Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1935-06-07 · 23 (7.6.1935) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
11 (1935)
Issue
23 (7.6.1935)
Date
1935-06-07
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4876568-5968806-5969527--5511-4881274
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

Seite 6 7. Juni 193 5 Nachfolgend sind die ' A bt< .w S( M - Sprit. Ii - t ii M d e n der Leh r krä 11 e zusammengestellt. Es wird dringend gebeten, diese Zeiten einzuhalten; keinesfalls ist es statthaft, die Lehrer während der Unterrichtsstunden oder während der Pausen aufzusuchen. Der Direktor täglich von 11 13 Uhr Dr. Josef Hing Religionslehrer Mittwoch von 11 -13 Uhr Dr. Erni Cohn Stud. Ass. Montag .. 10«—II10. Heinz Dörr Turnlehrer Mittwoch .. 101 — 1130» Isidor Dzialoszynski Religionslehrer Freitag ,. 7H B4> Dr. Ernst Grünewald Sind. Ass. Montag > 7"— MaxHaupl Stud. Ass. Dienstag . 9«-1040. üertr. llenmann Stud. Rat Donnerstag > 9'^—l0in„ Ruth Hoeniger Stud. Ass, Donnerstag ■■ 10 * ">—1110» Simon Kassewitz Professor Donnerstag < 94i—10'°.. Dr. Jakob Kahn Religionslehrer Donnerstag „ 8™ - 94n „ Dr. lohan. Kupfer Stud. Ass. Montag „ 7»»- S(i.. Dr. Salomon Levi Stud. Professor Donnerstag .. 9°—1040« Oertr. Lewin Handarbeitslehrerin Donnerstag .. 945—1040 « Dr.Michael Lipschfltz Religionslehrer Donnerstag ■ B"— 9** > Herbert Lohse Sind. Ass. Dienstag 8™- 94n Marie Malaciiowski I urnlehrerin Dienstag •■ 7**— 84"'.. Dr. Altrcd Menzel Professor Donnerstag „ S5"- 940 .. Hans Mewes Stud. Ass. Donnerstag 7V'— S4i . Dr. Ferd. Oppenheimer Stud. Ass. Montag ,. Ss" — 940 ,. Paul Niederland Oesanglehrer Donnerstag » 1015—II10,, jakob Schereschewski Religionslehrer Donnerstag „ I04S—llso» Gotth. Schneider Stud. Ass. Dienstag „ 9" - l0,n „ Jakob Sohn Stud.-Ral Mittwoch . II4»—12»«.. Das Sprechzimmer befindet sich im Schulgebäude, Qustav-Adolf- Straße 7, l. Stock. Leipzig, den 3. Juni 1935. Die Schulleitung. Neue Bücher feststellen, daß unser Publikum auch dieser Delikatesse in der Tonkunst tiefes Verständnis entgegenzubringen vermochte. Das ausführende Mendelssohn-Trio (Hella Chitrik, Klavier, Leo Schwarz Violine, Paul Blumenfeld, Cello) brachte eine gutgewählte Pro« grammfolge. Übrigens hat es mit dem neuen Cellisten Blumenfeld eine vorzügliche Kraft gewonnen, er ist mit dein Kammermusikstil ganz vertraut und besitzt gutgepflegte Technik wie edlen Ton. Durch das fein abgeklärte Zusammenspiel und die überzeugende Gestaltung kam jedes Werk zu künstlerischer Hohe. Mit tiefer Empfindung spielten sie das C-moll-TriO von Felix Mendelssohn und gaben dem Scherzo eine entzückend leichte Orazie. Im O-dur-Trio hatten sie den Stil .Mozarts fabelhaft erfaßt, indem sie die klassische Linie und den sprühenden Geist des Meisters glänzend vereinten. Das temperamentvolle A-moll-Tria von Tschalkowsky konnten die drei Künstler noch etwas leidenschaftlicher packen, in der Durchführung blieben sie dem Werke nichts schuldig und wurden mit Begeisterung vom Publikum gefeiert. Dem Kulturbund kann man nur raten, der Kammermusik in seinen Veranstaltungen größte Pflege angedeihen zu lassen. tt. Abend bei Willy Rosen. Der geniale Schlagerkomponist gab mit seinem Ensemble hier einen gelungenen lustigen Abend, der aus dem Rahmen der sonstigen Kabarettveranstaltungen fiel. Die Revue teilts sich in verschiedene Bilder, die allgemein große Heiterkeit auslösten, im besonderen sei Nr. 5 (Boxkampf) und Nr. (> (Stegreif) genannt. Am meisten fesselte Willy