Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 10 (4.3.1932)
- Date
- 1932-03-04
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Marz 1032 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIQ IONSGEMEIN DE ZU LEIPZIG Seite 3 [ener heiliger Lade. Den Ausklang der Feier bildete das gemeinuesungene Lied „Ich liall' einen Kaineraden", r Feier In der Synagoge ging eine Kransniederlegung der Besirksi|ipe Vogtland des Reichshundes jüdischer Frontsoldaten am Geeiiendenkmnl auf dein Israelitischen Friedhofe in Plauen voraus. Unsere Gemeinde Israelitischer Wohltätigkeitsverein zu Leipzig. Mit. Sollmdkolonie Dürrenberg (AlIons-.lacohson-Kinderheim). Kinderheim wird Anfang Mai eröffnet. Anmeldungen für sämt- ■he Kolonien werden entgegengenommen: Diensta». den 8. März. Dienstag, den 15. Min Donnentag, den 17. März Hägs von l() bis 12 Uhr im Gemeindeamt, Löhratr. 10, pari. Spätere Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. l-r.clilisrhe Kinderlieilstätte Bad Kissingen. Uns wird mitgeteilt, daM ffli die Israelitische Kinderheilstitte lind Kissingen in diesem Jahre \ n in e 1 d u n g e iinur n o eh f ü r d i e Monate Mai und Juni entgegengenommen werden können. Wünsche, einen Kuraufenthalt in den uroßen Ferien z.u ermöglichen, werden leider, infolge anderweiter Besetiung des Heims, in keinem Falle berücksichtigt werden können. Für den 4-wöchentlichen Aufenthalt ist ein Kostenbeitrag von 50.— bis 70.— RM zu leisten. Anmeldungen werden am Donnerstag, dem 10. März, 10—17 Uhr im Gemeindeamt. Löhrstr. lOErdg., entgegengenommen. Wettbewerb: „Kultivierte Geselligkeit in ansprnehslnseiu Rahmen". Einen zeitgemäßen Wettbewerb plant die Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes im Rahmen einer geselligen Veranstaltung als Abichlufi ihrer diesjährigen Winterarbeit. Unter vorstehender Devise Boll gezeigt werden, wie mit einfachen Mitteln ein Tisch schön geile' kl und schmackhafte Bewirtung geboten werden kann. — Es ist Aufgabe der Frau, gerade in schwerer Zeit durch Pflege kultivierter hl -lieber Gesellligkeil unter bescheidenstem Aufwand ästhetisch Uli'! kulinarisch voll befriedigende Wirkung zu erzielen und damit di; Hause das gewohnte Niveau zu erhalten und dem Alltag auch den der Fröhlichkeit und des Behagens einzureihen. — Damen, I sieh au diesem Wettbewerb, für den auch Preise ausgesetzt sind, beteiligen wollen, werden gebeten, sich baldigst bei F'rau Marg. Kl k. Karl-Rothe-Str. 3. Tel. 569 22, Frau Lotte Sachs, Fritischest i 13. Tel. 570 27. oder Frau Alma Schindler, Springerstr. 20, Tel. 5t* 77. zu melden. / uiisten des Israelitischen Kindergartens fand am 23. Februar ein k ert- und Gesellschaftsabend in den Räumen des Hotel Astoria Die sehr zahlreich erschienenen Freunde des Kindergartens » len im ersten Teil des Abends durch die edle Gesangeskunsl i iv Cleves (vom Neuen Theater), vortrefflich begleitet von Tanja I /.unser erfreut. Die schon vielfach bewährte Rezitationsini il Frau Klla Chamizcrs zog alle Zuhörer in ihren Bann: Konzertiii -ter Fritz Heinig und Frau Helen Hepner stellten ihr großes K len mit einer Grieg-Violinsonale ebenfalls in den Dienst der i Sache. — Der zweite Teil des Abends vereinte die Anwesenden ' rohsinn und Tanz. Herr Jury Frankel verstand es. wie schon im ihr. als Konferenzier seine Künstler — die beliebte Olla Bauer und Suse Schild mit Gesangsvorträgen. das I. Solotänzerpaar Oper. Herbert Freund und Käte Richter, mit phantasievollen inen Tänzen — ins rechte Licht zu setzen und das Publikum in •ster und gebefreudigster Laune zu erhalten. Eine reichhaltige bola, v°n vielen Firmen der Stadt großzügig beschickt, fand ••Ii Anklang. Allen, die zu dem Gelingen des Abends in selbst- 1 Weise beigetrugen haben, gebührt herzlicher Dank. Wenn der helle Ertrag des Abends vielleicht auch nicht ganz auf der lien Höhe des gesellschaftlichen Rahmens und der künstlerischen düngen stand, so wird er doch, wie uns bestätigt