Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 2 (11.1.1935)
- Date
- 1935-01-11
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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U. Januar 1935 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSOEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 mg H ,l,n -<;" ,;>t:» *0 I hr im Crotihlii Stcinwejc-Saal llUnZBri!*ell*VCllifl'ikJK,avier)» Nl-liwara (Violine) Werke von : Btahmt, Beethoven 11 Cesar Frank / Kirttnvorvtrk. bei Kaufmann, Brühl; Wletepthy. Brlbl; Kauft,. Brühl Leipzig »BETEL PA K NAHM MAX MATHIAS Verlobte Im Januar 1935 Düsseldorf länglich /ii machen, well, wie o auch die Erfahrung bestätigt hat, alle die I ragen auf das Interesse eines breiteren Kreises rechnen können. Es sind j;i auch keine Geheimnisse und berufliche Standessorgen, sondern brennende Lebensprobleme der Gegenwart, die behandeil wurden. Nur aus räumlichen Gründen mußten wir am /weiten Tage von der Zulassung lies Publikums abseilen, was uns hoffentlich nicht allzu sehr verargt wurde. Die Höhepunkte der Tagung waren aber gcwill die heulen Veranstaltungen, die sieh ganz in der Öffentlichkeit abspielten: die synagogale Eröffnungsfeier und der wunderbare I estabend, den der löbl, Vorstand der Gemeinde unserer Versammlung gegeben hat. Ober beiden lag eine Weihestimmung ganz eigener Art; sie gestalteten sieh /u einem Ausdruck der Zusammengehörigkeit von Rabbiner und Öffentlichkeit, /u einem Bekenntnis gegenseitigen Sichverstehenwollens. Das w ar für alle ein beglückendes Erlebnis. Uber alle Luge des eigenen Standpunkts hinweg, voll iiinen Interesses für jüdische Geistigkeit hat sieh hier die Leipziger Gemeinde als Gastgeberin der Rabbinen gefühlt, hat das rarbereitende Komitee, haben die Herren Kantoren, haben All und jung, Manuel und Frauen zusammengewirkt, um diese Versammlung der Rabbinen trotz aller Schwere der Zeil zu verschönen, i las hat allen wohigetan. Möge die l eipziger Kchilla in dieser ihrer abrahamitischen Gastfreundschaft gesegnet sein! Unsere Gemeinde. Ergänzung der ßildungskursc der Gemeinde im Winter 1934/35. Wie schon in der letzten Nummer des Gemcindeblattes mitgeteilt u orden ist, erfahren die Bildungskurse noch eine Ergänzung und /war durch folgende Vortragsreihen: a) Jüdische Gemeinschaft im bürgerlichen Zeitalter (IS. und 19. Jahrhundert). Vortragender: Gcmcindcrahbincr ü r. Wolf, Dresden. Vortragsfolge und -zeit: 4 Abende, 14tägig .Mittwoch.-, von 20,18—21,48 Uhr. Vortragsraum: Sozialamt der Gemeinde, Humboldtstr. 13, Erdg. Teilnehmergebühr: 1 RM. Vortragsbeginn: Mittwoch, den 30. Januar 1935. Disposition: Das Judentum im 18. Jahrhundert (Aufklingendes Mittelalters — Wirtschaftliche Struktur — Rechtslage — Geistige und religiöse Strömungen). — Emanzipation (Aulklärung — Erste '.'ersuche der Besserstellung der Juden — Französische Revolution — Politische Gleichstellung). — Geistige Emanzipation der Juden (Moses Mendelssohn — Volksbildung Wissenschaft des Judentums). — Das bürgerliche Judentum (Soziale und wirtschaft- 'iche Struktur — Die religiösen Bewegungen Judentum und Umwelt). b) Die geistigen Grundlagen der deutsch-jüdi- -chen Bewegung und die Organisation der Juden in Deutschland. Vortragender: Syndikus Kurt Sabatzky. Vortragsfolgc und -zeit: 4 Abende, Htägig, Donnerstags von 20—21 Uhr. Vortragsraum: Sozialamt der Gemeinde, Humboldtstr. 13, Erdg. Teilnehmergebühr: 1 RM. Vortragsbeginn: Donnerstag, den 7. Februar 1935. Disposition: 1. Die Entwicklung des organisierten AntisemiiIsmus in Deutschland — Jüdische Abwehr durch Gründung des K. C. und C. V. — Eugen Fuchs, Maximilian Horwitz — Abwehrverein — Die Dreyfuß-Affäre und ihr Einfluß auf die gesamte Judenhcit. 2. Kriegs- und Nachkriegszeit (Judenzählung des preußischen Kricgsministcriums — Gründung des R. j. F., Verband nationaldeuttcbtr Juden — Ostjudenfrage). 3. Umwälzung und deutsch-jüdische Situation (Rassenfrage — Ariergesetzgebung — Ausbürgerungen — Deutsch-jüdische Arbeit seit 1933 — C. V. und R. j. F. und Verband nationaldeutscher Juden in der neuen Situation). 