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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-10-26 · 43 (26.10.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
43 (26.10.1934)
Date
1934-10-26
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 0EME1NDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 19. Oktober 1934 Amtliche Bekanntmachungen Winterhilfswerk. Auch in diesem Winter werden unsere hilfsbedürftigen Glaubensgenossen vom Winterhilfswerk der NS-Volkswohlfahrt bedacht. Ls ist deshalb Pflicht jedes Ocmcindcmitglicdcs, /u diesem Hilfswerk nach besten Kräften beizutragen. Leipzig, den 22. Oktober 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 26. Oktober, Abendgebet 17 Uhr mit Predigt. Sonnabend, 27. Oktober, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 17,05 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 17,37 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst. Freitag, 2. November, Abendgebet 10,45 Uhr. Sonnabend, 3. November, Morgengebet 9 Uhr, Jugendgottesdienst mit Predigt 15,13, Nachmittagsgebet 16,55 Uhr, anschließend Lehrvortrag; Abendgebet 17,20 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Str. Freitag, den 20. Oktober: Abendgebet 17 Uhr. Sabbat, den 27. Oktober: Morgengebet 8,30 Uhr; Mincha 16,30 Uhr; Ausgang 17,37 Uhr. — Wochentags: Morgengebet 7 Uhr, Abendgebet 17 Uhr. Ez-Chaim-Synagoge (Otto-Schill-Str.): Freitag den 2. No- \ember: Abendgebet 10,45 Uhr. Sabbat: Morgengebet 8,30 Uhr; Mincha 16,30 Uhr; Ausgang 17,26 Uhr. Wochentags: Morgengebet 7 Uhr, Abendgebet 17 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag abend 17 Uhr. Sonnabend: Früh 8,30 Uhr, Mincha 16,30 Uhr, Ausgang 17,37 Uhr. Wochentags: Früh 7 Uhr, abends 17 Uhr. Personenstandsnachrichten Geburten: 23. September 1934 Max Boritz er und Sara geb. F'ejgel, Alte Str. 9, eine Tochter „Sulamith Renate". 24. September 1934 Samuel Jacob Bell und Sara Beile geh. I.ivak, Thomasiusstr. 7, eine Tochter „Mira Matle Übe". 28. September 1934 Abraham Israel Plattner und Fva Emilia geb. Schenker, Blücherstralle 33, einen Sohn „Piukas Elias". B a r m i z w a : Sonnabend, 3. November, Paul Rolf Blanar, Sohn des Herrn Isidor Kl,mar und Frau Alice geh. Apfelbaum, Hallische Str. 19, in der Oemeindesynagoge. Sonnabend, 3. November, Manfred Norbert Kalter, Sohn des Herrn Oscar Kalter und Frau Ciaire geb. Hilsenrath. Pfaffendorfer Str. 52, in der Ohel-Jakob-Synagoge. Trauungen: Dienstag, 23. Oktober, 8 Uhr abends, Fräulein Blanka Baron, Leipzig Cl, Walter-Blünicl-Straßc 13, mit Herrn Hein/ Leyser. Sonntag, 4. November, II Uhr vorm., Fräulein Anita Braseh, Härtelstraße 6, mit Herrn Kurt Sehlis, Berlin-Schöneberg, in der Wohnung des Herrn Rabbiner Cohn. Sonntag, I. November, I Uhr nachm., Fräulein Klara Kornies, Ranstädter Stein weg 33, mit Herrn Siegfried Rvhak, Neumarkt 3, in der Wohnung des Herrn Rabbiner Cohn. Todesfälle: S. Oktober 1934 Eduard Goldschmidt, Würzen. 9. Oktober 1934 Jakob Proskauer, Markkleeberg, Waldstr. 7. II. Oktober 1934 Abraham Salomon l ibcnschütz, Pfaffcndorf. Str. 51. 13. Oktober 1934 Markus Singer, Humboktfattr. 29. 18. Oktober Ryfka Messingrau, Eberhaidstr. 