Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 49 (7.12.1934)
- Date
- 1934-12-07
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4876568-5968799-5969470--5308-4881093- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGlÜNSQEMEINDE ZU LEIP/llU I iviokeH nach. Sein Name wird in unserer Gemeinde unauslöschlich fortleben. Alsdann teilt der Vorsitzeode mit, daB die Herren Dr Fleiß und Ha um durch Wegzug von Leipzig aus der Gemeindevertretung ausgeschieden sind. Lr spricht beiden Herren auch an dieser Stelle den Dank für ihr verdienstvolles Wirken zum Wohle der i iemeittde aus. Herr Goldrci, der früher bereits dem Oemcindevorstand als Mitglied angehörte, indessen aber vor einiger Zeit ausgeschieden war, wird einstimmig wieder zum Mitglied des Vorstandes gewählt. Ein Antrag des Herrn Stein, ihn vom Amt eines Gemeindeverordneten zu entbinden, wird angenommen. An seine Stelle wird Herr Gabriel Nat hausen und für den ausgeschiedenen Herrn Baum Herr Dr. Abelsohn zum Mitglied der Gemeindevertretung wählt. Die Neuwahl für den ausgeschiedenen Herrn Dr. Fleiß w ird vertagt. Hierauf erstattet Herr Breslauer einen Bericht über eine Ntzung der Rciehsvertretung, die im Oktober d.J. in Berlin stattgefunden hat. In den Finanzausschuß werden an Stelle ausgeschiedener Mitglieder neue gewählt. Der Vorsitzende teilt mit, dalf Herr I.andgcrichtsdircktor a. D. Alterthum kommissarisch zum Leiter des Sozialamtes bestellt u orden ist. Er teilt ferner mit, dall vor kurzer Zeit das noch vorhandene V ermögen der aufgelösten Mendelssohn-Stiftung der Gemeinde ausgehändigt worden und der Gemeinde ferner ein Vermächtnis Davidsöhn zugefallen ist. Zum Schluß gibt der Vorsitzende noch Kenntnis von der Gründung eines I clix-Golduiann-Gcdächtnishundcs. * Vom 22. November 1934. Als erster Punkt auf der Tagesordnung steht die Änderung der StenOTOrdnung in zwei Punkten, die gemäß Vorlage beschlossen W ird. Es wird ferner beschlossen, von den einheitssteuerpflichtigen Uemeindemitgliedern eine Steuer von RM. -.75 für je RM. 1000, 1 inheitswert zu erheben. Ferner gibt der Vorstand bekannt, dall, wie im Vorjahr, von den nicht zur Gemeindeanlage 1933 herangezogenen QemeiiKleiaitgliedern ein Qemeindebeitrag von mindestens RM. 3.— zu den Uememdelasteo erhoben werden soll. Herr B r e s I a u e r berichtet eingehend über eine Sitzung des Organisationsausschusses der Reichsvertretung der Deutschen Juden, die am 14. November d.J. in Berlin stattgefunden hat. Der Vorsitzende gibt hierauf bekannt, dal! der Kunstmaler I in sch lag zu einer Besichtigung eines von ihm hei gestellten Bilde* des sei. Herrn Gemeinderabbiners Dr. Goldmann eingeladen hat. Im AnschluB hieran bittet der Vorsitzende des (icmeindcblatt- A.isschusscs, Herr Direktor Jacob, darum, dall die Mitglieder der (1 ■ineindevertretung auf ihre Bekannten dahin einwirken, dal! die Bezugsgebuhren für das Qemeindeblatl pünktlich entrichtet werden. Im AnschluB au den letzten Absatz des vorstehenden Berichtes bittet der (iemeindevorstand alle (iemeindemitglieder, die noch mit der Entrichtung der Bezugsgebühr für das (icineindcblatt im Rückstand sind, um umgehende Bezahlung derselben (Postscheckkonto Nr. 305 33). «. Vom 29. November 1934. Aul der Tagesordnung steht ilie Wahl eines Ausschusses für Sozialamt. Hier/u erteilt der Vorsitzende Herrn