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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1932-02-19 · 8 (19.2.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
8 (1932)
Issue
8 (19.2.1932)
Date
1932-02-19
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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i u, Februar 1932 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN REL1GI0NS0EMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 Vortragsgemeinschaft der Leipziger jüdischen Frauenbünde Mittwoch, den 24. Februar, nachm. 4,30 Uhr im Hotel Hauffe Referat: Frau Else Cohn „Religiosität als seelische Kraftquelle" Jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig Schwesternbund der Leipzig-Loge — Verband jüdischer Frauen für Palästinaarbeit — Frauengruppe de* Centralvereint deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Steuerliche Vergünstigungen für Spenden für die Winterhille ilr Bar- und Sachspenden zugunsten der Winterhilfe hat der Herr Ri iehuilinilter der Finanzen steuerliche Vergünstigungen bei der kommen-. Körperschaft«-. Umsatz- und Schenkungssteuer gewahrt. hierauf bezüglichen Vorschriften können an der Kasse des israelih. n (ienieindeaintes. Löhrstralie tü I. werktäglich von 9 bis 13 Uhr lu'esehen werden. Personenstandsnaehrichten Geburten : Januar 1932 Naftali Wald und Bella geb Kauftheil, Thomaslua- >lr. 18. eine Tochter „Fanny". 23. Januar 1932 Dr. Mendel Wulff und Marianne geb. König. Ehrensteinst r. 12, eine Tochter ,,Renute Rafaela". HO Januar 1932 Wolf Jakob Steiner und Chane geb. Schwarz, Berliner Str. 17. eine Tochter „Ruth". B a r in i z w a : \ Sonnabend. 27. Februar, Werner l.ainpel. Sohn des Herrn Oberkantor Lanipel und Frau Rosel geb. (irünberg, König-Johann- Str. 23. in der Genieindesynngoge. T r a u u n g e n : Sonntag. 14. Februar. Fräulein Rosel Pester, Löhrstr. 23, mit Herrn Hermann Weiner aus Dresden. Todesfälle: Februar 1932 Frau G rethe Jaroby. Gustav-Adolf-Str. 47a. isrsetitischs Gemeindeamt nacht »>'if folgende Veröffentlichung in J Tageszeitungen niifmcrksam: Unterhaltungsbeihilfeu und Schulgeldfreiheit It in Besuche der höheren Schulen und der liöheren Abteilungen der \ knchttle (9. und 10. Schuljahr) werden folgende Unterstützungen gethrt: I. Unterhalt sl>cihilfcu fUr Schüler, die uiindesU'us 14 Jahre alt sind oder bereite 8 Jahre die Schule liesucht haben: ä. Sehulgeldfreiheit (Freistelle): '•. Schiilgclderiuiiüigiing (Teilfreistellci. 1 suche um Gewährung von Ueihilfen (cinschlieUlich Schulgeldfrei- ' sind unter Verwendung der in den betr. Schulen erhältlichen Vorke bis zum 1. März beim Schulamt, Stadthaus, einzureichen. FUr " lüler und Schülerinnen, denen bereits im laufenden Jahr eine Beihilfe älnt worden ist. bedarf es keines neuen Gesuches, wenn die bisherige ile und der bisherige Klasscnziig weiterbesucht wird. In allen diesen ' ii ist auch die Kinreiehung eines besonderen Gesuchs um Schulgeld- it nicht nUtig. Wenn dagegen nur die Gewährung oder Woiterilirung einer Sehulgeldfreistclle (ohno Barbeihilfe) erbeten wird, ist dem Jahr die Stellung eines neuen Antrags erforderlich. Soweit ■ Gesuche nicht bereit! vorliegen, sind sie unverzüglich nachden. Entscheidung auf die Anträge kann erst auf Grund der "-MTzcnsuren. also einige Zeit nach Ostern, getroffen werden. Es koma grundsätzlich nur solche bedürftige Schüler in Frage, die nach ESbung und Leistungen fUr den Besuch einer höheren Schule betderi geeignet sind, Harhcihilfen und volle Schulgeldfreiheit kön- ■"• nur Schiller erhalten, deren Leistungszensur mindestens 2a ist und " '' ii Krzichungspllichtigc besonders l.eiliirftig sind (arbeitslos, geringes Arlieitseiiikomuieii usw.i. Schüler mit der Zensur '_' kommen nur für BchulgeldermBBigung (Teilfreieteile) in Betracht. Soweit die Freistellen ausreichen, können