Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 45 (9.11.1934)
- Date
- 1934-11-09
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Disposition: Künigsrecht im Dcuteronoiniuni — Oidcon und Abitnelech — Sau] und Samuel David und Nathan Elija und Achab — Jeremia, Jojachid und Zktkljthu Daniel und Nehukadnezai — Esra. 5. Das B u c h „M adda" des Maimoiiide s. Leiter: I )r. \Vo s k i n - N a h a r t a b i; Zeit: etwa 18 Abende, wöchentlich Donnerstags von IQ.15 bis 21 Uhr (Doppelstunden); Kaum: Hebräische Sprachschule „Techija", Pfaffendorfer Str. 4; Keginn: Donnerstag, 22. November 1034; Disposition: Anläßlich des 900jährigen Todesjahres des Maimonides wird in einer Arbeitsgemeinschaft aus seinem halachischem Standardwerk „jad ha-cliasaka" das philosophisch und und ethisch bedeutsame Buch „Madda" (Erkenntnis) inhaltlich und sprachlich durchgearbeitet. Die Erklärung kann auf Wunsch der Teilnehmer hebräisch oder deutsch erfolgen. 6. Einführung in die jüdische Lehr e. Leiter: Dr. Brande und Dr. L i p s c h ü t /; Zeit: etwa (> Abende, I4tägig Montags von 20.30 bis 22 Uhr (Doppelstunden); Raum: Sozialamt der Gemeinde, Humboldtstr. 13, Erdg. Keginn: .Wontag, 19. November U)34. Disposition: Ls wird in dieser Arbeitsgemeinschaft der Versuch gemacht werden, die Grundbegriffe des Judentums an Hand der Quellen herauszuarbeiten und sie in Konfrontierung mit den Kegriffen unseres Kulturkreises genauer /u begrenzen. Damit soll vor allen Dingen jüdischen Menschen, die bisher keine Beziehung zu den wesentlichen I ragen unserer jüdischen Lehre hatten, Anregung gegeben und der Weg geebnet werden für eine weitere nützliche Arbeit auf diesem Gebiete. Die Zahl der Teilnehmer ist eine beschränkte. 7. Der S a b bat h. Leiterin: Iran Anna Neu mann; Zeit: etwa 4 Abende, lltägig Dienstags von 20.30 bis 21.30 Uhr; Kaum: Sozialamt der Gemeinde, Humboldtstr. 13, Erdg. Beginn: Dienstag, 20. November 1034; Disposition: Die Sabbath-Idee im Judentum Das Sabbathgcsetz in Bibel und Talmud Die Sabbathhaltung (Sabhathbräuche — Minhag -). 8. Die j ü d i s c he < i e b e t s o r d n u n g (S i d d u r). Leiter: Dr. Wo skin-N a h a r ta b i; Zeit: etwa IS Abende, wöchentlich Mittwochs von 17 bis 10 Uhr (I loppelstunden); Kaum: Hebräische Sprachschule ,,Techija'', Pfaffendorfer Str. 4; Beginn: Mittwoch, 21. November 1034; Disposition: Durcharbeitung der jüdischen (lebete für den Alltag, den Sabbath und die Feiertage mit Berücksichtigung ihrer historischen Entwicklung und ihres religiösen Inhaltes, einschließlich der Schriftvorlesung und Erklärung der besonderen Formen di r einzelnen I eiertage. 9. D i e Entwicklung der j ü d i s c h e n u n d i n s b es ob- Unsere Gemeinde. Hilfsverein der deutschen Juden. Kürzlich weilte der Generalsekretär des Hilfsvereins der Deutschen Juden, Herr Dr. Mark \\ ischnitzer, in Leipzig und berichtete in dem l.okalausschult Über den gegenwärtigen Stand der Arbeiten. Mit lebhaftein Interesse horten die Damen und Herren, dali die neuen Aufgaben, vor die der Hilfsverein gestellt worden ist, seiner Arbeit ein völlig neues Gepräge verliehen haben. War der Hilfsverein der Deutsehen Juden um -einer Begründung an bis zur nationalen Revolution ein Hilfsverein der Deutschen Juden zugunsten der Juden anderer Länder, insbesondere im Osten, so dient er jetzt vorzugsweise den Interessen der Juden in Deutschland, die er, ohne Unterschied der Abstammung oder ihrer religiösen oder politischen Richtung, bei der Wanderung in andere Lander berät und fördert, ooooo Menschen sind im l aute des Jahres 1 *> 14 beraten und mit Informationen jeder Art versehen worden. 77imi Personen wurden finanziell unteri"* * Im,!, hfl!»-!.„ ..n.t Cwlilffat. mm^i |fl_.d suu/i utuiH cu&cnusse im Dannunu scniiiSKarTcn, Visen, ver pflegung und Iransporte von Gepäck, Hausgerät, Maschinen und Instrumenten in die verschiedensten Lander mit Ausnahme von Palästina. (Dies*. Wanderung wird durch das Palästinaami durchgeführt.) Mit Spannung dürfen wir dem <iemeindeabend entgegensehen, an dem Herr Dr. Wiscfmitzer aus der reichen Fülle der Erfahrungen heraus über die f rage der judischen Wanderungen sprechen wird. Gesellige Vereinigung deutsch-jüdischer Berufstätiger (G.V.). Am 31. Oktober 1034 sprach Landgerichtsrai i. K. Dr. Kurt Cohn, Chemnitz, über die Minderheitenfrage. Lr legte dar, dali der Minderheitenschutz sowohl nach seinem in der Reformationszeit liegenden g- -cliiclitlicheu Ursprünge als auch nach seiner Neuschaffung im Berliner Vertrage von 1878 in erster Reihe den religiösen Minderheften zugutekommen sollte, deren Schutz zum Teil neben dem der abstammungamäßigen