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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-08-03 · 31 (3.8.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
31 (3.8.1934)
Date
1934-08-03
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSQEMEINDE ZU LEIPZIO 3. August 1934 reihe bis ins nächste Jahrtausend Fortgesetzt sab, zu welcher Zeit seine Person schon Sage und Symbol sein würde, und als Oanna, uberwältigt von der Qroße des historischen Augenblicks, ihm an die Brust sank und schluchzend für alles dankte, was er ihr gegeben, da war ich selber hingerissen und blickte zu dem rotbärtigen Stammvater empor wie zu meinem Schirmherrn. Sodann hastiges Verschwinden, Aufatmen in frischer Winterluft, Fahrt zum Bahnhof in einem rumpelnden Wagen, allein mit Qanna, die jetzt Oanna Herzog hieß. Seiisatioiisproxeli um „die Protokolle der Weinen von Zion'* in JohanneHbnrg. Der Jüdischen Telegrafen-Agentur wird über eine gegenwärtig in Grahamstow n geführte Prozebvcrhandlung berichtet, die durch den Rabbiner der Western Road Synagogiie in Port Elizabeth gegen drei Führer der antisemitischen (irauhemdeuorganisation angestrengt worden ist. Die Beklagten haben ein Dokument veröffentlicht, das angeblich aus der Synagoge, in der der Kläger als Prediger wirkt, gestohlen sein soll. Aus diesem Dokument will man den Beweis für das Vorhandensein einer jüdischen Wcltvcrsehwörung herleiten, um so mehr als in dem Schriftstück auf die vielgenannten „zionistischen Protokolle" Bezug genommen wird. In dem Verfahren wird eine Aufklärung über die in diesem und anderen Publikationen gegen die Juden erhobenen Anschuldigungen angestrebt. Besonderes Interesse erweckte die Vernehmung des Präsidenten der zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency, Dr. Nahum Sokolow, der sieh gegenwärtig in Südafrika aufhält, als Zeuge in dem Prozeß. Sokolow machte eingehende Angaben Uber den ersten Zionistenkongreß in Basel 1807, au dessen Vorbereitung er gemeinsam mit Herzl mitgewirkt hat, und faßte die zu dem Punkte gemachten Ausführungen dabin zusammen: Er könnt bezeugen, daß ilie Behauptung, ilie „Protokolle" seien irgendwann von Dr. Herzl herausgegeben, durchaus falsch ist. Dieses verleumderische Dokument sei unerhört. Jedes Wort in den „Protokollen" sei eine boshafte Lüge, zu dem Zweck geschrieben, die Nichthlden gegen die Juden aufzuhetzen. Man habe entdeckt, dall die „Protokolle" die fast genaue Kopie einer in der Zeit Napoleons III. geschriebenen Streitschrift sind. In den „Protokollen" habe mau den Namen Napoleons durch den I lerzls ersetzt und Überall da von Juden gesprochen, wo in der Originalschrift von den Franzosen und den napoleonischen Kreisen die Rede ist. Die Beklagten versuchten durch eine Reihe von fragen Aussagen Dr. Sokolows herbeizuführen, die sie als Stütze für ihre antisemitischen Behauptungen würden verwenden können: Dall das I ilmgeschaft von Juden beherrscht werde, dall keine Zeitung in der Welt erscheine, die nicht von Juden kontrolliert werde, dall die Juden den Mädchenhandel monopolisiert hätten IL dgl. Auf Onind der Antworten Sokolows wurden die Beklagten durch den Vorsitzenden Sir Thomas Qraham mehrfach darauf hingewiesen, dall sie für ihre Behauptungen nicht Zitate aus irgendeiner Veröffentlichung verwenden dürften, sondern die Originalberichtc vorlegen mühten. Sensationell wirkte es, als der eine der Beklagten, nachdem er ein angebliches Zitat aus Sokolows „Geschichte des Zionismus" verlesen hatte, Haiishaltplan der israelitischen Religionsgenieinde zu I<eipzig Kinnulinifn für das Rechnungsjahr 1934/35 (1. April 1934 bis 31. März 1935). Angaben I. Allgemeine Verwaltung.......... II. Orundstücksverwaltung (Mieten einschließlich Aufwertungssteuer d.Gemeindehauses Walter- Blümel-Str. 10 und des Grundstücks Humboldtstraße 13).............. III. Kultus (Gebühren für Synagogenplätze und Trauungen) IV. Kaschrus (Abgaben der Fleischer und rituellen Betriebe)................. V. Ritualbad ................ 1933/34 RM. 12.500 10.1)00 3.600 1934/35 RM. 9.100 7.200 6.000 VI. Bestattungswesen (Gebühren für Bestattungen Grabstellen usw.)............. 59.400 59.900 Die Einnahmen in Höhe von 40000 RM. sind vorweg bei den Ausgaben in Abzug gebracht VIII. Darlehenskasse (Verwaltungsgebühren) . . . 1.000 1.250 —.- —.— XIV. Steuern................ 100 18.400 395.400 50 16.500 , 368.430 501.000 468.430 III I. Allgemeine Verwaltung (Qehälter und sachliche Unkosten).............. II. Orundstücksverwaltung (Hypothekenzinsen, Abgaben, Unterhaltung des Gemeindehauses Walter-Blümel-Str. 10 und des Orundstückes Humboldtstr. 13)............. Kultus und Unterricht a) liberal Besoldungen u. sachliche Ausgaben für Gottesdienst und Unterricht. . b) orthodox Besoldungen u. sachliche Ausgaben für Gottesdienst und Unterricht. . c) auswärtiger Unterricht . d) Trauungen ...... 1933/34 RM. 41.900 10.400 1933/34 1934 35 58500 49420 57310 1790 400 49590 790 200 1934 35 RM. 42.200 7.IC0 IV. Kaschrus (Beaufsichtigung der Fleischereien und sonstigen rituellen Betriebe). . ... V. Rilualbad................. VI. Bestattungswesen 1933 34 1934/35 a) Unterhaltg. d. Friedhöfe einschl. Besoldungen . . 7800 S620 b) Gärtnerei des neuen Friedhofes....... 9410 7910 c) Verzinsung und Tilgung der Friedhofsanleihe . 27200 25245 d) Besoldungen u. sachliche Ausgaben....... 45690 35125 118 000 7.900 4.200 VII. Wohlfahrtspflege (darin Besoldung des Fürsorgepersonals) .............. VIII. Darlehnskasse (Verwaltungskosten) . . . . IX. Ruhe-, Witwen-, Waisengehälter und Unterstützungen ................ X. Verschiedenes.............. XI. Beiträge an Körperschaften, Bildungsanstalten, Jugendverbände und Wohlfartseinrichtungen einschl. jüdische Schule.......... XII. Unvorhergesehenes............ XIII. Verzinsung und Tilgung der Gemeindeschuld XIV. Kosten der Steuererhebung...... . . 90.100 80.300 2.500 30.500 30.300 25.450 5.000 39 850 14.600 100 001 7 471 3.80* 76.900 71.10) 2.501 30.5( 1 25.81 J 42.7(fl 4400 38 650 15.6S0 Kinnali inen Außerordentlicher llautthaltplan für l»:t l/:i."» 501.000 468 410 Aufgaben RM. 17.000 Teilrückzahlung an die Städtische Sparkasse...... Unterstützung v. abgebaut Angestellten, Berechnungsgeld Mehrausgaben gegenüber dem Normalplan ... . . RM. 10.000 3.700 3300 17.000 | 17.000

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