Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 48 (30.11.1934)
- Date
- 1934-11-30
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4876568-5968799-5969469--5301-4881087- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
30 November 1934 OEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSOEME1NDE ZU LEIPZIG Seite 5 ichwere) Aufgabe recht gilt löste, und konnte den jungen Geiger Max Askanas bewundern, der sich seinen erfahrenen Partnern I ulellos anpaßte. Frieda und Musia Gottlieb, Leo Schönb ach und der ausgezeichnete Bratscher Karl S c h e r b sind über i. des Lob erhaben. Am besten gelang wohl das F-Dur-Quartett \on Dvor/ak. Wenn das sehr schwierige F-Moll-Quartett von Brahma auch nicht in allen Teilen gleich gut war, — es wurde prächtig musiziert. e. Beatrice Waghalter singt. Von einem Leser unseres Blattes wird uns geschrieben: Beatrice Waghalter hat Charme, sehr, sehr viel Charme sogar, erstklassige Musikalität verbunden mit einer entzückenden Stimme, fabelhaftes Temperament, Originalität und — lahci überall Seele. Sic sang in verschiedenen Sprachen, von Englisch bis Hebräisch, Trauriges, Ernstes, Fröhliches, Ausgelassenes. Sie zeigte die grolle Skala ihrer Begabung und ihres Könnens. Ob Spiel oder (icsang, oh Mimik oder Herz, immer eine große Künstlerin. Ganz bezaubernd die jüdischen Sachen, wir erlebten mit ihr das berühmt gewordene „Ghettolied", wir jubelten bei ..Hachaluzitn", wir trauerten beim „Kaddisch", wir lachten Tränen bei „Jume, Jume". Eine besondere künstlerische Delikatesse war du französische Lied „Parlez-moi d'amour" (die Künstlerin begleitete sich kurz entschlossen selbst), ihre große Kollegin Lucienne Höver singt die weltberühmte Platte nach meinem Empfinden bestimmt nicht so vollendet. Eine unerhörte musikalische Leistung die Songs. Und dabei überall Stil und Kultur. Alles in allem ein Abend, der zum Erlebnis wurde und an den wir mit frohem Herzen zurückdenken. Die bewährte und dezente Begleitung von Alfred Simon sowie der kultivierte Jaz.zstil von Wolf Muth paßten sich ausgezeichnet der Eigenart des schwierigen Programms an. Dr. Kun. Jüdischer Sport Der Leipziger „Schild" wellte am Sonntag, den 25. November, mit seiner 1. Fußball-, 1. Handball- und Damenhandballmannschaft bei seinem Dresdener Brudcrvcrcin zu Gaste. Die Leipziger Handballer waren durch Absagen, die eine Umstellung der Mannschaft erforderlich machten, geschwächt und verloren 4:8. Zahlenmäßig /u hoch ist die Niederlage, doch wollen wir nicht verkennen, daß daß Dresden besser war. Unsere Mannschaft konnte in diesem Spiel lernen, daß schnelle Ballabgabe und richtiges Freistellen die wichtigsten Grundsätze des Handballspielens sind. Unsere Damen wollten gewinnen, aber das Glück war nicht bei ihnen. Bis kurz vor Schluß stand das Spiel 1: 1 und erst in der letzten Minute konnte Dresden den Siegestreffer anbringen. Der Sturm muß sich ein rationelleres Spiel angewöhnen und noch viel schneller werden. Unsen Fußballer zeigten ihren Dresdener Snortskameraden, wie man Fußball spielt, und gewannen 5: 1. Der Sieg hätte ebensogut doppelt so hoch ausfallen können, aber leider fehlte im Sturm zeitw eilig der richtige Zusammenhalt und das genaue Zuspiel. Bis auf emen kurzen Zwischenspurt Dresdens, war unsere Mannschaft ständig überlegen. Die Gastfreundschaft unserer Dresdener Sportskameraden verschaffte uns nach den Spielen einige äußert angenehme und gemütliche Stunden. Bar Kochba Leipzig in Chemnitz. Am Sonntag, den 25. d. Mts. t ug der Bar Kochba Leipzig die fälligen Rundenspiclc gegen den < lemnitzer Makkabivcrcin in Chemnitz aus. — Es spielten die 1 Herren-Fußball-, Altc-Hcrren-Fußball-, 1. und 2. Knabcn-I ullball- und die Damen-Handball-Mannschaft. Die 