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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1932-04-01 · 14 (1.4.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
8 (1932)
Issue
14 (1.4.1932)
Date
1932-04-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seit« 2 UEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Numinc ]. die Aschenbrödelstellung unt»*r den Berufen einnehmen. Auch die geldliche Abgeltung für die Berufshausfrau müsse anders geregell werden als bisher. Solange diese Wandlung In der Grundeinstellung nicht vollzogen sei, werde es unzufriedene, lustlose, unglückliche, schlechte Hausfrauen gelten, Töchter, die lieber in fremden Haushaltungen arbeiten als in eigenen. Krauen, die lieber acht Stunden im BQro geisttötende Arbeiten verrichten, anstatt ihren Haushalt zu besorgen. Wenn sich jetzt aber die intelligente Krau ihres II, ns. haltet annehmen muß, wird sie bestrebt sein, ihren Haushalt q modernisieren und zu rationalisieren. Durch eine derartige Un < staltuug der Berufsarbeit der Krau im Hause wird der tilgen» im Arbeitsmarkt eine wesentliche Entlastung erfahren. Nach einem Schlußwort des Vorsitzenden folgte ein geselliger mit musikalischen Darbietungen. (ITA.) Aus aller Welt Ehrungen eines .jüdischen Philanthropen. Der hervorragende Philanthrop Hermann Abraham beging in diesen Tagen seinen 85. Geburtstag. 1S92 gründete er als erster einen Verein für Kindervolksküchen. Aus diesem Anfang sozialer Schulkinderfürsorge entwickelte sich eine Reihe wohltätiger Einrichtungen, die Abraham in unermüdlicher Tätigkeit organisierte. 176 Anstalten mit 2000 Angestellten, in denen Erwachsene und Kinder vor der schlimmsten Nahrungsnot bewahrt wurden, unterstanden ihm im Kriege. Nach dem Kriege setzte Abraham sein Werk fort. Künf Kinderheime und Genesungsheime wuchsen auf. in denen Tausende von Jungens und Mädels liebevoll betreut wurden. Reichspräsident v. Hindenburg sprach dem Jubilar in einem herzlichen Schreiben seine Glückwünsche aus und wies auf dessen ..stille, unermüdliche Arbeit auf dem Gebiete der Schullünderspeisung und Unterhaltung von Mittelstands- und Beamtenküchen" hin. Der Reichskanzler Dr. Brü n i ng übermittelte seine und der Reichsregierung Glückwünsche, der preußische Ministerpräsident Otto Braun schrieb auch im Namen der preußischen Regierung. Auch der Minister für Volkswohlfahrt Dr. Hirtsief er, der Polizeipräsident QrsesinskL Oberbürgermeister Dr. S a h in und Stadtverordnetenvorsteher IIa ss würdigten in Glückwunschschreiben das große philanthropische Lebenswerk lierrmann Abrahams. Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlin schrieb an den Jubilar n. a.: „Seit Jahrzehnten widmen Sie Ihre ganze Kraft und Kürsorge den Werken sozialer Liebe, bemühen Sie sich, notleidenden und unglücklichen Menschen zu helfen und ihren Lebensweg leichter zu gestalten. Die Volksküche in der Gormannstraße ist ein Werk, das bei si-im-r Begründung die Aufmerksamkeit aller sozial denkenden Kreise auf sich gelenkt hat. Die Reichs- und Staatsbehörden, hervorragende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben Ihnen vielfach ihre Anerkennung für die Schaffung dieses Werkes ausgesprochen. Die llerrmann-.lohanua-lleime, au den günstigsten klimatischen Stellen des Meiches gelegen, haben vielen Kindern aller Konfessionen Erholung gespendet und sie für die Lebenskämpfe mit dem wichtigsten Out, der Gesundheit, ausrüsten helfen. Sie haben, sehr geehrter Herr Abraham, keine Mühe gescheut, weite Reisen zu unternehmen, um die Not dort zu lindern, wo sie sich gerade in ihrer empfindlichsten Form zeigte. Bei vielen Ausschreitungen gegen Juden im Osten sind Sie als einer der ersten helfend und lindernd erschienen. Ihre tätige Hilfe hat auch nicht versagt, als während des Krieges außerordentliche Not emporwuchs, die der lindernden Kürsorge wacher Menschenfreunde bedurfte. Auch in diesen Tagen, in denen Sie körperliches Leiden auf das Krankenlager gezwungen hat. haben Sie die Leitung Ihrer vielfachen gemeinnützigen Werke nicht aus der Hand gegeben. Ihr segensreiches Wirken hat die Anerkennung der jüdischen und nicht jüdischen Kreise in weitem Malle gefunden. Erfüllt von dem Bewußtsein, in hervorragender Weise zum Ausgleich