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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-07-06 · 27 (6.7.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
27 (6.7.1934)
Date
1934-07-06
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 ÜEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 6. Juli 1934 Wir bitten alle jüdischen Körperbehinderten, ihre Namen und Adressen dem Vorsitzenden dieser Organisation zugehen zu lassen. Leipzig, den 26. Juni 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgenieinde zu Leipzig. Änderung des Gemeindestatuts. In der (iemeindesit/ung vom 2. Juli.dt. Js. ist ein Nachtrag zum Gemeindestatut beschlossen worden. Der Nachtrag liegt in der Zeit vom 9. bis mit 211. Juli, werktäglich von 9—13 Uhr im Gemeindeamt, Warter-Blumcl-Straße 101, zur Einsicht aus. Leipzig, den 1. Juli 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Betriebe unter Aufsicht des orthodoxen Gemeinderabbinats Wir geben wiederholt bekannt, welche Betriebe unter Aufsicht unseres orthodoxen Gemeinderabbinats stehen. Nur für Waren aus diesen Betrieben übernimmt das Rabbinat die Verantwortung in bezug auf das Kaschrus. Fleisch und Geflügel: Moses Bild, Gerberstraße 41, M. Frischer, Packhofstraße 11 13, Osias Kohn, Lohmühlgasse 17, Sally Löb, Ranstädter Steinweg 7, Jacob Schiesheim, Plauensche Straße 3/5. Milch und Butter: J. Bartfeld, Eutritzscher Straße 5, Chaim Zipscr, Nordstraße 35, Hof (Wohnung: Berliner Str. IS), Kittergut Gundorf (Bestellungen durch H. Kreutner, Färbcrstr. 16). Backwaren: Salomon Lotrowski, Berliner Straße 13, Selig Scheinowitz, Gerberstr. 40 und Keilstr. 9, Schmeidler, Nordstraße 25 und Ranstädter Steinweg 45. Speisehäuser: Chmclnitzky, Reichsstraße 22, Mandls, Nikolaistraße 36. Leipzig, den 12. Juni 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Sparkonto für Synagogenplätze. Zum Zwecke der Erleichterung der Einlösung der Synagogenplätze haben wir die Einrichtung geschaffen, daß die Einzahlung für die Platzkarten schon jetzt ratenweise erfolgen kann. Für jede bis zum 3. August 1934 geleistete Zahlung wird zum Ausgleich für die frühere Einzahlung eine Vergütung von 10 "n gewährt, d. h. für jede eingezahlte Reichsmark wird ein Gutschein in Höhe von RM. 1.1" verabfolgt. Die Einzahlungen können in beliebiger Höhe erfolgen, müssen jedoch auf volle Markbetrage abgerundet sein. Wir möchten unseren < icmcindcmitglicdcrn dringend empfehlen, von dieser Einrichtung, die ihnen die Aufrechtcrhaltung ihrer Anrechte auf einen Synagogenplatz erleichtert, lebhaften Gebrauch zu machen. Einzahlungen können erfolgen an unserer (iemeindekasse während der Kassestunden werktags von 9 I Uhr oder auf das Postscheckkonto der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig Leipzig Nr. 505 13. I «pzig, den 19. M ir/ 1934. Der Vorstand der israelitischen Rcligionsgemcinde zu Leipzig. Gottesdienste GemeindesMiagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 6. Juli. Abendgebet 19 l'hr mit Predigl (Rabbiner Dr. Goldmann) (in der Predigt wird des 30.Todestages von Theodor Herzl gedacht); Sonnabend, 7. Juli. Morgengebet 9 Uhr, Jugendgottesdlensf 15,15 Uhr mit Predigl (Rabbiner Dr. (ioldmann); Nachmittagsgehct 20,55 Uhr; anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Dr. (ioldmann); Abendgebet 21.2b Uhr. Morgengottesdiensl an Sonnu. bürgerlichen Feiertagen 7,30Uhr, Werktag 7 Chr. Abcndgottcsdicnst 19 Uhr. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, Ii. Juli, Abendgebet 19 Uhr. Sonnabend, II Juli. Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebel 20,15 Uhr. anschl. Lehrvortrag (Rabbiner Dr. (ioldmann); Abendgebet 21,18 Uhr. Morgengottesdiensl an Sonnu. bürgerlichen! eiertagen7,30Uhr, werktags 7 I hr, Abendgottesdienst 19 Uhr. Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schül-Str.: Freitag, <>. Juli, Abendgebet 19 Uhr. Sabbat, 7. Juli, Morgengebet 8.30 Uhr, Mincha 1- Uhr, Ausgang 21.29 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7 Uhr, Abendgebet 19.15 Uhr. Personenstandsnachrichten Geburten: 19. Juni 1911 Herst Ii Säbel und Malke geb. Künstiinger, Nordplatz2, eine Tochter „Hanni". B a r m i 2 w a : Sonnabend, 11. Juli, Martin Mouradian, Sohn der Iran Betty Mouradian geb. Anspach, Oneisenaustr. 2 II. in der Gemeindesynagoge. Sonnabend, 14. Juli, Adolf Tänzer, Sohn des Herrn Jacob Tänzer und Frau Therese geb. Kretzig, Gustav-Adolf-Str. 27 in der Ez- Chaim-Synagogc. Todesfälle: 26. Juni 1934 Sali ülasberg geh. Gutherz, Döbeln. 28. Juni 1934 Chane Anna Goldhammer, Reichsstr. 39 III. 30. Juni 1934 Anna Dina Nelke, Elsterstr. 