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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1932-03-25 · 13 (25.3.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
8 (1932)
Issue
13 (25.3.1932)
Date
1932-03-25
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seit« 2 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nu 1)1 Ii 7 Ändert' Versuche manueller Beschädigung liegen iu dein ebenfalls rumänischen Oberwischo vor. Die dort von Oberrabbiner Mendel Ilager geleitete Jeschiwa Beth Israel zählt 300 Schüler, von denen 32 sich bei jüdischen Meistern als Uhrmacher. Schneider, Schuhmacher, Tapezierer, Drucker, Tischler, Klempner, Zimmernialer, Buchbinder ii>w. ausbilden lassen. Ein Internat mit 70 Betten besteht. E» wird erwartet, dafi nach Einführung eines regelrechten Schul- und Fachunterrichts das Institut Oeffentlichkeitsrecht erhalten und vom Staate subventioniert werden wird. Auch im siebenbürgischen lelod wird der Jeschiwahunterricht durch Kurse in manuellen Fertigkeiten ergänzt. Oberrabbiuer Braun ist ein Vorkämpfer auf diesem Gebiete. In den Jahren 1826 bis 1U31 haben 28 Zöglinge die .leschiwah verlassen, die jetzt als Tischlermeister oder als Gesellen tätig sind. In ( luj berichtete der dortige Jeschiwah-Leiter, Oberrabbiner Glaser, daß vor Jahren der Uzortkower Rabbi versucht hatte, Stimmung für einen Werkunterricht in den Jeschiwoth zu machen. Er stieß jedoch auf die Opposition des Rabbi von Beiz. In Debrecen hingegen sind Bestrebungen für handwerkliche Ausbildung der Buchurim vorha Auch der Leiter der alten Jeschiwah in l'reßburg (Bratislawa), I) rabbiner Schreiber, ist im Prlniip nicht gegen die Einführutu gewerblichen Unterrichts. In der Slowakei gibt es 20 Jeschi von denen die in Surany Velki (Leiter Rabbiner Frey) durch fache Sportbetätigung der Schüler bemerkenswert ist. — Dr. VVischnitzer gab einen Abriß der Geschichte der Beweijun Einführung allgemeiner Bildungsfächer und gewerblichen Unten in die Jeschiwoth und wies auf diesbezügliche Beschlüsse der P< burger Rabbinerkonferenz 18K7, auf Versuche des Rektors der \ ichiner Jeschiwah, Rabbi Berlin, und der Jeschiwah in Lidn, 1 Reines, sowie auf ähnliche Versuche in Bialystok und Odessa bin Leiter der klassischen Jeschiwoth in Litauen und Polen lehnei heute die Einführung weltlicher Fächer ah, weil ein tiefschürfe Talmud-Studium keine Zeit für profane Lehrgegenstände übrig I So zeigt sich, wie sehr auch iu diesem Bezirk des jüdischen Le alles in Fluß, in der Entwicklung ist. (ITA.) cl Unsere Gemeinde Aufkläruugsviirträgf iu der Ueineiudesynagoge. Der im vergangenen Jahre mit einem Vortrage über das Wesen und den Inhalt des Talmud erfolgreich begonnene Versuch, über jüdische Lehre Aufklärung in die weiteste Öffentlichkeit zu tragen, ist mit ebensolchem Erfolge durch eine Vortragsreihe über „Das Wesen der jüdischen Religion" fortgeführt worden. In 4 Vortrügen behandelte Herr Gemeinderabbiner Dr. G 0 1 d in a n u die jüdische Lehre von der „Einheit Gottes und der Menschheit", die Forderungen an den „jüdischen Menschen". „Die Verwirklichung der Lehre durch das Gesetz" und die Anschauungen von der „messiauischen Zukunft der Menschheit". Die äußerst fesselnd vorgetrageneu Darlegungen sollten insbesondere Nichtjuden Gelegenheit geben, über Juden und Judentum aus dem berufenen Munde eines in diesen Anschauungen lebendig verwurzelten Menschen unterrichtet zu werden und dadurch von einer Fülle irriger Meinungen sich zu befreien, die durch verleumderische Entstellungen oder auch nur durch Unkenntnis leider allzuweit verbreitet sind. Diese Absicht ist nach vielfachen Anzeichen in erfreulicher Weise gelungen. Soweit eine solche Feststellung überhaupt getroffen werden kann, gehörte der bei weitem überwiegende Teil der bei allen Vortragen zahlreich erschienenen Zuhörerschaft zu den nichtjüdischen Kreisen, und zwar augenscheinlich aus den verschiedensten Schichten der Bevölkerung. Aus vielfachen Äußerungen, die vernommen wurden, ist weiterhin zu erkennen, mit welcher Befriedigung die Zuhörer die Beseitigung bestehender Mißverständnisse aufgenommen haben. Hlufig bekannten Besucher der Vorträge mit Genugtuung, daß sie zum eisten Male eine Synagoge betreten haben und so in direkte Beziehung zu Juden und jüdischen Dingen gekommen sind. Mehrfach schlössen -ich an die Vorträge auch Erläuterungen über die Synagoge und ihre Einrichtungen an. so daß vielen auch in dieser Hinsicht jüdisches Brauchtum nahegebracht werden konnte. So darf die Veranstaltung als in jeder Hinsicht