Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 25 (22.6.1934)
- Date
- 1934-06-22
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 22. Juni 1934 Ez-Chaim Synagoge (Otto Schillstraße) und Talmud Thora-Synagoge (Keilstraße). Freitag, den 22.Juni, Abendgebet;'),15Uhr. Sabbat Morgengebet $.'30 Uhr, Mmclia 17 Uhr, Ausgang 21,30. Wochentag Morgengebet 7 Uhr, Abendgebet 19 15. Personenstandsnachrichten Barmlzwa: Sonnabend, 30. Juni, Alexander Gänger, Sohn des Herrn Heinrich Gänger und Frau Frieda geb. Bauchmann, Qustav-Adolf-Str. 38 pt., in der Gemeindcsvnagoge. Sonnabend, 30. Juni," Gotthard Schindler, Sohn des Herrn Max Schindler und Frau Toni geb. Pottaschniann, Reudnitz, Seckendorfstraße 1, in der üemeindesynagoge. Sonnabend, 30 Juni, Heinz Hoffner, Solln des Herrn David Hofiner und Frau Cäcilie geb. Kainer, Gohliserstraße 17, in der Ez Chaim- Synagoge, Otto-Schillstraße. Todesfälle: 12. Juni U/34 Sara Blume Grünberg, Bjrliner Straße 48. Juni 1934 Fritze Frieda Wartenburg, Volksgartenstraße 13. Austritte aus der Israelitischen Religionsgeseilschaft: Nach geltendem sächsischen Recht bedeutet der Austrittt aus der israelitischen Religionsgesellschaft den Austritt aus dem Judentum; nach unserer rriednofsordnung hat der Austritt aus dein Judentum den Verlust des Anrechtes auf Beisetzung und auf eine etwa früher erworbene Grabstclle auf unseren Friedhöfen zur Folge. Mendel Rosenzweig, geb. 30. 'anuar 1899, Tauchaer Straße 1, II. Aus dem Gemeindeamt. Das jüdische Jugendhaus. Zu den Ausführungen über das jüdische Jugendhaiis in der letzten Nummer dieses Blattes teilen wir noch mit, daß das Postscheckkonto, auf das Beiträge und Spenden eingezahlt werden können, lautet: „Jüdisches Jugendhaus" Nr. 68274 Postscheckamt Leipzig. Der landwirtschaftliche Ausbildungsu. Umschichtungsverein „Renouveau" in Paris teilt uns folgendes mit: Von mehreren Seiten ist uns in den letzten Tagen berichtet worden, daß in Deutschland ein Oerücht in Umlauf sei, wonach der „Renouveau" sich aufgelöst habe oder in der Auflösung begriffen sei. Dieses Oerücht entbehrt jeder Orundlage. Vermutlich liegt eine Verwechslung vor, da im Zusammenhang mit diesem Oerücht auch der Name des Herrn Rittergutsbesitzers Sandelowsky erwähnt wird, der jedoch niemals für den auf gemeinnütziger Grundlage arbeitenden Verein „Renouveau" tätig gewesen ist, sondern für die Kapitalsgcmcinschaft E. O. A. an der Girondemündung in der Nähe von Bordeaux. Der „Renouveau" hat sich im Oegensatz zu den obigen Oerüchten in den letzten Mo-iaten sehr erfreulich entwickelt und aucli die Zahl seiner Mitglieder außerhalb Frankreich* vergrößert. Auf seinem Lehrgut Chäteau de Born im Dep. Lot et Garonne in Südfrar.kreich, nördlich von Toulouse, werden zur Zeit 32 Eleven ausgebildet bzw. umgeschichtet. Das Out, ca. 100 ha umfassend, mit seinen Wiesen, Ackern, Gärten, Weinbergen. Teichen, Wäldern und seinen vielen hunderten von Obstbäumen, seinem zahlreichen lebenden und umfangreichen toten Inventar, mit einem Schloß und zwei Vorwerken, befindet sich in voller Kultur. Die diesjährige Ernte verspricht eine Rekordernte zu werden. Neben der praktischen Ausbildung finden theoretische Lehrkurse statt, die alle Oebiete der Botanik und Landwirtschaft umfassen, ferner Sp;achkurse, darunter auch Neuhebräisch. Eine große Anzahl der Eleven beabsichigt nach erfolgter landwirtschaftlicher Ausbildung nach Palästina zu gehen. Der „Renouveau" findet eine wesentliche Förderung durch das National Comite für jüdische Flüchtlingssorge