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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1935-01-25 · 4 (25.1.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
11 (1935)
Issue
4 (25.1.1935)
Date
1935-01-25
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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25. Januar 1015 richts nahm da Redner ebenfalls Stellung, da der Unterriehl auf der völkischen Rassenlehre basiere, so müsse er in dem judischen Kinde Minderwertigkeitskomplexe erzeugen. Zum SchluO wandte sich dei Redner der jüdischen Er/iehungsfragc zu. Gerade die jüdische l rau habe die Aufgabe, dem jungen jüdischen Menschen jüdische I thik und jüdische I hrcnhaitlgkeit anzuerziehen. Ein selbstbewußter Jude nötige auch dem Qegner Achtung ab. Der Jude im Stlndestaat. Kurzbericht über einen Vortrag des Gerichtsrats i. R. Dr. Mannes vom 16.1.1935 in der (i.\'. Die l rage des Verhältnisses zum ständischen Aufbau ist eine der entscheidenden für den Teil der Juden, dessen Lebensraum Deutschland ist. Der Vortragende geht davon :ui>, daß dieses Verhältnis in Grundgesetzen nicht niedergelegt ist, weil der Nationalsozialismus die Verfassung nicht an den Anfang seiner Gesetzgebung gesetzt hat, sondern nach und nach entwickelt. Daher läßt sich das Verhältnis nur aus dem Begriffe des Standes und der ständischen Organisation ableiten. Eine Darstellung der verschiedenen Auffassungen Über den Begriff des Standes führt /u dem Ergebnis, dal! der Jetzt gültige ein völlig neuer und mil den bisherigen nicht übereinstimmender ist, der jedoch keinen Gegensatz zum jüdischen Bevölkerungsteil darstellt. Anders bei der ständischen Organisation, die nicht ati^ dem Stande als solchem, sondern durch Anordnung des Staate> erfolgt. Bisher sind drei Wege eingeschlagen h irden: teils werden die Juden als vollberechtigte Mitglieder zu den ständischen Organisationen herangezogen; teils haben sie keine Aufnahme in die Organisation gefunden, ohne eine Beschränkung in ihrer Erwerbstätigkeit zu erfahren; teils sind sie von der Organisation ausgeschlossen, verbunden mit Ausschluß von jeder Erwerbstätigkeit Diese verschiedene Handhabung ist insbesondere erfolgt bei der Zweiteilung der Reichsständc in Wirtschaftsstände, die Präger der künftigen Volkswirtschaft, und in die Kulturstande, die l"rägcr der künftigen Voikskultur. Der Referent behandelt dann noch die staatsrechtlichen Wirkungen des ständischen Aulhaus und weist zum Schluß darauf hin. daß auf diesem Gebiete ein Teil der Ideologie deutsch-jüdischen Seins liegt. Verein Hachnosas Aurchhn. Der Vorstand (M. Tager, A. Schumi r. A. Goldhaber) veröffentlicht einen Kassenbericht über das Jahr 1**31. dem wir entnehmen: Die Einnahmen von Mitgliedern betrugen Mk. 199.75, die Ausgaben für Mahlzeiten Mk. 175. , für Schlafen Mk. 36. , also insgesamt Mk. 211. . Bevorstehende Veranstaltungen 26. Januar: Agudas Jisroel-Jugendgruppe: Generalversammlung. 26. Januar: Landesverband und Ortsgruppe des (i.V.: Felix-Goldmann-Gedächtnisfeier. 23. Januar: Schwesternbund-Nachmittag. Arbeitsgemeinschaft: „Das sozial« Hilfswerk'* und „Verhältnis zum Nächsten". 30. Januar: Gesellige Vereinigung (G.V.) deutsch-jüdischer Berufstätiger: .Musikalischer Abend. 