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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1932-04-29 · 18 (29.4.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
8 (1932)
Issue
18 (29.4.1932)
Date
1932-04-29
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seit« 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIQIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer IS Sonntag, den 8. Mai, abends 8 Uhr im Saale des „Volkswohl", Löhrstraße 7 V o r t r a £ des Herrn Oberbaurats Robert Stricker, Wien Herausgeber der „Neuen Welt" : Zurück zum Herzl-Zionismus Karten bei M. W. Kaufmann, Brühl, und an der Abendkasse Gruppe der Zionisten Revisionisten zu Leipzig. Es befanden sich in 1929 Evangelischen Anstalten...... l.r>864 (42,46) Katholischen Anstalten...... 12 817 (34,30) Jüdischen Anstalten....... 123 ( 0,33) Privaten interkonfessionellen Anstalten 936 ( 2,51) Staatlichen Anstalten....... 7 625 (20,40) 1930 Evangelischen Anstalten...... 14 750 (41,88) Katholischen Anstalten...... 11 907 (33,80) Jüdischen Anstalten....... 98 ( 0,28) Privaten interkonfessionellen Anstalten 1 133 ( 3.22) Staatlichen Anstalten....... 7 333 (20,82) Auf die konfessionellen und interkonfessionellen Anstalten entfallen somit in den letzten Berichtsjahren fast vier Fünftel aller Fürsorgeloglinge. Schi. Aus: .lud. Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik. April 1932. Jüdische Verbände und Gemeinden Die Jahresversammlung des Hilfsvereins der Deutsrhen Juden. Am Donnerstag, dem 31. Marz 1932. abends, hielt der Hilfsverein der Deutschen Juden unter Vorsitz von Dr. James Simon im Hotel „Der Kaiserhof" in Berlin seine Jahresversammlung ab, mit der eine Ehrung seines Vizevorsitzenden. Generalkonsul Eugen Landau, aus Anlaß seines achtzigsten Geburtstages verbunden war. Dr. Simon regte an. zu Ehren von Herrn Generalkonsul Landau in Würdigung seiner Arbeit im Interesse des Hilfsvereins seit seiner Begründung einen Eugen Landau-Fonds zu errichten. In seiner Eröffnungsansprache führte Dr. Simon u. a. aus: Das Jahr 1931 war für die Juden eines der schwersten. In diesem Jahre erwies es sich, welch eine feste und unauflösliche Verbindung zwischen dem Hilfsverein und seinen Mitgliedern besteht. Auf den Appell des Herrn Max M. Warburg zur Schaffung eines James Simon-Fonds sind 182 000 Mark gezeichnet worden. Don Finanzbericht erstattete der Schatzmeister des Hilfsvereins. Herr Direktor M. Joachinissohn. Die Eingänge betrugen außer den Zuwendungen für den James Simon-Fonds 223 991 Mark. Die Mehrausgaben betrogen rund 54 000 Mark und konnten aus den Reserven gedeckt werden. Dr. Wisrhnitzer erstattete den Tätigkeitsbericht. Die Auswanderung im Jahre 1931 ist im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren stark zurückgegangen. In Kanada. Mexiko. Kuba. Argentinien, Brasilien. Australien und in anderen Ländern wurde in Rücksicht auf die wirtschaftliche Depression die Einwanderung erschwert bzw. noch mehr ab bisher eingeschränkt. Die Vereinigten Staaten haben mittels administrativer Maßnahmen die Einwanderung radikal eingedämmt. Im zweiten Halbjahr 1931 ist ein neuer katastrophaler Rückgang zu verzeichnen gewesen. Es konnten nur 1455 Juden einwandern. Im Jahre 1931 passierten unter Fürsorge des Hilfsvereins den Srhlesischen Bahnhof in Berlin 18 897 Aus- und Rückwanderer (8604 Männer. 6572 Frauen und 3721 Kinder), davon 4338 Nichtjuden. Durch Neu- Bentschen, wo ein Vertrauensmann des Hilfsvereins tälig ist, fuhren 4200 Juden. Ueber Hamburg und Bremen gingen rund 4300 Auswanderer. Im Büro des Hilfsvereins in Berlin wurden über KKW Personen beraten. In Polen galt die Arbeit des Hilfsvereins hauptsächlich der notleidenden Jugend. Von den fünf Ferienkolonien, zu deren Errichtung der Hilfsverein 50 000 Mark beigesteuert hat, sind im Sommer 1931 drei in Betrieb genommen worden. Die Not der von der Horhwasserkatastrophe im Gebiete nördlich von Wüna im Frühjahr 1931 heimgesuchten jüdischen Gemeinden wurde gelindert. In