Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 45 (9.11.1934)
- Date
- 1934-11-09
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4876568-5968799-5969464--5274-4881063- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
9, November 1934 Seite 3 lteatrice HJ Ä £>i WW l* rWyW^n sin_, »©nnerKtag;, den 58*. November 1934, ff im MM im Mj I jEj .1% " pünktlich S'/* Uhr, Zoo, Weißer Saal ChansoüM aller Völker (u.a. ihren Welterfolg „Ghettolied" und ihre berühmten amerik. Songs) Am Flügel: Alfred Simon Jazz: Billy Crolwya Karten v. RM - .75 bis 2.50 i. Vorverk. b. M. W. Kaufmann, Kaufh. Brühl, Zellner, D. Rosen, Peterssteinw. 10 u. Wietepsky, Ecke Brühl-Nikolaistr. Am IHenatiig, «l<>n 13. Xovemher nachm. 4 I hr veranstaltet der ,.FRA1'K\ VI1KEI\ IC 1 T II für seine Mitglieder und Freunde im großen Saale des Felix-Ooldmann - Heim (Jugendheim), Elsterstraße 7 ein gemütliche» Betsamnienfiein mit rezitatorischen Darbietungen gespr. von Frau Bau mann - Halpern. 4 Rundseüung der Staotszlonist. Organisation II Sonnlag;, den 11. November 1934 abends S.:tO 1 lir in der \\ Turn halle der Jüdinehen Schule tinstav Adolf Strasse 7 Es sprechen: Rieh. Pelz, Leipzig: i „Von der .jüdischen l<egion". R. A. Dr. Qoldwasser, Leipzig: „Nationale Heimstätte oder Jndenstaat". Willy Cegla, Berlin (Nacif der Nationalen Jugend „Herzlia"). ,.Ijet;ion*s;e<lanke und italfonrdeklaration'*. Ernst Hamburger, Berlin: Mitgl. d. Präsidiums der Staatszionistischen Organisation. ..Uie Entwicklung des Staatsy.lonisiIschen Ucdanken". Unkostenbeitrag 20 Pfg. ■---- Eintrittspreis 1.50 RM. incl. Oarderobe, Kaffee od. Tee mit Oebäck Weitere Unkosten entstehen nicht. Palästina- Reisen PALESTINE & ORIENT LLOYD, BERLIN HANDELSBANK IWRIA e. G.m.b.H. Leipzig C 1, Ritterstr. 23 29 Auskünfte und Buchungen nur durch REISE BUREAU ASTORIA u.m.b.H. Leipzig Cl Blttcherplata Telefon 28740 Kelsen naeh allen Weltteilen - - Flngpasttagen ' -------------¥ Siedlung vorhanden sind. Die Qetahren, die dieser Tätigkeit des Leitung des Abends la}r in den bewährten Händen des Ortsgruppcnvorsitzenden Dr. Loebenstein, der mit einer Ansprache das Ehcoaar I leill und die üäste begrüßte. Dann erteilte er den Gästen selber ilas Wort, sorgte aber dafür, daß der Orundton des Abends ein fröhlicher blieb und dem scheidenden Ehepaar der Abschied nicht allzu schwer gemacht wurde. Mit vielem Humor brachten dann auch Herr Hodcs den Gruß der (iemeinde. Trau Neumann die AbschiedsgrüBe der Wi/o, Herr Lieberg die der Iwria-Bank vor, während ilerr Dr. Markuwic/. aus Taucha in launigen Versen die Tätigkeit 'les Herrn Dr. Fleifl schilderte. Weitere Ansprachen hielten Herr I >r. Lehrfreund, Herr Fuchs, Herr Dubiner, Herr Syndikus Sabat/kv und Frau Magath, die ein selbstverfaßtes (iedicht vortrug. Dazwischen brachte Herr Dr. Loebenstein seine Wünsche und seinen I >ank in einer hebräischen Ansprache vor. Alles das erhielt eine würdige Umrahmung durch Chorgesänge des Hechalu/, von denen insbesondere das Lied „Ich fahr allem" gefiel. Zum Schlüsse trug rl. Fricdland ein von den Mitarbeitern des So/ialamtes verfaßtes iedicht vor, mit dem das Sozialamt seinem Dc/ernenten den Dank hstattete. Die Verse, die die So/ialamtstätigkeit des Herrn Dr. Fleiß in humoristischer Form behandelten, fanden den ungeteilten Bei- ■11 aller Anwesenden, erhöhten die Stimmung und sorgten für den i eiteren Schluß, den der Leiter dem Abend geben wollte. Mit dem lesangc der Hatikwah fand die gelungene Veranstaltung ihr Ende. Dr. Ma. Gefahr in Palästina? Vorigen Montag sprach der Vertrauenslauft des Leipziger Keren-Kajemeth-Lejisrael in einem gcschlosse- «n Kreise über das Thema: Bedeutung des KKL heute in Palätina. So sehr dieses Wort auch in Widerspruch /u der blühenden Wirklichkeit in Palästina zu stehen scheint, so ist es leider doch icht so ganz ungerechtfertigt! Der Hauptstüt/.punkt unserer Koloni- K-rungsarbeit ist bedroht: unsere Bodenreserven werden — infolge der Kieseneinwanderung — täglich geringer. Die nationale jüdische I 'irperschaft, die die Bodenkäufe in Palästina tätigt, ist der KKL. Er hat keine weitere Aufgabe, als den Erwerb des Bodens von den r/eitigen — ineist arabischen - Besitzern. Die Mittel hierfür irden von dem gesamten jüdischen Volke aufgebracht. Eines der ' >pulärsten