy Gold berger, Leipzig, in der Wohnung Rosentalgase 2. Am Sonntag, 19. Juni 1932: Fräulein Alice Hilde Lustig, König-Johann- Straße 8, mit Herrn Dr. Gerhard Fein, Gohliser Str. 15. Am Sonntag, 26. Juni 1932: Fräulein Jetty Fcldmann, Elsterstr. 55. mit Herrn Hans Blankenstein, Tauchaer Str. 10. Am Sonntag, 26. Juni 1932: Fräulein Erna Qoldstcin, Gerbcrstr. 16, mit Herrn Hermann Schuldenfrei, Pfaffendorfer Str. 1. Am Sonntag, 10. Juli 1932, %2 Uhr mittags: Fräulein Scheindel Dunkelmann, Elsbethstr. 25, mit Herrn Martin Ludwig Neuweck, Ratibor, in Leipzig, in der Wohnung von Herrn Rabbiner Cohn. Am Sonntag, 10. Juli 1)32, 4 Uhr nachm.: Fräulein Berta Prinz, Reudnitzer Str. 4, mit Herrn Sigmund Schwarz, Leipzig, in der Wohnung Reudnitzer Str. 4. Für die uns anläßlich unserer silbernen Hochzeil erwiesenen Ruhaerksamkeilen danken herzlichsl P/orf/endorfer Sit. 5t KanlOP H. 6>Ü)T18chÜ.lz VLTld Fratl