Rumänien wurden elf Bildungsanstalten mit über 2500 Schülern und Schülerinnen unterstützt. Dr. Wischnitzer schilderte seine Eindrücke beim Besuch der Jeschiwoth, die von der Haffkine-Stiftung unterstützt werden. Er wies u. a. auf die Tendenz hin, den Jeschiwoth Lehrwerkstätten anzugliedern, die die Zöglinge auch für das werktätige Leben vorbereiten sollen. Er berichtete über die Zusammenarbeit mit den führenden jüdischen Organisationen in Frankreich, England und Amerika. Rabbiner Dr. Ludwig Rosenthal, Köln, dankte im Namen der Generalversammlung der Leitung des Hilfsvereins für die geleistete Arbeit und huldigte der Persönlichkeit seines Führers, James Simon. Rabbiner Dr. Salli Levi, Mainz, gab in seinem Vortrage über Erlebnisse an der Ostfront in den Jahren 1914 bis 1918 ein Bild von der Lage der jüdischen Bevölkerung in der Kriegszone und von den Hilfsaktionen, an denen der Hilfsverein führend beteiligt war. Er begrüßte es, daß der Hilfsverein in Fortführung seiner Traditionen die Jugendfürsorge, insbesondere die Berufsausbildung der heranwachsenden Generation, in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellt. Unsere Gemeinde •Ul. Geburtstag. Unmittelbar vor Schluß dieser Nummer werden wir darauf hingewiesen, daß am 2. Mai Herr Hugo Kaufmann seinen 60. Geburtstag begeht. Der in seinen Berufskreisen außerordentlich geschätzte Jubilar widmet sich seit vielen Jahren als Gemeindeverordneter, als Synagogenkommissar der Gemeindesynagoge und in vielen Ausschüssen in hingebender und verdienstvoller Weise den Angelegenheiten unserer Gemeinde: neben anderen Einrichtungen gehört sein besonderes Interesse dem Kindergottesdienst an den hohen Feiertagen. Auch viele Wohlfahrtsbestrebungen haben in Herrn Kaufmann einen stets bereiten Förderer, u. a. wissen der Wohltätigkeitsverein, die Gesellschaft der Freunde seine kluge, stets tntkräftige Mitarbeit zu schätzen. Wir sprechen auch an dieser Stelle dein verdienten Manne herzliche Glückwünsche aus: Möge er noch eine lange Reihe von Jahren in stets unverminderter Kraft seinen starken Gemeinsinn zum Wohle unserer Gemeinde und ihrer Einrichtungen betätigen können, und ihm an der Seite seiner Gattin und im Kreise seiner Familie ein reiches Maß an Freuden beschieden sein. Gesrhäftsjubiläum. Am 1. Mai besteht die Firma S. Frank & Sohn, Leipzig, 60 Jahre. Das seit etwa 40 Jahren von dem allgemein geschätzten Mitglied unserer Gemeinde, Herrn Paul Frank, geleitete GeschSftsunternehmen wurde in Hoym (Anhalt) von dem verstorbenen S. Frank begründet und im Jahre 1903 nach Leipzig verlegt. Durch Solidität und Gediegenheit der Geschäftsführung hat sich die Firma, die neben anderen Artikeln besonders den Versand von Schwarzwalduhren aller Art im In- und Ausland betreibt, einen vortrefflichen Ruf erworben. In rastlosem Vorwärtsstreben hat der rührige Inhaber auch die Fabrikation von Schreibfedern für Füllfederhalter angegliedert, die zur Festigung des guten Rufs der Firma beigetragen hat. Besonders bemerkt zu werden verdient, daß das Geschäft seit Bestehen an Sabbaten und Feiertagen streng geschlossen ist. Wir wünschen auch an dieser Stelle dem Leiter des erfolgreichen Unternehmens anläßlich seines Geschäftsjubiläums viel Glück für die Weiterführung des Geschäfts: Möge es ihm vergönnt sein, an dem Gedeihen seiner Arbeit im Kreise der Seinen dauernd Freude zu erleben. --. Wir gestatten uns, alle Verwandten, Freunde und Bekannten zur Barmizwahfeier unseres Sohnes Edmund welche am 7. Mai. um 9 Uhr, In der Gemeindesynagoge, Gottschedstraße, stattfindet, höflichst einzuladen. V Humboldtstraße 11 E Tipfang von 12-",2 Uhr ii. Leopold Krämer-Steinbrecher u. Frau Tina geb. Frankel Amtliche Bekanntmachungen Worhentagsgottcsdienst Ab 1. Mai 1932 beginnt der Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen um 7,30 Uhr, an Werktagen um 7 Uhr. Leipzig, den 11. April 1932. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig

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