Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 15/16 (12.4.1935)
- Date
- 1935-04-12
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 12. April 1935 Aus dem Gemeindeamt. Fernsprechnummer des Wohlfahrtsamtes: 21382. Fernsprechnummer des Sozialamtes: 12938. Es wird dringend gebeten, die vorstehenden Nummern vorzumerken; Anrufe unter falscher Nummer verursachen Verzögerungen und Kosten für die Anrufenden und unnötige Belastung für die Ämter. Bildungskurse der Gemeinde. Au Her den Bildungskursen des Herrn Dr. Woskin sind nunmehr sämtliche Bildungskurse des Winters 1934 35 abgeschlossen, — In den nächsten beiden Wochen findet mit Rücksicht auf die Feiertage auch der Kurs des Herrn l)r .Woskin nicht statt. Sie beginnen erst wieder Anfang Mai, und /war finden statt: Dienstag, 7. Mai, 19,30 Uhr: Kurs Dr. Woskin: ..Mainionides". Mittwoch, S.Mai, 17 Uhr: Kurs Dr. Woskin: „Sidtllir". beide Kurse in der Hebr. Sprachschule, Pfaffendorfer Str. 4. Kursus für Erteilung konservativen Religionsunterrichts. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden hat beschlossen, neben dem bereits laufenden Kurs zur Erlangung der Befähigung, jüdischen Religionsunterricht zu erteilen, der unter Leitung von llenii Studiendirektor Dr. Outmann steht, einen zweiten Kurs konservativer Richtung zu eröffnen, sofern Anmeldungen für einen solchen Kurs in genügender Anzahl erfolgen. Zur Teilnahme sind nur Lehrkräfte berechtigt, die bereits ein Staatsexamen abgelegt hallen. Mehr Zurückhaltung und Würde. Die Reichsvertretung der deutschen Juden teilt mit: Die Rcichsvertretung hat vor einiger Zeit, wie bereits mitgeteilt, bei den jüdischen Gemeinden und Organisationen, den jüdischen Zeitungen und den Gemeindeblättern eine Aktion unternommen, um Zahl und Form der jüdischen Veranstaltungen der Lage des deutschen Judentums anzupassen. Diese Anregungen haben, wie wir mit Befriedigung feststellen konnten, bei nahe/u allen in Frage kommenden Stellen Verständnis und Bereitschaft zur Durchführung gefunden, und wir dürfen erwarten, daß die Zahl der Veranstaltungen aller Art noch weiter vermindert werden wird. Bedauerlicherweise gibt es noch immer einige wenige Kreise, darunter leider auch Untergruppen jüdischer Organisationen, die es mit dem Ernst der Zeit für vereinbar halten, Fest- und Ballveranstaltungen abzuhalten. Wir wissen uns mit der erdrückenden Mehrheit des deutschen Judentums, das mit Würde und innerer 1 laltung seine Sorgen trägt, einig, wenn wir auf das Entschiedenste das Verschwinden solcher Veranstaltungen fordern, die das Bild des deutschen Judentums verfälschen. Wir erwarten, daß die deutschen Juden durch ein Fernbleiben von Veranstaltungen, die der Forderung würdiger Zurückhaltung nicht entsprechen, ihr Verständnis für das Gebot der Stunde bekunden. Betriebe unter Aufsicht des orthodoxen Gcmeinderabbinats I. Ganzjährige Aufsicht a) Fleischereien: Osias Kohn, Lohmühlgassc 17, Moses Bild, Gerberstr. 41, M. I iischer, Packhofstraße 11/13, Sallv Löb. Raustädtcr Steinweg 7, Jacob Schussheim, l'laucnschc Straße 3/5. b) G e f 1 ü g e I v c r k a u f: die vorgenannten Fleischereien, QeflügelgroBhandluog Leo Hendler, Gerberstr. 48/30. Oeflügelnandlung Regine Wassermann, Kcilstr. 