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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1932-01-22 · 4 (22.1.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
8 (1932)
Issue
4 (22.1.1932)
Date
1932-01-22
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 UEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer i nicht Unangefochten durch. Die Feindschaft der Frommen man der Grund dafür geworden sein, daß Ephraims Verhalten auch bei den •luden keinen Verteidiger gefunden hat Inzwischen hatte um 1735 die Firma die Bezeichnung „Ephraim & Söhne" erhalten. Damals wird Veitel in das Geschäft eingetreten sein. Nachdem bei der Gründung der llofjuweliertitel des Vaters auf alle Inhaber Ubergegangen war. erscheinen diese seit 1737 in der Qualifikation als KgL Münzjuden, d.h. als amtlich anerkannte regeltntßige Lieferanten von Edelmetall für die Münze. Heini Tode Chajjim Ephraims 1747 war die Firma Hauptlieferant der Münze, nachdem sie sich auch in den schlesischen Kriegen mehrfach an komplizierten Transaktionen beteiligt hatte. 17"i5 entschloß sich Konig Friedrich II. zur Verpachtung sämtlicher Münzstätten. Damals stellte der Leiter der Berliner Münze Veitel Ephraim das Zeugnis aus, nach Aussagen Berliner Kaufleute sei sein Haus eines der vermögendsten und renommiertesten; seine Wechsel würden gleich den besten akzeptiert und alle seine Unternehmungen ständen in bester Blüte. Auf diese glänzende Auskunft hin wurde er zur Bewerbung zugelassen und übernahm in Verbindung mit seinen Schwägern Fränckel, die die Königsberger Münze, wie gesagt, schon in Pacht besaßen, den größten Teil der Münzstätten. Die Pichte standen unter Kontrolle der bisherigen Verwaltung, die verpflirhb I war, jede Unregelmäßigkeit schon im Entstehen zu verhindern. In Kontrakt war ihnen genau vorgeschrieben, welche MUjizsorteu si prägen sollten, wie fein und wieviel von jeder Art, sowie was sie al- Pucht abgeben mußten und in welcher Form. Ein Gewinn ergab sie i dann erst nach Abzug sämtlicher Kosten. Diesmal blieb er aber in einem Malie aus, daß sogar die Zahlun: der Pacht zeitweise in Frage gestellt war. Der König gab daher 178<l die Pacht sämtlicher preußischer Münzstätten zum großen Aerge Veiteis dem Schwager der Fränckel, Gumperts, der sich dafür Dil zwei Genossen verband und sie auch bis zu seinein Tode 1758 be hielt. Dies Konsortium konnte die Pacht zahlen, aber nur dadurch, daß es in Cleve kontraktwidrig große Massen unterwertiger Scheide münzen prägte. Die Ausschaltung Ephraims geschah also nicht wegen einer von die sein vorgenommenen Geldverschlecmerung. Eine solche begann viel mehr erst ein Jahr später nach der Besetzung Sachsens. Bis zun Ausbruch des 7jährigeu Krieges hatte sich 'Ephraim jedenfalls als korrekter Kaufmann bewährt. Aas aller Welt KonftrcU de« Skaudinavisrh-Jüdisrheu Jugend Verbandes. In diesen Tauen versammelten sich in Stockholm eine große Anzahl Delegierter der beiden skandinavischen Nachbarlinder: Dänemark und Norwegen] und, besonder! bedeutungsvoll für diesen Kongreß, erstiii a 11 g hatte F Inn! a n d Vertreter („Ohservateure") der verschiedenen dortigen Jugend vereine entsandt, um dem Verband beizutreten und ihn somit zu stärken. Die Verhandlungen begannen in dem vollbesetzten (iemeindesaal (nachdem Herr I). A 11 e r in a n n. Kopenhagen, zum Vorsitzenden der Stockholmer Tagungen gewählt worden war. der seines Amtes in mustergültiger Weise waltete) mit einem Begrfißungsvortrag von Herrn Oberrabbiner Dr. M. Ehrenpreis (Stockholm). Dieser verstand es — wie stets —, mit seinen durchgeistigten Ausführungen die Hörer völlig in seinen Bann zu ziehen, und ermahnte zum Schluß seiner mit großem Beifall aufgenommenen Bede die jüdische Jugend Skandinaviens zur erneuten kulturellen und geistig-religiösen Zusammenarbeit. Sodann folgten Ausführungen von Herrn Dozent Hugo Valentin (l'psala). der für ein Interskandinavisches jüdisches Wirken sämtlicher in Skandinavien bestehenden jüdischen Vereinigungen plädierte. Daran schlössen sich interne Verhandlungen eines Ausschusses von je zwei Delegierten de: vier nordischen Länder: man kam zu dem Resultat, daß es zunächst die Aufgabe des Verbandes sei. sämtliche in Skandinavien befindlichen Jugendvereine zusammenzuschließen, um ein Stärkeres jüdisch-kulturelles Leben als bisher zu erzielen. Diesem Verband, der seinen Sita von Oslo nach Stockholm verlegt, wird anbefohlen, mit Sämtlichen anderen (nicht jugendlichen) Vereinen in Verbindung zu treten, um dann gemeinsam zu arbeiten, jüdische Kulturpersänliehkeiten anderer lJinder zu Vortragsreisen zu gewinnen und somit