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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1935-02-22 · 8 (22.2.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
11 (1935)
Issue
8 (22.2.1935)
Date
1935-02-22
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 22. Februar 1935 c) Milch und Butter: J. Hartfeld, Eutritzseher Straße 5, ("haiin Zipser, Nordstraße 35, Hof (Wohnung: Berliner Str. IS), Rittergut Qundorf (Bestellungen durch H. Kreutner, Firberstr. 16), Die Aufsicht entreckt sich nur auf die ausdrücklich als „koscher" gekennzeichneten Waren. d) B a cknaren: Salonion Lotrowski, Berliner Straße 13, Selig Scheinowitz, Qerberstr. 40 und Kcilstr. 9, Schmeidler, Nordstraile 23, Ranstidter Steinweg 15. Für Schokolade besteht keine Aufsicht. e) S p e i s e h a u s e r : Chmelnitzky, Reichsstraße 22, Manelis, Nikolaistraße 3b, Mittagstisch T. Hochmann, Katharinenstraße 181. Die von Climcliiitzkv und Manelis ausgeführten Festlichkeiten stellen auch außerhalb ihrer Speisehäuser unter der rituellen Aufsicht unseres Qemeinderabbinats, II. Nur zu Pessach stehen unter Aufsicht a) Kolonialwarengesch&fte: J. Heer, Kcilstr. 2; L. Berggrün, Nordstraße 1; R. Berliner, Nordstraße 21; K. Bienenstock, Wettiner Straße 13; E. Diamant, Humholdtstraße 26, Eingang Nordstraße; H. Dzialoszynski, Tauchaer Straße 15; S. Felber, Nordstraße 41 II; J. Oaidelmann-Edelmann, Ranstädtcr Steinweg 9; F. Qrünberg, (ierherstraße 60; S. Janischon, Jacobstraße 15; (i. Katz, Thomastusstr, 13; J. Kotier, Ranstädter Steinweg 14; C. H. Krämer, Ranstädter Steinweg 30; E. Miodownik, Nordstraße 4'); C. Riesel, I unkenhuigstraße 6; A. Toinarkin, Fregestraße 23; B. Wet/er, Jacohstraße 15. b) Nur Kaffee: W. Stern, Lilienstraße 27; nur T e e: E. Marcus, Ranstädter Stein »veg 33. c) Selterswasser eigener Fabrikation, A.Weigler, Witteuberger Straße W. d) Das Großhandelsgeschäft von J. Tempel, Blücherstraße (i S; im Einzelverkauf sind dort Waren nicht erhältlich. Leipzig, den 14. Februar 1935. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 22. Febr., Abendgebet 17,15 Uhr mit Predigt. Sonnabend, 23. Februar, Morgengebet 9 Uhr, Jugendgottesdienst mit Predigt 15,15 Uhr; Nachmittagsgebet 17,50 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 18,23 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 1. März, Abendgebet 18 Uhr. Sonnabend, 2. März, Morgengehet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 18 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 18.31 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Sclüll-Str. Freitag, den 22. Februar: Abendgebet 17,15 Uhr. Sabbat, den 23. Februar: Morgengebet 8,30 Uhr; Mincha 17 Uhr; Ausgang 18,23 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7 Uhr; Abendgebet 17.45 Uhr. Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Straße. Ereitag, den l.März: Abendgebet 18 Uhr. Sabbat, den 2. März: Morgengebet 8.30 Uhr; Mincha 17 Uhr; Ausgang 18.34 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7 Uhr; Abendgebet 18 Uhr. Talmud-Thora-Synagogc, Kcilstr. I. Freitag, abend 17.45 Uhr Sonnabend früh 8.30 Uhr. Mincha 17.0) Uhr, Ausgang 1123 Uhr. Sonntag früh 7.30 Uhr, Wochentags 7.15 abend 17.45 Aus dem Gemeindeamt. Bildungskurse der Gemeinde. Montag, 25. Februar: 20,30 Uhr: Kurs Dr. Brande und Dr. Lipschütz, Sozialamt, Humboldtstr. 