der sozialen Gegensätze beigetragen zu haben, dürfen Sie auf ein gesegnetes Leben zurückblicken." Theodor Kappstein übergab Herrn Abraham einen von ihm KUsammengestellten Alma nach, in dem sich Grüße und Glückwünsche bekannter Zeitgenossen befinden, u. a. von Reichstagspräsidenten Paul Lobe. Dr. Hugo Kckener. Selma Lagerlöf. Professor Dr. Langstein, Anna v. Gierke, Professor v. Drigalsky. Dr. Emanuel Lasker, Gustav Krens- MH, Direktor Dr. Wolters u. a. GeiierahersamuiliiiiK de- Israelitischen Frauenvereins in Bad Nauheim am 9. März 1932. Der Vorsitzende erstattet einen Jahresbericht über die Karperiode 1881. Das Heim hatte auch unter den ungünstigen Verhältnissen dieses Krisenjahres zu leiden. Es wurden im Heim nahezu 288 Kurbedürftige verpflegt, was eine Abnahme von ungefähr 100 Patienten gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Infolge der immer schwieriger werdenden Verhältnisse mußte das Heim vorzeitig, am 1. September, geschlossen werden, da die Patienten die Beträge. Iii sie für eine 4wöchentliche Kur zu entrichten versprochen hatten, niefü voll bezahlen konnten. Es wurde daher beschlossen, für die Saison Patienten nur dann aufzunehmen, wenn die festgesetzte Beihilfe Ftta die Kurperiode im voraus vollständig bezahlt ist. Der Kurbetriet wird am 5. Mai ds. Js. wieder aufgenommen und gibt der Vorstand der Hoffnung Ausdruck, daß recht viele Kurbedürftige von der Wehl tätigen Einrichtung Gebrauch machen. Zum Schluß der Sitzung er] stattet der Schatzmeister Bericht über die Kassonverhältnisse. Der Kehlbetrag beläuft sich auf rund M. 7000. Es soll versucht werdet diesen Fehlbetrag durch Spenden zu reduzieren, eventuell soll ein Darlehen zur Festlegung dieser Schuld aufgenommen werden. Unsere Gemeinde Kinderlericiikoloiiic Bad DiirrenberR. Helft unseren ich w ä i liehen Kindern! Luft und Licht sind neben der Bmlhrui die wichtigste Bedingung für das körperliche Gedeihen untere! Kinder. In der Großstadt leben viele Kinder, denen in engen Wohnungen Luft und Licht fehlt. Sie sind in Gefahr, an ihrer Entwich lung Schaden zu nehmen, oft sogar der Tuberkulose zum Opfer n fallen. Wie alljährlich, sollen auch in diesem Jahre mehrere K< In nien in das Heim nach Dürrenberg entsandt werden, wo iln Luft und Licht und kräftige Nahrung gewährt w den soll. Der gesrhäftsführeude Ausschuß wendet sich an oft bewährte Hilfsbereitschaft unserer Glaubensgenossen und bit das Werk nach Kräften zu unterstützen. Wir geben uns der siehe Erwartung hin, daß den schwächlichen Kindern die Hilfe nicht l sagt wird. Frauenverein „Kuth". Am K. März fand die Generalversammlung des Frauenverein ..Kuth" in üblicher Weise statt. Nach der Er< Iinung durch Frau Helene Felsenstein sprach Herr Rabb. Dr. Carl ha ch über Wohltätigkeit im allgemeinen und die Arbeit des Krau Vereins „Ruth" im besonderen. Von den sechzig Masechtos des 'I ilmud. führte Herr Kahh. Dr. Carlebarh aus, heißt keine Zedol Q beschäftigt sich keine einzige ausschließlich mit Wohltätigkeit. Wehl' tun. seinem Nächsten hellen — war dem Juden selbstverständlich-!'' menschliche Pflicht. In dem biblischen Gebot: Ooffnen sollst lu öffnen dejne Hand — und: Geben sollst du, geben deinem bedi 1+ tigen Bruder — wird, meinen unsere Weisen, durch die Verdop lung betont, daß man geben und immer wieder gelten soll dem dürftigen, ohne ermüdet und verstimmt zu werden. Eine Krm ib nung. die in der jetzigen so schweren Zeit sehr am Platze ist. Iii' Leistungen des Krauenvereins „Ruth" auf dein Gebiete der Wöcb nerinnen- und Säuglingspflege rühmend, erwähnte der Redner, v viel die segensreiche Institution der Mütterberatungsstelle des Vereins der selbstlosen, aufopfernden Arbeit des leiten 'T Arztes Dr. Lölicnstein zu verdanken hat. Erwähnt sei hier, daß Ii' HOhere Israelitische Schule seit Jahren in großzügiger Weise Ii' Räume für die Mütterberatung allwöchentlich kostenlos zur Ve'Ingo ng stellt. — Nach einem kurzen Tätigkeits- und Kassenber M fand die Neuwahl des Vorstandes statt. Neben den früheren \»rstandsmitgliedern wurde Krau Krida Schußheiiu neu gewählt. Lipmann Jakobsohn Lotte JakobSOhn geb. Nathansohn Vermäh Ite Leipzig. König-Johann-Str. 16 Z. Zt. auf Reisen Altona a. E

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