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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-10-05 · 40 (5.10.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
40 (5.10.1934)
Date
1934-10-05
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 OEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN REL1QIONSOEMEINDE ZU LE1PZ1Ü 5. Oktober 1934 Die Gründe, die zur Errichtung einer solchen Arbeitsgemeinschaft für Sauger geführt haben, sind ähnliche wie diejengien, die bei der Gründung des Orchesters der Künstlcrhilfe für die Orchestermusiker maßgebend waren. Die geplante Arbeitsgemeinschaft berührt daher auch in keiner Weise die Frage des Gesangsunterrichts und sonstigen privaten Studiums, das für die Ensemble- und Einzclproben der neuen Arbeitsgemeinschaft nicht nur wichtig, sondern sogar unerläßliche Voraussetzung Ist und bleibt. Die Leitung der neuen Arbeitsgemeinschaft wird Kapellmeister Ewald Ernst Gebert (früher Staatsoper und Rundfunk Berlin), Gastdirigent am holländischen Rundfunk, übernehmen. Meldungen nur von Berufssangerinnen und -Sängern sind unter Angabe der Stimmgattung und des Stimmfachs (Oper und Konzert) bis 10. Oktober 1934 an die Künstlcrhilfe der Jüdischen Gemeinde, Bcrlin-Charlottenbürg 2, Kantstr. 15S, zu richten. Eingesandt (Für diese Rubrik übernimmt die Schriftleitung lediglich die pressgesetzliche Verantwortung.) „Sport des Geistes?" Nervosität — das ist auch ein Zeichen unserer Zeit. Die Arbeit macht nervös, die Sorgen machen nervös, man macht einander nervös, — das ganze Leben ist nervös. Und wer das Leben nicht versteht, der erfüllt sogar die Mußestunden mit seiner Nervosität, a, wie soll man sich so erholen? Im Sommer geht's noch an ,da ährt man ins Grüne oder Blaue und führt seine Nerven spazieren. Aber jetzt, — im Herbst und Winter? Nun gewiß, Sic wissen's alle. Man geht ins Kino, ins Kabarett, man setzt sich ins Cafe, spielt Skat und Bridge; das ist doch Erholung genug, nicht wahr? Aber glauben Sie nicht, daß diese Vergnügungen noch nervöser machen? „Ablenkung" sagt man so schön; aber ist das richtig? Bekämpft man Nervosität durch Nervenkitzel? Nein, bestimmt nicht. Doch es geht auch anders! Es gibt eine viel bessere Art der Erholung: Geistige Ausspannung. So hahens unsere Alten von jeher verstanden. Spiel mit dem Geiste, geistige Unterhaltung. Und wer moderner denkt, der sage meinetwegen: „Sport des Geistes". Seit uralter Zeit sind die Juden Meister in dieser lohnendsten Art der Unterhaltung. So wurden sie auch Meister des Schachspiels. Denn Schachspiel ist die beste, die richtigste Erholung: Geistige Beschäftigung und Spiel gleichzeitig. Angenehmes und Nützliches verbunden. Das ist wahre Ablenkung. Schach spielen! Und dabei sich vielleicht auch besinnen, daß man auch in seinen Mußestunden noch einen guten jüdischen Zweck erfüllen kann, indem man im jüdischen Lokal, unter jüdischen Freunden, im jüdischen Schachklub spielt. Angenehmes, Nützliches und Wertvolles; Dienst an den Nerven, am Menschen und an der Gemeinschaft. Neue Bücher Luach. Jüdischer Kalender der Gesellschaft für jüdische Volksbildung e. V. in Frankfurt a. M. für das Jahr 5695. Herausg. von Rabbiner Dr. Georg Salzbcrger und Prof. Dr. Moritz Werner. Frankfurt a. M. 1934 (M. Lenrberger tV Co.). Die „Gesellschaft für jüdische Volksbildung e. V."