3 Austritte aus der Israelitischen Religionsgesellschaft. Nach geltendem sächsischen Recht bedeutet der Austritt aus der israelitischen Religionsgesellschalt den Austritt aus dem Judentum; nach unserer Friedhofsordnung hat der Austritt aus dem Judentum den Verlust des Anrechtes auf Beisetzung und auf eine etwa 'ruber erworbene Orabstelle auf unseren Friedhöfen zur Folge. Kohlenhindlersehcfrau Esther Rottetedt gesch. Sternlieb, geb. Klinghöfer, geb. 26. Juni 1889, Seeburgsir 29. Neue Bücher Palästinabilder gesucht. Die Jüdische Buchvercinigung, Berlin, Pariser Str. 7, bittet uns, allen Besitzern von unveröffentlichten Aufnahmen aus Palästina Folgendes mitzuteilen: Dr. (ieorg Landauer gibt im Rahmen der Publikationen der Jüdischen Buch-Vereinigung einen Palästina-Bildcrhand heraus, der Anfang 1935 erscheinen wird. Dieser Band soll neben Aufnahmen der bekanntesten Berufsphotographen auch eine ganze Reihe von Amateuraufnahmen enthalten. Die Herausgeber sind der Ansicht, dall gerade unter den Aufnahmen der Amateure Material enthalten ist, das durch Aufnahme in diesen Band der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden soll. Alle Besucher Palästinas, die Aufnahmen von dort mitbrachten, Angehörige von Palästinensern, die Palästinabilder besitzen, vor allem aber auch Amateurphotographen in Palästina selbst werden gebeten, unverzüglich die Bilder, die sie für geeignet halten, einzusenden an Jüdische Buch-Vereinigung, Berlin W 15, Parisei Str. 7 (für Palästinabilderband). Jedes Bild muB auf der Rückseih die genaue Adresse des Linseuders tragen. Angenommene Bilder werden honoriert, nicht angenommene Aufnahmen werden schnellstens zurückgesandt, falls Rückporto beigefügt ist. Veranstaltungen. Klassischer Operettenabend. Die Direktion Ehrlich hat mit den beiden Künstlern Max Kuttner und Erna Eisner einen ausgezeichneten (iriff gemacht. Das Publikum knauserte demgemäß1 auch nicht mit Beilall; doch soll hier, weil ich gerade vom Publikum spreche, eine dringende Bitte an dieses gerichtet werden: „Ls geht nicht air, dall bei solchen Veranstaltungen in Zukunft gleichzeitig dem Rauchvergnugen gefrönt wird; so rücksichtslos darf mau den Künstlern gegenüber nicht sein, die einen Abend lang solch großes Programm allein durchführen müssen. Außerdem ist bei Abenden, wo gute Kunst geboten wird, das Rauchen überhaupt verboten, und es sei der Direktion Ehrlich anempfohlen, am Ende des Programmes „Rauchen verboten" mit aufzudrucken." Die beiden Künstler, Erna Eisner und Max Kuttner, hatten ein auserlesenes Programm aus guten Operetten von Strauß, Millöcker, Offenbach usw. zusammengestellt. Max Kuttner ist Vollblut-Opcrettentenor, außerordentlich musikalisch, und er verstand es, verschiedentlich auftretende Banalitäten ausgezeichnet zu überbrücken. Erna Eisner ist eine gute Bühnenerscheinung. Ihre etwas in der Höhe flackernde Stimmlage, ist eine bei Operettensängern oft festzustellende, doch entschuldbare Angewohnheit. Nicht alle Nummern gelangen ilu gleich gut; doch in den Duetten mit Kuttner war sie glänzend, hier kam bei beiden Künstlern der echte Opcrcttencharm vortrefflich zur Geltung. Harry Waiden, der verbindend als Conferencier mitwirkte, hätte sich bei einem Kabarett oder Kleinkunstabend bestimmt persönlicher entfalten können; hier hei der klassischen Operette war er nicht so recht am Platze. Alfred Simon am Flügel war in jeder Beziehung ein feinsinniger Begleiter. tt. Plauen. Die