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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-11-16 · 46 (16.11.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
46 (16.11.1934)
Date
1934-11-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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u. Auflage 4250 Stück ©eracinöcMott DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU I Jtl D7lCm AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT LLIl Ml\7 DER GEMEINDEVERWALTUNG! Schriftleitung ■ Oemeinderabbiner Oustav Cohn Leipzig »'alter Blümel-Str. 10. - Nachdruck nur mit Quelleningabe und mit Oenehmigung des Verfassers gestattet Nummer 46 ■ lahrgang 10 16. November 1834 Anzeigenannahme: E. Ooldfreund, Leipzig O 5, Cichoriusstraße 2a, Fernsprecher Nr. 60771 Druck: Druckerei der Werkgemeinschaft, Leipzig C 1. G emeindeabend Der nächste Gemeindeabend findet am Dienstag, 20. November 1934, 8.30 Uhr abends in der Gemeinde- Synagoge, Gottschedstrasse, statt. Es spricht Herr über Dr. Mark Wischnitzer, Generalsekretär des Hilfsvereins der Deutschen Juden, Berlin, „Wie Jüdischen Wanderungen66. Gesangsvorträge umrahmen den Vortrag. Wiederum erwartet die jüdische Gemeinde, dal5 alle Gemeindemitglieder, insbesondere die Jugend, sich an diesem Abend beteiligen. Ein kleiner Teil der Plätze ist reserviert, für die Karten zum Preise von RM. 1— im Gemeindeamt erhältlich sind. Zu allen anderen Plätzen ist der Eintritt unentgeltlich. Der Vorstand Leipzig, den 14. November 1934. der israeHtischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Die Juden in der Malerei. (Gedanken zur Ausstellung von Werken jüdischer Künstler im jüdischen Museum in Breslau.) Jede Betrachtung der kulturellen Leistung der Juden gründet sich mit Recht auf ihr frühzeitig ausgebildetes Geistesleben. Dieses G stesleben wurzelt in den Errungenschaften des reinen Denkens: in der Gotteserkenntnis und im Schrifttum. Die Anerkennung der ju sehen Leistung im Gebiete der Gottesidee und des Wortes hat 7u der auch in jüdischen Kreisen weit verbreiteten Annahme geführt, da l wir in kultureller Beziehung im wesentlichen zur Gedankenarbeit neigen und da« die sinnliche Welt des künstlerischen Gestagens für uns verschlossen bleibt. Wie verhalten sich dazu die Ta sachen? Haben wir keine Kunstwerke der Vergangenheit auf- *u< eisen? Gehören nicht eine Reihe von Künstlern der Gegenwart unserer Gemeinschaft an? — — Schon die biblische 0 herlieferung weiß von den kunstfertigen Erinnern der Bundcslade und des Stiftzeltes zu erzählen, die „der Ewige mit Namen berufen . . . und mit dem Geiste Gottes . . . erf. llt hat . . ., dal) sie verstünden zu machen alle Arbeiten des heiligen Werks . . ." Daß die Kunst gottgefällig sei, empfand auch Salinno, indem er als erster den prächtigen Tempelbau /u Ehren *tt Schöpfers und den Königspalast als Zeichen der Staatswürde »udichten ließ. Der Boden Palästinas birgt unzählige Erinnerungen an die kunstgewerbliche und architektonische Tätigkeit der Israeliten in •kr Zeit ihrer Könige und sogar noch in den ersten Jahrhunderten nach dem Verluste der Selbständigkeit. Die Unfreiheit der Diaspora hat zwar die künstlerische Entfaltung beeinträchtigt, war aber nicht imstande, den Funken zu löschen. Unter fremden Völkern verstreut, schaffen die Juden an ihren Kultgeräten, -denkmalen und -bauten. Auch noch in der Enge der sie umgehenden Ghettomauern erheben sie sich über die Trübsal des Alltags und schmücken liebevoll ihre handgeschriebenen Bücher mit zierlichen Ornamenten und Bildern. Aus dieser minutiösen Illustrationstechnik entwickelt sich schließlich seit dem 17. Jahrhundert eine vom Buch losgelöste Miniaturmalerei, in der vornehmlich Bildnisse ausgeführt werden. Verschiedene unter den hierin tätigen Künstlern erfreuen sich großer Beliebtheit auch außerhalb des jüdischen Kreises und werden sogar zu Hofmalern ernannt. Neben der Porträtminiaturmalcrei stellt sich seit dem 18. Jahrhundert auch die plastische Bildniskunst unserer Vorfahren ein. uic Yicuaiiieuiaibeil. Linen besonderen Aufschwung erfähit die Betätigung jüdischer Künstler seit dem Beginn des vorigen Jahhunderrts. Dabei ist keineswegs an eine Kunst zu denken, die speziell jüdischen Zwecken gilt. Das Zeitalter der Emanzipation, das den jüdischen Menschen in nähere Berührung mit seiner nichtjüdischen Umgebung brachte, leitet auch den jüdischen Künstler zunächst in die Bahnen der allgemeinen Kunstübung. Es wird seitdem jedesmal zur Frage einer persönlichen Neigung oder Entscheidung des Künstlers, ob er seine Werke bewußt jüdischen Inhalten widmet. Doch stärker als das Zweckbestimmte und Inhaltliche wirkt in jeder Kunst die unbewußte, die angeborene Eigenart des Schaffens. Leiseste Töne, die in einem Kunstwerk erklingen, verborgene Empfindungen, die es

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