4. c) Milch und Butter: J Bartfeld, Eutritzscher Straße 5, Chaim Zipser, Nordstraße 35, Hof (Wohnung: Berliner Str. 18), < >it'> Röhrig (Bestellungen durch H. Kreutner, Färberstr. 16). Die Aufsieht eistreckt sich nur auf die ausdrücklich als „koscher" gekennzeichneten Waren. d) Backwaren: Salomon Lotrowski. Berliner Straße 13, Selig Scheinowitz, Gerberstr. 40 und Kcilstr. 9, Schmeidler, Nordstraße '25, Ranstidter Steinweg 45. I ür Schokolade besteht keine Aufsicht. e) Speisehäuscr: Climclnitzky, Reichsstra.Be 22, Manelis, Nikolaistraße 36, Mittagstisch T. Höckmann, KatliarinenstraBc 181. Die von Ciuueluitzky und Manelis ausgeführten Festlichkeiten stehen auch außerhalb ihrer Speisehäuscr unter der rituellen Aufsicht unseres Oeraeinderabbinats. II. Nur zu Pessach stehen unter Aufsicht a) KoIonialwareugeschifte: J. Beer, Kcilstr. 2; L. Berggrün, Nordstraße I; R. Berliner, Nordstralie 21; K. Bienenstock, Wettincr Straße 13; E. Diamant, Humboldtstralie '26, Eingang Nordstraße; B. Dzialoszynski, Tauchaer Straße 15; S. Felber, Nordstraße 4111; J. Gaidelmann-Edelmann, Raustidtei Steiawcg 9; F. ürünberg, Gcrbei'straße 60; S. Jamschon, Jacobstraße 15; R. Katzmann, Humboldtstraße 12a; J. Kober, Ranstidter Steinweg 14; C. H. Krämer, Ranstädter Steinweg 39; E. Miodowiiik, Nordstraße 49; C. Riesel, Funkenburgstraße 6; Ch. Schiffmaun, Nordstrafk 14; A. Tomarkiu, Fregestr. 23; B. Wetzer, Jacobstralie 15. b) Nur Kaffee: W. Stern, Lilienstr. 27; nur Tee: E. Marcus, Ranstädter Stcinwcg 33; nur Wein: G. Katz, Thomasiusstr. 13. c) Selterswasscr eigener Fabrikation, A. Weigler, Wittcubei ger Straße 19. d) Das Großhandelsgeschäft von J. Tempel, Blücherstraße 6—8; In Einzelverkauf sind dort Waren nicht erhältlich. Leipzig, den 14. Februar 1935. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeiudc zu Leipzig. Neue Bücher Bücherei des Schocken-Verlags. Moritz Zobel, Der Sabbat. Sein Abbild im jüdischen Schrifttum, seine Geschichte und heutige Gestalt. (Nr. 25 Doppclband.) Dieses Buch ist eine umfassende dokumentarische Veröffentlichung über den Sabbat, wie sie unseres Wissens weder in der deutschen, noch in einer anderen Sprache bisher vorgelegen hat. Es ist dem Verfasser gelungen, auf 200 Seiten eine maßgebende, im >stematischcn vollständige Darstellung zu geben, die bis auf das rein Halachische (Gesetzliche) die Gesamterscheinung des Sabbats beschreibt. Das Buch setzt sich aus einem umfangreichen Quellenteil (Sabbat-Partien in der Bibel,, in der hellenistischen Literatur, in Talmud und Midrasch, in Dichtung, Philosophie, Kabbala und in der Frömmigkcitslitcratur) und einem beschreibenden Teil zusammen; dieser stellt die Grundzüge des Werkverbots, die Liturgie des Sabbats, die Bräuche und die bei der häuslichen Sahbatfeicr üblichen Gesänge dar. Auch der beschreibende Teil enthält eine große Anzahl übersetzter Quellen; so sind alle dem Sabbat eigentümlichen Gebete übersetzt und eine reiche Auswahl der zum Teil mystischen Hausgesänge (Semirot) in deutscher Übertragung wiedergegeben. In einem besonderen Kapitel wird die religionsgeschichtlich sehr interessante Frage der Sabbatbegehung durch Nichtjudcn in der Antike und durch christliche Sekten dargestellt. In einer Zeit, in der das Bedürfnis nach ernsthafter Belehrung über die Einrichtungen des Judentums weite Kreise zieht, wird dieses über Wesen, Geschichte und heutige Gestalt des Sabbats erschöpften unterrichtende Buch eine besondere Aufgabe erfüllen. Rahel und Emanuel bin Gorion, Vom Garten Ed.