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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-12-23 · 52 (23.12.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
52 (23.12.1934)
Date
1934-12-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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35 Auflage 4250 Stück emeinöcMatt DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU 4—|D7lfL AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT inL I iXssl VL7 DER GEMEINDEVERWALTUNG! Sehrt Weitung i Oemelnderabblner Oustav Cohn Leipzig Walter BlOmel-Str. 10. — Nachdruck nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung des Verfassers gestattet Nummer 52 - Jahrgang 10 28. Dezember 1934 Anzeigenannahme > E. Ooldfreund, Leipzig 0 5, Cichoriusstraße 2a, Fernsprecher Nr. 60771 Druck: Druckerei der Werkgemeinsrhaft, Leipzig C 1. Ein Handbuch des jüdischen Wissens. Es ist kein müßiges Gerede, wenn das Erscheinen des „Philo- I exikon" (Philo-Verlag, Berlin) aus einein in der Entwicklung des indischen Daseins begründeten Bedürfnis hergeleitet wird. Die Wissenschaft des Judentums, wenig mehr als ein Jahrhundert alt, hat einen ungeahnten Aufschwung genommen, hat für die Fülle jüdischer Lehensformen, Religionsanschauungen, religiöse Übungen, dcschichtc, Literatur, Kunstbetätigung, jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart, hat für alles, was jüdisches Wollen und Sein angeht, wichtige Erkenntnisse und Erkenntniswege beleuchtet. I >ie Zeit war da, all dies zusammenzutragen, die verschiedenen Arbeitsgebiete in ein ordnendes Gebilde zu stellen, um gleichsam über das Geleistete Zeugnis abzulegen vor Gegenwart und Zukunft, und eine Gcsamtühcrsicht ZU schaffen, in der jeder Suchende sich über den Stand der Wissensehaft, ihre Lücken und ihre weiteren Auf- Iben unterrichten kann. Und die Zeit war da, in der das Verlangen nach Wissen um Juden und Judentum von Tag zu Tag stürn ischer sprudelte. So konnte ein „Jüdisches L e x i k o n", i! ses gewaltige Compendium jüdischen Wissens, in fünf starken Bänden, einen Widerhall finden, der zwei Jahrzehnte früher unmögli Ii gewesen wäre; so entstand die „En cy CI opidi a J u d a i c a" (\on der bisher 10 Bände, die Buchstaben A—L umfassend, erscheint n konnten), noch weiter ausholend, noch tiefer schürfend, ein monumentales Werk jüdischer Geistesarbeit und zugleich großarti- V. t Buchgestaltung. Aber diese beiden Sammelstätten jüdischen Wissens sind ihrer s läge, ihrem Umfange (und nicht zuletzt ihren Anschaffungslv sten) nach nur einem engeren Kreis zugänglich. Es bedurfte eines Handbuches, das auch den Vielen, Vielen die Möglichkeit - uellen Nachschlagen! gewährt, die nicht über hinreichende Zeit V' fügen, sieh in die Dinge zu versenken, und nur mäßige Mittel »I wenden können, um ein solches Werk zu besitzen. Nichts konnte So unwiderleglich dieser. Verlangen darfnn wie Her Frfolg der Subski iption: mehr als 8(KK) Zeichnungen liefen auf die Einladung zur Ü< -tcllung des „Philo-Lexikons" ein und sicherten so sein Erscheinen. Wir haben schon unmittelbar nach seiner Ausgabe kurz darauf hingewiesen, welch eine wertvolle Veröffentlichung das Handbuch darstellt, sind es ihm aber schuldig, es nochmals eingehend zu würdigen. In ungewöhnlich kurzer Zeit haben Herausgeber und Redaktion eine bewundernswerte Grganisation geschaffen, durch die ein Stab v*>n fast ausnahmslos in der jüdischen Welt durch ihre Forschungen Und ihre Leistungen hochangeschenen Mitarbeitern die vielen Tausende von Stichworten (8(K) Spalten) in einer knappsten und doch immer klaren und allgemein-verständlichen Form beisteuern konn- *en- Eine zwar kleine, aber gefällige und durchwegs ausgezeichnet Jüdische Schule. Das Schulgeld für den Monat Janaar 1035 ist bis zum 7. Januar 1935 zu entrichten. Ebenso ist bis zum gleichen Tage der Heizungsbeitrag, auch von den Freischülern, zu bezahlen. Leipzig, den 21. Dezember 1934 Der Vorstand des israelitischen Schnlvereins Leipzig e. V. lesbare Schrift, sorgfältiger Druck, vortreffliche Wiedergabe zahlreicher Textbilder, Tafeln und Karten, darunter auch mehrfarbige, machen rein äußerlich den Besitz des Buches zu einem Vergnügen. Die Übersichtlichkeit und Reichhaltigkeit des Inhalts laden zu seiner ständigen Benutzung ein und machen es so zu einem wahren „Handbuch". Seiner Aufgabe entsprechend umfaßt es alle Fragen, deren Beantwortung heutige Juden in einem Nachschlagewerk suchen: Religion, Geschichte, Literatur. Besondere Berücksichtigung - - und das erhöht den großen Wert des Buches — fanden alle Fragen der Gegenwart: was an Organisationen, Richtungen und Einrichtungen sozialer und charitativer Art, nicht zuletzt an Beziehungen zu Palästina und dem Aufbauwerk wissenswert ist, fand seine Stelle; und da als Bearbeiter die jeweils an führender Stelle tätigen Persönlichkeiten ihre Kenntnisse niederlegten, liegt ein Material vor, dessen Zuverlässigkeit man vertrauen kann. Bei der bis in die Einzelheiten durchgedachten Organisation, die wie ein feines Uhrwerk funktionierte, konnte, was gerade für die Gegenwartsfragen von größter Wichtigkeit war, alles auf die allerjüngsten Feststellungen abgestimmt werden. So wurde schon der Sterbetag unseres Dr. Goldmann und der von S. Fischer (15. Oktober) vermerkt; so finden wir eine I afel über „Die Juden in Deutschland Mitte W33", obwohl die Ergebnisse der letzten Volkszählung (Juni Wi'i) erst im Herbst bekannt geworden sind. Dem Gebote der Platzökonomie, aber auch dem der Übersichtlichkeit verdankt die Zusammenfassung zu Gruppenstichwörtern ihr Entstehen. Da werden Persönlichkeiten, die auf bestimmten Gebieten bedeutsam waren (Anthropologen, Architekten, Bildhauer usw.) oder Gebiete, in denen Juden Wichtiges geleistet haben (üeschkhtschrelbung, Industrie, Oper, Operette usw.) in Übersichten dargestellt, so daß eine schnelle Orientierung über die ganze Gruppe möglich ist. Der Leipziger wie wohl in jeder anderen Stadt der dort lebende Jude — widersteht nicht der Versuchung, nach Persönlich-

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