dein jüdischen Leben des Nordens wertvolle, neue Impulse zu geben. Dieser wichtige Beschluß wurde einstimmig und mit starkem Beifall aufgenommen. Am zweiten Tage folgte ein sehr interessanter Vortrag des Herrn Rabbiner Julius Samuel (Oslo) über Jadisehe Weltprobleme von heute, der in deut- SCher Sprache gehalten wurde. Der Redner verstand es. aktuelle Judenfragen in fesselnder Weise zu schildern. — Eine große Anzahl Telegramme und Glückwunschschreiben — auch aus Deutschland begrüßten den Kongreß. Als nächstjähriger Tagungsort wurde Kopenhagen bestimmt Den Abschluß der in jeder Besiehung befriedigenden Tagung bildete ein Festakt mit Bankett und „vielen schonen Beden", den der Kongreß im Zusammenhang mit der hiesigen Ortsgruppe des Keren Kajemeth anläßlich dessen 30jährigen Bestehens veranstaltet hatte. H. Ritter. Sächsische Gemeinden ChewitS. Die Jüd. W o b I f a h r t s ze n t ra I e hielt ihre Jahressitzunii ab. Sie faßt seit langem alle wohltätigen Vereine unserer (iemeinde in einer Dachorganisation zusammen, die denselben im all gemeinen vollständige Aktionsfreiheil läßt, aber in allmonatlichen Zu- SammenkOnften gemeinschaftlich zu behandelnde Fälle erledigt, durch regelmäßige Statistik die Grundlagen für die Arbeit mit den Behörden schafft, allgemeine Gesichtspunkte bespricht und neue Tätigkeiten inauguriert. Der Jahresbericht des Leiters, Rabb. Dr. Fuchs, ergab Im Jahre 1881 sind in der etwa 2700 Seelen zählenden Gemeinde von den Vereinen insgesamt 58 000 M für Wohltätigkeit ausgegeben worden, davon allein 18 000 M von der sogen. Mittelstandsküche, die allwöchentlich 1(X)—140 Portionen ungekochtes Essen ausgibt. BtWH 20 Personen und Familien erhalten außerdem regelmäßige Unter Stützung. Die gemeinschaftlich unternommene l'eßach-Aktion er brachte 4280 M. von etwa 20 Sammlern und Sammlerinnen. An Darlehen sind von 2 Vereinen 58(XX) M ausgeliehen und größtenteillll Raten zurückgezahlt worden. Das Zusammenarbeiten mit den Behörden, insbesondere auch mit der allgemeinen Winterhilfe, isl das denkbar beste. Auch ein Dis|>ositiousfoud der Gemeindeverwal tuug sowie der Israel. Ililfsverein, der hauptsächlich für geschäftliche Darlehen bestimmt ist, unterstützte die JWZ. in besonderen Fällen freigebig. In einer ganzen Anzahl Fällen konnte die JWZ. durch größere Summen Neuproduktivierungen schaffen oder unter stützen. An Wuh IIa Ii rls-Institut innen besteht außerdem in der Gemeinde Kindergarten und Windelhilfe des Jüd. Frauenbundes, die Kleiderhilfe des Israel. Frauenvereins, Tbc-Fürsorge, Kinderver Schickungen, Chanukabescherung des Brüh Achim usw. Der Vor sitzende des (iemeindevorstandes, Herr Jos. Kahn, hob in seinen Dank au die JWZ. und ihre Vereine, sowie an deren Vorstände um Mitarbeiter hervor, daß dies Chemnitzer System der freiwilligen Wohlfahrt mehr leiste, als wenn durch ungern gegebene erhöht. Steuern ein Wohlfahrtsamt der Gemeinde unterhalten würde. Plauen. (■ e in e i n d e r a t s s i t z u n g vom 7. 1. 1932. Nachdem de Vorsteher, Herr Dr. Qoldberg, die Sitzung eröffnet und die Be srhlußfähigkeit festgestellt hatte, gab er von den Eingängen Kenntnis Aus diesen ist erwähnenswert ein Schreiben der Polizeidirektioi Plauen, welches sich auf eine Auslobung für die Entdek k u n g d er Täter eines U e b e r f a 11 e s auf zwei Gemeinde mitglieder bezieht. Ks muß auch an dieser Stelle der Polizei für ih schnelles und durchgreifendes Handeln gedankt werden. Es fand SOdann eine eingehende Aussprache über die finanzielle Lag der Gemeinde statt. Der Vorsitzende wies darauf hin, daß voll zogene oder angedrohte Austritte aus der Gemeinde infolge de1' Steuerpflirht den Vorstand nicht veranlassen könnte, von dein voi gezeichneten Weg der Satzung und der genehmigten Steuerordnuiv: abzugehen. Ks wird unter keinen Umständen eine unterschiedlich'' Behandlung von Gemeindemitglledern in Steuersachen erfolgen. Da aus den Jahren 192t). 19:10 und 1931 infolge der zurückgegangene ■ Steuerkraft der Mitglieder ein Delizit vorhanden ist, muß eine AI - derkung desselben haldigst erfolgen. Es wird daher einstimmig ein Zi schlag von 2" zur Staatseinkoinmensteuer 1930 beschlossen. Sodan wird ein Subventionsgesurh des Talmud-Tora-Vereins besprochen. De Vorsitzende weist darauf hin, daß nach der Notverordnung nur solch- Ausgaben beschlossen werden dürfen, für die zugleich die Deckung b< reitgestellt wird. Da dies für den vorliegenden Fall nicht zutrifft, wir die Angelegenheit zurückgestellt. Nach der kurzen aber inhalts reichen Sitzung folgte eine nichtöffentliche Sitzung.

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