wird, dazu v leiten, dem Kindergarten für eine Weile seine dringendsten Sor- >M nehmen. biiiiläumsfeier de- Jüdischen Nationalfonds Der hiesigen Geschäftsgang des Koren Kajemeth Lejisrael war es gelungen, als Redner für die Feier seines HO-jährigen Bestehens Herrn Professor Dr. Heinrich Loewe und die Gruppe „Barak" zu gewinnen und sich dadurch einen der Bedeutung der Feier entsprechenden Verlauf der Veranstaltung zu sichern. — Nach einer musikalischen Einleitung von Fräulein Edith Königsberg beleuchtete In seiner Festrede Prof. Loewe die Judenfrage, beschäftigte sich mit ihrer Lösung und belichtete, wie weit die Aufbau-Arbeit bereits in Palästina fortgeschritten sei. Ein neuartiger interessanter Versuch zionistischer Propaganda, gleichzeitig eine gute Ergänzung des Vortrags, war zweifellos die Festautftthrung der Gruppe „Barak". Packend wurde Im ersten Teil die bildliche Darstellung jüdischer Not geseigt; Songs und Sprechchöre, gut unterstützt durch zum Text (Salli Lewiii) passende Musik (David Sambuski), verfehlten die beabsichtigte Wirkung nicht. Unter dem Zeichen „Jüdischer Aufbau" stand der zweite Teil der Aufführung. Man zeigte das Leben, den Aufbau in Palästina, ohne die vorhandenen Schwierigkeiten etwa zu verschweigen. In Verbindung mit dem durch Tafeln, die wertvolles Zahlenmaterial brachten, geschickt ergänzten Text, vermittelte die ganze Darbietung ein äußerst eindrucksvolles, plastisches Bild. L. Amtliche Bekanntmachungen Gemeiadesitsug am Donnerstag, 10. März 1032, Ii Uhr abends, im israelitischen Gemeindeamt, Löhrstraße 10, I. Das israelitische Gemeindeamt. Tagesordnung: 1. Ermächtigung zur vorläufigen Wirtschaftsführung. 2. Dritte Schächterstelle. 3. Gebührenänderung. i. Bericht über die Tätigkeit des Ausschusses zur Prüfung der Wahlrechtsfrage. 5. Hypothekenstundungsgesuch des Vereins Obel Jacob. 6. Gemeindeblatt. 7. Verschiedenes. Anschließend: Nichtöffentliche Sitzung. Wegen des zu erwartenden Andranges und des beschränkten Raumes Ist der Eintritt für Zuhörer nur gegen Einlaßkarten gestattet. Diese werden am Donnerstag, 10. März, in der Zeit von 9-1 Uhr nach Maßgabe des verfügbaren Platzes nur an jeden einzelnen Besucher persönlich ausgegeben. Da die Haustür des Gemeindehauses um 8 Uhr abends geschlossen wird, werden später kommende Besucher gebeten, stark zu klingeln, worauf ihnen geöffnet wird. Betriebe unter Aufsicht des orthodoxen Gemeinderahbinats. I. Ganzjährige Aulsicht a) Fleischereien: Moses Bild. Gerberstr. 48 50. Tel. 114 94. — Moses Frischer. Nordstr. 11. Tel. 125 28. — Osias Kohn. Hofmeisterstr. 6. Tel. 163 97. — Sally Löh. Ranstädter Steinweg 7. Tel. 21195. - Jacob Schußheim, Plauensche Str. 3/5. Tel. 138 04. - Wilhelm Zellner, Nordstr. 13, Tel 224 87. — Das Fleisch soll an demselben Tage, an dem es gekauft wird, koscher gemacht werden. Wer das Fleisch durch nichtjüdisches Personal bringen läßt, muß fordern, daß das Paket durch den Schonier gesiegelt wird. I)) G e f 1 ü g e 1 v e r k a u f : Die vorgenannten Fleischereien. c) Milch und Butter: J. Bartfeld. Eutritzscher Str. 5. Tel. 235 91. — S. Ringelhlum. Gerberstr. 43, Filiale: Lohmühlgasse. Ecke Eberbardstr. (Wohnung Nordstr. 24. Erdg. r.). Tel. 234 10. — Chaini Zipser, Nordstr. 35, Hof (Wohnung Berliner Str. 18 IV). (Die Aufsicht erstreckt sich nur auf die ausdrücklich als ..koscher" gekennzeichneten Waren.) Weißkäse nur bei S. Kingelhlum. Nur Butler bei E. Diamant. Nordstr. II. Tel. 295 41. Oeffentliche Vorträge Am Sonntag. (!. März. 5 Uhr nachmittags, hält Herr Gemeinderabbiner Dr. Qoldmann in der Geineindesynagoge. Gottschedstraße 28. den letzten seiner Vorträge über: „Das W e 8 e n der jüdischen Religio n". Das Thema des Vortrags lautet: „D i e messianiSChe Zukunft der Me lisch b ei t". Der Vortrag beginnt pünktlich zur angesetzten Zeit, .ledermann ist herzlich willkommen. Leipzig, den 3. FVbruar 1932. Der Vorstand der israelitischen Keligionsgemeinde zu Leipzig. ■