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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1935-08-16 · 33 (16.8.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
11 (1935)
Issue
33 (16.8.1935)
Date
1935-08-16
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4_GEMFINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSOEMEINDE ZU LEIPZIO__16. August 1935 Niederlassang Persischer Marranen in Palistina. in letzter Zeit begegnet man in Jerusalem häufig Einwanderern eines neuen Typs,persischen Juden, die in llirer Heimat Mesched, der Haupstadt von Chornsan, Jahrzehntelang als Mohammedaner leben mußten. Vor hnndert Jahren waren die Vorfahren dieser Juden unter Androhung des Jodes zur Annahme des Islam gezwungen worden. Der größte Teil der Übergetretenen blieb jedoch dem angestammten Glauben und den althergebrachten jüdischen Lebensformen im Glauben treu In Mesched leben heute noch etwa 300 Familien solcher Krvpto-Juden. Diese ganze Gemeinde wartet auf die Möglichkeit, nach Palästina auszuwandern. Etwa "SO Familien ist es bisher unter großen Schwierigkeiten gelungen, ins Land zu kommen. Manche von ihnen sind ziemlich wohlhabend. Alle aus Persicn nach Palästina eingewanderten Marranen haben sich in das jüdische Leben des Landes gut eingefügt. Mehrere Häuser in Jerusalem gehören aus Persien eingewanderten Marranen die nach und nach öffentlich zum Judentum zurückkehren. Derzeit leben in Jerusalem rund 8000 persische Juden, in I iberias, Safed, Haita, Tel Awiw und den Kolonien weitere 3009. (JTA). Amtliche Bekanntmachungen Ausgabe der Eintrittskarten zum Zweiggottesdienst in der Turnhalle des Schulgebiudes Gustav-Adolf-Straße 7. Die Vermietung der Plätze zum Zweiggottesdienst für Neujahr und Versöhnungstag in der Turnhalle des Schulgebäudes Gustav-Adolf-Str. 7 erfolgt vom 26. August 1935 an werktäglich von 9 - 1 Uhr im Gemeindeamt, Walter-Blümel-Straßc 10, I. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 16. August. Abendgebet 19 Uhr. Sonnabend, 17. August, Morgengebet 9 Uhr, Jugendgottesdienst mit Predigt 15,15 Uhr, Nachmittagsgebet 19,40 Uhr, anschließend Lehrvortrag; Abendgebet 20,14 Uhr. Gottesdienste an Werktagen in der E/.-Chaim-Synagoge. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 23. August, Abendgebet 19 Uhr mit Predigt. Sonnabend, 24. August, Morgengebet 9 Uhg Nachmittagsgebet 19,25 Uhr, anschließend Lehrvortrag; Abendgebet 19,59 Uhr. Gottesdienste an \\ erktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Synagoge Ez-Chaim, OttO-SchiU-Str. Freitag, 16. August, abends 19 Uhr. Sonnabend, 17. August, morgens 8,30 Uhr; Minchoh 17 Uhr; Ausgang 20,14 Uhr. Wochentag, morgens 7 Uhr, abends 19 Uhr. Synagoge Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Str. Freitag, 23. August, abends 19 Uhr. Sonnabend, 24. August, morgens 8,30 Uhr; Minchoh 17 Uhr; Ausgang 19,59 Uhr. Wochentag, morgens 7 Uhr, abends 19 Uhr. Synagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorfer Str. Freitag, 16. August, abends 19 Uhr. Sonnabend, 17. August, früh 8,30 Uhr; Mincha 17 Uhr; Ausgang 20,14 Uhr. Wochentags: Früh 7 Uhr, abends 19,30 Uhr. Synagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorfer Str. Freitag, 21. August, abends 19 Uhr Sonnabend, 24. August, früh 8,30 Uhr; Mincha 17 Uhr; Ausgang 19,59 Uhr. Wochentag: Früh 7 Uhr, Mincha 19,15 