- in Frankfurt a. M. hat es sich zur Aufgabe gestellt, jüdisches Wissen verbreiten und jüdisches Leben wecken und fördern zu helfen. In diesem Sinne veröffentlicht die Gesellschaft den vorliegenden judischen Kalender, der sich in Anlage und Inhalt als ausgezeichnet geeignet erweist, diese Bestimmung zu erfüllen. Neben dem sorgfältig bearbeiteten Kalcndarium, das durch Hinweise auf gottesdienstlichc Bestimmungen und häuslichen Brauch lebendig gestaltet ist, bringt ein fast die Hälfte des 60 Seiten starken Heftes einnehmender Textteil lehrreiche und anregende Abhandlungen: eine Darstellung der Grundlagen des jüdischen Kalenders mit einer Obersicht über die religiös ausgezeichneten Tage, ihre Bedeutung und ihren Gottesdienst; und einen Aufsatz von Prof. Dr. Moritz Werner: Unser Programm im Lichte des Rambam-Jahrcs, in dem eine Würdigung der Größe Maimonides' (im Hinblick auf die bevorstehende Wiederkehr seines 800. Geburtstages) Anlaß zu sehr interessanten Vergleichen zwischen den Werken dieser bedeutenden Persönlichkeit und den Aufgaben unserer Tage gibt. G. Jüdischer Jugendkalender. Herausgegeben von Emil Bernhard Cohn. Vierter Jahrgang. Berlin |1934] (Jüdischer Verlag). Beigegeben: Kinderkalender des Jüdischen Frauenbundes für das Jahr 5695 1934/35. Eine Gabe, die auch diesmal von Kindern und Eltern mit begeistertem Danke aufgenommen werden wird. Sehr fesselnd dargestellte Erzählungen, vornehmlich aus dem Stoffgebiet der biblischen und talmudischen Gestalten, wechseln mit solchen aus dem jüdischen Leben einer Kiemstadt, mit einem hübschen Chanukkaspiel und Gedichten verschiedensten Charakters ab. Daneben befriedigte ein Aufsatz über „Jüdische Zauberer" das Interesse der Jugend an den Leistungen besonderer Geschicklichkeit wie die Schilderung über „Läufer in der Bibel" die Verbindung zwischen dem modernen Sport und gleichartigen Einrichtungen in altjüdischer Zeit herstellen. Das unter Mitwirkung der Jugendschriftenmission der GroBloge für Deutschland M. O.B. B. erschienene Buch (mit zahlreichen, zum überwiegenden Teil ausgezeichneten Bildern und selbstverständlich nicht ohne eine stattliche Reihe reizvoller Rätsel) ist von jüdischem Geiste erfüllt, als ein Mittel, in unserer Jugend jüdische Impulse zu steigern, dankbar zu begrüßen. Wir möchten für den nächsten Jahrgang anregen, auch Stücke einzureihen, die mit jüdischen Lebensverhältnissen der Gegenwart bekanntmachen: Berühmte Juden und ihre Werke, Judengemcindtn anderer Länder, jüdische Einrichtungen in Deutschland selbst, Synagogen, Sportplätze, Jugendheime u. dgl. sollten den Sinn für die jüdische Wirklichkeit vertiefen. — Der beigegebene Kinderkalend< r des Jüdischen Frauenbundes (auch gesondert beim Frauenbund iu beziehen), ein Monatsubrcißkalcnder, bringt, neben dem Kalendarium, für jeden Monat eine dem kindlichen Verständnis angepaßte Zeichnung, darunter auch Figuren für ein „Baumofest-Spiel", die aufzukleben, auszuschneiden und auszumalen sind, zwei Stundenpläne mit lustigen Zeichnungen und eine Preisaufgabe. Mit den launischen, sehr fein komponierten Zeichnungen von Edith Samuel wira auch diese Beigabe den Kindern viel Freude bereiten. G. C. Jüdischer Sport Jüdische Schachmeisterschaft von Leipzig. Zum zweiten Male veranstaltet die Schachabteilung des Bar Kochba Leipzig die Meisterschaft der jüdischen Schachspieler. In diesem Jahre sollen sich noch viel weitere Kreise daran beteiligen als beim ersten Mal. Schwächere Spieler brauchen nicht zu fürchten, daß ihre Beteiligung zwecklos ist; es wird in mehreren Stärkegruppen gespielt. Die Einsätze sind denkbar niedrig gehalten. Die Turnieranendc finden in den herrlichen Räumen des Osterreichischen Vaterlandshcims statt, so dal) jeder Spieler angenehme Stunden bei ernstem Spiele verbringen kann. Meldungen werden bis zum 15. Oktober entgegengenommen, und zwar schriftlich bei E. Jaffe, Funkcnburgstr. 