2. Februar: „Vom Wollen jüdischer Jugend": Elternabend des llabonim Noar Chaluzi. i. Februar: (iemeindeahend: Dr. Landauer. i. Februar: 2. Boxkampf-Abend des Dar Kochba in der Dalle der Höh. Isr. Schule, i. Februar: Kollektiv jüdischer Künstler. 1. I ebruar: Schwesternbund. Abendvortrag: Hertha Badt-Strauß. 5. Februar: Zionistische Ortsgruppe: Dr. Michael Traub „Die Zukunft Lre/ Israels4'. 6. Februar: Jüdischer Frauenbund. Abendvortrag: Iran Dr. Else M eidner-Breslau: „Jüdische Persönlichkeiten im Roman der Weltliteratur". 7. iibruar: Schwesternbund: Bridge-Tournier zugunsten der Kinderspeisung. {t. Februar: Konzert: Kammersänger Emil lischer Gottlieb-Trio. 10. Februar: Grolle Palistina-Jugendkundgebuiig (vorm. II Uhr). 12. Februar: Verband judischer Frauen im Palästina-Arbeit (Wlzo): Kahh. Dr. Prinz: Gespräche mit Eltern, zfl. Februar: I. Kullürabcud des Bar Kochba m Ludwig Hardt im Weißen Saale des Zoo: 24. Februar: Bund deutsch-jüdischer Jugend: Arbeitstagung und Kundgebung im Künstlerhaus. 1. Mar/: Reichsbund jüdischer I rontsoldatcn: Messefest Neue Bücher Mascha Kaliko, Kleines Lesebuch für Große, Gereimtes und Ungereimtes. Berlin 1935 (Rowohlt-Verlag). Die großen und kleinen Sorgen des Alltags, vertrödelte Sonntage und trauriges Ahscliicdneliiiicn lassen sich erwiesenermaßen leichter tragen, wenn mau weiß, dal! irgendwo noch ein Wesen lebt, das die gleichen Kümmernisse vielleicht Zur gleichen Zeit ZU tragen hat .Man nehme also Mascha Kalekos „Kleines Lesebuch für Große" und wird dort in Gedichten und Novellen, in klaren Worten gesagt, all die Gedanken finden, die einem den Tag leuchtend blau oiler trüb grau erscheinen lassen. Und den anderen, die nicht in einer Stadt von vier Millionen Seeleu nach einer einzig 1 Seele suchen, die nicht in einem Möblierten wohnen, die nicht v. .1 .Montag Iiis Freitag hinter der Schreibmaschine sitzen, dies< 11 anderen schildert die junge jüdische Dichterin ein Leben voll Freude und Melancholie, voll Erfülltsein und trostloser Einsamkeit, und wird sie /u nachdenklichen Stunden veranlassen. I.Cr Annic Main/, Das ist Tel-Aviv. Hamburg [1934] (Verlag M. Lellmann). Ein lebendiges Stimmungsbild der jüdischen Stadt, die sieh sozusagen taglich verändert, weil das, was man heute sieht, ganz kit / vorher noch nicht da war und bald vieles mehr vorhanden sc 11 wird, gibt die Verfasserin, indem sie den beschreibenden Text hin: 1 sehr geschickt aufgefangenen und ausgewählten l'otos zurücktreten lällt. Charakteristische Momente aus allen Zweigen des flutend. 11 Lebens dieser blühenden Stadt sprechen zum Beschauer: Verkehr, Bautätigkeit, Gewerbefleiß und geschäftlicher Unternehmungsgei t, Schabbath- und Purim-Eindrucke, kurz, was nur zum Bilde gehört, wird in trefflich wiedergegebenen Beispielen vorgeführt. Das schmucke Händchen ist eine willkommene (iahe für alle — und wer gehörte heute nicht zu ihnen , die eine möglichst lebendige Vorstellung von dem ungeahnten Aufschwung Tcl-Avivs erstreben. —n. Amtliche Bekanntmachungen Aufsicht zu Pessach. Kolonialwarengeschäfte, die zu Pessach nicht unter Aufsicht des (ieineiiiderabbinats gestanden haben, aber zu Pessach 1935 Aufsicht wünschen, werden