in Paris — Am 29. Mai fand in den Räumen des Advokaten Oemieux ein großer Empfang zu gunsten des „Wenouveau" statt, zu welchem sich Vertreter der ersten jüdischen Familien Frankreichs mit dem Grand Rabbin um Paris, Dr. Weill, eingefunden hatten. Die Bedeutung der landwirtschaftlichen Umschichtung und eine Würdigung der Arbeit des „Renouveau" fand beredten Ausdruck in der Hauptansprache des Professor Qualid von der Sorbonne in Paris. Die Schlußansprache hielt der Qrand Rabbin von Pa'is, Herr Dr. Weill, der zur Förderung der Arbeit des „Renouveau' aufrief. Von der Betriebsgesellschaft des staatlichen Nordseebades Norderney geht uns folgende Mitteilung zu: Obwohl wir bereits seit langer Zeit stets darauf hingewiesen haben, daß der Besuch nichtarischer Oäste im staatlichen Nord:-eebad Norderney nicht erwünscht ist, werden aus diesen Kreisen in letzter Zeit wiederholt Versuche unternommen, die Genehmigung für einen Kuraufenthalt auf Norderney zu bekommen. Im Interesse aller Nichtarier bitten wir darauf hinzuweisen, daß es zwecklos ist und nur unnötige Kosten vmrusacht, wenn von diesen Personen eine Reise nach Norderney unternommen wird. Wie die Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung mitteilt ist ihre neue Anschrift Frankfurt a. M. Unterlindau 23. Jüdische Kinderschar. Die Kinder, die im Jugendgottesdienst singen, müssen am Sonnabend, 23. d. M., pünktlich 3 Uhr nachmittags in der Synagoge sein. Jüdische Badeärzte in Schlesien. Mehrfachen Anregungen entsprechend, geben wir bekannt, daß in schlesischen Badeorten nachstehende jüdische Ärzte praktizieren: Dr. Hirschberg in Altheide, Dr. Schafer in Flinsberg, Frau Dr. Cohn-Wolpe, Dr. Marcuse, San.-R. Dr. Preiß in Kudowa, San -R Dr. Lachmann in Landeck, Dr. Kuhn in Reinerz, Dr. Blumenthal in Salzbrunn. Neue Bücher. Religion in dieser Zeit. In einer soeben im Philo-Verlag erschienenen kleinen Schrift werden sechs jüngst in der C. V.-Zeitung veröffentlichte Aufsätze Dr. Max Wieners unter dem Titel „Religion in dieser Zeit" zusammengefaßt. Sie weisen auf das Judentum als auf die Quelle lebendiger Religiosität hin, heben aus dem Strome seiner Entwicklung die Stellen heraus, an denen seine ursprüngliche Daseinskraft die religiösen Oedanken und Stimmungen zur Höhe dauernder zeitloser Geltung hat anstauen lassen. Vom Sinn des Qottesglaubens überhaupt ist die Rede, von den eigentümlichen Formen, die er in Offenbarung und Tradition, in der Leidenschaft prophetischer Persönlichkeiten wie in der Seele der Epigonen angenommen. All das aber wird nicht im Interesse gelehrter Geschichtsforschung erzählt, um ein Wissen zu verbreiten, sondern um aufzuweisen, wie das, was in uns von religiösem Verlangen und Suchen ruht, aus dem ewigen Leben der Heldenzeit jüdischen Geistes stammt. Daher wird auch keine Aufzählung von Dogmen, kein Abriß eines Systems versucht, es wird der Leser mitten in Fragen hineingestellt, die er als Jude aufwerfen muß und die ihm da, wo ihn die Antworten nicht befriedigen, in fruchtbai er Weise immer wieder zu neuen Fragen anregen. Ein Handbuch des jüdischen Wissens. Im Spätherbst d. J. erscheint im Berliner Philo-Verlag das „Philo-Lcxikon", ein Handbuch des jüdischen Wissens. Das Buch wird als Ergebnis langer Studien und Vorarbeiten von ersten Wissenschaftlern, aufstrebenden Gelehrten der jungen Qeneration und führenden Persönlichkeiten des Judentums bearbeitet werden. Ls wird erwartet, dal! für dieses Werk, das einem seit Jahrzehnten empfundenen Bedürfnis des jüdischen Hauses entspricht, in weitesten Kreisen Interesse sich kundgeben wird. Der Verlag legt soeben eine Subskription auf, in der das 5000 Stichworte auf 100 Seiten mit 250 Textabbildungen, 39 einfarbigen und j mehrfarbigen Tafeln enthaltende Werk zu dem gegen den späteren Buchhanaclsprels um etwa 'J5 <> ermäßigten Preis von RM. I.'lll bestellt werden kann. Die Subskriptlon schließt am 30. Juni. Bevorstehende Veranstaltungen. 