gelungen erachtet und der Hoffnung Ausdruck Uelleben werden, daß dadurch in immer weitere Kreise der Leipziger nichtjOdiachen Bevölkerung zunehmendes Verständnis für unser reli- KiOsei Leben getragen wird. Israelitischer Fraueavereii zu Leipzig. Am 10, März d. J. hielt der Israelitischl' Frauenverein seine 70. II a u p t versa m in I u n g in den Räumen der Leipzig-Loge ab. Nachdem die Vorsitzende die Anwesenden, und besonders die Herren vom (ieineindevorstand. begrüßt hatte, erstattete sie den (ieschäftsbericht. Einnahmen und Mitgliederzahl haben sich durch die traurigen Zeitverhältnisse sehr vermindert. Andererseits sind die Anforderungen, die an den Verein gestellt werden, ganz erheblich gewso-hsen. Der Berich) gipfelte in der Aufforderune. lebhalte Propaganda für den Israelitischen Frauenverein zu machen, der ein so großes und vielfältiges Arbeitsgebiet hat. Dem geschäftlichen t eil schloß sich ein geselliges Beisammensein an, das durch die Darbietungen von Frau (.(IIa Bamberger und Fräulein Zunsei sehr hohem künstlerischen Niveau stand. Kassenbericht: Altistin gesucht! Fül unseren Synagogenchor suchen wir zum 1. April 1982 eine stiinnibegabte und musikalisch gebildete Altistin, die vom Blatt singen kann. Bewerberinnen wollen sich in unserem Gemeindeamt vorstellen. Leipzig, den 4. März 1882. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. IL Bestand um L l. UM . . 37.60 Rücklage........ 1878.45 Beitrag«.......4653.- Bpendan ....... Coupons . . . Banksinsen...... Ililfskasse ... ... Reserve ....... Zurückgezahlt . ... Brbscfaaft von Krau Justizrat Broda 300 M. Papiergeld........ Verloste Wertpapiere . . 836.;i»o.:i4 255.3:1 674.115 BOT .80 2». l.V :ii8.'.>:i Bars Unterstützungen ■ . Amt, Apotheke . . Lebensmittel ..... Beiträge au Belsen . . . Berufsausbildung . . . Inkasso ....... Propaganda, I Drucksachen POrtO, Telefon..... Heil rüge an Vereine . . . Kraiienverein Kutli . . . Nähstiibu....... Chanukks ...... Bestand....... Rücklage....... M 51 S BMJ MI MO T'.tl. 4M M. 1886.44 Ii i :n tot H 131 l?8l tt'.l s penden: Herr David Bergmann II. in, Herr Wilhelm Breslaus Krau Deuel 1(1. Krau Rosa Kelsensteiu statt Blumen;;, Herr und I Isidor Felsenstein 25, Krau Gompertz 1(1, Herr S. (Juttlieb 100. I i Alice Hess 5, Fa. Ohr. Held 25, Herr und Krau Hugo Kaiifmaui Herr und Krau Walter Kaufmann 5*1. Herr und Krau Max Herrn :< Heine 50, Herr Max Lüwenlicrg 2(1. Herr Kedor Lewiii 20, N. X. du Krau Matthins 23, N. N. 10, N. N. 10, N. N. 10. N. N. 10 N. N 1 N. N. 15, Krau Dr. Anna Klaut 20, Krau Franziska Salm 50, Krau I Sicheuseliciii 5. Herr Ferdinand BchuUwf UM), Herr und Krau Alexn Strauss 10, Krau Belms l'ry 15, Herr und Krau Moritz, tlry 50, Herr Knill Brost /ander 100. Bum.....: «SO M. Shokuladrnlotterie der Bahnhofshilfe Leipzig. Eine ungemein seg reiche Tätigkeit entfaltet der V e r e i n B a h n h o f s h i I f e, seinei terkonfessionellen Urundsätzen entsprechend auch zum Besten jüdisi Schützlinge. Der Verein hat im Vorjahre 18888 Fülle betreut. II leistungen an 1275 jüdische Reisende sind in der Statistik des Ja 1031 gebucht. Das israelitische Gemeindeamt steht in bester Zusamt arbeit mit der Bahnhofshilfe: 030 von ihm dorthin überwiesene Sri linge fanden bei der Bahnholfshilfe Betreuung. Im ganzen wi li:'.Smal für Nachtlager gesorgt; 238 Kranken und (iebrechlic 140 Blinden konnte geholfen werden. In Uli Fällen ist bei jui Mädchen Abwehr besonderer Gefährdung zu verzeichnen. Unter allgemeinen Not hat nun die Bahnhofshilfe Leipzig derart zu lei daß ihr Fortbestand gefährdet ist. Die Beihilfe der Stadt mußt) vorigen Jahre, den Verhältnissen entsprechend, stark gekürzt wer Sie wird iu diesem Jahre wahrscheinlich ganz wegfallen. Um Mittel für die Fortführung dieser umfassenden Arbeit zu Winnen, veranstaltet der Verein Bahnhofshilfe eine S c h o k O 1 a d 1 o 11 e r i e. In den Geschäften, welche durch Plakate kenntlich f kommen Lost a f e 1 n zum Preise von so Pf. zum Verkauf: Um e Tafel Premier-Schokolade ist ein L o s ■ t r e i f e n festigt. Die Oewimie sind Reisen und Lebensmittel. Der 1. (lew Line Reise nach Sizilien mit Aufenthalt in Rom, Florenz, Genua, lerino. Syracus, Taormina. Dauer 20 Tage mit Unterkunft und pllegung. Der 2. Gewinn ist eine Mittelmeerfahrt, Dauer 20 T: weitere 38 Reisen und Flüge und 1400 Lebensmittelpreise koni n1 zur Verlosung. Diese Lotterie stellt den letzten Versuch dar, die l» der Bahnhofshilfe den Hilfesuchenden geleistete Arbeit noch aufr

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