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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1935-05-18 · 19 (18.5.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
11 (1935)
Issue
19 (18.5.1935)
Date
1935-05-18
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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OF.MEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSOEMEINDE ZU LEIPZIO 10. Mai 1935 :ils Mvtluis wissenschaftlich entwertet, andererseits Rosenzweig, Simmei und l lusserl neue Wege für das Verständnis und die Recht- Fertigung einer religiösen 1 ebensanschauung suchen. - Im gleichen Heft finden sich lehrreiche und gemeinverständliche Aufsitze über die Urs c Ii ich! e d e r J u d e n unt e r d e m (i r <> B en Kurf Q r stcn und über neu irr l orschungen zur Oeschic hte der J u d e n in I) e u t s c Ii 1 a n d. Zu den letzteren gehört ilas Sammelwerk Qermania Judaica, eine Sammlung von Monographien über die jüdischen Gemeinden des Mittelalters mit einer Flüssig geschriebenen zusammenfassenden Einleitung von I. Elbogen. Sowohl die Qermania Judaica wie die Monatsschrift für die Geschichte und Wissenschaft des Judentums werden herausgegeben von der Gesellschaft /ur l örderuns der Wissenschaft des Judentums. Für den geringen Beitrag von Mk. 10. (zahlbar auf das Postscheckkonto der Gesellschaft: Berlin Nr. 7030) erhält man die Monatsschrift unentgeltlich die anderen Veröffentlichungen der Gesellschaft, zu denen die Germania Judaica gehört, zu stark ermäßigtem Preis. Neueintretende Mitglieder erhalten außerdem, soweit der Vorrat reicht, unentgeltlich eine Anzahl von Werbeschriften, namentlich Über Maimonides. Auskunft gibt die Geschäftsstelle der Gesellschaft, Berlin- Schöneberg, Beiziger Str. lo, Aufgang 211. Konzerte Die Gesellige Vereinigung verschaffte ihren Mitgliedern und den zahlreich erschienenen Gasten mit dem 4. Musikabend zwei wertvolle Stunden. Es ist dem Leiter dieser Vereinigung, Herrn Dr. Alexander, im besonderen zu danken, dal! er dem Gebiet der r/onkunst liebevollste Pflege zuteil werden lallt. Solche Miisikabeude Mild von außerordentlich erzieherischem Wert, sie veredeln den Gc- SChmack der heranwachsenden Jugend auf diesem Gebiet, fördern die kulturellen Bedurfnisse des Einzelnen und regen an zur Selbstausnbung und Pflege der Tonkunst im Kreis der Familie. Das Programm enthielt Werke der Klassik und Romantik. Außerdem spielte der junge Leipziger Komponist Hans-Erich Cohn eigene Stücke für Klavier-Improvisationen und Klavierstücke im ,-Takt. Die Kompositionen halten sich im Stil der Neuromantiker und sind charakteristisch gestaltet. Es wäre wünschenswert, von ihm gelegentlich auch mal ein gröberes W erk zu hören. Die begabte Geigerin Dora Stisson besitzt einen groben Ton und feingeschliffeue Technik, die W erke von Corelll und Gabriel-Marie spielte sie sehr temperamentvoll. Besonders reizvoll in der Programmfolge war das selten zu hörende Duo für Flöte und Violine in G-dur von Ph. Tclemaim; Dr. W erner Bernfeld und Dora Stisson übermittelten es uns mit Feinem Stilgefühl. Besonderes Lob gebührt Edith Alexander für ihre ausgezeichnete anschmiegende Begleitung am Klavier. Dr. Hans Perls, der in diesem Kreis als Sänger bekannt ist, brachte unter der Klavierbegleitung von Dr. Lentschner verschiedene Arien und Lieder zu tiehör, am besten lagen ihm die Balladen von Carl Löwe und Ignaz Brüll. Das liebliche Klaviertrio Nr. 1 G-dur von Jos. Havdn beschloß den anregenden Abend. tt. Jüdischer Sport. (Von unterem ständischen Berichterstatter Deka.) Jetzt lassen sich die Sportberichte so nett mit dem beliebten Thema »Über das Wetter" einleiten, es kann auch nichts Schöneres geben, als bei diesem herrlichen