Rosen bei seinem eigenen Auftreten, wo er in Text und Musik seine Originalität bewies. Ls waren alles zugkräftige Schlager. Die Musik zu den Bildern lag in den Händen von Erich Ziegler und Willy Rosen, die auf zwei Klavieren mit schneidigem Rhythmus und charmantem Spiel die Vortragenden begleiteten. Die Heilige Schrift. Neu ins Deutsche übertragen. Zweiter Band: Nebiim rischonim Volksgeschichte [Auf Veranlassung der Jüdischen Gemeinde Berlin herausgegeben von Harry Torczyner). Frankfurt a. M. 1935 (J. Kauffmann Verlag). Wir haben beim Erscheinen des ersten Bandes (Thon Fünfbuch) den Plan dieser neuen Obersetzung der Heiligen Bücher und -eine Durchführung eingehend gewürdigt und mit freudiger Genugtuung als Ergebnis festgestellt, dal! sie uns berufen erscheint, Volkstümlichkeit zu erlangen. Dieser Lindruck wird durch den /weiten Teil durchaus gestärkt Die Schlichtheit der Sprache, an poetischen Stellen zu Schwung und Rhythmus gehoben, gibt gerade in den vorwiegend erzählenden Büchern der israelitischen Volk>gescliichtc die wirkungsvolle Flüssigkeit der Darstellung. Der wechselnde Charakter der Bücher bleibt dadurch gewahrt dalt verschiedene Übersetzer am Werke waren: Llias Auerbach (Jehoschua), Sally (ians (Schofetim Richter), Julius Qalliner (SchemuCI I und II) und Benno Jacob (Mclachini I U. II); anderseits hat die geschickte Redaktion Harry Torc/yners die Einheitlichkeit der Gcsamtübcrtragunrr ausgezeichnet hergestellt. Mit Spannung sehen wir dem Lrscheinen der weiteren Teile der Obersetzung entgegen und zugleich in der Gewißheit, dal! sie dein Verlangen nach der deutschen Bibelübersetzung, die geeignet ist, Hausbuch in jedem jüdischen Heim Deutschlands zu werden. Genüge verschaffen werden. Der vorliegende Band wird jedenfalls den vielen Freunden dieser sorgfältigen und vorzüglich ausgestatteten neuen Ausgabe in allen jüdischen Kreisen zahlreiche neue Freunde gewinnen. C. Alfred Auerbach: Bühnenspiele für jüdische Feierstunden, Frankfurt a. M. 1915 (J. Kauffmann Verlag). Die Forderung nach Szenen für die Aufführungen unserer Schulen, Bünde und (icmcinschaftsfeicrn, schon seit langer Zeit immer wieder erhoben, ist neuerdings nur noch dringlicher geworden. Praktische Erfahrung und innere Berufung sind die Voraussetzungen, unter denen der Verfasser dieser Buhnenspiele ans Werk gellt. Die vorliegende Sammlung enthält ernste und heitere Szenen für Feiertage und Feierstunden, Szenen, die durch Berufsschauspieler besetzt und geführt werden müssen, und daneben Kurzszenen, die auch Laien gestatten können. Für Freitagabend und für Purim, für Chinukah und andere freudige Stunden ist gesorgt Humor und Linkehr, Spannung und \\ irk^amkeit, Zeitgeschehen und Zukunftssuche sind in dem Buche. Besonders bemerkenswert an all diesen Szenen i-t das Suchen nach I ormen, die den Bedingungen der heutigen Zeit entsprechen: Sprech-Symphonie, Sprech-Oratorium, in jedem Raum aufführbar; auch das Hörwerk, das auf äußere Effekte verzichten kann und mehr an seelische Pforten pocht, ist vertreten. So wird dieses Buch von all denen, die auf der Suche nach Material für Aufführungen >ind, dankbar begrubt werden. Konzerte Kulturbund-Kammermusik. Diesmal hatte der Jüdische Kulturbund seinen Mitgliedern eine schwere Kost gegeben; denn das Gebiet der Kammermusik war für viele Zuhörer noch Neuland. Erfreut konnte man an dem guten Besuch und der groben Aufmerksamkeit Jüdischer Sport. (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) I ler Mangel an