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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1932-04-22 · 17 (22.4.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
8 (1932)
Issue
17 (22.4.1932)
Date
1932-04-22
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 C.EMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 17 r Hierdurch teile ich mit. daß ich mich nach 8)ahriger Assistentenzeit (davon 7 Jahre an der Orthop. Universitätsklinik Leipzig, Prot. Schede) als Facharzt für Orthopädie niedergelassen habe. Sprechzeit tägl. 5—7 Uhr (außer Sonnabend). Ferner bin ich in der Klinik meines Vaters gemeinsam mit ihm tätig. Privatdozent Dr. Ernst Bettmann Telephon 20482 nachts 19442 Dittrichring 20a j durch die Leitung seiner Chöre (seit HH)1) schon damals anerkannte Musiker kam schon bald nach der Gründung des ABI in Verbindung mit Ihm und war viele Jahre hinduroh wegweisend für die Kontert- Veranstaltungen, die durch Ihn auf ein ungewöhnlich hohes Niveau gebracht wurden. Die namhaftesten Künstler verstand er für Konzertveranstaltungen für das ABI zu gewinnen. Beispielsweise gelang es ihm. mit dem Gewandhausorchester zu Vereinbarungen über Konzerte vor den Mitgliedern des ABI. auch unter Nikiseh und seither immer wieder, zu gelangen. Zu einer stehenden Einrichtung sind die von Barnet Licht angeregten und durch ihn eingeführten Silvesterfeiern in der Alberthalle geworden. — Wir freuen uns mit dem geschätzten Künstler über die verdienten Ehrungen und wünschen ihm. daß ihm in gleich verdienstvoller Weise noch lange Jahrsehnte an seiner Stelle im Leipziger Kunstleben zu wirken vergönnt sei. Hauptversammlung des Jüdischen Frauenbundes Ortsgruppe Leipzig. Unter reger Beteiligung fand am Donnerstag, dem 14. April, die diesjährige Hauptversammlung der Ortsgruppe Leipzig des Jüdischen Frauenbundes statt. Voran ging eine gemütliche Kaffeestunde, der F>au Marg. Frank ein festliches Gepräge gegeben hatte. Frau Else Cohn erstattete den Tätigkeitsbericht und führte darin aus, daß die Ortsgruppe gerade in diesem Notjahr auf geistig-kulturellem wie auf charitativem Gebiet nach einer Zentralisation der verschiedenen Organisationen gestrebt hatte. Auf geistigem Gebiet war der Versuch gemacht worden, die vier F'rauenvereine: die Ortsgruppe des J.F.B., Schwesternbund der Leipzig-Loge, Verband jüdischer Krauen für Kulturarbeit in Palästina. Frauengruppe des C.-V., zu einer Vortragsgemeinschaft zusammenzuschließen, in deren Rahmen folgende Vorträge stattfanden: F'rau Anita Müller-Cohen. Wien: „Zweifel und Zu versieh t": Frau Hsdaasah Chamiaer: „ü b e r das jüdische Buch": Frau Marg. Fried, Berlin: „Alles andere — nur nicht müde werden": Frau Dr. Therese Benedek: „E i g n u n g zur Ehe": Fräulein Dr. Anneliese Landau. Berlin: ..Fanny Mendelssohn als K o m p o n i s t i n", Gesangsbeispiele: F'rau Siegel; Frau Anna Neumann: ..A g g a d i s t i s c h e Literatur"; F'rau Else Cohn: ..Religiosität als seelische Kraftquelle"; F'rau Reeha Carlebach: ..F ü brande Frauen Euro pa s". — Die Orlsgruppe Leipzig hatte die Ehre, dali die Gesaintvorstandssitzung des Jüdischen Frauenbundes in Leipzig stattfand, die mit einem öffentlichen Vortrag von Frau Prochownik, Berlin, über „Wirtschaftskriseund BerU f" verbunden war. — Zu Chanukka fand ein von Flau Marg. Frank vorbereitetes Kinderfest statt, in dessen Mittelpunkt von Frau Hsdaasah Chamiaer aus dem Hebräischen übersetzte Märchen standen. — Trotz des schönen Gedankens, der dem oben erwähnten Vortragssusammenachlufi zugrunde lag. erwies er sich für die < [meinen Vereine als hemmend für die eigene Entwicklung; er wurde daher nach gegenseitiger Obereinkunft aufgelöst. Die geselligen N a c h mit! a g e f ii r die älteren I) a m e n fanden auch in diesem Jahre sehr viel Anklang. Die Hausfrauenpflichteu tduatd Tleu&auec, £eip<zig. Nordstraße 17 Fernspr. 15671 Gegr. 1892 Damen* u.3teuen= Jcisiec Salon 9Caacs und Schönheitspflege 2)auecwelleti Pactümecien loiUttoMOkel Fachmännische, individuelle Bedienung Ehrenpreise: Berlin 1887 Leipzig 1901 Eifurt 1921 Chemnitz- Dresden 1927-28 Goldene Medaille: Leipzig 1921 übernahmen wiederum F'rau Rosel Lampel und Frau Rosi Krause Für Abwechslung wurde durch ein immer wechselndes künstlerische- Programm gesorgt, dem sirh freundlichst Damen und Herren der (ie sellschaft zur Verfügung stellten, das aber auch teilweise dem guten Zweck einer Künstlerhilfe diente. Die „berufstätigen jungen M ü d c h e n" fanden sich unter Leitung von Fräulein Edith Alexander allwöchentlich zusammen. Die Gruppe konnte über ein umfangreiche- Vortragsprogranun