Sonnenschein draußen herumzutollen, oder als Zuschauer sich am Spiel der Jugend zu erfreuen. Es soll aber auch noch viele Menschen gehen, die so oft und so gern das W ort „Jugend" im Munde tuhreii, es aber nicht für nötig halten, durch ihre Anwesenheit auf dem Sportplätze einmal wirkliches Interesse für die Jugend und ihren Sport zu beweisen, und dabei gab es am letzten Sonntag wieder so allerhand zu sehen. Die sieggewohnte I. I ußballelf des „Bar Kochba" mußte seit langem die erste Niederlage einstecken. Mit dem knappsten aller Ergebnisse von 1:0 verlor sie. allerdings mit einigem Ersatz, gegen eine komb. Elf. Die I. Handballer holten ein 4:-l gegen eine ebensolche Mannschaft heraus. Dieses Treffen stand auf sehr beachtlichem Niveau, zumal der tiegner ein seltenes Können zeigte. Alle Hochachtung vor den „Alten Herren", die ihre jüngeren Kampfgenossen der II. Elf 3:2 schlugen. Die I. Knaben trennten sich in einem mäliigen Spiel gegen „Misiaclii" 1:1, wahrend die IL Knaben abermals die Jüdische Volksschule 4:1 schlugen. Beim „Schild" war Hochbetrieb, oder besser gesagt Hochstimmung, denn dieses Mal gab es Kampfe gegen einen weit gefährlicheren Gegner, die R. j. I .•Sportgruppe Breslau. Gefährlich war allerdings nur die I. Handballmannsciiaft des Gastes, die auch nur ganz knapp 5:1 geschlagen werden konnte, im übrigen aber beinahe mehr Strafstöße als wirkliche Ballwürfe verursachte. Dieses harte Spei mußten die Breslauer auch mit der Herausstellung eines Mannes bald nach Keginn hüben. Leipzig gewann diesen Kampf dank der hi -creii Mannschaftsleistung und der besonderen Schubkraft von I evy. Auszusetzen an diesem Spiele ist wiederum das schlechte Bedienen der Außenstürmer, mögen diese dieses Mal nicht so auf dem Posten gewesen sein, so wird das Spiel durch ihr Einsetzen wenigstens auseinandergezogen. Ein Spiel von zwei verschiedenen Halbzeiten war der nun folgende I ußhallkampf. Mit dem Anstoli glaubte man einen großen Gegner vor sich zu haben, aber die zweite Hälfte belehrte uns doch eines Besseren, wirklich zugunsten der Leipziger. Als es mit 0:0 in die Halbzeit ging, hätte niemand an das Resultat von <i: 1 für Leipzig gedacht. Je mehr die hiesige Elf ins Spiel kam, um so mehr ließ Breslau nach. Auch die beiden „Schild"-Außenstürmer, die zuerst wiederum nicht begeistern konnten, kamen bedeutend besser ins Spiel, so daß bei diesem Innenstürm der Erfolg kommen mußte. Der Halblinke schoß abermals den Vogel mit seinen Torschüssen ab, in der zweiten Hälfte spielte er jedoch erst so, wie man es von ihm erwartet. Die meiste Freude bereitet immer wieder die Läuferreihe, und auch die Hintermannschaft zeigte dieses Mal, daß sie sich voll und ganz einzusetzen vermag. Die Schiedsrichter der beiden Treffen leiteten äußerst korrekt, besonders das Handballspiel stellte große Anforderungen an den Leiter, während der Eußballkampf eine doch zahmere Angelegenheit war. Die Wichtigkeit dieser Treffen zeigte sich in der Anwesenheit des Herrn Beck, dem technischen Leiter des R. j, F.-Sportbundes. Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Schriftleitung: Oemeinderabbiner Oustav Cohn, Leipzig Cl, Walter Blümel-Str. 10, III. Anzeigen : Verlag Elia Ooldtrennd, Leipzig 05, Cichorlusstraße la. Anzeigenleiter: Ermt Ooldfreund, ClcborlusstraBe 3a. Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern und an bestimmten Pützen wird keine Oewlhr übernommen. Druck: Druckerei der Werkgemeinschaft, Leipzig Cl, Brüdersir.19. D. A. I. 35. 