Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 34 (23.8.1935)
- Date
- 1935-08-23
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 3 J. H. V. BAR KOCHBA e. V. M\ Sonntag, ili-n Ji5. \ ii» . 15 I hl' IVVjT Zwisitienrunde um den Pokal d. Makkabikretses in Deutschland *ttr es spielen Nordwestüt utsrhland—Hitteldeutsriiland Im Fuliu. Handball Eintrittspreise: Erw. 40 Pf., Jugendl. u. Erwerbsl. 20 Pf. Sportplatz: Dii bener Landstraße Straßenbahnlinie 14 NoinialM imI. <l< ii ä I. AnjjiiHt ÄO:*° I hr in der Loge ArndtstraBe 1 Sdiadiwettknmpf Bar Kochba, Hamburg — Bar Kochba, Leipzig — anschließend geselliges Beisammensein — Wir haben uns verlobt Itogina Srernreicli Julius Foliuiniii Leipzig — August 1935 Trieste Bobby Lewinsohn Nanny Lewinsohn geb. Herzenstein Vermählte Via S. Lazzaro No. 4 Berichtigung Ursula Beuthner Martin Mattes Verlobte Unsere Gemeinde. Ärztliche Behandlung jüdischer Wohlfahrtspatienten. Wie uns vom Landesverband Mitteldeutschlands des Centrai-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens E.V. mitgeteilt wird, hat das Sächsische Staatsniinisterium mit sofortiger Wirkung verfügt, daß nichtarische Wohlfahrtsempfänger berechtigt sind, jüdische Arzte, die /ii den öffentlichen Krankenkassen zugelassen sind (Attirzte und I rantkintpfer) für ärztliche Behandlung in Anspruch zu nehmen. Nähere Auskunft erteilt die Geschäftsstelle des Centrai-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Leipzig CI, König-Johann- Straße 17; Fernsprecher 12018. Bedeutung und Feier der hohen Festtage. In den letzten Jahren ist vielfach der Wunsch laut geworden, daß seitens der Gemeinde Einrichtungen getroffen werden, die dem Verlangen nach Kenntnis der Bedeutung und der l i ier, insbesondere der Liturgie, der hohen i esttage Rechnung tragen. In Erfüllung dieses Wunsches sind seitens der Oemeinde mehrere Kurse vorgesehen. Die Festlegung dir lermine soll geschehen, sobald ein uberblick über die Zahl der feilnehmer vorliegt. Es wird deshalb gebeten, daß Anmeldungen bis Montag, den 26. August, im Gemeindeamt dir israelitischen Religionsgemeinde, Walter-Blümel-Str. 101, eingereicht werden. Her/1 üialik-leier in der Lz-Chaim-Synagogc. I lei 20. und 21. |auius ist für das jüdische Volk ein Dbppelgedcuktag für zwei große Minner geworden. Am 20. ["amus 5ob4 (3.Juli l'ioi) wurde mitten aus aufopfcrungswilligcr Arbeit Hicodor Herzl, der wohl größte jüdische Staatsmann, seiner Lebensbahn entrissen und am 21. laiiius 5M)I (I.Juli l'lii) starb in Wien Cli.iiiu Naehinan ISialik. der größte Dichter des jüdischen Volkes. Am Sonntag, den II. August, fand in der Ez-Chaim-Synagoge, die bis auf den letzten Platz gefüllt war, eine Gedenkstunde für Theodor Herzl und Chaim Nachman ISialik statt. Nach einem vom Synagogen-Chor unter Leitung des Herrn Rambam gesungenen Psalm zeichnete Herr Rabbiner Dr. Carlebach in seiner Qedenkrede das Lehen und Schaffen der beiden Großen unseres Volkes. Obwohl beide vollkommen verschiedenem Milieu entstammen, galt ihr Lebenswerk dem Gleichen: der Gesundung und Aufrichtung, der Ruhe und dem I rieden, der Schaffung eines anerkannten lebensfreien und jüdisch-geistigen Volkes. Chaim Naehinan Bialik, geb. am 18. leweth 1873, in einem kleinen russischen Dörfchen, in einem vollkommen jüdisch-religiösen Milieu, ein früher Kenner von jüdischem Wisseusgut, führte seinen Lebensweg im innersten /entrinn dieses jüdischen Lebens. Lr war nicht nur der grolle Dichter, nicht mir der Beherrscher des größten und schönsten hebräischen Sprachschatzes, sondern ein tief religiös verwur/elter Jude, der Übersetzungen, Neuauflagen von w ertvollsten Schriften schuf, der dein neuerwachten I eben in Erei Israel half, sein Judentum zu finden. Theodor Herzl, geb. am 10. Ijar 1800 in Budapest, in einem vollkommen assimilierten I lause, der nach vollendetem Studium als Vertreter der „Neuen l reien Presse" in Paris lebte und dort den Pro/el! um den einen Juden, Dreyfut, miterlebt, welcher in ihm sein Judentum wachruft, weichet ihm die Situation der Juden der Welt zeigt Lr fallt den Gedanken des „Judenstaates" und scheut keinen Weg, um ihn in der Verwirklichung näherzubringen. Er kämpft für einen Staat, ohne ein Volk zu haben; er käjupft und glaubt an das Volk, und schafft für dieses Institutionen, die bis auf den heutigen lag geblieben; ei verhandelt mit Regierungen verschiedener Länder und wird mitten in diesem Wirken seiner Lebensbahn entrissen. Das Leben dieser beiden Großen galt dem Volk. Das Volk hat ihr Erbe angetreten, weiter zu bauen und zu leben. Nach dein LI mole rachamim, gesungen von I lerrn Kantor Prinz, dem Kaddisch, sowie einem Psalm des Chore, schloß die weihevolle Oedenkstunde mit den /ur Hymne gewordenen Worten Bialiks: Teebsakna jede ehol aehenu hamchoneniin afrot arzenu baascher hem schäm! Seid starken Armes, ihr Brüder, der Heimat Boden zu hüten ward euer Teil! Voranzeige! — Sonntag, den 1. September 1935 Endspiel um die Fußball-Reichsmeisterschaft des R.j.F.-Sportbundes Schild Leipzig I —Schild Frankfurt I Vorher: „Schild" L e 1 p z I g I. Handballmannschaft — „Schild" Dresden I. Handballmannschaft Karten Vorverkauf: Geschäftsstelle Markt 8 u. Kaufmann, Brühl. Bevorstehende Veranstaltungen 31. August: Gesellige Vereinigung: 5. Musik-(Komponisten)abend. I. September: Staatszionistische Organisation: Theaterstück „Ein junger Jude sucht seinen Weg" im Krystall-Palast. 1 September: Sportverein „Schild" Leipzig: Schluli-Spiel um die Fußbäll-Reichsmeisterschaft des R. j F.-Sportbundes. •j September: Jüdischer Kulturbund: Tanz-Ensemble des Berliner Kulturbundes. 23. September: Jüd. Kulturbund; Qustav Mahler-Abend. Mitwirkende: Dr. Annelies Landau, Wolfgang Rose, Fritz Lechner. tffiodefüfirend sind wir mit unseren Herbst- und Uinterneuheiten ifidSBnfictJUS llCOl Petersstraße 23 &r