Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 32 (10.8.1934)
- Date
- 1934-08-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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] '6. 8.34 Auflage 4250 Stück tartnöettatt DER ISRAELITISCHEN RELIGION SGfcMErlN DE- ZU 1 {LI AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT Im!■ I Iii I ^7 DER GEMEIN DEVERWALTUNOB Schriftleitung i Oemeinderabbiner Oustav Cohn Leipzig Walter Blttmel-Str. 10. — Nachdruck nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung des Verfassers gestattet Nummer 32 ■ Jahrgang 10 10. August 1034 Anzeigenannahmei L. Ooldfrcund, Leipzig 0 5, Cichoriusstrafle 2a, Fernsprecher Nr. 60771 Druck: Druckerei der Werkgemeinschaft, Leipzig C 1. [ räsident von Hindenburg' I Am 2. August, dem Tage, an dem vor zwei Jahrzehnten die deutschen Männer voll einmütiger Begeisterung /ur Verteidigung des deutschen Vaterlandes an die Grenzen zogen, hat das Her/ des ehrwürdigen und allverehrten greisen Reichspräsidenten von llindenhurg ZU schlagen aufgehört, hat dieses kraftvolle Leben dem ehernen Gesetz, des Höchsten erliegen müssen. Mit allen Kreisen des deutschen Vaterlandes empfinden auch wir deutsehen Juden den ungeheuren Verlust und stehen erschüttert und in inniger Trauer dem schmerzvollen Geschehen gegenüber. I Inscre Klage gilt in gleicher Weise dem durch unentwegtes Streben nach Einigung und Gerechtigkeit ausgezeichneten Staatsoberhaupt wie dem in vorbildlicher Pflichterfüllung und treuer Hingabei.ihigkeit großen Manne und Menschen. Wie ein echter Vater des Vaterlandes besali der heinigegangeue .Reichspräsident das heilige Vertrauen und die aufrichtige Schätzung .Her. In ernster Zeit, als es darauf ankam, daß der leidenschaftlich bewegte Wille aller deutschen Männer und Trauen, das Vaterland zu schützen, durch einen zielbewußten, tatenstarken Führer geleitet wurde, hat Generalfeldinarsehall die ganze Größe seiner Persönlichkeit entfaltet, die ein unverbrüchliches Vertrauensverhältnis zwischen dem Marschall und seinen Kämpfern wie mit den Männern und Frauen des Volkes schuf. Selbstentäußerung, Opferfähigkeit hat in gleicher Weise der Reichspräsident bewährt, als er sich, von der Stimme des Volkes an die Spitze des deutschen Reiches gerufen, mit seiner ganzen Person für die schwere Aufgabe de> verantwortungsvollen Amtes einsetzte. So steht das Bild dieses in seiner Charakterstärke großen und dabei doch so schlichten Mannes beispielhaft vor uns. In diesem wahrhaften Heldentum der Pflichterfüllung bis zum Letzten, der selbstlosen Treue, dem Mühen um Eintracht und Gerechtigkeit, so wird die Erinnerung an ihn für alle Zeiten im Volke lebendig fortleben. So werden auch die deutschen Juden in Treue das Andenken des großen Mannes bewahren. I m dem tiefen Kinpfiiiden der deuttteheii .luden Autidrut-k zu geben, hat die Iteiehttvertretung der deutschen Juden an das Büro «!«■•» Herrn ReirliMpriisideiiten folgende l>epe»clie gerichtet: Tiefe innige Trauer am den Heimgang de» Reichspräsidenten erfüllt die deutschen Juden. Als ein Mann, dessen Persönlichkeit dem Oedanken der tapferen Pflicht seine Wirklichkeit gab, als ein Mann, der dem Alter, das die Bewahrung eines Lebens erwarb, seine (1 rolle verlieh, als ein Mann, der der das gemeinsame fwanxe immer sah, immer auf das Vaterland, das alle umschließt, den Blick richtete, als ein Mann der dreschichte stand Mindenbürg vor der Welt. In der Treue der deutscheu «Juden wird sein Bild alle Zeit bleiben. nie Heieli»v«'rtretung der deutNcIten Juden It h e c k Mir..:. Nachdem wir bereits beim Sabbatgottesdienst am vergangenen Freilag des Ablebens des Herrn KeickNprüttidenten von llinuenburjr, gedacht haben, veranstalten wir in Gemeinschaft mit dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten eine Tranerfeier am Sonntag, dem 12. August 1934, 10'/i Uhr vormittags, in der Gemeindesynagoge, Gottschedstraße, zu der wir alle Gemeindemilglieder einladen. Der Vorstand Lejpzjfer den 7 August 1Q34 Reichsbuud jüdischer Frontsoldaten der israel. Religionsgemeinde zu Leipzig Ortsgruppe Leipzig