ist die bekannte blaue KKL-Büchse, die in Hunderttauitden von Exemplaren in der ganzen Welt anzutreffen ist. Der *om KKL erworbene Boden bleibt Eigentum des gesamten jüdi- - heu Volkes. Dieser KKL-Boden ist absolut tu verkäuflich, auch "icht an Juden. KKL-Boden stellt jüdischen Nationalbesitz dar und wird nur an jüdische Siedler gegen einen niedrigen Pachtzins in I rbpaeht gegeben. Die Tätigkeit des KKL ist deswegen von so unl'heurer Bedeutung, weil er zwei wichtige Aufbaubedingungen garantiert. Er ermöglicht erstens, die landwirtschaftliche Ansiedlung liner breiten Bevölkerungsschicht, die sich vom eigenen Grund und Hoden ernähren kann und daher krisenfest ist. Er ermöglicht zweitens die Aufnahme großer Einwanderungsinassen, die vom Arbeits- »Kirkt unabhängig sind. Damit wird das Argument der Mandatsffgierung zur Einwanderungsdrosselung, nämlich es könne später bei einer Stockung der Prosperity Arbeitslosigkeit eintreten, völlig entkräftet, vorausgesetzt eben, daß genügende Bodenreserven zur An- /u suchen. Der KKL muß alle Anstrengungen machen, um trotz dieser Steigerung genügend Siedlungsboden für die Bedürfnisse der jüdischen iiedlungswilUgen Einwanderer zu schaffen. Wenn in den nächsten Tagen in der ganzen Welt die KKL- Büchten geleert werden, so sollte sich jeder Jude darüber klar sein, daß der Aufbau unseres Landes unmittelbar von dem Ausfall dieser Büchsenaktionen abhängt. Gerade weil wir nicht, wie andere Länder, Steuern für den Aufbau unseres Landes erheben können, ist der KKL auf das Verständnis und das Verantwortungsbewußtsein des Spenders angewiesen. Wenn wir uns alle überlegen würden, was wir für Dinge des täglichen Lebens ausgehen, und was wir für den Aufbau unseres Landes opfern, so wird es noch manchen geben, der sich sagen müßte, er habe seine Pflicht gegenüber seinem Land und seinem Volk noch nicht Völlig getan. Schließlich ist es heute für jeden Juden eine Selbstverständlichkeit, daß der Palästinaaufbaii notwendig ist. Keiner darf sich dieser großen Aufgabe entziehen! Ein Volk, das sich im zwanzigsten Jahrhundert sein Land erwirbt, ist etwas Einmaliges. Jeder Jude muß stolz darauf sein, da/u beitragen zu dürfen. Der Redner schloß mit dem Hinweis, daß es sich /eigen werde, daß das gesamte Judentum dem Palästinaaufbaii vollstes Verständnis entgegenbringt. Gefahren drohen jeder Kolonisationsarheit: Gefahren von außen können wir/war nicht hindern, jedoch bekämpfen. Eine Gefahr jedoch, die darin besteht, daß der KKL nicht genug Boden kaufen kann, darf es überhaupt nicht geben! Durch unsere eigene Schuld — und das wäre hier der I all darf der Aufbau nie gefährdet werden. Solch ein geschichtliches Verschulden würden wir vor unseren Kindern niemals verantworten können. Wenn sich jeder Jude klarmachen würde, worum es geht, so werde die November-Aktion ein voller Erfolg werden. Heilstätten für jüdische Lungenleidende. Die Zentral wohlf ah rtsstelle der deutschen Juden teilt auf mehrfache Anfragen mit, daß Lungenleidende in zwei vorzüglich ausgestatteten, fachär/tlich geleiteten jüdischen Anstalten, der M. A. v. Rothschild'schcn Lungenheilstätte in Nordrach i. bad. Schwarzwald (nur für weibliche Kranke) und der Kuranstalt tur Israeliten in Bad Soden a. Taunus für männliche und weibliche Kranke) Aufnahme finden können. Beide Anstalten liegen in landschaftlich bevorzugter Gegend und verfügen über alle Kiirhilfsmittel, wie Liegehallen, Terrassen usw. In beiden Heilstätten werden .die modernen Behandlungsmethoden, auch solche chirurgischer Art, angewandt. Besonders wird darauf hingewiesen, daß W i u t e r k u r e n im allgemeinen z w e c k in ä ß i - ger sind als Sominerkuren. Privatpatienten, sowie versicherte und von jüdischen Oiganisationen verschickte Patienten finden Aufnahme und ärztliche Betreuung zu mäßigen Sätzen. Die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte, sowie die Landesversicherungsanstalten belegen die Anstalten seit vielen Jahren und tragen entsprechenden Anträgen von Kranken, die auf rituelle Verpflegung Wert legen, im allgemeinen Rechnung. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, daß Versicherte, die ihre Stellung verloren und das freiwillige Wciterkleben der Beitragsmarken für die Reichsversicheruitg unterlassen haben, ihre An-