Spielgegnern bringt die jüdischen Sportvereine unserer Gegend mehr als wohl beabsichtigt zu Wettkämpfen immer wieder zusammen. So weilte am letzten Sonntag „Bar Kochba"-Halle abermals mit zwei Mannschaften hier, seiner I. Fußballelf gelang endlich ein Sieg von 4:3 gegen die II. Mannschaft des „Bar Kochha", immerhin ein Beweis, daß der Gast durch seine enge Zusammenarbeit mit den Hiesigen schon manches gelernt hat. Die Leipziger brauchten gegen die I. Knaben aus Llalle nur die zweite Garnitur zu stellen, um auch damit einen Sieg von 11:0 herauszuholen. „Lsra" verlor gegen die I. Knaben-Fußballelf und einem wenig Uberzeugenden Schiedsrichter 0:2. Die I. Fußballer des „Schild" hatten mit einer komb. Mannschaft wenig Erbarmen, mit 15:0 müßte sich die Elf für das kommende Spiel in Berlin recht gut eingeschossen haben. Als Vorspiel zum Handball-Reichsmeisterscliaftskampf spielte diel. Danienelf gegen die J.T.S.C.er aus Berlin, als Ausgleich zu den Fußballern verlor sie dafür 0:8, wobei noch der Torwart mit der Beste der Mannschaft war. Und dann stieg das mit so großer Spannung erwartete Treffen! Es soll gleich vorweg gesagt werden, dall Berlin alles aus sich herausgeben mußte, um als Sieger vom Platz zu gehen. Entweder wurde Berlin zu sehr überschätzt, oder die „Schild"-EH wußte selbst nicht, was in ihr steckt, denn lange Zeit hieß es 1:1, und erst kurz, vor der Pause kam der Gast mit Hilfe eines Dcckungsfehlers zu seiner 3:1-Führung. Für die II. Halbzeit hatte man von Berlins Seite ein größeres Dcbaclc für die Leipziger erwartet, zumal sie jetzt gegen den ziemlich heftigen Wind anzukämpfen hatten, aber nur noch ein Tor mußten sie hinnehmen. „Schild" vergab manche Chance durch zu hohe Würfe und zu starkes Innenspiel. Allerdings soll nicht verkannt werden, daß der Rechtsaußen erst in der II. Hälfte besser ins Spiel kam und sein Freund auf der anderen Seite sicher selbst das Gefühl hatte, nicht begeistert zu haben, so daß sich die Berliner mit besonderer „Liebe" der drei Innen annehmen konnten. „J.T.S.C." gewann verdient, dank besserer Kondition, besserem Stellung! Vermögen und dem taktisch klügeren Spielaufbau. Von den 22 Sportlern sei nur einer ob seiner ganz fabelhaften Leistung herausgegriffen, der „Schild"-Torwart Bionik i. Das war beinahe eine wahre Herrenpartie, als „Bar Kochba" am vorletzten Donnerstag mit fünf Mannschaften seinen Brudcrverein in Chemnitz besuchte, die mitgefahrene 1. Damenelf konnte dafür auch nicht ihr Handballspiel zu Ende führen .sondern mußte es beim Stande von 3:0 zu ihren Gunsten abbrechen, da der Wettergott auch der Ansicht war, daß dieser 30. Mai eben nur den Herren gehört. Von deren Spielen verliefen drei mit dem gleichen Resultat von 2:1, nur die Knaben waren die Leidtragenden, indem sie ihren Kampf verloren. Die I. I'ußbail-Elf setzte sich gegen die mit Zwickaner Spielern verstärkten Chemnitzer siegreich durch, und die „Alten- Herren" wahrten ihren Ruf als sieggewohnte Elf. Die I. Handhallmannschaft konnte sich nach Herzenslust austoben und auswerfen, mit 21:0 brachte sie mehr Tore zustande, als alle Mannschaften an diesem Tage zusammen. Hoffentlich haben die Chemnitzer dafür etwas aus diesem Spiel gelernt! Auch die II. Handballer holten am Sontag gegen die I. Elf des „Makkabi"-Plauen ein zweistelliges Ergebnis heraus, im Vergleich zur ersten Garnitur noch mäßig, sie gewannen „nur" 12:2. Beim „Schild" sind alle Augen auf das große Spiel in Berlin

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.