1. Juli: Herzl-Feier auf dem Bar-Kochba-Platz. 8. Juli: Agudas-Jisroel, Vortrag Dr. Isaak Breuer: Fre/-JisroeT. Veranstaltungen. Der nächste Kabarettabend jüdischer Künstler (Meyerstein) findet Sonnabend, 30. Juni abds. 9'"» Uhr (nach Sabbath-Ende) im Künstlerhaus statt. Fritz Tachauer (Berlin) wird als Conferencier und Komiker, sowie als Hauptdarsteller im Lachsketsch „Bitte Zwoundzwanzig — Zwo- Zwoundzwanzig" mit seiner Vielseitigkeit und seinem drastischen Humor Lachstürme erzielen. — Besonderes Interesse erregt das Qastspiel von Hedi Haas, der jungen eleganten Vortragskünstlerin und Stimmungskanone, in Leipzig bestbekannt von ihren Gastspielen im Eden-Arkadia. In dem großen Programm wirken noch mit die Berliner Grotesk-Tänzerin Else Dublon, die beliebte Leipziger Sängerin Jenny Landsberg, Jenny Pollak und der junge Leipziger Pianist und Komponist Rudi Königsberg. - Es wird wieder ein ganz großer lustiger Abend, wie ja Meyersteins Künstlerabende stets Höhepunkte im jüdischen geselligen Leben Lejrjrigsjjedeuten^^^^^^^^^^ Herausgegeben vom vorstand der uraeutiscben Kcllponigemcinde zu Leipzig. Schriftleitung l Oemeinderabbiner Oustav Cohn, Leipzig CI, Waller Blflmel-Str. 10, III. Anzeigen : Verlag Eka Ooldfreund, Leipzig 05, CichorlutstraSe 2a. Anzeigenleiter: F.rnst Ooldfreund, CichoriusstraBe 2a. Druck: Druckerei der Werkgemeinscbaft, Leipzig Cl, Brüderttr. 19. Für den Inhalt der Inserate übernehmen Gemeindevorstand und Schriftleitung keine Verantwortung. L WuchentndTaTrtTadTTviaTienD^^ Die Anzeigen Verwaltung des Oemeindeblattes veranstaltet am ö. Juli zum I. Male eine solche Fahrt für die Leser. Die Abfahrt findet so rechtzeitig statt, daß die Ankunft noch vor Schabbosanfang erfolgt. Sie wird allen Teilnehmern rechtzeitig mitgeteilt. Evtl. sind bei genügender Beteiligung von Marienbad kleine Ausflugsfahrten vorgesehen. Rechtzeitige Anmeldung erbeten, da nur eine beschränkte Anzahl Plätze vorhanden ist (siehe Anzeige in dieser Nummer). Letzter Termin zur Einlagerung la Briketts zu billigsten Sommerpreisen. Bestellen sie sofort Fernruf 31063 bei Kohlen-Porges, Kaiser Wilhelmstr. 43 Sehr geehrte gnädige Frau! Es liegt in Ihrem eigenen Interesse, wenn Sie dem Inserat der Firma Spczial-Daucrwcllcn-Salon „Elite", Reichsstraße 12, erste Etage, eine ganz besondere Beachtung schenken. Nicht allein, daß alle einschlägigen Friaeurarbeiten für die Dame von ersten Kräften /u billigen Preisen ausgeführt werden, handelt es sieh um ein jüdisches Unternehmen, das Einzigste dieser Art am Plat/e und bittet daher um Ihre gütige Unterstützung. Vereinsnachrichten. Für Mitteilungen in dieser Rubrik wird ein Unkostenbeitrag von RM. —.20 für die Zeile erhoben. Die Zeilengebühr ist spätestens am Montag nach Erscheinen der jeweiligen Nummer an unserer Gern cindekasse während der üblichen Kassenständen zu entrichten. Bei nicht rechtzeitiger Zahlung können weitere Mitteilungen des betreffenden Vereins nicht veröffentlicht werden. Mitteldeutsche Makkabi-ttoxmeisterschaften. Am Sonntag, 24. Juni 1934, finden auf dem Bar-Kochba-Platz, Delitzscher Landstr., Linie 14 u. 16,