erhebliehe Abwanderung in unserer Gemeinde hat es lange fraglich erscheinen lassen, ob wir in diesem Wiuterhalbjalii Kulturarbeit durch Fortsetzung der Veranstaltungen des Ausschusses für Kunstpflege leisten können. Dank der unermüdlichen Arbeil der Ausschußmitglieder gelang es, zunächst auf wenige Monate die Abhaltung von monatlich einer Veranstaltung finanziell zu sichern. Der erste Abend in dieser Saison, der am 16. Oktober stattfand, wurde von dem bekannten Vortragskünstler Ludwig I lardt bestritten. In bekannter souveräner Beherrschung des Stoffc^ brachte uns Hardt Heine, Thomas Mann, Beer-Hofmann und Peter Altenberg nahe. In jeder Hinsieht entsprachen die Darbietungen den Erwartungen und der reiche Beifall des vollbesetzten Saales bewies, dall der Vortragende das Publikum in seinen Bann gezogen hat. Der Höhepunkt waren zweifelsohne die Anekdoten und Aphorismen von Peter Altenberg. — Die nächste Veranstaltung im November wird uns ein Kon/ert des Geigers Stefan Frenke! bringen. Jüdischer Sport Anmeldung zur 2. Makkabiah 1935! Die Makkabiahkotnmission gibt bekannt: Am 2. April 1935 findet in Tel Aviv die 2. Makkahiah statt. Die Anmeldung hierzu muH schnellstens erfolgen, dl die Zahl der kautionslosen Visa sehr gering ist. Ich bitte, die Anmeldungen bis zum 3. November vorzunehmen, da sonst die An sicht auf kautionslose Visen nicht besteht. — Die Anmeldung« it werden zu jeder Tageszeit im B.-K.-Büro, Elsterstr. 7 angenommen. Der Fahrpreis für 3. Klasse Bahn und Touristenklasse im Schiff beträgt Berlin—Berlin RM. 320.-. Der Preis würde sich bei ein er größeren Beteiligung von Leipzig aus, um etwa RM. 10.— ermäßigen. Abreise Leipzig 25. 3. 35. Ankunft Leipzig 16.4.35. Die Verpflegung und Rundreise im Land sind in drei Gruppen gest. feit: Gruppe A: RM. 66.—, Gruppe B: RM. 159,50, Gruppe < : RM. 204. . Die Regelung der Devisen erfolgt durch Sonderkonto 1. Die Einzahlung erfolgt auf Sparkonto 2. Makkabiah bei der Iwriabank Berlin oder ihren Schwesterhanken. Für diejenigen, die sich das Visum selbst besorgen, tritt eine Sondcrmäßigung VOB RM. 26.— ein. Nähere Einzelheiten werden auf einer in den niiii!- sten Tagen stattfindenden Zusammenkunft aller Beteiligten angesagt. Ein unumstrittener Erfolg war der vergangene Sonntag für den hiesigen „Schild". Einer der spielstärksten Makkahivereine, cter J. S. C. Hagihor, Berlin, war zum Freundschaftsspiel zu Gaste und nahm zwei Siege und eine Niederlage mit nach Hause. Die Niederlage der 1. Fußballmannschaft des „Schild" mit 0:1 bleibt trotz allem für unseren jungen Verein ein Erfolg, zeigte sie uns doch, daß wir keinen Gegner zu fürchten brauchen, wenn wir in der bisherigen Form weiterarbeiten. Es war ein rassiges Spiel mit einem ungeheuren Tempo, voll der schönsten Kampfmomente, in der ersten Halbzeit eine sportliche Delikatesse. L. zeigte ein vorbildliches flaches Kombinationsspiel und nur der erlösende Torsi bull wurde zu wenig gezeigt. Berlin, als alte Kampfmannschaft, war in Hochform. Unsere Hintermannschaft mußte schwer kämpfen, um die technisch ausgefeilten Angriffe der Berliner aufzuhalten. In der Läuferreihe Leipzigs fand Berlin seinen Meister und unsere Hintermannschaft war fast fehlerfrei. Der einzige Fehler führte zu dem

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