4. Die Reichsvertretung der deutschen Juden — Zentralaus- «chuB für Hilfe und Aufbau (Berufsumschichtung) — Rcichsausschub der jüdischen Jugendverbände — Jüdische Presse — Kulturbünde. Die Anmeldung zu diesen beiden Vortragsreihen muß schriftlich bis zum 30. Januar 1935 an das Gemeindeamt, Walter-Blümel-Str. 10, gerichtet werden. Sie kann spätestens te- Mari« Jedlltikl Niiiii Kunitz Leipzig, Lessingstr. 23 Verlobte Paris New-York City Jean. Katx Itiiriolf t.oldselmiidt Verlobte Januar 1934 72, University Place weils am I.Vortragsabend der beiden Kurse erfolgen. Die Teilnehmer erhalten sodann vom Gemeindeamt eine Hörerkartc zugestellt. Die Bildungskursc. die schon früher begonnen haben, laufen plangemäß weiter. Die Alt-Kleidcrstelle wird ihre segensreiche Tätigkeit bald in gröberen, luftigeren Räumen aufnehmen können. Um diese in jeder Weise auszunutzen, ist es nötig, den Raum einigermaßen auszustaffieren. Es ergeht daher an alle Gemeindemitglieder die herzliehe Bitte, uns Schränke, Kommoden, lange Tische oder Ladentafeln, die nicht mehr gebraucht werden, zur Verfügung zu stellen. Auch für alte Teppiche, Matten oder Läufer sind wir dankbar. Auf teleph. Anruf 21382 werden alle Sachen schnellstens abgeholt. Reichsvertretung der deutschen Juden. Am 2. Januar sprach Bankier Wilhelm Br es lauer in der Geselligen Vereinigung ((i.V.) deutsch-jüdischer Bei iiistätiger über „die Reichsvertretung der deutschen Juden". Aus eigenem Erleben bei praktischer Mitarbeit gab der Referent ein sehr instruktives Bild des Aufbaus und der Funktion der Reichsvertretung, Besonders würdigte er das Verdienst von Carl Melchior und Ludwig Tietz, die nach außen und innen für den Bestand und die Entwicklung der Reichsvertretung Wesentliches geleistet haben. In der sehr angeregten Diskussion ergriff auch Herr Gemeindevorsteher QokJschmidt das Wort zu einigen ergänzenden historischen Ausführungen. Dr. A. Achtung Handelsvertreter! Meldepflicht der Handelsvertreter und HandeTsmalder! Der Leiter der Fachgruppe Handelsvertreter und Handelsmakler in der Wirtschaftsgruppe Vermittlergewerbe hat im Einvernehmen mit dem Leiter der Reiehsgruppe Handel die Bestimmung Über das Meldeverfahren herausgegeben. Auf Grund der Anordnung des Reichswirtschaftsministeriumi vom 29. ILM über die Anerkennung der Wirtschaftsgruppe Vermittlergewerbe sind I landelsvertretcr und Handelsmakler als solche Unternehmer und Unternehmungen, die eine Tätigkeit der SS M und 9J HOB. ausüben, anmeldepflichtig. Das Anmeldeverfahren wird in der Zeit vom 2. bis 15. Januar 1<H5 durchgeführt. Ausgenommen von der Meldepflicht sind Handelsvertreter und Haudelsmakler, die gemäß der verschiedenen Verordnungen und Anordnungeil über den Aufbau des Reichsnährstandes ausschließlich zum Reichsnährstand gehören. Anmeldepflichtig sind dagegen auch solche Unternehmer und Unternehmungen, die eine Tätigkeit als Handelsvertreter und Haudelsmakler neben einem anderen Gewerbe ausüben. Die Meldung gilt nur dann als ordnungsmäßig vollzogen, wenn sie auf dem da/u bestimmten Meldevordruck bei gleichzeitiger Zahlung des Beitrages für Dezember 1931 in Höhe von RM. 1.50 erfolgt. Der Mcldcvordruck wird auf Anfordern gegen Einsendung des Rückportos zugesandt. In Zweifelsfällen wird fürsorgliche Anmeldung empfohlen, i alls Aufnahme nicht erfolgt, wird der gezahlte Beitrag zurückerstattet. Die Anschrift der Meldestelle für Leipzig lautet: Fachgruppe „Handelsvertreter und Haiidelsmakler" in der Wirtschaft*- gruppe „Vermittlergewerbe", Leipzig CI, Tröndlinring 1. Geschäftszeit von 10 bis 17 Uhr, Sonnabends bis 14 Uhr oder Geschäftsstelle ilei Stiftung und (iausterbekasse des früheren V. r. K. D. i. L., Leipzig C 1, Dittrichriug 15. Geschäftszeit von 10 bis 17 Uhr, Sonnabends bis II Uhr. Bevorstehende Veranstaltungen 14. 15. 26. 10. 9. 12. 4. Januar: Dr. E. Blumherg: Aufklärungsahend „Erbkrankheiten" Januar: C. V.-Frauengruppe: Vortragsnachmittag, Syndikus Kurt Sabatzky. Januar: Jüdischer Frauenbund: Abendvortrag für die Jugend Hedwig Burgheim: „Fragen zur persönlichen Lcbens- Ecstaltung". andesverband und Ortsgruppe des C. V.: Felix-Goldniann-üedächtnisfeier. Januar: Gesellige Vereinigung (G. V.) deutsch-jüdischer Berufstätiger: Musikalischer Abend. Februar: Konzert: Kammersänger Emil Fischer — Gottlieb-Trio. Februar: Verband jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit (Wizo): Rabb. Dr. Prinz: Gespräche mit Eltern. März: Reichsbund jüdischer Frontsoldaten: Messefest.