15 und mündlieh an den Klubabenden Dienstags im Heim. Des Sportvereins „Schild" erste Wettkämpfe auf eigenem Plat/e. Es ist dem Sportverein „Schild" gelungen, einen eigenen Platz /u finden. Dieser Platz ist an der Theklaer Straße gelegen, die Schönefeld mit Thekla verbindet. Mit der Linie I der Leipziger Straßenbahn (Endstelle Thekla) erreicht man den Platz von der Stadtmille aus, in 22 Minuten, und ein Besuch des Platzes überzeugt davon, daß es dem Leipziger „Schild" gelungen ist, sich ein Areal /u sichern, das nach endgültiger Fertigstellung den Sportplätzen großer Sportvereine in nichts nachsteht. Am Sonntag, den 7. Oktober 1934, eröffnet der „Schild" seinen Sportbetrieb auf eigenem Platze und hat aus diesem Anlaß bestens bekannte, auswärtige Fußball- und Handballmaunschaften zum sportlichen Wettkampf verpflichtet. Die R. j. F.-Sportgruppe Meiningen ist als äußerst spielstark bekannt, gelang es ihr doch erst vor kurzem, den Bar Kochba, Kassel mit 5:1 zu sehlagen. Auch den Magdeburger Handballern geht der Ruf besten Könnens voraus und dürfte dieses Spiel ein Prüfstein für das Können der jungen Leipziger Handballmaunschaft sein. Interessanter Sport ist bestimmt auf dem neuen Platze des „Schild" zu erwarten und den hiesigen jüd Sportinteressenten ein Besuch nur zu empfehlen. Alles Nähere ans dem Inserat des „Schild". Herausgegeben vom VortUnd der Israelitischen Rellgionsgenieinde ta Leipzig. Scfarifileitttng: Oemeinderabbtaer Oustav Cohn, Leipzig CK Witter BlOmel-Slr. 10,111. Anzeigen : Verlag Ein Ooldfreund, Leipzig 05, dcborlasstrsBe 2a. Anzeigen leiten Ernst Oold freund. Gehört imtrsße 2 a. Für die Aufnahme von Anzeigen In bestimmten Nummern und aa bestimmten PUtzei wird keine Oewihr übernommen. Druck: Druckerei der Werkgemeinscbaft, Leipzig Cl, Brflderstr. 19. Für den Inhalt der Inserate .übernehmen Gemeinde vorstand und Schriftleitung keine Verantwortung. Vereinsnachrichten. Nationale Jugend Herzlla. Sonnabend, den 6. Okt., 19 Uhr, Pflichtappell. Dienstag, den 9. Okt., 20", Uhr, Beginn des alk 14 Tage stattfindenden Instruktionskursus. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. Mitgliederversammlung >n> Montag, den 8. Oktober, 20 Uhr, in den Sc h 1 o ß k e 11 er s ä I e n, Dresdner Str. 56. Tagesordnung: 1. Neue Aufgaben des R. j. F., Bericht des Kam. Dr. Alfred Jacoby, 2. Aussprache, 3. Verschiedenes. — Die Teilnahme an dieser Versammlung ist nur Mitgliedern gestartet. Staatszionistische Organisation. Tendenzkursus Montag, den 8.10.34, 21 Uhr, im Heim, Tauchaer Str. 5. Landestagung 13./14.10. 1934 in Berlin. Teilnehmer erfahren Näheres im Büro, Brühl 37/3<> I, Tel. 206 38. Brith Chaluzim Datiim. Als Auftakt für unsere Winterar eil veranstalten wir am Montag, den 8. Oktober, pünktlich 1/s9 L'hr, im großen Saale des „Volkswohl", Walter-Blümel-Straße 7, ein« Versammlung, in der Dr. Ernst Simon, Haifa, über „B i a 1 i k und die Tradition" sprechen wird. Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. i»'f juristisch wirtschaftliche Beratungsstelle des C.V., Landesverband Mitteldeutschland ist seit der vorigen Woche von der ersten Etag« des Hauses König-Johann-Str. 17 in das Erdgeschoß des gleichen Hauses verlegt. Der Syndikus ist nach vorheriger telefonischer Anmeldung erreichbar (Fernspr. 12038). In dringenden Fällen ist der Syndikus nach Büroschluß in seiner Privatwohnung, Windscheidstr. 19 (Tel. 33790) zu erreichen.

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