-n, der Arche Noah und dem weisen König Salomo. 77 Geschichten von Pflanzen und Tieren neu erzählt. (Nr. 24.) Aus dem großen Schatz der an die hebräische Bibel anknüpfenden Geschichten von Tieren und Pflanzen haben die Verfasser siebenundsiebzig für Kinder nacherzählt. Die Stücke sind dem Verständnis selbst vorschulpflichtiger Kinder zugänglich, und erweisen ihre Echtheit dadurch, daß sie auch Erwachsenen Freude machen. Das kleine billige Buch mit seiner sehr reizvollen neuartigen Druckausstattung wird von all denen freudig empfangen werden, die das Bedürfnis nach wirklich kindgemäßer, guter Kinderliteratur empfinden. Handwerk im Judentum Ein jüdischer Handwerker kämpft für den Aufstieg seines Standes. Aus den Reden und Schriften von Louis Wolff 1909-1934. Bearbeitet von Dr. Herbert Kahn. Mit einem Geleitwort von Wilhelm Marcus. Herausgegeben vom Zentral verband jüdischer Handwerker Deutschlands. Berlin 1935 (Biko-Verlag). Das Handwerk ist nach all den Geschehnissen der letzten Jahre in den Mittelpunkt aller Maßnahmen zur Umgestaltung der Wirtscharts- und Berufsstruktur der deutschen Juden gerückt. Damit wird es zukünftig noch stärker als bisher zum entscheidenden Träger des wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Gefüges der deutschen Juden heit. Mit prophetischer Sehergabe haben die Führer der organisierten jüdischen Handwerker, insbesondere Louis Wolff, der Vorsitzende des Berliner Handwerkcrvercins, der jüdischen Gesamtheit um Jahrzehnte voraus, vor den Gefahren einer falschen Berufs¬ und Wirtschaftsstruktur gewarnt und eine stärkere Verlagerung der Berufsschichtung durch ein Zuführen fachlich geeigneter Jugend zum Handwerk gefordert. Darüber hinaus aber haben die Handwerker durch eine organisierte Selbsthilfe an der wirtschaftlichen Gesundung, der sozialen Besserstellung und der kulturellen und geistigen Hebung ihres Standes unermüdlich gearbeitet. Diese Reden und Schriften von Louis Wolff hat Dr. Herbert Kahn in einem Ausschnitt, der den Wesenskern erfaßt, in einer Broschüre nach neuartiger Methode und sachlichen Gesichtspunkten zusammenfassend bearbeitet. <96 Seiten, Preis Mk. 1,15 einschl. Porto, zu beziehen durch die Geschäftsstelle des jüdischen Handwerker-Verbandes, Berlin W 50, Nachodstraße 8.) Jeder jüdische Handwerker sollte dieses Buch gelesen haben; insebsondere wird aber mit diesem Buch, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunftsforderungen umfaßt, allen denen, die seither, wenn sie sich mit dem Handwerk beschäftigten, nur auf akademische Erörterungen sich beschränken mußten, vor allem aber jenen, die nun neu zum Handwerk stoßen, eine feste Grundlage geliefert, die es ihnen ermöglicht, sich rasch und eingehend in die Vorstelltings- und Erlcbniswelt des jüdischen Handwerkers einzufühlen. Denn dieses Buch ist ein Spiegelbild vom Wesen und Leben des Handwerks im Judentum. Die näc liste X um nie r des <> em elndebl litten erscheint am »7. April.