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag, 16. August, abends 19 Uhr. Sonnabend, früh 8,3t) Uhr; Mjncha 17 Uhr: Ausgang 20,14 Uhr. Sonntag früh 7,15 Uhr. Wochentags: Früh 7 Uhr, abends 19,15 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag, 23. August, abends 19 Uhr. Sonnabend, früh 8,30 Uhr; Mincha 17 Uhr; Ausgang 19,59 Uhr. Sonntag früh 7,45 Uhr. Wochentags: Früh 7 Uhr, abends 19 Uhr. Aus dem Gemeindeamt Sozialamt — Palästina-Amt. Die Sprechstunden des Leiters am Dienstag und Mittwoch Nachmittag der kommenden Woche fallen aus. Von der Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa" zu Frankfurt a. M. Das Wintersemester an der unter Leitung des Herrn Gemcindcrabbiner Dr. Jakob Hoff mann stehenden Kahbinischen Lehranstalt „Jeschiwa" beginnt am Montag, den 28. Oktober. Anmeldungen für alle vier Abteilungen (Vorbereitungsklasse, Unter-, Mittel- und Oberstufe) werden schon jetzt entgegengenommen. Der Unterricht erstreckt sich auf: PciltatCUCh mit Kommentaren, biblisches Schrifttum. Mischna, Talmud mit Kommentaren, Decisoren, Hehr. Grammatik, Neuhebraatch (Lektüre lind Konversation), Jüdische Geschichte und Palästina künde, i ur den Lehrgang in der Voi bei eitiiiigskiassc werden schulentlassene Knaben und Jünglinge aufgenommen, die schon einige Vorkenntnisse in (-humisch mit Kaschi und Mischna besitzen. Anmeldungen mit genauen Altersdaten und Angabe der jüdischen Vorbildung sind bis spätestens 4. Oktober an das Kuratorium der Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa", Frankfurt a. M., Theobaldstralie 6, zu richten, welches zu jeder näheren Auskunft gerne bereit ist. Personenstandsnachrichten Geburten: 31, Juli 1935 Wolf Jakob Steiner und Chane Feige geb. Schwarz, Reichsstr. 39, einen Sohn. Trauungen: Am Sonntag, 18. August 1935, 4 Uhr, Fräulein Rosa Sachsmann, Leipzig, König-Johann-Stralle 14, mit Herrn Bruno Wien, Ranftschc Gasse 7, in der Wohnung von Herrn Hermann (ilückin, Funkenburgstralie 10 I. Am Sonntag, 18. August 1935, 6 Uhr, Fräulein Race Regina Grünbaum, Berliner Stralle 15, mit Herrn Moses Galantv rede Klaphol/ in der Wohnung Tauchaer Str. 15 bei Weinrich. Todesfälle: 5. August 1935 CScilie Grönheim, Funkenhurgstr. 17. 6. August 1935 Sclmar Kraft, Lindenauer Markt 101. 7. August 1935 Albert Oesterreicher, Probsteistr. II. 9. August 1935 Salman Lewin, Kolonnadenstr. 18. Bevorstehende Veranstaltungen 25. August: Gastspiel auswärtiger Künstler. 31. August: Gesellige Vereinigung: 5. Musik-(Komponisten)abend. 1. September: Staatszionistische Organisation: Theaterstück „Ein junger Jude sucht seinen Weg" im Krystall-Palast. 1. September: Sportverein „Schild" Leipzig: Schluß-Spiel um die Fußball-Reichsmeisterschaft des R. j. F'.-Sportbundes. 5. September: Jüdischer Kulturbund: Tanz-Ensemble des Berliner Kulturbundes. 23. September: lud. Kulturbund: Gustav Mahler-Abend. Mitwirkende: Dr. Annelies Landau, Wolfgang Rose, Fritz Lechncr. Neue Bücher Wege zur Verwirklichung. Zu palästinensischen Gegenwartsfragen. Sammelschrift des Habonim noar chaluzi. Berlin 1935. (Verlag Keilern). Die Probleme der Gestaltung des Palästinaaufbaucs stehen heute im Mittelpunkt vieler Erörterungen auch außerhalb des Landes, hier hei uns iu der (ialut. Aber wir müssen es erleben, daß Anschauungen, Stellungnahmen und Entscheidungen getroffen werden, oft ohne wirklich fundiertes