aufgefordert, sich bis zum I. Februar 1935 beim israelitischen Gemeindeamt zu melden. Spät c r e A n 111 e I d u n g e n w e r d e 11 keinesfalls mehr berücksichtigt. Ob und unter welchen Bedingungen die Aufsicht erteilt wird, wird dem Antragsteller bekanntgegeben. Nur diejenigen I innen werden in das Verzeichnis der zu Pessach unter Aufsicht stehenden Geschäfte, das am 23. I ebruar 1935 in unserem Oemeindeblatt bekanntgegeben wird, neu aufgenommen, die bis /um 2. I ebruar 1035 einen entsprechenden Antrag gestillt haben und denen unser Rabbinat die Aufsicht erteilt. Leipzig, eleu 12. Dezember 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde ZU Leipzig. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 25. Januar, Abendgebet 17 Uhr mit Predigt. Sonnabend, 26. Januar, Morgengebet 9 Uhr, Nachuiittagsgebet 17.05 Uhr, anschließend Lehn rtrag; Abendgebet 17.1b Uhr. Oottcsdienst au Werktagen in der Ez-Ghaim-Synagogc. Gemeindcsynagogc. Sabbatgottesdienst: Freitag, I. l ehr., Abendgebet 17,15 Uhr. Sonnabend, 2. l ehr., Morgengebet ') l :ir, lugendgottesdienst mit Predigt 15,15 Uhr; Nachmittagsgebet 17,15 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 17, IS Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagogc. Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Str. Freitag, den 25. Jani ir: Abendgebet 17 Uhr. Sabbat, den 26. Januar: Morgengebet 8.90 l u. Mincha 16.30 Uhr; Ausgang 17.36 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7 Uhr, Abendgebet 17.15 Uhr. Ez-Chaim-Synagogc, Otto-Schill-Str. I reitag, den I.Februar: Abendgebet 17 Uhr. Sabbat, den 2. I ebruar: Morgengebet 8,3(11 ir; Mincha 16,30 Uhr; Ausgang 17,18 Uhr. Wochentag: Morgeugehcl 7 Uhr, Abendgebet 17,15 Uhr. Talmud-Thon -Synagoge, Keilstr. l. I reitag abend 17 Uhr. S< inabend früh 8,30 Uhr; Mmcna 16,30 Uhr, Ausgang 17,Jf) Uhr. Sonnfrüh 7,1!» Uhr. Wochentags: früh 7,15 Uhr, abends 17 Uhr. Aus dem Gemeindeamt. Bildungskursc der Gemeinde. Am Mittwoch, den 30. Januar, 20,15 Uhr, beginnt die Vortragsreihe des Herrn Ocuieit derabbiner Dr. Wo 1 f - Dresden über „Jüdische (iemeinsch if' im b Ü rge r 1 i c Ii e 11 Zeitalter (18. und l<). Jahrhundert)' im Sozialamt der Gemeinde, Humboldtstr. 13. Ainuelduugen zu diesen Kurs können noch am Eröffnungsabeud angebracht werden. Der Kurs Dr. M I r k 0 w i c /. findet am Dienstag, 29. Jai lar, 20,30 Uhr im Sozialamt und nicht im I clix-Goldnianu-Hciin statt Ls besteht also folgender Kursplan: Montag, 28. Januar, 20,30 Uhr: Kurs Dr. Bratide u. Dr. LipschOtz (Sozialamt Humboldtstr. Ii). Dienstag, 29. Januar, 1*1,iO Uhr: Kurs Dr. Wo kin: „Maimonides" (llebr. Sprachschule, Pfaffendorfer Str. 4). - Dienstag. 29. Januar, 20,30 Uhr: Kurs Dr. Markowicz (Sozialamt, Hu* boldtstr. M). Mittwoch, «). Januar, 20,15 Uhr: Beginn da Kurses (icuieinderabbiner Dr. Wolf-Dresden (Sozialamt, Hund) 'Wt" Straße 13). Donnerstag, 31. Januar, 17 Uhr: Kurs Dr..Wo»> kin: „Siddur" (llebr. Sprachschule, Pfaffendorferstr. 4). Betriebe unter Aufsicht des orthodoxen Gcmeinderabbinats. Vir geben wiederholt bekannt, welche Betriebe unter Aufsicht unseres orthodoxen (ieineiiiderabbinats stehen. Nur für Waren aus diesen

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