Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 15 (8.4.1932)
- Date
- 1932-04-08
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 Jüdischer Frauenbund; Ortsgruppe Leipzig Donnerstag, den 14. April, 16 Uhr, in den Räumen der „Gesellschaft der Freunde",'RingmeQhaus it Geselliges Beisammensein", anschließend Hauptversammlung Tagesordnung: 1. Tätigkeitsbericht. 2. Kassenbericht. 3. Entlastung des Vorstandes. 4. Wahl des Vorstandes. 5. Anträge. Ferner 17 Uhr: Referat: Frau Recha Carlebach: Führende Frauen Europas. Gäste willkommen. Anträge sind bis 10. April an Frau ELSE COHN, Löhrstraße 10, zu richten. Aus aller Welt l>i i Krzhischof von Köln liir inneren Frieden. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Köln des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Dr. Heinrich Frank, gleichzeitig Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Köln, der Genieinderabbiner Dr. Rosenthal in Köln sowie der Syndikus des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jttdisehen Glaubens in Berlin, Dr. Alfred Wiener, wurden von dem Generalvikar des Erzbistums Köln, Dr. David, empfangen. Sie unterbreiteten eine Reihe von Materialien über die Zügellosigkeiten (!. - politischen Kampfes gegen die .luden. Kardinal Schulte hat darnufiün Herrn Gemeinderabbiner Dr. Kosenthal in Köln das nachstehende Schreiben zugehen lassen: Der Krzbischof von Köln. Köln, den 10. März 19:12. Buer Hochwürdenl Von den Oberaus rohen und jeder Gelittung hohnsprechenden Bewhimpfungen Ihrer Glaubensgemeinschaft, namentlich von den Grab- BchHndnnsjen auf ifldinchen Friedhöfen, worüber Sie meinen Herrn Uenerahrikar da ich verhindert war persönlich und nachher mich durch tTL'lierreichun|{ von gedrucktem Materini unterrichteten, habe ich mii tiefstem Bedauern Kenntnis genommen. Ich kann Ihre innere Entrang; und Bntrflstung nur teilen und sehr in diesen YorkiiinmniSSen ie neue ernste Mahnung SU alle Gutgesinnten, der zunehmenden Vcr- Iderung der Sitten in unserem Volke ohne Säumen und mit »Her "Tgie entgegenzuwirken. grSBter Hochschttaung hin Ich Ihr stets ergebenster Bez. Kardinal Schulte, Krzhischof von Köln, iiier HochwUrden Herrn (Seineiiidernhbinnr Dr. Bosenlhal in Köln, onstr. 50. i" R Sächsische Gemeinden A idsjubiläuni des Rabbiner Dr. Fuchs. Chemnitz. Am 1. April waren •lahre verstrichen, seitdem Dr. Hugo Fuchs als Rabbiner der I aeliUsefaen Religionsgemeinde zu Chemnitz wirkt. Neben der in - ner Gemeinde entfalteten rabbinischen Tätigkeit hat sich der Jubilar durch seine literarischen Arbeiten einen weithin bekannten Nai ii gemacht. Eine Fülle von Artikeln, insbesondere über Gegenstände der Heiligen Schrift, hat er für das „Jüdische Lexikon" geliefert: 1 leben hat er in einer stattlichen Zahl von Aufsätzen in Zeitschrif- ' n Wertvolles zur grundsätzlichen Erörterung von Fragen des Juden- I mis beigetragen, und auch zu Gegenwartsproblemen beachtliche Bei- I me geliefert. Auch in zwei kleinen eigenen Schriften „Religionslentuni" und „Gyges — die .ludenheit" hat er Probleme der neue- ■ ii jüdischen Entwicklung behandelt; vielfach verbreitet ist das von i in bereits in der 5. Auflage erschienene „Lehrbuch der jüdischen 1 Mhichte". Alle Kreise der Chemnitzer Gemeinde waren darauf bedacht, das Jubiläum festlich zu gestalten. Die Gemeindevertretung und die in der Gemeinde arbeitenden Organisationen und Vereine wetteiferten darin, Herrn Dr. Fuchs Beweise der Dankbarkeit und der Anerkennung seiner außerordentlich vielseitigen Genieindetätigkeit darzubringen. Am Freitagabend fand in der Synagoge ein ungewöhnlich stark besuchter Festgottesdienst statt, bei dem Rabbiner Dr. Wolf, Dresden, eine die Stellung des Rabbiners und besonders des Herrn Dr. Fuchs in seiner Gemeinde zeichnende Festpredigt hielt. In tiefer Ergriffenheit über die ihm gewordene Ehrung dankte der Jubilar und betete, daß es ihm gelingen möchte, auch weiterhin für die Gemeinde und für das Judentum wirken zu können. Am Sonnabend Mittag veranstaltete die Gemeinde in den Räumen der Saxonia-Loge eine akademische Feier. Auch diese war außerordentlich gut besucht. Der Akt wurde durch eine Ansprache des Herrn Gemeindevorstehers Kahn an den Jubilar eröffnet, worin dieser, unter besonderer Hervorhebung der in 25 Jahren vielseitig geleisteten Arbeit, den Dank der Gemeinde in überaus herzlicher und wann empfundener Weise zum Ausdruck brachte. Kr verlas alsdann ein in warmen Tönen gehaltenes Glückwunschschreiben des Oberbürgermeisters. Gemeinderabbiner Cohn, Leipzig, überbrachte Glückwünsche für den Sächsischen Israelitischen Geineindeverband und für die Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig, Rabbiner Dr. Wolf. Dresden, für die Gemeinde Dresden und die Rabbinerverbände, Max G o I d - berg, Plauen, für die Gemeinde Plauen und die Eugen-Kuchs-Loge in Plauen. Daran schlössen sich in einer langen Reihe die Vertreter der verschiedensten Vereinigungen verschiedenster Richtungen und Bestrebungen: aus den auf hohem Niveau stehenden Ansprachen ging die Verehrung hervor, die sich Dr. Fuchs in allen Kreisen der Gemeinde durch seine stete Bereitschaft zu fördern und zu helfen erworben hat. Unter den Gratulunten fanden sich Alt und Jung zusammen. Es fehlte auch nicht der staatliche Gefäugnisfürsorger. der dem Jubilar wünschte, er möge das in der Gefangenen-Seelsorge imin»r wieder bewiesene edle Herz weiterhin betätigen können. Am Abend vereinigten sich im Hause des Jubilars zu einer internen Feier der Genieindevorstand, die Gemeindebeamten, die auswärtigen Delegierten und eine Reihe von Gemeindemitgliedern. Auch hier wurde der grollen Verdienste des Jubilars und dabei auch der Mitwirkung seitens seiner Gattin in vielfachen ehrenden, gedankeu- und humorvollen Ansprachen gedacht. Eine unübersehbare Fülle von Aufmerksamkeiten rundete das Gesamtbild der außerordentlichen Schätzung, die sich Dr. Fuchs erworben hat. Tieferschüttert stehen Mir an der Bahre unserer zweiten Vorsitzenden, der Frau Johanna Rabinowitz die den großen Kreise ihrer Freunde und Verehrer nach schwerer Krankheit gestern entrissen worden ist. Wir betrauern in der Heimgegangenen eine Frau von großen geistigen Gaben, seltener Herzensgüte und eindringendem Verständnis für alle humanitären judischen Zwecke Sie hat sidi um den Verein unvergängliche Verdienste erworben. Wir werden diese fromme und edle Frau nie vergessen. Der Vorstand des Frauenvereins „Ruth"