ausnahmsweise auch noch Schüler mit der Zensur 21. Tel'freistellen erhalten. Hiervon sind Schüler insbesondere der .">. Klassen und der Unterklassen der höheren Berufsschulen ausgenommen, die nur l>is zur Zensur 2 eine Vergünstigung erhalten können. Neu in die höheren Schulen eintretende Schüler haben nur dann Aussicht auf eine Schul geUlvergünstigung, wenn sie von der Volksschule für den Vebertritt in die höhere Schule besonders empfohlen und bei der Aufnahmeprüfung gut bcmlcilt worden sind. In .jedem Falle aber ist Bedürftigkeit Voraussetzung. Freie Lernmittel werden gewährt, soweit die Bestände der einzelnen Bchulen hierfür ausreichen. Eingesandt iFtir diese Rubrik übernimmt die Bchriftleltung nur die preBgeaetslichc Verantwortung.) Stärkt die jüdische Handwerker-Front! Würden christliche Handwerker Kreise genaue Kenntnis davon haben, wie sehr die jüdischen Kollegen bei ihren eigenen Glaubensgenossen um ihre Unterstützung buhlen müssen, so würde dies für sie eine treffliche Handhabe sein, gegen diese jüdische Konkurrenz, die mau schon wegen ihres Vorhandenseins überhaupt nicht gern sieht, zu Felde ziehen: denn dann könnten diese Kreise mit mehr als einem Schein von Itecht behaupten, dall die eigenen Glaubensgenossen -zu den jüdischen Vertretern des Handwerks in diesem oder jenem Sinne kein Vertrauen besitzen, t'nd vor allem jene Kreise des Handwerkerstandes, die mit dem Antisemitismus paktieren, würden darin eine Stütze für ihre Phrase linden. daQ der Jude lediglich zum Schachern geboren sei. sonst alter müsse er schnorren. Das jüdische Handwerk will aber keine Almosen, es will Arbeit, viel Arbeit, um vor allem erst einmal den Gleichgläubigeu den Beweis erbringen zu können, daß mau wohl auch für das jüdische Handwerk einen „goldenen Hoden" schaffen kann. Nicht klingendes Gold wollen wir. wir wollen vor allem durch die unseren die Bestätigung, daß. sich die jüdische Gemeinde in den Jahrhunderten einen Handwerkerstand jeder Art herangezogen hat, der dem des allgemeinen Standes vollkommen gleichkommt. Ks ist hier nicht unsere Sache, uns mit antisemitischen Tendenzen abzugeben, es ist nur unsere Aufgabe, den Antisemiten eine Phrase zu nehmen an deren Beseitigung in der jetzigen Notzeit die jüdische Gemeinde im ganzen das allergrößte Interesse haben müßte. Ks ist und bleibt unsere Aufgabe, immer wieder zu rufen: „Beschäftigt das jüdische Handwerk." Man lasse doch endlich einmal von der Redensart ab, das jüdische Handwerk sei zu teuer, oder gar. es leiste keine Quali tätsarbeit. Das jüdische Handwerk leistet Qualitätsarbeit und verlangt nichts weiter, als hei Abgaben von Offerten mit herangezogen tu werden, dann soll sieh beweisen, ob der Handwerker unseres Glaubens das teuerste ist. Für die Qualitätsarbeit aber leisten wir von vornherein Gewähr, denn nur mit dieser inneren IVberzctigung können wir hier immer wieder vor die Oeffentlichkeit treten und Arbeit für unsere Leute verlangen. Diese haben ihr M and werk bei tüchtigen und befähigten Meistern gelernt, haben auf „Schnellverdieneii und Schnorren" verzichtet, haben teilweis«' gedarbt und verlangen jetzt von den Meistern Lohn und Brot. Sollen diese jungen Handwcrkerkräftc so stark enttäuscht bleiben? Das darf und darf nicht geschehen Setzt euch mit den jüdischen Handwerkern lad der Vergebung auch der kleinsten Arlieit in Verbindung, holt bei uns Offerten ein und laüt euch durch die Geschäftsstelle des Vereins ..Selbständiger jüdischer Handwerker zu Leipzig", M. Bohrer. Leipzig, Brühl 61 (Tel. 204 69) die in Frage kommenden Stellen aufgeben. Diese Stelle ist auch jederzeit bereit, berechtigte Beschwerden über die Arbeiten ihrer Mitglieder entgegsnsunshmi n und zu untersuchen. Helft dem jüdischen Handwerk Bedenkt die Leipziger Winterhilfe!

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