Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1935-07-05 · 27 (5.7.1935) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
11 (1935)
Issue
27 (5.7.1935)
Date
1935-07-05
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4876568-5968806-5969532--5538-4881297
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

5. Juli 1935 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 r Familien - Anzeigen D Erwin Krongold Ilse Krongold geb. Deutsch geben hierdurch ihre am 7. VII. in Dresden, Hotel Europäischer Hof stattfindende Trauung bekannt Leipzig Prag Statt Karten Bruno Isaac Mieze Diment zeigen hierdurch ihre am Dienstag, den 9. Juli 1935, stattfindende Vermählung an Leipzig, Beethovenstr. 29 — Trauung: Berlin, Qüntzelstr. 35 (Isaac) X7 Ihre Blumen von Lance e£x Tauchaer Sil*. 16 — Tel. 3 87 89 — Lieferung Ina Haus Ihren Palästina-Umzug;, verslchern Sle Ihr Reisegepäck (Police sofort) durch die Oeneralagentur Wolf Gindsberg, Leipzig C1 %S5$g$t 30 Alle Arten von Versicherungen sonders schweren Zeit hervor und brachten ihm und seinen führenden Männern, Kammergcrichtsrat i. R. Leo Wolff und R. A. Dr. Alfred klcc, ihre Glückwünsche dar. (JTA.) Die Jahresversammlung des HilfsVereins in Berlin. Die am 18. Juni in Berlin abgehaltene Jahresversammlung des Hilfsvereins der deutschen Juden stand im Zeichen der erhöhten Anforderungen, die in den letzten Jahren und in verstärktem Malte infolge der wirtschaftlichen und soziologischen Entwieklungen der jüngsten Zeit an eine systematische Regelung jüdischer Auswanderung, an eine verantwortungsbewußte Eürsorge für die Menschen, die genötigt sind, sich eine neue Existenz außerhalb Deutschlands aufzubauen, lind die hierfür erforderliche seelische und berufliche Vorbereitung gestellt sind. Im Mittelpunkt der Tagung, zu der zahlreiche bewahrte Mitarbeiter des Hilfsvereins aus Berlin und dem Reiche erschienen waren, stand ein Referat des Generalsekretärs Dr. Mark Wischnitzer, in dem er die augenblickliche Situation der Auswanderungsbewegung darlegte und an Hand historischer Analogien die Bedeutung des neuen Stadiunis aufzeigte, in das sie eben jetzt eintritt. Die eindringlichen Worte der Mahnung, die der stellvertretende Vorsitzende des Hilfsvereins, Max Warburg, von einer den Tageskampf hoch überragenden Warte aus an die von ihm geleitete Versammlung und darüber hinaus an die Judeulieit Deutschlunds richtete, gaben der Veranstaltung ihr besonderes Gepräge. (JTA.) Ein Deutungsversuch von Assimilation und jüdischem Parteiwesen. In der Donnerstags-Vortragsreilie des Jüdischen Lehrhauscs in Berlin, die auch im Somnierseiuester stattfindet, sprach Rabbiner Dr. Leo Bacck, der Präsident der Reichsvertretung der deutschen Juden, über „Die Existenz, des Juden". Dr. Bacck ging davon aus, daß der Jude immer umgeben sei von der Welt, die ihn deshalb immer sehe, und der er zahlreicher und mächtiger erscheine, als er es in Wirklichkeit ist. Immer umgeben sein bedeutet, immer wieder sich behaupten müssen gegen eine Gefährdung im Geistigen, Seelischen und Jüdischen. Dabei ist die seelische Gefährdung die entscheidende. Sic ist es, die die Gefahr einer völligen Assimilation gebracht hat. Und aus der gefährdeten Existenz folgt, daß der Jude immer wieder beginnen, immer wieder von vorn anfangen müsse. Das Außerordentliche der Existenz ist so nicht Periode wie bei anderen Völkern, sondern Epoche. Deshalb muß der Jude sich immer wieder auseinandersetzen. Das irdische Glück, nicht denken zu müssen, die Freude der Gedankenlosigkeit ist ihm immer versagt. Hiermit hängt das jüdische Parteiwesen zusammen. Der Jude muß sich immer auseinandersetzen, mit sich selbst und mit anderen. Charakteristisch für die jüdische Existenz ist es, daß der Blick des jüdischen Menschen ins Weite zu gehen scheint. Trotz, aller Gefährdung richtet er den Blick auf ein fernes Ziel, nach