13. - Dünstag, 26. Februar, 19.30 Uhr: Kurs Dr. Woskin: „Maimonide.s". Hebr. Sprachschule, Pfaffendorfer Str. 4. — Dienstag, 26. Februar, 20.30 Uhr: Kurs Svndikus Sabatzkv. Sozialamt, Humboldtstr. 13. - Mittwoch, 27. Februar. 17 Uhr: Kurs Dr. Woskin: „Siddur", Hehr. Sprachschule, Pfaffendorfer Str. 4. Mittwoch, 27. Eebruar, 20,30 Uhr: Kurs Dr. Schereschcwski, Sozialamt, Humboldtstr. 13. Donnerstag, 28. Februar, 20,15 Uhr: Kurs Gemeinderabbiner Dr. Wolf- Dresden, Sozialamt, Humboldtstr. 13. Personenstandsnachrichten Geburten: 18. Januar 1035 Eritz Seelenfreund und Gertrud geh' Marcus, Waldstraße 11, einen Sohn „Robert Hermann". 21. Januar 1035 Martin Schramm und Irma Gertrud geb. Lutze, Mahlmannstr. 13, eine Tochter „Brigitte". 3. Eebruar 1025 Aron Schnitzer und Sara Pajc geb. Uarband, Reudnitzer Str. 10, einen Sohn. Trauungen: Am Montag, 25. Eebruar, 1 ,12 Uhr, vorm. Fräulein Lucie Rosenthal, Großgürschenstr. I, mit Herrn Max Grünhut aus Cham i. B. in der Wohnung von Herrn Rabbiner Cohn, Waltcr-Blümel- Straße 10. Todesfälle: 7. Eebruar Michaelis Heinisch, Markranstädt. 7. Eebruar Gertrud Philippsberg, l'unkenburgstraße 17. 0. Eebruar Hulda Zollmann, Berliner Straße 54. 10. Eebruar Chaim Dressler, ürimmaischer Steinweg 11. 12. Februar Ada Ellenbogen, Hosestr. 2. 14. Eebruar Scheine Ruhentschik, Sedaustr. 3. 15. Februar Esther Weisbord, Nordstr. 56. Austritte aus der Israelitischen Religionsgesellschaft. Nach geltendem sächsischen Recht bedeutet der Austritt aus der israelitischen Religionsgesellschaft den Austritt aus dem Judentum; nach unserer Friedhofsordnung hat der Austritt aus dem Judentum den Verlust des Anrechtes auf Beisetzung und auf eine etwa früher erworbene Grabstclle auf unseren Friedhöfen zur Folge. Kontoristin Marga Edit Kufeid, geb. 8.8.1010, Taubestr. 37. Neue Bücher Eine Maimonides-Biographie in einer neuen jüdischen Bücherreihe! Eine Biographic des Maimonides aus der Feder von Dr. Abraham Heschel erscheint im Laufe des Februar im Erich Reiß Verlag, Berlin W 15. Diese Veröffentlichung bildet den ersten Band einer populären Bücherreihe, die der Erich Reiß Verlag unter dem Titel „J tt d c n t u in in Geschichte u n d G e g e n W a r t" herausgibt. Der Verlag beabsichtigt, im Rahmen dieser Sammlung 0 8 Werke im Jahr zu bringen. Außer der Maimonides-Biographie sind für das erste Jahr noch zwei Darstellungen anderer, tür das Judentum entscheidender Geister vorgesehen: „Philo von Alexandria" (Lebensbild von Dr. Edmund Stein und Anthologie), „Raschi" (Prof. Elbogen) und eine Schrift über die „Propheten" (Dr. Heschel). Ferner eine „Wirtschaftsgeschichte des jüdischen Volkes von seinen Anfängen bis zur Gegenwart" (Dr. Kaplun-Kogan), und ein Buch „Die Juden in der Welt" (Dr. Mark W'ischnitzer), das zum ersten Mal einen Oberblick über den gegenwärtigen