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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1932-03-18 · 12 (18.3.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
8 (1932)
Issue
12 (18.3.1932)
Date
1932-03-18
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Man 1032 OEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEIN DK ZU LEIPZIG Seite 3 Den nachstehenden Aufruf des Moaus-Chitim-Ausschiisses veröffentlichen wir mit der herzliehen Ritte au unsere Gemeindemitgnedfgr dem Aufruf Hcuchtung zu schenken. Leipzig, den 1. Miirz 1932. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig Goldschmidt Göttlich MOAUS CHITIM Auch in diesem Jahre wendet sich der Mnuus-Chitim-Ausschuß an unsere Gcmeindcmitglicdc r mit der hcrzliclicn Ritte, durch Bewährung reichlicher Spenden dazu beizutragen, daß der hesunderen Fürsorgepfiicht wahrend der Pessachtagc ausreichend Genüge geschehen kann. Unter der Lust der wirtschaftlichen Not ist die Zahl der zu betreuenden Familien ganz beträchtlich gewachsen! so daß ein ungewöhnlich hohes Muß von Anforderungen zu erfüllen sein wird. Es hedurf keiner besonderen Betonung, wie dringlich die Aufgabe ist, die unserem Ausschuß alljährlich obliegt. Die Pflicht, an den Pessachtagcn dem Bedürftigen Mazzoth zu geben und ihn in die Lage zu versetzen, diese Pessachtage in Übereinstimmung mit den alten Überlieferten Vorschriften zu begehen, ist in ihrem besonderen Ernste allezeit unerkannt gewesen. Sie soll lach inmitten unserer Gemeinde in ihrer ganzen Gewichtigkeit Beachtung finden. In Anbetracht der in diesem Jahre herrschenden Not, muß in um so größerem Maße die freiwillige Hilfstätigkeit einsetzen, da die Gemeinde nur Mazzoth verteilt, sonst aber keine Mittel zur Verfügung hat, um helfend einzugreifen. Der Ausschuß bittet, die dem genannten /wecke zugedachten Spenden zu übersenden un die Herren .1. Felscnstein (Postscheckkonto 55077) und Meer Tugcr (Postscheckkonto 627 47). Auch die Herren J. B. Sachs. E. Kestenbuum. Gabriel IS Uthausen, Paul Frank, Dr. Nobel, A. Schumcr und M. Jussenowsky nehmen Spenden entgegen. Leipzig, den 1. März 1932. Der Moaus-Chltim-Ausschuß J. R. Suchs E. kestenbuuni .). Felsenstein l. VoiaHaendei S. Vonitiendei i. Kassierer Dr. Nobel A. Schumcr Itubbiner Dr. Gurlcbuch Rabbiner G. Cohn Rabbiner Fcldmaun Meer Tager '.!. Kassierer Paul Fruuk ■2. Schriftführer G u b r i e 1 N a t h a n s c n I. Schriftführer Moses Jussenowsky Rubbincr Dr. Goldmann Rabbiner Rogosnitzky Unsere Gemeinde iilicrc Israelitische Schule Ein ganz glänzendes Ergebnis hatte die iesjfihrige Reifeprüfung, die am 7. und s. März stattfand, /.um Bgierungtkomminar war Herr Oberatudienrat Dr. Seyferl ertonl worden, unter dessen Vorsitz die Prüfung' slattfaud. Sämtliche I Prüflinge bestanden du Examen. Einer Schülerin wurde das Präikal I erteilt. Es ist das erste Mal seil Bestehen der Schule, daß les Nole gegeben worden ist Im übrigen wurde erteilt eine 1b Wi aal. 2a fünfmal, 2 fünfmal. 2b fünfmal und Ha dreimal. Der I Kommissar sprach seine gani besondere Freude und Anertng über die guten Leistungen der Schule aus. Die feierliche i -suin» der Absolventen findet am Sonntag, den 20. März, nachni ga Ki.itO Uhr pünktlich, statt. Alle Freunde und Interessenten PI i'hule sind zu dieser Verunstaltung höflichst eingeladen. ausfolge der Entlassungsfeier (zugl. Goethefeier): 1. Präüdiura aus dem wohltemp. Klavier (Bach) (Schulorchester). 2. An- |>1 he au die Abgehenden (Klasse II). 8. Abschiedsworte im Namen ei Abgehenden. 4. Rezitation zur Goethefeier. 5. Goethe-Gedenk- W von Prof. Dr. Menzel, (i. Schlußrede des Direktors; Aushändiuo der Zeugnisse. 