etwas, was jenseits ist. Das Jenseitige aber verlangt im Gegensatz zu dem bloß Umgebenden den großen, nicht den kleinen Gehorsam. Denken, das ist hier anerkennen, das Jenseitige Gehorsam gegen Gott. Jüdisches Denken ist daher nicht betrachten, sondern gehorchen. Jüdisches Denken schließt Mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Hermann Stern ist von seinen Leiden erlöst. Im Namen der Hinterbliebenen: 26. Juni 1935. Else Stern geb. Piorkowsky Alice und Benno Stern Frankfurt a. Main, Gerti Stern Auf der Körnerwiese 15,1. Leipzig N 22, Lindenth. Str. 14,1. ^euü^TerscrüeS^loTzhch^r^ Mann und Vater Fred Urbach im 47. Lebensjahr Beerdigung am Sonntag mittag 12 'A Uhr auf dem neuen israel. Friedhof. Im Namen des Hinterbliebenen Leipzig, Reitzenhainerstr. 43 Elsa Urbach, Karll Urbach _«. lull 1935 Beileidsbesuche dankend verbeten. f Heute verstarb unser lieber treuer Kamerad Fred Urbach, der sich in den vielen Jahren seiner Mitgliedschaft große Verdienste um unseren Bund und insbesondere um unsere Ortsgruppe erworben hat. Wir werden ihm immerdar ein treuers Andenken bewahren. In tiefer Trauer Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgr. Leipzig Beerdigung am Sonntag, den 7. |uli 1935 um 12" Uhr. Stellen aller Kameraden mittags 12 Ühr auf dem neuen Israelitischen Friedhof. das Gebot in sich, es ist deshalb die Gestaltung des Lebens, die Erfüllung und Verwirklichung des Guten. Jüdisches Denken verpflichtet. Und alles Verpflichtende meint den Einzelnen, das Du. Von jedem ist alles gefordert. Keiner kann ihm etwas abnehmen. In der jüdischen Existenz schafft der Einzelne Gemeinschaft, aber die Gemeinschaft schafft nicht ihn. Es gibt nur so viel Gesamtheit, wie es Einzelne gibt, die jüdisch denken. Jüdische Existenz, so schloß Dr. Bacck seinen von einem dankbaren Publikum mit größter Anteilnahme aufgenommenen Vortrag, ist immer Existenz vor viott, nicht in Gort. Darum ist der Jude im Letzten über das Oefihrdende erhoben und hinausgeführt. Aber deshalb kann man auch nicht mit dem Herzen ein Jude und mit dem Kopf etwas anderes sein oder umgekehrt. (JTA.) Sportpädagogischer Lehrgang der Reichsvertretung. Die Pressestellt der Reichsvertretung der deutschen Juden teilt mit: Es .st beabsichtigt, in der Zeit vom 21. Juli bis 30. September 1935 in Berlin für eine begrenzte Anzahl von Sportlern und Sportlerinnen, die noch kein Examen abgelegt haben, einen sportpädagogischen Lehrgang zu veranstalten. Auf diese Weise soll dem Mangel an geeigneten Lehrkräften gesteuert werden. In Erage kommen Damen und Herren, die sportlich und turnerisch besonders begabt sind und pädagogische Eignung nachweisen können. Näheres wird Interessenten bekannt gegeben. Meldungen sind unter Einsendung eines Lebenslaufes und Angabe der bisherigen sportlichen Laufbahn zu richten an die Reichsvertretung der deutschen Juden, Schulabteilung, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstr. 158, III. (JTA.) Generalversammlung der Volksbank Iwria, Berlin. Die Volks Dank Iwria e. G. m. b. H. hielt am. Donnerstag, 27. Juni, ihre ordentliche Generalversammlung ab. Die Versammlung genehmigte die vorgelegte Bilanz sowie die Gewinn- und Veriustrechnung für 1934 und erteilte dem Vorstand und dem Aufsichtsrat einstimmig Entlastung. Auf Verlesung des ausführlichen gedruckt vorliegenden Geschäftsberichts wurde verzichtet. Der Vorritzende des Aufsichtsrats, Herr Direktor Kaieski, der die Versammlung leitete, verwies insbesondere auf die Steigerung der Bilanzsumme von RM. 1018170 im Vorjahre auf RM. l-läJSQS im Berichtsjahre, auf die Steigerung des Umsatzes von RM. 41111000 im Jahre 1033 auf RM. 77SOS(lOO im Jahr Jüdisther Kulturbund Liederabend Lotte Leonhard Am Dienstag, 16. Mi, pktl. 20" im Weißen Saale das Zoo. dir für Mitgl. liditbildkarten nicht vergessen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.