4250. Für den Inhalt der Inserate übernehmen Gemeindevorstand und Schriftleitung keine Verantwortung. Vereinsnachrichten. Schekelaktion in Leipzig. Die Schekelaktion ist in vollem Gange. Alle Juden, die sich mit dem jüdischen Volke und mit dem Aufbauwerk in Palästina verbunden fühlen, entrichten die Kopfsteuer, den Schekel. Die Judenheit in Deutschland weiß, was sie in diesen beiden Jahren Palästina zu verdanken hat und was ihr Palästina für die kommenden Jahre noch bedeutet. Daher ist es natürlichster Ausdruck der Verbundenheit und selbstverständliche Pflicht, daß alle Juden Leipzigs, die über 18 Jahre alt sind, den Schekel für sich nehmen. Morgen, Sonntag, den 12. Mai. vormittags von 10 I Uhr, werden unsere Mitarbeiter in sämtlichen jüdischen Häusern Leipzigs vorsprechen. Wir bitten darum, daß alle Angesprochenen unsere Helfer freundlichst empfangen und wir erwarten, daß alle Juden Leipzigs die Einsicht von der Wichtigkeit des Schekels aufbringen und den Schekel kaufen. Der Preis des 2-Jahres-Schekels für 5(>"4 yö beträgt M. 1.50. Jungzionistische Gruppe. Sa.: Iwrith-Fortgeschrittene, 21 Uhr; Mo.: Iwrith-Anfänger, 21 Uhr; Mi.: Iwrith-I'ortgeschrittene, W .Uhr; Palästinakunde, 20",, Uhr; Do.: Moderne Jiid. Geschichte, 2DVf Uhr. Sportverein „Schild", Leipzig. Geschäftsstelle: Markt 8, Aulg. A, ISPORTl "'• Sportplatz: Thekla, Theklaer Str., Endstelle d. Linie 1. _ Leichtathletik: Kür die kommenden Monate haben IRIpJ wir einen neuen Trainingsplan festgelegt, den alle Sport- \// kameraden beachten wollen, und rechnen wir auf starke Beteiligung zum Ereilufttraining. Montags 17,10 19,30Uhr Lichtalhletiktraining für die gesamte Jugend bis zu 18 Jahren. Dienstags: Ab 16 Uhr Eußballtraining für Jugendliche, ab 17 Uhr Fußbditraining für Erwachsene. Mittwochs: 17,10 \9JO Uhr Leichtathletiktraining für Daiueeu und Herren. Donnerstags: 17,30 18,30 Uhr Leichtathletiktrainüig, ab 18,30 Uhr Handhalltraining für Damen und Herren. Sonntags: 9 Uhr allgem. Training. Spielprogrnmm für Sonntag, den 12. Mai: Das große Treffen zwischen „Schild"-Leipzig und S.V. Machnow-Berlin. 1X30 Uhr: „Schild- A. H. Machnow III. U Uhr: „Schild" II —Machnow II. 15,30 Uhr: „Schild" Knaben Machnow Knaben. 10,30 Uhr: „Schild"! Machnow I. Achtung! Mittwoch den 15. Mai, abends 20,30 Uhr im Künstlerhaus, Nikiscliplatz, Sparten Versammlung für FuB- und Handball. Unbedingtes Erscheinen sämtlicher Sportkameraden der vorstehenden Sparten ist erforderlich und Pflicht. Jüdischer Sportverein Bar Kochba e.V., Leipzig. Donners- ~ tag, den 16. Mai 1935, Mitgliederversam m- I u n g im Künstlerhaus mit Lichtbilder- und lilmvorträla\^-\aW gen der Leipziger Makkabiahfahrer, abends 20,15 Uhr, M aflt Der J. S. V. Bar Kochba veranstaltet am Sonntag, ^awfjam den l'l. Mai, pünktlich 20 Uhr abends in der rurniialle Oustav-Adolf-Straße 7 seinen letzten Hallen-Boxgroß- ~ kampf-Abend. Das zu dieser Veranstaltung angesetzte Programm ist das beste, das seit Jahren im jüdischen Sport Leipzigs geboten wurde. Bar Kochba-Breslau entsendet seine rühmlichst bekannte Boxmannschaft vom Fliegen- bis zum Mittelgewicht, unter ihnen der z. Zt. beste jüdische Weltergewichtler Deutschlands Hochhäuser und der starke Mittelgewichtler Reich. In letzter Minute ist es noch gelungen, für diese Veranstaltung den deutschen Makkabimeister Kronfeld, der auf der Makkabiah den 2. Platz belegen konnte, zu gewinnen. Der Vorverkauf hat bereits begonnen und empfehlen wir in Anbetracht des voraussichtlich starken Besuches denselben zu benutzen. Schachabteilung. Dienstag, den I L Mai 1935, 20,30 Uhr im Vaterlandsheim berichtet Herr Dr. Kost über seine Palästiuareise. Jugendliche herzlichst willkommen. Gesellige Vereinigung deutsch - jüdischer Berufstitiger (G. V.) Am Mittwoch, den 15. Mai, 21 Uhr, spricht in den Räumen der Leipzig-Loge, Arndtstr. la, Herr Dr. med. Soloweetschik über „Moderne Ernährung". Gäste willkommen.

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