7. Hymne aus „Iphigenie in Tauria" (Gluck) Sei ilchor). kgi laa Jisroel-I'raueugruppe. Leipzig: Nachdem eine Reihe von Disll« msaheiiden, an denen z. T. auch grOBere Referate stattfanden, in- •.. Mitglieder vereint hatten, folgten eine Anzahl größerer Vor- II die ausnahmslos gul besucht waren: Rabbiner RogOSn itzky I" Ii als erster prominenter Redner in unserer (iruppe am 28. Febr. Redner betonte den großen Einfluß, den die Frau von jeher auf U< Führung des jüdischen Familienlebens hatte. Er sprach seine de aus, daß ihm von der Krauengruppe der Agudas .lisroel in * cig Gelegenheit gegeben wurde, vor einem zahlreichen Publikum Ansichten über die Führung eines wahrhaft jüdischen Hauses zu nlwickeln, in dein die Thora und Frömniigkeit im Sinne des Redners ton nieren, und trotzdem Bildung und Wissenschaft zu ihrem techl kommen. — Am 1. März 1988 hielt Herr Dr. Nathan Bim- ' Iii , Berlin, bei uns einen Vortrag über das Thema: „()s t Juden "i Westen." Redner will nach seiner Ansicht gar nicht den Unterthi d zwischen Ostjuden und Westjuden verwischen, sondern wünscht UM aus ganzen Herzen, daß beide Volksteile nach ihrem Tempera- '""iit und ihren Charakteranlagen für die Heiligkeit des Judentums a und wirken. — Dank der intensiven Arbeit in der (iruppe ist die Mitgliederzahl, die bei der Gründung im Januar ca. .">0 betrug, auf das Doppelte gestiegen. Jüdische Verbände und Gemeinden Am Mittwoch, dem 0. März, hielt die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentum*, e. V.. ihre Hauptversammlung ah. die sich eines sehr zahlreichen Besuches von hiesigen und auswärtigen Mitgliedern sowie von Vertretern der angesehensten Organisationen zu erfreuen hatte. — Der stellvertretende Vorsitzende, Rabbiner Dr. Leo R ii eck, begrüßte die Erschienenen. Der Schriftführer. Professor Dr. I. El bogen, erstattete den Geschäftsbericht, in dem ei u.a. auch darauf hinwies, daß die Gesellschaft in ihr :t(). Geschäftsjahr eingetreten ist. Sie blickt dadurch auf die Wirksamkeit eines vollen Meuschenalters zurück und, wie nicht erst besonders gesagt zu werden braucht, auf ein ungewöhnlich schwieriges. Wellkrieg. Inflation und Weltwirtschaftskrise haben die allerschwersten Erschütterungen für kulturelle Organisationen gebracht und auch die Gesellschaft hat die stärksten Anstrengungen machen müssen, um sich zu behaupten. Die Gesellschaft war in der Lage, ihre Tätigkeit fortzusetzen und ihren Mitgliedern weiter wertvolle Schriften zu bieten und dazu die Genugtuung, an einer segensreichen Einrichtung mitzuarbeiten. Die Gesellschaft konnte das nur, weil ihre Existenz auf der breiten Grundlage eines ausgedehnten Mitgliederbestandes aufgebaut ist und sie in dem Dienst an den Mitgliedern einen wesentlichen Teil ihrer Aufgaben erfüllt. Die Mitgliedschaft der Gesellschaft hat es wohl erkannt, daß ihr durch die Gesellschaft für einen sehr mäßigen Jahresbeitrag außerordentlich viel Vorteile geboten werden, nicht nur reichliche geistige Anregung, sondern auch materielle Ersparnis beim Ankauf gediegener wissenschaftlicher Werke. Die von der Gesellschaft herausgegebene „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" hat jetzt ihren 75. Jahrgang abgeschlossen. Sie hat ein Alter erreicht, das bisher nur ganz wenigen jüdischen Zeitschriften und auch höchst selten nllgcmcinwismnsrhsftllrhl n Zeitschriften beschieden ist. Der neue Jahrgang zeigt sie in veränderter Gestalt. Der kompresse Druck, der während der Papiernot der Inflation gewählt worden war. wurde wieder aufgegeben und ein für das Auge angenehmerer und gefälligerer Satzspiegel gewählt. — Der Kassenverwaltung wurde Entlastung erteilt. — Der Ausschuß wurde wiedergewählt, an Stelle des verstorbenen Ausschußmitgliedes, Herrn Geh. Oberregierungsrut Dr. David Hugo Mayer, Karlsruhe i. B., wurde Herr Professor Dr. Umberto Cass u t o, Florenz, zugewählt.

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