Landgerichtsktor i. R. Alterthum, dem kommissarisch die Leitung des Si ialamtes übertragen worden ist, das Wort. Dieser gibt zunächst vi v Übersicht über die Lage des Sozialamtes. Er führt aus, dal! i! sen Verhältnisse besonders unter dem Mangel an Mitteln leiden. Ai ch, das Palästinaaiut, das im vorigen Jahr noch in sehr starkem Maße Beihilten für die Übersiedlung nach Palästina gewährt hat, "i Ute diese erheblich einschränken. Während seiner erst sieben- » > higen Arbeit im Sozialamt habe er festgestellt, dal! die von st ein Vorgänger eingeschlagenen Wege im allgemeinen richtig Waren. Indessen käme man aber von Ausbildiingskursen für die Iii ischkhtler. die kurz bemessen seien, keine günstigen Erfolge er- I" in. Wichtigste Aufgabe sei es, für die Jugend ein konstruk- :.Programm aufzustellen. Besonders wertvoll sei die Ühcrsicdder Schulentlassenen im Wege der Jugendalijali, die verhältnisig geringe Mittel erfordere. Die Jugendlichen erhielten in Mina eine sehr gute zweijährige Ausbildungszeit und hätten ich die Möglichkeit, einen Beruf zu ergreifen und sich selbst zu nnterhaTOni Für die hierbleibende schulentlassene Jugend werde mit einem neuen Kursus begonnen, der einen Zeitraum von zwei Jahren umfaßt und eine gründliche Ausbildung der Teilnehmer im Tischlerhandwerk zum Ziel hat. Auch die Frage, die schulentlassene dl vk Somiabf^JS.ltez. JL ^20^^ qcoßerz CT. Saal j^fflripqgri _ \ Solotänze, -wtsf/erisiche, j^m^fskf^£ußb-3SB^z ES. Jugend an den Nachmittagen in geeigneter Weise zu beschäftigen, sei zu lösen. Der Redner empfiehlt die Bildung eines 5--7glicdrigen Arbeitsausschusses. Lr gibt noch eine Übersicht über die bisherigen Einnahmen und Ausgaben des Sozialamtes. Dem Redner wird für seine interessanten Ausführungen der herzlichste Dank namens der Versammlung ausgesprochen. In der sich hieran anschließenden Wahl werden als Mitglieder des Ausschusses gewählt: die Herren Rabbiner Cohn, Melzner, Sabatzky, Ury, Du bin er, Dr. Lippmann, Dr. Landau und Iran Lotte Spitz. In geheimer Sitzung wurde Herr Dr. Ernst Löwen berg aus Hamburg an Stelle des in den Ruhestand tretenden Herrn Rabbiner Dr. Carlebach zum Leiter der jüdischen Schule gewählt. Eine Bestätigung steht noch aus. Unsere Gemeinde. Professor Ismar Elbogen, der beim nächsten Gemeindeabcnd Donnerstag, den 13. Dezember, in der (iemeindesynagoge über das Thema „Aus der ältesten Geschichte der Juden in Deutschland'' sprechen wird, ist wohl den meisten (iemeindemitglicdcrn kein Unbekannter : Er darf als einer d e r b e d e u t e n d s t e n jüdische n Gelehrten in Deutschland bezeichnet werden. Neben seinem grundlegenden Hauptwerke „Der jüdische Gottesdienst in seiner geschichtlichen Entwicklung" hat er in einer Reihe wertvollster Einzelarbeiten Beweise tiefgründiger Forschung und weltumfassenden Wissens gegeben. Eines seiner wichtigsten Forschungsgebiete ist die Oesenichte der Juden, insbesondere der Juden in Deutschland. Er ist Mitherausgeber der „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" und der soeben abgeschlos- Verband jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit (Wizo), Leipzig. nachm. 4.30 Uhr sprldit Im Fellx-Goldmann-Heim, Oslers!r. 1, Frau Dr.Margarete Moses, Berlin, über: >» ______ Oiste herzlich willkommen lO. Dezember 1934, Die Frau in der jüdischen Gemeinschaft".