1. Fußball-Mannschaft i wann nach überlegenem Spiel mit 3:0, obwohl Raffe wegen Krankheit nicht spielen konnte. Die Alten Herren gewannen mit 3 1 und die Damen, welche nicht komplett antreten konnten, mit 1:1. Die 1. Knaben-Mannschaft verlor trotz technisch besseren S; iels gegen die körnerlich weit stärkere, wohl mit Jugendlichen Ii igefüllte Mannsehart des Chemnitzer Makkabivereins, mit 0:2, » gegen die 2. Knaben mit 3:2 gewann. Die Spiele wurden beider- K tig sehr fair durchgeführt rlerauagcgetKn vom Votsund der israelitischen Keligionwemeinde in Leipzig, hrif Heilung: Oemeinderabbiner Oustav Cohn, Leipzig C l, Walter BlümelStr. 10. III. Anzeigen : Verlag Elia Ooldlreund, Leipzig OS, Cicborlusstraße lt. Anielgenleitex: Ernit Ooldfreund. Cichoriusstraße 2 a. N die Aufnahne von Anteigen in bestimmten Nummern und an bestimmten riäUen wird keine Gewahr übernommen. Druck : Druckerei der Werkgemeinschaft, Leipzig Cl, Brfiderttr. 19. Für den Inhalt der Inserate fibernehmen Gemeinde- Vorstand und Schriftleitung keine Verantwortung. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten Sportverein „Schild" Chanukkah-Fest Sonnabend, den 8. Dezember 1934 im SmloBkeller Dresdner Straße (Straßenbahnen 3, 4, 6 und 9) Mathm. 430 uhr: Veranstaltung für die Kinder unserer Kameraden und die Knaben und Mädchen des Sportvereins „Schild" Eintritt frei! Kuchenspenden erbeten bis Sonnabend mittags 1 Uhr an Dr. Jacoby, Markt 8, auf Wunsch erfolgt Abholung. Tel. 70251. Um 7 Uhr Ende des Kinderfestes und Saalräumung. Abends 20*° Uhr Für die Familien unserer R.j.F. Kameraden und der Mitglieder des Sportvereins „Schild" sowie deren Gäste Chanukkah-Fest Kotiger! / Tan* / KUnstl. Vorträge / Uberrasdiuntjcn Ansprache des R. I. F. Vorsitzenden. Kein Weinzwang! Keine Kleidungs-Vorschrift! Nur schriftliche Tischbestellungen mit Angabe der Personenzahl, die bis 7. Dezember 1934 an Dr. A. Jacoby, Markt 8 eingesandt werden, finden Berücksichtigung. Eintrittspreise an der Kasse 1,— RM. für Erwerbslose und Kriegsbeschädigte (mit Ausweis) sowie deren Ehefrauen —,30 RM. Vorverkaufspreis für Mitglieder des R. J F. und des Sportvereins Schild (nur persönl. gegen Mitgliedskarte) —,60 RM. Vorverkauf: Büro: Dr. Jacoby, Markt 8 und bei den sportlichen Veranstaltungen. Schluß des Vorverkaufs: 7. Dezember 1914. Vereinsnachrichten. Tischtennis-Club-Dreikampf der Sportvereine „Bar Kochba", „Schild" und „Rot-Weiß". Zum Zeichen gemeinschaftlichen Arbeitswillens auf sportlichem Gebiete veranstalten die vorgenannten Sportvereine am Sonnabend, den 1. Dezember 1934, nachm. 0,30 Uhr, in den Räumen des Tennis-Clubs Leipzig „Rot-Weiß" M a r k k le e b e rg, Raschwit/er Str. (Straßenbahnlinie 28, Haltestelle Dietrich-Eckart-Str.) einen Tischtennis-Cluh-Drcikampf, zu dem Zuschauer freundlichst eingeladen sind. Die Preise für die siegenden Clubs sind von Mitgliedern des T. C. L. „Rot-Weiß" gestiftet worden. Eintritt frei! Geheizte Räume! Möglichkeit zum Esten! Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Am Mauzoc-Schabbos, d. 1. Dez. 20' 2 Uhr, spricht Herr Merkin im Rahmen einer Chanukkah-Fcier Alle Bücher bei .71. W. Leuchter Kerzen | für Chanuka g Kaufmann Leipzig 0 1 - HrQhl H. ■ Sonntag, den 2. Dezember 1934, nachmittags 4»5 Uhr und abends 815 Uhr in den Kristall-Palast-Künstlerspielen CHAHUKK AH - Modenschau zur Kaffeestunde und zum Kabarett-Abend Jüdischer Künstler füntr.-Karten zu RM. 2,-; 1,50; I,— bei Kaufhaus Brühl; M.W.Kaufmann; O. Willner; E. Wietepski; Rest. Manelis; Zellner u. Abendk Verein polnischer Kaufleute u. Gewerbetreibender e.V. Leipzig Voranzeige! Am 31. Dez. 1934 findet im Kr) Stallpalast ein Winterfest! statt. Näheret in der nächsten Nr. dieses Blattes.