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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1932-04-08 · 15 (8.4.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
8 (1932)
Issue
15 (8.4.1932)
Date
1932-04-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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JL i i' K1BL. Postatiflage dieser Nummer: 4493 SlUcK.* NI VEHS.) emetaö cblottr DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT DER GEMEINDEVERWALTUNG! Dal GemelndebUtt erscheint |eden Freitag und wird I «_*' i « s_a u §-§-» <r # ■ jt a_a n «*> ja fej ** Q den^MItgllrdern drr Rellgkmagemelnde unentgeltlich I HHIÄKIEK 1> / JArlKdaNU O GemelndenbMniff'&iisUT Cohn, Leipzig, LönnrtraBe 10 FREITA*S 8* APRIL 1912 AnzeigenVerwaltung und Druck: Buchdruckerei August Pries. Leipzig, BrOderstr. N - Fernruf 700 06 - Postscheck Leipzig 53920 - Nachdruck nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung dea Verlanen gestattet Am 6. d. M. verschied Frau Johanna verw. Rabinowitz . Die Entschlafene hat ihrem tiefreligiösen Empfinden folgend, als Vorsitzende der Chewra Kadisdia der Frauen der Gemeinde seit einer langen Reihe von Jahren sehr wertvolle Dienste geleistet und sich deren bleibenden Dank, erworben. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren. Leipzig, den 6. April 1932. Der Vorstand und die Verordneten der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig Der Vorstand der Chewra Kadisdia Zur Frage der Friedhofskunst Architekt BDA. Wilhelm Haller. Vor einiger ^e't sprach Friedhofsdirektor Ackermann im Leipziger Kundfunk (Hier Friedhofskunst. Er erwähnte auch die alten jüdischen Friedhöfe und deren außerordentlichen künstlerischen Wert. Ich glaube, man kann noch weitergehen. Die Renaissance im deutschen Friedhofswesen wurde von dem Münchner Architekten (irässel vor ungefähr 25 Jahren eingeleitet, und seine liedankengänge sind zum wesentlichsten Teil vom jüdischen Friedhof befrachte! worden. Allerdings nicht von dem der letzten 5 Jahrzehnte, sondern dem alten. Das Wollen, sich der Umgebung anzugleichen, ging in neuerer Zeit häufig so weit, da Ii auch das weniger (Jute und Schöne kritiklos übernommen wurde. Auf diese Weise müssen wir die eigentümliche Krscheinung feststellen, da 1.1 die Ueberlieferung der alten jüdischen Friedhöfe der Wiedergeburt moderner Friedhofskunst diente, ohne daU unsere Friedhofskunst davon profitierte. Langsam fliellt die Welle aber weiter, und die von alten jüdischen Itegräbnisstätten abgeleiteten, dort beachteten Grundsätze kehren auf Umwegen und unter Widerständen zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Die neue Friedhofsordnung unserer Gemeinde stellt einen Versuch dar, diesen Auffassungen wieder Geltung zu verschaffen. Ks ist wichtig, darauf hinzuweisen, weil sie, trotzdem weitgehende Kompromisse zustande gekommen sind, manchmal als eine Kinschränkung der persönlichen KntschluUfreiheit angesehen wird. Zu Unrecht. In der heutigen Zeit der Notverordnungen mag man sie als solche ansehen: ist erst wieder das Gefühl für die Selbstverständlichkeit der Unterordnung des F.iuzelnen unter die Gesamtheit in alle Kanäle gedrungen, dann sind die Ordnungen überllüssig. Grassel schätzt au alten jüdischen Friedhöfen dreierlei: 1. Die Grabsteine liegen unter Augenhöhe, sind also niedriger als 1,40—1,50 m. 2. Sie sind von einheitlicher Schlichtheit nach dem alten jüdischen Grundsatz, daU im Tode alle gleich sind, und sind doch individuell. :i. Die hebräische Schrift ist von vorzüglicher künstlerischer Wirkung, wird viel dazu herangezogen und bildet häutig den hervorragendsten Schmuck der Steine. Der Blick des Friedhofsbesurhers schweift durch die geringe Höhe natürlich über das gesamte Gräberfeld weg und wird durch hohe Grabsteine nicht aufgehalten und gestört. Nur einzelne Steine von bedeutenden Persönlichkeiten des Geistes- oder Wirtschaftsleliens oder

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