63 I. 1. Juli 1934 Flora Bickart geb. Neu, Fregestr. 311. Austritte aus der israelitischen Rcligionsgesellschaft: Nach geltendem sächsischen Recht bedeutet der Austrittt aus der israelitischen Rcligionsgesellschaft den Austritt aus dem Judentum; nach unserer Friedhofsordnung hat der Austritt aus dem Judentum den Verlust des Anrechtes auf Beisetzung und auf eine etwa früher erworbene Grabstellc auf unseren Friedhöfen zur Folge. Kaufmannsehefrau Herta Olga Frida Abramowitz geb. Berger, geb. 29. Mai 1904, Marthastr. 34. Aus dem Gemeindeamt. Helfer für Vertriebsdienst. Die Jüdische Künstlerhilfe bringt demnächst ein neuartiges Kalenderwerk bekannter Autoren heraus und vermittelt eine lohnende V erdien st in öglichkeit für berufswechselnde Akademiker, Beamte, Künstler und sonstige Mitarbeiter, die als Helfer beim Vertrieb mitwirken wollen. In ganz Deutschland (auch Kleingemcinden) mögen sich energische und gewandte Mitarbeiter melden, die planmäßig arbeiten können. Ausführliche, nur schriftliche Angebote nebst Referenzen baldigst erbeten an die Jüdische Künstlerhilfc, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstraße 158. Neue Bücher. Der neue Wassermann-Roman. Der in weitesten jüdischen Kreisen mit gespanntem Interesse erwartete, htnterlassenc Roman von Jakob Wassermann „Joseph Kerkhovens dritte Existenz", der den Schlußstein der mit dem „Fall Maurizius" begonnenen „Etzel Andergasf-Trilogie bildet, wird in diesen Tagen von der J ü d i - sehen B u c h-Vc r ein t g 11 n g (JBV), Leipzig Cl, Mahlmannstr. ö (Tel. 362 14), ausgeliefert. Er ist, in Verfolg der von der Reichsregierung veröffentlichten Richtlinien, nur für die Mitglieder der JBV erhältlich. Georg Hermann. Eine Zeit stirbt. Berlin [1934] (Jüdische Buch- Vereinigung). Wie die Begriffe „Jüdische Kultur", „Jüdische Kunst" u.a., so stellt auch das „Jüdische Buch" heute wieder im Mittelpunkte dringlicher Forderung. Was die Kennzeichnung „jüdisch" berechtigt macht, ist wie seit langem auch heute noch umstritten. Wer jüdisch ein Buch nur dann nennen will, wenn es sich mit Problemen jüdischer Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft befaßt, der wird Georg Hermanns neuesten Roman nicht in die Reihe der jüdischen Bücher stellen wollen; denn nichts von alledem findet in ihm einen Ausdruck. Jüdische Menschen in einer Ausprägung, die man lieben oder ablehnen mag, die aber dem Leben einer sterbenden Zeit entsprach, stehen im Mittelpunkt dieses Buches. Sie sind der Wirklichkeit nachgezeichnet. Sind mit all der feinen Beobachtungsgabe vor den Leser hingestellt, die Georg Hermann seit seinen von so vielen geliebten Büchern um Jettehen Gebert immer neue Freunde zugeführt haben. So getreu, so lebenswahr, so plastisch greifbar, daß wohl jeder in der oder jener Gestalt des Romans den oder jenen ihm bekannten Juden wiederzusehen meint. Und darum mag dieses Buch auch zu den jüdischen gezählt werden: es zeigt Juden, wie wir Alteren alle sie kennen und z. T. noch heute um uns wissen, deren Zeit jedoch stirbt. Nicht weil Inflation - die Handlung des Romans vollzieht sich in den Monaten, in denen mit Milliarden, aber auch schon mit der kommenden Renten mark gerechnet wurde auch nicht, weil Krankheit im Vordergründe stehende Gestalten fallen lassen, sondern weil diese Gelöstheit deutscher Juden von allem Jüdischen stirbt, weil es in der heranwachsenden jüdischen Generation keinen gibt, der so restlos unberührt von allem Jüdischen durchs Leben gehen kann wie dieser Kreis, den Georg Hermann uns miterleben läßt. Die Lebenssicherheit, diese machtvollste Triebkraft menschlichen Mühens, wird jüdische, zum mindesten auch judische Grundlagen haben, im Gegensatz zu dieser sterbenden Zeit, deren Wanken und Schwanken der Dichter so anschaulich zu machen weiß. So erwacht im Leser mitfühlendes Bedauern für diese Menschen, die soviel Erschütterungen erleiden. Aber er weiß doch dem Dichter herzlichen Dank für die anmutige Art, in der er zu ihm spricht. Sein nie versagender Humor bringt die Menschen in ihrer Größe und ihren Schwächen nahe; seine Liehe zur Natur läßt ihre Verbundenheit zur belebten und zur schweigenden Schöpfung zur Geltung bringen. Und so scheidet der Leser von dem Buche mit einem Gefühle der I iaukbarkeit für den reizvollen Einblick, den ihm der Dichter in diesem Ausschnitt eines jüdischen Lebenskreiscs gewährt. Und dankt nicht minder der jüdischen Buchvereinigung, die mit dieser Gabe Stunden fesselnden Nacherlebcns gewährt. G. C. Bevorstehende Veranstaltungen S.Juli: Agudas-Jisroel. Vortrag R.-A. Dr. Isaak Breuer, Ffm.: Erez- Jisroel.

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