konkretes Wissen über die besondere Situation Palästinas, seiner Politik und soziologischen Gegebenheiten. Diesen Mangel will dieses Heft beheben helfen, in welchem besonders Stellung genommen wird zu den Problemen der jüdischen Arbeit, des Verhältnisses zum arabischen Arbeiter und zu der Frage der Siedluugsform. Es handelt sich meist nicht um Aufsätze von Chawerhn des Habonim, sondern es wurden zum Teill auch ältere Aufsätze von Ben Gurion, Kerl Katznelson, Beilinson und Elieser Liebenstein veröffentlicht. Die Beiträge entspringen einer einheitlichen Grundhaltung, wie sie der Bund im Laufe seiner Entwicklung sich erarbeitet hat. Es ist zu wünschen, daß das Heft seine Bestimmung, unämlich Material zur Klärung der palästinensischen Fragen in weite Kreise, vor allem der jüdischen Jugend zu tragen, erfüllt. or. Ludwig Winder. Steffi. Leipzig- Mähr.Ostrau. (Verlag Julius Kittls Nachf.). In einer Zeil allgemeiner jüdischer seelischer Depression ist jeder Erfolg eines jüdischen Menschen für die jüdische Gesamtheit von besonderem Interesse. Ludwig Winder, der Verfasser des kürzlich erschienenen Romans „Steffi" hat den Literatur-Staatspreis 1934 der Tschechoslowakischen Republik erhalten Diese Auszeichnung eines jüdischen Autors wird mit besonderer Anteilnahme gebucht. Inhaltlich bietet das Buch nichts Jüdisches, es sei denn, daß man den Grundton, die starke soziale Einstellung als besonderes jüdisches Charakteristikum ansehen will. Steffi, die Heldin des Romans ist ein Dienstmädchen, das durch seine Tüchtigkeit, seinen Fleiß, seine guten charakterlichen Anlagen zum guten Geist der Familie Dörre, bei der sie in Stellung ist, wird. Ihr lebensbejahender Frohsinn bringt dieser griesgrämlichen Familie Lebenskraft, sodaß sie, wie es im Untertitel heißt „die Krise überwindet". Vielleicht ist die Lektüre dieses Buches in einer Zeit, in der so viele jüdische Mädchen den Beruf der Hausangestellten als einzige Erwerbsquelle sehen, in der so viele jüdische, junge Menschen mit einfachstem Platz im Leben vorlieb nehmen müssen, tröstlich. Es zeigt, daß es letzten Endes nicht auf die soziale Stellung eines Menschen ankommt, sondern auf sein eigenes Menschentum, daß selbst in einfachster Position die menschlich-soziale Aufgabe, anderen Hilfe und Stütze zu sein, erfüllt werden kann. e. cn. Ne'man. Jüdische Fragen (Judentum und Judeuheit, Lehre und Leben). Madrich n'wucnim. Leipzig 1935 (Verlag von Gustav Engel). Die stattliche Reihe von Schriften, in denen Ne'man sich als ein von Wahrheitsdrang erfüllter Mahner für eine wahrhaftige Vcrlebendigung der jüdischen Lehre einsetzt, wird durch dieses neue Buch in der gleichen Richtung fortgesetzt, in die der Verfasser immer mit aller Offenheit und Eindringlichkeit gewiesen hat. Daß auch im jüdischen Kreise durchaus nicht überall das Leben eine vollkommene Ohereinstimmung mit der Lehre zeigt, eine Erscheinung, die zu allen Zeiten und in allen menschlichen Verhältnissen zu beobachten war, ruft ihn auf den Plan. Von allen Seiten her betrachtet er diese Mängel; die wissenschaftliche Grundlegung, die praktische Haltung. Gottesdienst und häuslicher Alltag, die religiösen und die jüdischpolitischen Gruppierungen, diese und manche anderen Fragen geben Angriffspunkte für eine Kritik, die nicht so sehr urteilen als vielmehr

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