auaschlicBUch auch heute noch in den weitaus meisten Miriderheitsbestimmuugeu vorgesehen sei. Selbst wenn wir also unter derartige Bestimmungen gestellt werden soll- An die Leser des Gemeindeblattest Wir fordern diejenigen Oemeindemitglieder, die noch mit dem Bezugsgeld für das Gemeindeblatt im Rückstand sind, auf, dasselbe umgehend zu entrichten Die Bezugsgebühr beträgt für die Zeit vom 1. Aprii bis 31. Juli 1934 RM —.40, für die Zeit vom 1. Augusi bis 31. Dezember 1934 RM —.50. Postscheckkonto dei Gemeinde 50533. Leipzig, den 5. November 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig dere der synagogalen Musik (mit musikalischen Beispielen). Leiter: Oberkantor Lampel; Zeit: 4 Abende, lltägig Donnerstags von 20.30 bis 21.30 Uhr; Raum: Saal des I elix-(ioldinanil-lIcimes, Llsterstr. 7; Keginn: Donnerstag, 22. November 1034; Disposition: Es soll von der mutmaßlichen Musik der alten Hebräer und ihren Instrumenten z. Zt. der Thorall gesprochen werden. Über die musikal. Einrichtung im salomonischen Tempel hinausgehend, werden die sog. alten Kirchentonarten behandelt werden, um stufenweise über Mittelalter und Neuzeit auf die Gegenwart und ihre synagogalc Musik zu kommen. Daß die jüdischen Musiker und Komponisten mitbetrachtet werden, ist selbstverständlich. Teilnahmebedingungen: a) Zu den Kildungskursen sind grundsätzlich alle Gemeindei irtglfeder eInge 1 ade n. b) 1 )ie A u m e I d u n g muß schriftlich unter Angabe von Namen und Anschrift und unter Bezeichnung des gewählten Kurses (Nummer genügt) an das Israelitische Gemeindeamt Bildungskurse —, walter-Blümel-Str. 10, oder bei dem Eröffnung»- abend erfolgen. - Anmeldungsschluß: 2 Tage vor Beginn des gewählten Kurses. c) Die Gemeinde erhebt, wie alle anderen jüdischen Gemeinden Deutschlands, entgegen der Vorankündigung, für die Kurse grundsätzlich eine geringe Teiln e h in e r g e b ü h r von RM. 1. bis RM. 3. - (jeweils für einen ganzen mehrstündigen Kurs). Näheres hierüber wird beim Eröffnungsabend bekanntgegeben. d) Auf Grund der Anmeldung erhalten die Kursteilnehmer, falls der von ihnen gewählte Kurs noch nicht überfüllt ist, vom Gemeindeamt eine H ö r e r k a r t e zugestellt, die allein zum Besuch der darauf bezeichneten Kurse berechtigt. e) Sämtliche hier festgesetzten Zeiten sind p ü n k t I i c h zu verstehen und einzuhalten. teil, die allerdings zweifellos eine Belastung für uns darstellten, so dürfe das nichts au unserer deutschen Gesinnung andern. Verein selbständiger jüdischer Handwerker, Leipzig. Am 23. Oktober sprach Landgenchtsrat i. R. Dr. Kurt Cohn über „Rechtsfragen lies jüdischen Handwerkers" in der giitbesuehten Mitglieder Versammlung. Cr legte insbesondere dar, dal! es in der Wirtschaft keinerlei Arierbestimmungeii gäbe und man den Versuchen einiget untergeordneter Stellen, die Berufsausübung gerade des jüdischci Handwerkers zu beschränken, energisch entgegentreten müsse, zu mal da auf die unbedingte Durchsetzung der gesetzlichen Bestini mungen durch die Behörden mit Sicherheit zu rechnen sei. Aul dei anderen Seite müsse der jüdische Handwerker auch die gleicher Pflichten wie seine Berufsgenossen übernehmen, insbesondere aucl die [nnungsversam Inningen besuchen. Obermäßige Berufsuni Schichtung sei abzulehnen, insbesondere dann, wenn der jüdische Hand Werkernachwuchs nur flüchtig ausgebildet werde. Im Auftreten nach außen hin, besonders etwaigen antisemitischen Kunden gegenübei gelte es mit Zurückhaltung, Würde und Sicherheit aufzutreten. Ii der Aussprache wurde von mehreren Steilen betont, daß mau IUI bedingt darauf sehen müsse, nur so viel jüdische Lehrlinge an ZU nehmen, daß deren gründliche Ausbildung gesichert sei. Mang'-1 hafte Ausbildung in SchncllkurSCn und dergl. sei geeignet, den Rul des jüdischen Handwerkers und damit das Ansehen des Judentum überhaupt zu schädigen. Hieran schlössen sich Erörterungen übe. die t rage des Beitritts zum Reichsbund selbständiger jüdische Handwerker. Abschiedsahend der zionistischen Ortsgruppe für Herrn Dr. Fleil Wie das Gemeindeblatt in einer Notiz bereits bekanntgegeben hatti. hat das Vorstandsmitglied der Religionsgemeinde Dr. 1 leili mit seine (iattin Leipzig verlassen. Die zionistische Ortsgruppe Leipzig hat!* nun für den 29. September 1034 zu einem Abschiedsabend für ihren bewährten Geschäftsführer und seine (iattin geladen. Die Zahl dei Teilnehmer, die der Ladung gefolgt waren und den Saal des Jugendheims füllten, zeigte, daß ein weit über die Mitgliedschaft dei zionistischen Ortsgruppe hinausgehender Kreis mit seiner Anwesenheit den Abschicdiichmcndcn Dank für ihr Wirken abstatten wollte. Die