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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1932-03-11 · 11 (11.3.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
8 (1932)
Issue
11 (11.3.1932)
Date
1932-03-11
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seit« 2 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Hümme 1 Sorten herauuunehmeiii die dum vom Kammer-Präsidenten geprüft werden sollten". l ud «las Ergebnis? Der Kurfürst antwortet auf den Befund des Leipziger Ratet, dafl die von ilnn erlassenen Münzmundnte keineslalls verletzt worden seien, auch „überdies der .lüde Bernhard Lebmann sich dahin erkläret, dieae Gelder zur Churfstl. Müntze zu liefern". Fr verlangt deshalb, daß der Rat die beschlagnahmten Gelder seinem Hofjuden sofort wieder aushändige. Am 7. Mai HiiXi wurden Bernd Wölfl die beschlagnahmten (leider, insgesamt 15 Sack, wieder zugestellt, der diese „alsofort insgesammt durch etliche 'Präger vom Rathhause hinwegtragen Hess". Sieben Tage später gibt der Kurfürst auch noch die beschlagnahmten 4 Kali Silber frei und erlaubt Lehmann, das Silber aus der Stadt zu fahren. Mit dein Oelde hatten die Torwächter noch einen auf dem Wagen stehenden Kasten beschlagnahmt. Derselbe wurde ebenfalls an Ratsstelle eröffnet; er enthielt aber kein Geld, sondern ..nichts als Speisen". III. Am 17. Mai des .Iahres 171(1 zeigte der kurfürstliche Münzmeister Johann Christo!! Kase zu Leipzig der sächsischen Regierung an. daß einige die Leipziger Messe besuchende .luden Silber aus der Stadl schaffen wollten. Auf Befehl des Kurfürsten, der selbst in Lei /i» anwesend war, ließ der Rat der Messestadt am nächsten Tage Tore sperren. Keinem .luden aber wurde erlaubt, die Stadt zu lassen. Um ganz sicher zu gehen, ordnete der Kurfürst für 24. Mai eine Visitation aller der Häuser an, „in denen sich dächtige Juden aufhielten". Noch am gleichen Tage brachte der Aufwärter Christian llansget f dem Kreisamtmanne eine Reihe von Silbergegenständen, die er!>p den Hallischen .luden Jacob Levin und Berndt Wolff beschlagnai habe, und die der Münz-(iuurdein .loh. Chr. Koch zu Leipzig teils Im brauchbares, teils für unbrauchbares Silber erklärt hatte. Auch Michael Abraham aus Dessau hatte man Haussuchung getan, ohne a k diesen des Silheraufkaufs überführen zu können. Da aber die erste zum Aufkauf für die kurfürstliche Münze Genehmigung besal konnte der Rat sie nur anhalten, das erstandene Silber in der Mii iz> abzuliefern. Das geschah auch am 26. Mai 171(1. und die mit grofiea Geschrei angekündigte Aktion gegen die in der Stadt sich aufhall den Juden war wieder einmal ergebnislos verlaufen. — 1) Leipziger Ratsarchiv, Titel LVI. i), 18 u. 10. 2) Auch Jetzschin und Jeltzschin geschrieben. Ausschuß-Sitzung des Sächsischen israelitischen Gemeindeverbandes in Leipzig am 28. Februar 1932 Im Einverständnis mit der Versammlung übernimmt Iiis zur Neuwahl des Vorstandes Herr Carl Goldschmidl Leipzig den Vorsitz. Er begrüßt die Versammlung im Namen der Israel. Religionsgemeinde zu Leipsig und widmet den verstorbenen Mitgliedern des Ausschusses, den Herren Georg Mecklenburg (Chemnitz) und Prediger Heimann (Plauen) ehrende Nachrufe, er gedenkt der Verdienste des verstorbenen Direktor Glauher-Dresden um den Verband und teilt mit, daß der Verband d'-r Kamilie des ehemaligen sächsischen Königshauses anläßlich des Ablebens des ehemaligen Königs sein Beileid ausgesprochen hat. Eine Anregung des Dr. Schornstein-Dresden, künftig zu den Sitzungen alle Mitglieder der (iemeindevertretuugen als Zuhörer einzuladen, soll als Material für die aufzustellende Geschäftsordnung überwiesen werden. Gemäfl Vorschlag des Direktor Schapira-Dresden werden zum 1. Vorsitzenden Carl Goldschmidt-Leipzig, zum stellv. Vorsitzenden Max Lesse r- Dresden, zum Beisitzer Dr. John Levy-Dresden gewählt. Die Versammlung bittet Rechtsanwall Dr. Goldberg-Plauen. als juristischer Berater an den Vorstandssüzungen mit beratender stimme teilzunehmen, wozu dieser sich bereit erklärt. Rabbiner Dr. Goldinann teilt mit. daß. solange der!. Vorsitzende in Leipzig ist, als satzuugsgemäßer Vertreter der Rabbiner-Vereinigung er selbst in den Vorstand, Dr. Wolf-Dresden in den Ausschuß delegiert sei. Sitz der Verwaltung bleibt SatlUngSgemäfl Dresden. Dr. Schornstein bittet, unter Berufung auf § l! der Satzung, daß Dr. Sichel-Chemnits mit beratender Stimme zur Sitzung zugezogen wird. Nach längerer Aussprache wird rjebereinstimmung darüber festgestellt, daß nur eine Gemeinde beantragen könne. Persönlichkeiten mit beratender Stimme zuzuziehen, daß aber, nach