berichten. Den Veranstaltungen ging Immer ein von Frau Lore Grunsfeld geleiteter Gymnastikunterricht voran. Die Ortsgruppe Leipzig des J.F.B, versuchte in diesem Jahre den alten Plan eines Zusammenschlusses aller Wohlfahrlsvereine in einer Zusammenkunft von Vertretern aller Leipziger charitativen Organisationen neu zu propagieren. Leider ließ sich der Zusammenschluß, trotzdem ihm viele Sympathien entgegengebracht wurden, noch nicht verwirklichen. — Die soziale A rbeit des J.F.B, vollzog sich, wie in den vergangenen Jahren, in der „Kninilienfürsorge" (Mittwoehsitzung). Die im vergangenen Jahre ins Leben gerufene Nähstube fand nicht genügend Zuspruch, so dall sie wieder aufgelöst wurde. Dagegen hat sich die neue Einrichtung der „Hauspflege", die unter Leitung von F'rau Schieß und Frau Emmerich stand, sehr bewährt. FIs waren im vergangenen Jahre 140 Tagespflegen und B Nachtpflegen zu verzeichnen. Frau Hansi Kahn berichtete, daß die Rechtsschutzstelle im letzten Jahre 13 Fälle bearbeitet hat. Das von Frau Vera Rosenbaum bearbeitete Gebiet des Mädchenschutzes und der Geriehtshilfe hat auch im letzten Arbeitsjahr intensive Arbeit erfordert. Die von Frau Rosi Krause betreute Halbtagsferienkolonie für 1H0 Kinder hat auch in den letzten Sommerferien ihren segensreichen Zweck erfüllt: es wurde der Appell an die Versammlung gerichtet, auch in diesem Jahre bei der Durchführung behilflich zu sein. Eine neue Elinrichtung, die gemeinsam von der Ortsgruppe Leipzig des J.F'.B. und vom Israelitischen Frauenverein ins Leben gerufen worden ist, ist die in den verschiedensten Orten so bewährte Pfundsammlung. die von Frau Dr. Ehrmann. Frau Schindler und Frau Gompertz durchgeführt wird. Im Anschluß an die Tätigkeitsberichte gab Frau Dr. Ehrmann, in Vertretung von F'rau Justizrat Löwenstein, den Kassenbericht. Es schloß sieh die von F'rau Leni F.mmerich geleitete Vorstandswahl an, in der der alte Vorstand wiedergewühlt wurde unter einstimmiger Zuwahl von Frau Anna Plaut. — Einen schönen Abschluß fand die Hauptversammlung durch den interessanten Vortrag von Frau Reeha Carlebach „Führende Frauen Europas". Neue Bücher Rliezer Ben Jehudas Lebenswerk wird fortgeführt. Herr Fluni Ben Yehuda, Solin des bahnbrechenden hebräischen Hebraisten und l.exike- STSphen Rliezer Ben Yehuda, weilt gegenwärtig in Berlin, um die Drucklegung des neunten Bandes des großen ..Millen" (T Ii e x n u r u s t o - tius II c h r a i t a t i s>. von dem die Matern heim Verlag Langen seheidt. I'.erlin-Seliöneherg. bereits druekhereit vorliegen. 10 überwachen und die Herausgabe des zehnten Bandes vorzubereiten, der am 10. Todestage Eliezer Ben Yehudas erscheinen soll. Der neunte Band ist Ixml Melchett gewidmet, der die Mittel für dessen Driieklegung gestiftet hat. Herr Kliud Ben Yehuda hat im Interesse der Fertigstellung und des Vertriebs des grolien ..Millon" und der Herausgabe der weiteren Wissenschaftlichen und literarischen Werke seines Vaters mehrere Länder bereist. Kr hielt in Stuttgart. Frankfurt. Wiesbaden und in anderen Städten Vorträge Ober die von Eliezer Ben Yehuda eingeleitete neue Bpochs des HebfSjsnros und wird demnächst auch in Berlin einen Vortrag nBHfSBr Ben Yehuda: äO Jahre Wiederaufbau Palästinas" halten. F'iir den 10. Todestag FJliezcr Ben Yehudas werden in Palästina und in allen (Ihrigen Landern große (iedenkfeiern vorbereitet. F'rau Hcmda Ben Yehuda. Lebensgefährtin und Mitarbeiterin Kliezer Ken Yehudas, hat bereits ihre Erinnerungen an das einzigartige Kiimpferleben des Begründers der dritten hebräisch-jüdischen Renaissance beendet. Die Memoiren haben bereits in hebräischer Sprache in Jerusalem SO erseheinen liegonnen und sollen auch in deutscher Sprache und in anderen Sprachen herausgegeben werden. Frau Hemds Ben Yehuda, die in diesem Jahre ihren 00. (Jehurtstag l>egehen wird, hat das unvollendet zurückgelassene Hauptwerk ihres Mannes, den „Thesaurus", gemeinsam mit ihren Kindern auf Grund zurückgelassenen Materials und Notizen zu Ende geführt und hat sich auch um dessen Drucklegung sehr verdient gemacht. Diese ungeheure Leistung hat ihr Anerkennung und Dank der jüdischen F'ührer und der wissensehaftlicheii Welt eingebracht. Unsere Jagend Aufruf der JUdisch-sozinlistischen Arbeiterjugend. Von der Jüdischen sozialistischen Arbeiterjugend gehen uns folgende Ausführungen zu: In einer Reihe von Städten sind zionistisch-sozialistische Arbeiterjugendgruppen entstanden. In Leipzig hat seit Wochen ebenfalls eine Gruppe zu arbeiten begonnen. Die L Maifeier soll die erste größere Veranstal-

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