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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1935-01-25 · 4 (25.1.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
11 (1935)
Issue
4 (25.1.1935)
Date
1935-01-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Auflage 4250 Stück <B tmcitiö cblott DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU I f"|D7lffw AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT Lala I m Mm I \& DER GEMEINOEVBRWALTUNG■ Schriftleitungi Oemeinderabbiner Qustav Cohn Leipzig Walter Blümel-str. 10. — Nachdruck nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung des Verfassers gestattet Nummer 4 - Jahrgang 11 25. lanuar 1935 Anzeigenannahme i E. Ooldfreund, Leipzig O 5, CichoriusstraBe 2a, Fernsprecher Nr. 60771 Druck: Druckerei der Werkgemeinschafl, Leipzig C 1. Voranzeige. Am Sonntag, den 3. Februar 1934, findet in der Gemeindesynagoge, Oottschedstraße, um 5 Uhr nachmittags, ein Gemeindeabend statt, bei dem Herr Dr. Georg Landauer, Leiter der deutschen Abteilung der Jewish Agency in Jerusalem, über das Thema spricht Selbsthilfe und Solidarität (Bericht über die Ansiedlung deutscher Juden in Palästina). Ein kleiner Teil der Plätze ist reserviert, für die Karten zum Preise von RM. 1.— beim Gemeindeamt während der üblichen K ssestunden vom 30. ds. Mts. an erhältlich sind. Zu allen anderen Plätzen ist der Eintritt unentgeltlich. Leipzig, den 21. Januar 1935. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. w Zur Frage der Berufswahl. Der „Zcntralausschuli der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau" gibt die folgenden Richtlinien zur Krage des kauf- B ionischen Nachwuchses bekannt: „Wiederum steht ein Schulentlassungstermin bevor. lausende Jugendlichen treten neu in das Berufsleben ein, ihnen bei der il des künftigen Lebensweges behilflich zu sein, ist eine der » ältlichsten Aufgaben des Zentralausschusses für Hilfe und Aufbau. An die Gemeinden und die jüdischen Organisationen, an die Arbeitsnachweise und Berufsberatungsstellcn, an die Arbeitgeber Und an alle, «Iii zu helfen in der Lage sind, ergeht der Appell: Schafft Lehrstellen, helft mit bei der Unterbringung unserer Jugend. Drei Monate nur trennen uns von dem neuen Etostellungstermin 1. April. Säumt nicht! Trefft Vorsorge! Der Zentralausschuß Bat durch seine Richtlinien zur jüdischen Berufs- Politik zu erkennen gegeben, in welchem Geiste er die Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung unserer Jugend fördern will. Drei Voraussetzungen sind für jede Entscheidung zu prüfen. Die Persönliche Eignung — der Wille zur Normalisierung der Berufsvtrkilung der Juden durch Ausbildung in handwerklichen und landwirtschaftlichen Berufen — der Wille zur Schaffung Wirtschaftler Existenzen. Zur Vermeidung von mißverständlicher Auslegung der Richtlinien des Zentralausschusses zur jüdischen Berufspolitik wird zur Frage des kaufmännischen Nachwuchses folgendes festgestellt: Sabbatfeier. Wir weisen nochmals daraufhin, daß am Sonnabend, den 26. Januar 1935, nachmittags 4 Uhr, die erste große allgemeine Sabbatfeier für die gesamte jüdische Jugend Leipzigs in der Turnhalle der Höheren Israelitischen Schule, Leipzig, Gustav- Adolf-Straße 7, stattfindet. Sämtliche jüdischen Jugendlichen unserer Gemeinde, die das 10. Lebensjahr überschritten haben, werden zu dieser Feier erwartet. Kopfbedeckung ist mitzubringen. Leipzig, den 22. Januar 1935. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. 1. Der Nachwuchs ist dadurch gefährdet, daß der Drang der Jugend in starkem Maße zu handarbeitenden Berufen hingeht, und daß sich schon seit Jahren ein Lehrlingsmangel im kaufmännischen Wirtschaftssektor bemerkbar macht, der keineswegs eine rein jüdische Erscheinung ist, sondern auch im allgemeinen Lehrstcllenmarkt seit langem zu beobachten ist. Andererseits ist in Betracht zu ziehen, daß der Nachwuchs des kaufmännischen Wirtschaftssektors vielfach ohne Beanspruchung der gemeindlichen Beratungsstellen in die kaufmännische Lehrstelle eintritt. Hieraus folgt 2. daß, da bei der jüdischen Jugend auf Grund der beruflichen Tradition eine durchschnittliche Eignung für den kaufmannischen Beruf angenommen werden kann, die Berufsberatung Wert darauf legen soll, in erster Linie für diesen Beruf besonders geeignete Personen auszuwählen.

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