Stand des Judentums aller Länder bringt. Endlich sind im Rahmen der Sammlung drei Anthologien geplant: „Jüdisches Arzttum", „Jüdische Briefe" und „Jüdische Gedichte". — Die Bücher der Sammlung werden etwa 200 Seiten Umfang haben und kartoniert RM. 2.80 kosten. Es wird auch eine in Leinen gebundene Ausgabe erscheinen. Max Samter, Die Versuchung. Eine Erzählung. Berlin 1034 (Vartrupp-Verlag). An einen jungen Mediziner, der sein Studium im neuen Staat nicht fortsetzen darf, tritt die Versuchung heran, sein Judentum zu verleugnen. Nach mancherlei Irrfahrten findet er, von der Polizei aufgegriffen und an ein Arbeitslager verwiesen, ungestörte Kameradschaft, kann solche auch einmal tatkräftig bewähren und soll, in Anerkennung dessen, zum Eintritt als Sturminann empfohlen werden. In diesem Höhepunkt seiner inneren Verwirrung dringt jedoch die innere Stimme durch und zwingt ihn sein Judentum offen zu bekennen. Dieses Bekenntnis vollzieht jedoch noch keine lösende Wirkung, lallt nur den Weg ahnen, den der junge Mann beschreiten wird. — Es ist die Darstellung der Verwirrung, in die ein nicht geringer Teil der deutschen Juden in den Stürmen der letzten Monate geraten ist: Sie mußten erkennen, daß unzerreißbare Bande sie mit dem jüdischen Sein verknüpfen; dieses Bewußtsein schmerzt sie, weil es sie aus ihrer Verwurzelung im deutschen Wesen herausreißt. Max Samter ist es gelungen, in schlichter Darstellung die Tatsache dieses inneren Widerstreits näherzubringen; wenn auch seine Erzählung eine Lösung vermissen läßt, sie ist so packend, daß sie nachdenklich macht und zur Klärung anregt. C. Wille und Weg des deutschen Judentums. Berlin 1935 (Deutschjüdischer Weg / Eine Schriftenreihe / Nr. 2] Berlin 1935 (Vortrupp-Verlag). Um die Beantwortung der Frage, wie trägt das deutsche Judentum das Schicksal, das über es verhängt worden ist, bemühen sich die Autoren dieses Buches, mit denen die für das deutschbewußte Judentum von heute repräsentativen Organisationen und Richtungen zu Worte kommen: Dr. Leo Löwen stein, die Linie der Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten; Dr. Alfred Hirschberg, der Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens; Heinz Kell ermann, der „Bund"; Dr. Hans Joachim Schoeps, der Deutsche Vortrupp — der Ort geschichtlicher Besinnung. Hier wird Wille und Weg des deutschen Judentums von Menschen herausgestellt, die wissen, daß sie oimc oCniühürig üni uiü SiiiiiCfgfüüuUiig des jüdischen Erbgutes und ohne die Verbundenheit mit ihrem gegeschichtlichen deutschen Schicksal keine geistige Existenz haben. Sie sprechen für einen sehr großen Teil heutigen deutschen Judentums. Besonders bemerkenswert ist das Geleitwort, das Dr. Leo Baeck der Schrift auf den Weg gibt: „An jeden, der zum deutschen Judentum sprechen will, wendet sich die eine Mahnung vor allem, daß er sich davor bewahre IWer seinen Gemeindebeitrag von RM.3 —noch I nicht bezahlt hat, hole dies schleunigst nach. I Die Gemeindekasse ist geöffnet von 9 13 Uhr. I Postscheckkonto Nr. 50533. ■

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