entsprechendem Itesehluß des Ausschusses. Dr. Sichel zu einzelnen Punkten von Fall zu Kall gehört werden könne. her Vorsitzende gibt Kenntnis davon, daß auf eine Eingabe des Verbandes ein Krlali des Wirtschaftsininisteriums über Befreiung vom Schulunterricht an Sabbaten in den ihm unterstellten Schulen ergangen ist. Die Hingabe, betreffend die Forderung der sächsischen luden um Gleichstellung mit den anderen Religionsgesellschaften in bezug aul den Religionsunterricht, ist im Oktober 1881 dem Ministerium für Volksbildung, und Abdrucke derselben sind den Landtagsabgeordneten überreicht worden. Auf (irund von Besprechungen, die dieserhalb mit den zuständigen Stellen stattgefunden haben, wird auf Antrag des Dr. Lappe-Chemnitz die Ueberreichung einer Petition an den Landtag beschlossen. Ks soll ferner unser eigenes Material der katholischen Geistlichkeit zugänglich gemacht werden. Die frühere Kommission wird neu gewählt (Rechtsanwalt Dr. Goldberg, Rabbiner Dr. Goldmann, Rabbiner Dr. Wolf und Kantor Jaffe). Der Vorsitzende regt die Schaffung einer Geschäftsordnung an. au der es bisher fehlt. Bei der Erörterung der Krage, ob ein Gesrhäftsordnungs-Aussehufl eingesetzt werden soll, regt Dr. Schornstein au, mit der Beratung der Geschäftsordnung auch eine solche auf Satzungsänderung zu verliinden und die zu wählende Kommission mit beiden Aufgaben zu betrauen. Eine Reihe von Bestimmungen der Satzung bedürften einer Uobernrbeitung. Die Einsetzung eines solchen Au Schusses wird jedoch von der Versammlung abgelehnt, der Vorsta mit der Ausarbeitung einer Geschäftsordnung beauftragt. Dr. Schoi stein wird nahegelegt, bestimmte Anträge zu stellen, die dann I handelt werden könnten. Eine längen- Aussprache knüpft sich an den Bericht des Vorsitzern! über eine Besprechung im Ministerium zur Krage der Steuerordm gen und des Steuerrechts. Nach vorliegenden Mitteilungen ist die I handlang des Gesetzentwurfs betr. die Religionssteuer offenbar sch weit vorgeschritten. Nichtsdestoweniger soll der Veibandsaussch nichts unversucht lassen, Einfluß auf das Gesetz auszuüben und hi< bei in Verbindung mit den christlichen Religionsgesellschaften Ii; dein. Mit einzelnen Anregungen zu den Kragen Korensen-Besteuerui Kopfsteuer, Körperschaftssteuer soll sich die dafür eingesetzte Ko mission befassen. In der Aussprache wird ferner festgestellt, daß OK Entscheidungen des Steuerberufungsausschusses Ober die Höhe <l Steuer endgültig und rechtlich nicht anzuzweifeln sind. Nach einem kurzen Bericht des Vorsitzenden über die letzte Sitzu der Reichsarbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände wl durch Zuruf Rechtsanwalt Dr. Goldberg-Plauen als Vertreter des Vi bandes in die neugebildete Reichsvertretung der deutschen Juden e snndt. Im Anschluß daran weist Dr. Goldberg auf die unzureichend Gcmoindeverhältnisso in den thüringischen Gemeinden hin: der V< band sagt der Reichsarbeitsgemeinschaft seine Mitwirkung bei I mühung um eine Besserung der Verhältnisse zu. Nach einem gemeinsamen Mittagessen wird der Kassenbericht l WM behandelt Es wird beschlossen, daß der Bericht nach der P fung durch die Versammlung eingehend durch die Revisoren prüft und die Entlastung, vorbehaltlich dieser Prüfung, ausgesprocl werden soll. Zu Revisoren werden die Herren Breslauer, Hugo Ka manu und Dr. Pietrkowski, Leipzig, bestimmt. Der Haushaltplan 1! wird in seinen einzelnen Punkten durchberaten. Hierbei wird für ' berkulose-Kürsorge mit Rücksicht auf die kleinen Gemeinden früher gestrichener Posten in mäßiger Höhe wieder eingesetzt. Katz-Zwickau beantragt die Einstellung von HNH) Mark zur Bildu eines Knuds für Ruhegehaltsversorgungen. Der Antrag wird ab lehnt: über die Zweckmäßigkeit eines Anschlusses an den Pensio fonds des Landesverbandes sächsischer Gemeinden oder anderw« Sicherung des Ruhegehalts der Gemeindebeaniten, insbesondere uu> über die rechtlichen Unterlagen für die Anstellung der Beamten sol der Ausschuß für Beamtenfragen beraten. Zur Beitragsleistung iüi den Verband wird beschlossen, 2 pro mille des Reiehseinkonimi steuersolls 1800 als Umlage zu erheben und eine Rückstellung in Höhl von 74(> Mark für etwaige Aenderungen dieses Solls vorzusehen. Manasse-Zwickau kommt auf die Verhandlungen in der letzten Abschuß-Sitzung zurück, in denen die Chemnitzer Gemeinde eine Prüfung der Wahlrechtsfrage bei gegebener Zeit zugesagt habe. Dr. Sichel wünscht, zu dieser Krage zu sprechen. Da der Gegenstand nicht auf der Tagesordnung der Sitzung steht, auch Herr Kahn-Chemnitz es sb

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